Burkhard Simon - Der Kruse

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Als das Erfolgskonzept «Die Kruses» nach über dreißig Jahren Ehe doch noch überraschend scheitert, gehen Karin und Robert getrennte Wege. Während Reihenhaus-Robert als Endfünfziger seine ersten zaghaften Schritte als Junggeselle geht, betritt er eine Welt, die ihm stark verbesserungswürdig erscheint. Mit tatkräftiger Unterstützung des Internets, eines verlogenen Barkeepers und einer Insel namens Manfred macht sich Robert daran, die Welt vor sich selbst zu retten.

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So etwas kann nicht warten.

Als ich, mit ein paar Flaschen bewaffnet, wieder die steile Kellertreppe in Angriff nehmen wollte, fiel mir ein, dass in einem hölzernen Verschlag unter der Treppe ein großer Garderobenspiegel stehen musste. Karin hatte ihn vor Jahren mal als Teil eines alten – und wie wir damals noch glaubten – möglicherweise antiken Ensembles aus Schrank, Kommode und eben jenem Spiegel günstig erstanden, und im Laufe der Zeit hatten wir aus Platzmangel alles Stück für Stück auf den Sperrmüll gestellt.

Alles, bis auf den großen Spiegel.

Sollte ich mich wirklich trauen?

Ja. Ich musste es geradezu tun. Es war jetzt oder nie.

Wenn ich hier schon eine Art besoffener Selbsterkenntnis praktizierte, dann wollte ich es auch bis zum bitteren Ende tun. Ich fand den Spiegel auf Anhieb. Seine Ränder waren an verschiedenen Stellen bereits ein wenig milchig und blind geworden aber für meine Zwecke würde er ausreichen. Um mir die Schlepperei zu ersparen, lehnte ich ihn gleich hier im Keller gegen eine Wand, trat ein paar Schritte zurück, um mich in voller Größe bewundern zu können und begann damit, mich auszuziehen. Ich nahm noch einen tiefen Schluck, denn das hier würde nicht leicht werden. Das war mir klar.

Zuerst riss ich mir förmlich das Hemd vom Leib. Die Szene hätte etwas erotisches an sich gehabt, wären es die Chippendales gewesen, die sich das Hemd vom durchtrainierten Körper gerissen hätten. Ich war aber nicht die Chippendales, ich war der Kruse aus der Lohnbuchhaltung, der Reihenhausheld mit dem Ersatzpimmel auf dem Parkplatz. Das war zweifellos überhaupt nicht chippendalig, es war in seiner unfassbaren Karlheinzhaftigkeit schon beinahe bemitleidenswert.

Um genau solche Einsichten ging es hier.

Es war an der Zeit, mir selbst so einiges einzugestehen. Deshalb stand ich leicht knülle im Keller. Deshalb war ich hier und deshalb würden jetzt Fakten geschaffen werden. Jetzt waren Schuhe, Hose, und schließlich die Socken an der Reihe. Beim Unterhemd hielt ich noch einmal kurz inne, um einen Schluck zu trinken.

Dann war ich soweit.

Ich hatte bereits die Hände am Saum, bereit, mir das T-Shirt über den Kopf zu ziehen, da schaute ich noch einmal meinem Spiegelbild in die Augen.

»Showtime«, murmelte ich.

Mein Hemd wölbte sich in Bauchhöhe kräftig nach außen. Aber diesmal machte ich mir nicht die Mühe, den Bauch einzuziehen. Es war so weit. Es gab keinen Weg zurück. Ich zog mir das Hemd über den Kopf, und dann glitt mit meiner Unterhose das letzte Stück Stoff, das meinen Körper noch bedeckt hatte, auf den Kellerboden.

Nun stand ich da, wie Gott mich geschaffen, oder besser: wie mein Leben mich in den letzten zwanzig oder dreißig Jahren geformt hatte. Ich starrte mich an. Frontal, splitternackt, ungeschönt, im gleißend hellen Licht der Neonröhre in meinem Reihenhauskeller.

Mein Gott, das war also ICH.

Ich, ohne jede Maskerade. Da war er. Der ganz private Robert Kruse. Ich schaute den nackten Mann im Spiegel an, während ich hämisch applaudierend in die Hände klatschte. Dann wurde mir bewusst, wie dämlich das aussehen musste, also ließ ich es wieder sein.

»Meine Damen und Herren«, dröhnte ich, »Ich präsentiere Ihnen Robert Kruse! Den Mann, der es schaffte, sich im Spiegel anzuschauen, ohne sich dabei ernsthaft zu verletzen! Ich bitte um Ihren Applaus!«

Zaghaft machte ich einen – eher wissenschaftlichen – Versuch, meine Muskeln anzuspannen. Als der eher wissenschaftliche Versuch nicht die gewünschten Resultate erbrachte, versuchte ich es mit etwas mehr Elan.

Nichts tat sich. Oder zumindest nicht genug.

Es hatte einmal Zeiten gegeben, in denen ich regelmäßig Sport getrieben hatte. Wann war das noch mal? Kurz nach dem Meteoriteneinschlag, der die Saurier gekillt hatte? Zumindest sah ich so aus.

»Mann, Mann, Mann... Du musst Zukunft besser auf dich achten, mein Freund.«

Ich bückte mich nach der Bierflasche, die auf dem Boden stand und machte dabei Geräusche, wie ein sterbender Elch. Als ich mich wieder aufgerichtet hatte, atmete ich tief durch, nahm einen kräftigen Schluck, schaute wieder in den Spiegel und da fügte sich das komplette Bild des Grauens zusammen.

Plötzlich war der Selbsthass da.

Was ich sah, war ein fetter, untrainierter Mittfünfziger, der, schwankend und angesoffen, splitternackt in seinem Keller stand und mit glasigem Blick und einer Bierflasche in der Hand in einen milchig-trüben Spiegel glotzte.

Ich war zu einem der Typen geworden, die ich in Jugendjahren immer zutiefst verachtet hatte. Ich war ein langweiliger, spießiger, farbloser Kombifahrer-Arsch! Ich war ein abstoßendes, graues, altes Bügelfaltenhosen-Kegelklub-Sackgesicht, ein Möchtegernbiker mit Saisonkennzeichen, ich war ein richtiger „Erwachsener“.

Kein schöner Anblick.

Der Fettsack im Spiegel rülpste und wischte sich mit dem Handrücken über die obere Hälfte seines beginnenden Doppelkinns.

Nein, nicht der Fettsack. Ich. Und es war mein beginnendes Doppelkinn.

Es war an der Zeit, einzusehen, dass der unsympathische Typ im Spiegel kein Anderer war, als ich selbst. Damit würde ich halt leben müssen, auch wenn es mir noch so sehr gegen die Ehre ging.

Der Fettsack war ich.

In diesem Moment beschloss ich, ich wolle verdammt sein, wenn es mein beginnendes Doppelkinn jemals zu einem vollendeten Doppelkinn bringen würde. Ich würde etwas dagegen unternehmen. Und zwar sofort. Ich schüttelte ungläubig den Kopf und machte einen Schritt zurück. Dann grätschte ich leicht die Beine, um meinem mittlerweile recht wackeligen Stand eine etwas zuverlässigere Statik zu verleihen.

Wie war das nochmal, damals im Sportunterricht? Die Arme ausbreiten und dann versuchen, mit der rechten Hand an den linken Fuß zu gelangen? Ja, das klang richtig. Ich versuchte es, gelangte aber nur bis auf Kniehöhe an mein Ziel heran, denn ich war in etwa so elastisch, wie eine ICE-Trasse. Mein missglückter Versuch amüsierte mich auf eine peinliche, fremdschämerische Art und Weise. Eine Art kranke Belustigung, so etwas, wie Schadenfreude, weil ich es so weit hatte kommen lassen.

Ich ging einen Schritt nach vorn. Der Schlaffsack im Spiegel auch. Wir standen uns jetzt ganz dicht gegenüber. Unsere Nasenspitzen berührten sich fast.

Ich raunte: »Sieh dich doch bloß an.... ekelhaft.«

Der Spiegelkruse bewegte seine Lippen synchron zu meinen und schaute mir tief in die Augen. Sein Blick war ziemlich abwertend. Außerdem schien der Typ besoffen zu sein. Für eine Minute standen wir nur da und starrten uns an. Ich kam mir saublöd vor. Außerdem wurde mir langsam kalt.

»Dann beweg den Hintern, du fauler Hund«, feuerte ich mich an, »Dann wird dir auch warm!«

Als ich einen Schritt zurück machte, um mehr Platz für meine geplanten Übungen zu haben, fiel mir auf, dass der Typ im Spiegel (Du, Kruse!) schon wieder den Bauch eingezogen hatte. Ich hatte schon wieder vor mir selbst den Bauch eingezogen, und ich hatte es noch nicht einmal bemerkt! Wie nannte man das noch mal? Einen Automatismus? Ich hatte mich darauf trainiert, vor mir selbst den Bauch einzuziehen und diese Konditionierung hatte so hervorragend funktioniert, dass ich es nicht mal mitbekam!

Ich kam mir vor, wie Pawlows Hund! Der Hund bekam bei irgendeinem Experiment immer dann Futter, wenn im Hintergrund eine Glocke läutete. Irgendwann reichte es dann aus, eine Glocke ertönen zu lassen, um bei dem Hund den Speichelfluss zu steigern, auch, wenn gar kein Futter in Sicht war. Er war darauf konditioniert worden, beim Klang der Glocke seinen Speichelfluss zu erhöhen. Und Robert Kruse, Lohnbuchhalter und neuerdings selbstkritischer Beobachter körperlicher Verfallserscheinungen, hatte sich darauf konditioniert, vor Spiegeln den Bauch einzuziehen.

Das war der Hammer! Aber ich würde mir das ganz schnell wieder abautomatismussieren! Vorbei! Aus und vorbei! Ab sofort würde Schluss sein mit dem Selbstbetrug, mit der Sauferei, mit dem ganzen verdammten alten Kruse. Es würde nie wieder zu einer solchen Erniedrigung kommen, wie ich sie heute im Laufe des Abends vor mir selbst hatte erfahren müssen. Ich würde Dinge ändern. Ich würde mich ändern. Und ich würde es jetzt tun. Warum warten? Warum nicht gleich mit dem Training beginnen und die Energie, die ich sonst dazu benötigte, vor mir selbst die Wampe einzuziehen, positiv nutzen? Ich beschloss, mit Rumpfbeugen anzufangen. Hier und jetzt.

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