Burkhard Simon - Der Kruse

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Als das Erfolgskonzept «Die Kruses» nach über dreißig Jahren Ehe doch noch überraschend scheitert, gehen Karin und Robert getrennte Wege. Während Reihenhaus-Robert als Endfünfziger seine ersten zaghaften Schritte als Junggeselle geht, betritt er eine Welt, die ihm stark verbesserungswürdig erscheint. Mit tatkräftiger Unterstützung des Internets, eines verlogenen Barkeepers und einer Insel namens Manfred macht sich Robert daran, die Welt vor sich selbst zu retten.

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Dreißig Prozent. Das war so gut wie nichts.

Trotzdem würde ich die Tickets wohl zurückgeben müssen. Ich meine, was sollte ich denn sonst tun? Sie einfach verfallen lassen? Dadurch würde der Verlust von siebzig Prozent sogar zu einem hundertprozentigen Fiasko anschwellen. Und Karin würde, selbst wenn sie in den nächsten Tagen doch noch nach Hause käme, sicherlich nicht mit mir auf eine Kreuzfahrt gehen. Nicht, ohne mir vorher noch ein paar Monate lang ein schlechtes Gewissen zu machen, mich zu jeder sich bietenden Gelegenheit katzbuckeln zu lassen und mich zu erniedrigen, oder (wie sie solche Dinge gern nannte) Beziehungsarbeit zu leisten. Und ein paar Monate hatten wir nicht mehr, bevor der Pott ins Paradies auslaufen würde.

Nein, ich würde die Tickets schweren Herzens wieder an die Dame mit dem süßen Lächeln zurückgeben müssen.

Ich zahlte, gab Kalle ein stattliches Trinkgeld und kam mir rückgratlos und mies vor.

Was war eigentlich mit mir los? Warum konnte ich dem eingebildeten Arsch hinter der Theke nicht einfach die Getränke bezahlen und ihm sagen, dass er kein Trinkgeld bekäme, weil ich die Kohle dringend benötigte, um mir dafür Desinfektionsmittel zu kaufen, um meine Hände darin zu baden, nachdem ich in seinem versifften Drecksloch die Türklinke in der Hand gehalten hatte?

Warum war ich eigentlich immer so nett?

Mit diesen Überlegungen trat ich wieder hinaus in den Regen und machte mich auf den Weg zurück zum Reisebüro. Irgend ein Witzbold hat mal gesagt, dass man den Sommer im Rheintal am besten daran erkennen könne, dass der Regen ein wenig wärmer würde. Das mochte ja witzig sein, entsprach aber leider nicht den Tatsachen. Der Regen war kein bisschen wärmer als noch im letzten Herbst. Es war einfach zu kalt, zu windig, und viel zu... wie war das noch?

Zu „eklig“.

Ja, das Wort war nicht schlecht gewählt. Es war eklig. Einfach eklig.

Ich fand meine Zigarettenpackung zerknüllt in der Hosentasche. Meinen Kragen gegen den „ekligen“ Wind hochgestellt, blieb ich vor dem Reisebüro stehen und versuchte, wohl um noch ein paar Minuten Zeit zu schinden, in dem windgeschützten Hauseingang einen Glimmstengel anzuzünden. Während die Flamme hinter meiner vorgehaltenen Hand den Tabak in Brand setzte, wanderte mein Blick von der Glut nach oben und blieb an einem Plakat hängen, das hinter der gläsernen Eingangstür befestigt war.

Es zeigte ein wunderschönes, weißes Passagierschiff.

Am unteren Bildrand konnte man die letzten Ausläufer des Sandstrandes sehen, von dem aus das Foto aufgenommen worden war. In der oberen rechten Ecke des Bildes sah man die spitz zulaufenden Blätter einer Palme, die vom Seewind in den Einzugsbereich des Objektives geblasen wurden. Doch das Schönste, das wirklich Umwerfende an diesem Bild, war das Wasser. Es war... na ja... es war eben genau so, wie das Wasser im Rhein nicht ist.

Es war klar! So unglaublich klar, dass man nicht sagen konnte, wo der Strand aufhörte, und wo das Wasser anfing. In Ufernähe war es so weiß, wie der Korallensand, den es umspülte. Etwas weiter draußen ging es dann in das satteste Grün über, das man sich nur vorstellen kann und hinter diesem grünen Streifen, der den Strand vom offenen Meer trennte, war das Wasser blau. Und ich meine BLAU. Es war so blau, wie es nur das Wasser in der Karibik sein kann. Und auf diesem tiefblauen Meer schwamm, was rede ich, thronte wie eine gottgleiche Gestalt, dieses weiße, weiße Schiff.

Es war wunderschön.

Am Bug des Luxusliners konnte man seinen Namen erkennen. Der Schriftzug war klein, überhaupt nicht protzig, aber ein solches Wunderwerk der Technik hat es auch nicht nötig, mit verschnörkelten Schriftzügen zu protzen. Trotzdem konnte ich den Namen auf dem gestochen scharfen Foto gut lesen: »Sonne des Südens«, murmelte ich mir zu, »Ich geh kaputt.«

Es war mein Schiff.

Mittig über dem Bild des Schiffes standen neben dem Logo des Reiseveranstalters drei kurze Worte:

NICHTS WIE WEG.

Ja. Nichts wie weg. Ich wollte weg.

Noch immer.

Später dachte ich oft, dass ich in dem Moment, in dem ich zum zweiten Mal an diesem Tag die Tür des Reisebüros öffnete, eine andere – wahrscheinlich viel wichtigere – Tür für immer hinter mir schloss. Es war eine Entscheidung gefallen, eine Entscheidung, die Karin sicher nicht sonderlich gut in den Kram gepasst hätte. Aber auch Karin hatte in letzter Zeit ein paar Entscheidungen gefällt, ohne sich vorher mit mir abzusprechen.

So findet irgendwie immer alles seinen Ausgleich.

Die Klingel über der Tür schellte erneut, und ich ging schnurstracks auf die Nasenkräuseltraumfrau zu.

»Hallo. Ich bin es wieder.«

»Ach, hallo! Na, das ging aber schnell. Haben Sie sich entschieden?«

»Äh... ja. Ich werde ein Ticket zurückgeben. Das Ticket auf den Namen meiner Frau.« Ich zog den Umschlag mit den Vouchers heraus. »Karin Kruse. Hier, bitte.«

Sie kümmerte sich um ihre Computertastatur, und während ihre Finger über die Buchstaben flogen schaute sie ab und zu zu mir hoch.

»Wenn ich das Ticket Ihrer Frau jetzt storniere, und Sie überlegen es sich doch noch anders, muss ich die Sache so behandeln, als hätte nie ein zweites Ticket vorgelegen. Das ist Ihnen klar?«

»Ja. Natürlich.«

»Ich meine, es könnte dann sein, dass kein Platz mehr verfügbar sein wird.«

»Ja. Das ist mir klar. Danke. Tun Sie es einfach trotzdem, bitte.«

»Okay. Gern.«

Ein Klick mit der Maus, und ein obszöner Geldbetrag zerstob zusammen mit dem Karibikurlaub meiner Frau in den virtuellen Weiten einer virtuellen Buchungszentrale ohne auch nur leise „Puff“ zu machen.

»So. Das ist dann erledigt.«

Ja.

Das war dann erledigt.

Ich würde nun zum ersten Mal seit überhaupt jemals immer alleine in den Urlaub fahren, denn als die Zeiten, zu denen ich mit meinen Eltern in den Urlaub fuhr, endlich vorbei waren, begannen nahtlos die Zeiten, in denen ich mit Karin verreiste. Und jetzt würde ich zum ersten Mal alleine fahren. Ich trat wieder hinaus auf die Straße, kam mir unfassbar entscheidungsfreudig und männlich vor, und schob das übrig gebliebene Ticket in die Innentasche meiner Jacke.

Offenbar hatte der Regen in den letzten Minuten nachgelassen. Der „eklige“ Wind war ebenfalls fort. Am Horizont meinte ich, einen blauen Streifen zu sehen, der sich langsam aber sicher gegen die Wolken durchzusetzen schien. Zufall? Natürlich. Aber ein Guter.

Ich hatte als erwachsener Mann eine eigenständige Entscheidung gefällt, und schon besserte sich das Wetter! Das hätte ich schon viel früher tun sollen! Was war eigentlich die letzte Entscheidung gewesen, die ich nur für mich selbst getroffen hatte? Für mich allein? Ganz und gar für mich persönlich und ohne Rücksprache mit Karin, meiner vorgesetzten Kontrollinstanz?

Guter Gott, ich konnte mich nicht erinnern! Der gute alte Robert war scheinbar im Laufe der Jahre durch Trott und Gewohnheit vollends in einer Art Chimäre aufgegangen. Wie in einem alten Film von Jack Arnold waren Karin und ich durch einen grausigen Zeitlupenunfall, der sich über einen dreißigjährigen Zeitraum erstreckt hatte, zu einem Monster verschmolzen, einem Mischwesen namens Die Kruses. Nach Karins Weggang war Robert nun verwässert und abgeschwächt, bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht, ohne Biss, ohne Kanten und Ecken und ohne eigene Persönlichkeit zurückgeblieben! Ich war eigentlich gar nicht mehr Robert! Ich war zu „Robbie“, zu einer der beiden Hälften von Die Kruses geworden, ohne es auch nur gemerkt zu haben! Zuerst war ich durch den täglichen Trott zu „Robbie“ umformatiert worden, und dann wurde ich schließlich in einer ätzenden Substanz namens Partnerschaft aufgelöst, umgerührt und in eine Form gegossen, aus der ich schließlich als ein halber Die Kruses hervorgegangen war.

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