Leo Gold - Ein Umweg über Honolulu

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Melissa ist US-Amerikanerin. Julius ist Deutscher. Beide mögen, verlieben und prüfen einander. Nachdem sie geheiratet haben, offenbaren sich im gemeinsamen Alltag ungeahnte Geheimnisse. Der innere Zustand der jungen Ehe wird zum Widerspruch des äußeren Paradieses Hawaii. Erst ein plötzlich auftretendes Ereignis führt den Umweg über Honolulu zu einem versöhnlichen Ende.

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Als ich am nächsten Morgen aufstand, schaute ich, bevor ich etwas frühstückte und die Zeitung las, ob mir Melissa ihre Flugdaten gesandt hatte. Anstelle von einer Nachricht fand ich drei. In der ersten- schickte sie mir als Anlage die Daten ihrer Flugverbindung, in der zweiten- schrieb sie:

„Hallo, ich hoffe du schläfst gut. Denke an dich“,

und in der dritten-, die sie erst vor wenigen Minuten abgesendet hatte, hieß es:

„Wenn du schon wach bist, können wir vielleicht telefonieren.“

Ich überlegte, ob es ein Computerprogramm gab, mit dem Melissa feststellen könnte, ob ich ihre E-Mails bereits geöffnet hatte oder nicht. Mir fiel keines ein. Und weil ich morgens gern erst Zeit mit mir verbrachte, holte ich meine Zeitung aus dem Briefkasten, brühte Kaffee auf und schaltete das Radio an.

Den ersten Teil der Zeitung gelesen schaute ich auf die Uhr. Mittlerweile musste Melissa in San Francisco schlafen gegangen sein. Trotz ihrer Angewohnheit, spät ins Bett zu gehen und nachts zu arbeiten, hatte Melissa während ihrer Prüfungsphase ihren natürlichen Rhythmus umgestellt. Einerseits konnte sie wegen ihres straffen Prüfungsprogramms nicht lange ausschlafen. Andererseits konnte sie ihr schlechtes Gewissen, stand sie später als um 7 Uhr auf, nicht ablegen, was besonders in Prüfungszeiten unangenehm war. Also ging Melissa meist schon gegen 22 Uhr zu Bett.

Der Gedanke, dass Melissa schlief, weckte meine Motivation, mit den Vorbereitungen für ihren Besuch zu beginnen. Priorität meiner Vorbereitungen besaß die Anfrage bei Herrn Schulz, ob er mir fünf Tage Urlaub genehmigte. Er delegierte die Entscheidung an seinen Kompagnon Herrn Adler, der, wie meistens, sofort und lakonisch antwortete:

„Der Liebe kann man keine Schranken setzen.“

Damit stand Melissas Deutschland-Aufenthalt nichts mehr im Weg. In den folgenden zwei Wochen kümmerte ich mich zeitgleich darum, unsere Museumsbauprojekte voranzutreiben und Melissas Besuch vorzubereiten. Es verging kein Tag, an dem ich nicht mit Melissa telefonierte und sie mir nicht über die Details ihrer Prüfungen berichtete. Hätten wir, wie es bei Fernsehduellen von Spitzenkandidaten politischer Parteien in Deutschland üblich geworden war, die Zeit stoppen lassen, um zu messen, wie lange ich im Vergleich zu Melissa gesprochen hatte, wäre vermutlich ein Verhältnis von eins zu fünf herausgekommen. Melissa besaß einen Enthusiasmus, wie ich ihn nicht kannte. Ich nahm an, dass ihre überschüssige Kraft auf ihre bevorstehende Prüfung zurückzuführen war, und hoffte, dass sich unsere Gesprächsanteile spätestens dann wieder ausgleichen würden, wenn auch ihr Umzug nach Honolulu erfolgreich abgeschlossen wäre.

Keine Frage, Melissa hatte etwas Anregendes, das eine Anziehung ausstrahlte, besonders auf mich, der ich gern entspannte. Ich liebte die Ruhe, die Bewegungslosigkeit, die blaue Stille ohne Wellenschlag. Die Telefonate holten mich aus diesem glücklichen Zustand heraus, stellten mich ins helle Tageslicht. Dort, wo alles flirrte, tönte, laut, lustig, traurig, dramatisch, existentiell, verzweifelt und überglücklich war. Da ich zu Anfang unserer festen Beziehung alle Auffälligkeiten, die ich bei Melissa wahrnahm, positiv deutete, fiel mir das Bild von Ying und Yang ein. Harmonisch fügt sich das weibliche- und männliche Prinzip ineinander. Verborgen blieb mir, dass mit dem Beginn unserer festen Beziehung das Mächtegleichgewicht, das davor unsere Beziehung ausgezeichnet hatte, zunehmend aus der Balance geriet.

Während ich nach dem langen, aufreibenden Balz-Akt froh war, auf einem gemeinsamen Fundament zu stehen, und mich nach Eintracht sehnte, setzte sich Melissas Freude an Konflikten fort. Nun besaß sie wesentlich günstigere Bedingungen, ihre Interessen und Wünsche gegenüber meinen durchzusetzen. Sie spürte, dass ich in der festen Beziehung anders als zuvor bemüht war, dass Einigkeit zwischen uns herrschte. Für mich war es selbstverständlich, dass sich alle Beteiligten in verbindlichen Beziehungen anstrengten, dass jeder zu seinem Recht kam und Kompromisse einging, um ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten. So hatte ich es zu Hause erlebt.

Melissa wuchs in einer anderen Familie auf. Sie musste ihre Stellung zu Hause mit Anstrengung behaupten. Melissas Mutter hatte schwache Nerven. Wollte Melissa als Kleinkind ihren Willen durchsetzen, überforderte sie damit schnell ihre Mutter. Sie brachte sie an deren Grenzen, so dass sich die Mutter oft nicht besser zu helfen wusste, als Melissa anzuschreien. Schlimmeren Schaden als das Brüllen verursachte die anschließende Bestrafung. Die Mutter ignorierte Melissa, die sich mit ihrer Mutter versöhnen wollte. Diese Gewalt verletzte Melissas Seele. Die Missachtung führte dazu, dass sich Melissa immer Neues ausdachte, um eine Reaktion von ihrer Mutter hervorzurufen. Und wenn die Mutter Melissa auch bloß weiter anbrüllte, fühlte sie sich ihr nah, fühlte sich Melissa endlich nicht mehr einsam. Hieraus entwickelte sich das prekäre Verhaltensmuster, das Melissa gerade bei Konflikten Selbstbestätigung fand. Streit stand für Melissa synonym für Nähe. Für mich hingegen bedeutete Nähe Harmonie. Somit besaßen wir zwar das gemeinsame Ziel, erreichten es aber beide nicht, weil der eine den Weg des anderen zur Nähe verhinderte.

In den Tagen vor Melissas Ankunft begann sie wieder, das Thema „voreheliche Enthaltsamkeit“ anzusprechen. Ich wunderte mich darüber. Für mich war es abgehakt. Das war der Preis, den ich zu zahlen hatte, damit unsere feste Beziehung beginnen konnte. Ich verstand nicht, weshalb sie trotz meines Zugeständnisses erneut darüber sprechen wollte. Auch ihre verstärkten sexuellen Anspielungen blieben mir schleierhaft. Wenn ich auf Sexualität vor der Ehe verzichten sollte, dachte ich mir, ist es doch am besten, so wenig wie möglich darüber zu phantasieren und die Versuchung gering zu halten.

Aber Melissa tat das Gegenteil. Sie liebte es, erotische Plaudereien zu initiieren, hielt sie aber so in der Schwebe, dass ich nicht erkennen konnte, ob es ihr bei der aufgestellten Bedingung sexueller Enthaltsamkeit um die Befolgung eines kirchlichen Gebots oder um die Steigerung der Begierde ging, Verbotenes zu tun, eine gesellschaftliche Konvention zu durchbrechen, wie sie im „Bible-Belt“ noch existierte. 4

Am Montag der ersten Maiwoche landete Melissa am Münchener Flughafen. Zur Begrüßung umarmten wir uns. Für einen Kuss fehlte noch der Mut. Es war ungewohnt, Melissa das zweite Mal persönlich zu sehen. Ähnlich wie bei meinen Verabredungen mit Mon und Melissa in den USA hatte ich anfangs Schwierigkeiten, Melissa gleich auf ihre Fragen zu antworten, weil ich zwei Gespräche führen musste, das mit ihr und mein stilles Selbstgespräch. Nach und nach antwortete ich ohne Verzögerung. Wir tranken am Flughafen noch einen Kaffee und saßen eine Stunde später in meiner Wohnung, an meinem Esstisch, und aßen Weißwürste mit Semmeln.

Ich versuchte, das Gespräch am Laufen zu halten. Das war ungewöhnlich. Ansonsten hatte Melissa so viel gesprochen, dass ich mich nicht um den Gesprächsfluss kümmern musste. Sie schaute mich mit kleinen Augen schläfrig an. Der Jetlag schien seine Wirkung zu zeigen. Ich fragte Melissa unzweideutig, ob sie sich hinlegen wolle, worauf sie zweideutig blickte und sagte:

„Nö, ich bin nicht müde. Aber warte mal einen Augenblick. Ich komm’ gleich wieder.“

Melissa verschwand im Gästezimmer. Als sie längere Zeit nicht zurückkam, glaubte ich, sie habe sich doch schlafen gelegt, und ich begann, das Geschirr in die Spülmaschine einzuräumen.

Von den fünf Tagen, die Melissas Deutschlandreise dauerte, standen uns im Grunde nur drei volle Tage zur Verfügung. Wir hatten im Vorhinein überlegt, uns am Montag meine Heimatstadt anzuschauen. Dienstags wollten wir die Münchener Wahrzeichen besichtigen, Olympiastadion, Hofbräuhaus, Deutsches Museum, abends die Oper und mittwochs durfte die Schlössertour zu den Schlössern Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee nicht fehlen. Donnerstags lud uns eine Freundin von Melissas Schwester, die für ein Jahr in Deutschland studierte, zu sich nach Erlangen ein und freitags um 9:55 Uhr startete Melissa wieder zurück zu ihrer Abschlussfeier an ihrer Universität in San Francisco.

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