Christopher Bilk - Schwesterchen Zorn

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Ein Phantom geht um am Rhein.
In Gestalt einer verführerischen Frau raubt es reiche Männer auf brutale Weise aus. Nach der Tat verschwindet es spurlos und macht einem anderen Platz, der ihre Beute im Rekordtempo wieder verprasst.
Eine extravagante Geschichte voller Witz und deftiger Sprache.

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Es war so anrührend!

Und der Auslöser dieses Dramas sitzt dort hinten. Der ist reich, superreich. Dieser Mann ist milliardenschwer! Milliarden! Aber dabei ist er leider auch noch mies und mickerig. Klein. Schmale Schultern. Dünnes Haar. Aufgehübscht durch ein lächerliches, ein wirklich absolut lächerliches Toupet. Der hat sich ein Toupet auf den Kopf gestülpt. Ein Toupet! Nicht zu fassen. Hat der noch nie etwas von der ultramodernen Methode der Kunsthaarverpflanzung gehört? Das sind Haare, die nie wieder ausfallen. Haare, die absolut wetterfest und unvergänglich sind. Unvergänglich! Selbst wenn man nach hundert Jahren aus seinem Familiengrab geholt wird und der Lack schon so ziemlich ab ist, die Haare büscheln dann noch in voller Pracht.

Aber Olof hat ein Toupet auf. Bitris muss sich schütteln. Er mustert den Mann aus schmalen Ganovenaugen. Er bekommt den verheerenden Eindruck, als wäre der Typ auch noch zurückhaltend. Der ist zurückhaltend! Schüchtern! Lächerlich schüchtern! Der ist schüchtern und zurückhaltend. Der hat keine Ahnung, wie man Geld ausgibt, wie man feiert, wie man baggert, säuft, überschäumt. Der Mann ist ein schüchterner, zurückhaltender, hässlicher Langweiler. Der trinkt Möhrensaft!

Ein Fall für Bitris Schwester.

Bitris geht zur Toilette.

Bitris geht in die Herrentoilette. Die mit Marmorfliesen ausgelegte, großzügig bemessene Herrentoilette. Mit Waschbecken aus Dresdner Porzellan. Und Pissrinnen aus Meißner Porzellan. Und Klobrillen aus Teakholz. Und einem Toilettenmann im Smoking, der eine echte Havanna raucht, weil er mit angenehmen Tabakdüften das irritierende Lüftchen eines radikalen Brechdurchfalls übertönen will.

Er heißt Rupert Schottnik, der Toilettenmann, und er spielt in dieser Geschichte überhaupt keine Rolle. Nur, dass er nach einigen Minuten einen Kontrollgang durch sein sanitäres Reich macht und sich sehr darüber wundert, dass der gutaussehende, junge Mann, der eben hereingekommen ist, überhaupt nicht mehr da ist. Alle hochglänzenden Kabinen sind leer. Vollkommen leer! Kopfschüttelnd reinigt er mit einem Hochdruckstrahler einen Toilettenrand von einigen unschönen Spritzern und föhnt danach alles trocken. Merkwürdig aber auch, dass der junge Mann so einfach verschwunden ist.

Bitris sieht sich im Spiegel an. Sie blickt in ihr schmales, glattes Gesicht. Grüne Augen, scharf wie Smaragde. Sie hat kurzes, schwarzes Haar, wie ihr Bruder, aber es liegt matt glänzend an ihrem Kopf. Dünne Ringe hängen an ihren Ohrläppchen, der Mund ist voll und satt rot. Sie öffnet drei Knöpfe an ihrem Cocktailkleid, um ihre nette Oberweite ein wenig besser zur Geltung zu bringen. Kleine, mickrige Geldsäcke stehen immer auf twistende Brüste. Darum trägt Bitris nie einen BH. Sie lässt es lieber schaukeln, wenn sie eine Sache schaukeln will.

Sie tritt aus der Damentoilette. Geht achtlos vorbei an der mit Scheinen vollgestopften, offenen Sammelbüchse der Toilettenfrau, deren Saphirringe im sanften, indirekten Licht der Klobeleuchtung schimmern. Sie ignoriert den wütenden Hinweis der Frau auf die Toilettennutzungs-Gebührenverordnung. Paragraph fünfzehn. Auch wenn man nicht zur Tür hereingekommen ist, sondern sich einfach materialisiert hat, ist man zur Abgabe von hundert Euro pro Milliliter verpflichtet. Und die Nutzung des aus dem Buckingham-Palace stammenden Spiegels kostet zwei Hunderter. Das ist Gesetz bei Armand d’Or. Gesetz!

Bitris hört nicht einmal hin. Sie bezahlt niemals etwas. Bitris bezahlt nie! Niemals!

Der Raum umfängt sie, strahlt in sie hinein. Die Sonne. La Soleil. Das Licht fällt auf den Schatten. Bitris wirft forschend ihren Kopf herum. Sie sucht. Und hundert Männer lächeln sie an. Erwartungsvoll. Geblendet. Sauber geputzte Zähne. Verzückt. Aber sie sieht keinen von ihnen. Nicht einen einzigen. Die Männer stehen alle im Dunkeln. Sie stehen dort, wo Bitris nicht hinsieht. Dort, wo sie niemals hinsieht.

Nur einer ist im Lichte. Die Strahler weisen wie anklagende Finger auf seine schmalen Schultern unter der teuren, neuen Smokingjacke. Sieh her, Bitris, dort sitzt er! Du kannst ihn haben, Bitris. Mit Haut und Haaren.

Die Eleganzstrahler an den Decken leuchten durch sie hindurch. Lichterbündel, die auf kein Hindernis treffen und doch einen Schatten werfen. Dort an der Wand, hinter Bitris, da schleicht sich ein schwarzer Panther über die Edelholzpaneele, halbgeduckt mit aufgestellten Ohren. Ein Raubtier, das seine Beute wittert. Ein Raubtier vor dem Sprung. Aber schlagartig erlischt das merkwürdige Schattenspiel. Das bunte Licht fließt an ihrem Körper herunter, tropft auf den Boden, versinkt darin. Bitris setzt sich in Bewegung. Schnell, gewandt, geschmeidig. Direkt auf ihre Beute zu.

Die wartet schon auf sie. Olof, das Opfer.

Der runde Vogelruf

”Äh, warum sitzt ein solcher Engel so allein an meiner Seite, ohne dass ich ihn bemerke?” fragt Olof, nachdem Bitris eine halbe Ewigkeit neben ihm herumgesessen hat. Mindestens sieben Minuten! Sieben verdammte lange Minuten hat der Kerl sie warten lassen, bevor er sie anspricht! Sieben! Das sind vierhundertzwanzig Sekunden. Vierhundertzwanzig! Für eine Sache, die im Bruchteil von einer Sekunde entschieden werden kann. Entschieden werden muss!

”Darf ich ihnen vielleicht einen Drink anbieten?” fügt er pflichtbewusst hinzu, denn Bitris Hände sind leer. Ihre Lippen aber, die vollen roten, saftig roten, prallen, halbgeöffneten prallen roten Lippen, die sind trocken. Trocken! Staubtrocken! Ja, beinahe schon spröde!

Freilich kennt Olof aus dem deutschen Milliardärsblatt die gesellschaftlichen Umgangsformen, denen man als maskulines Exemplar eines Gastes in Armand d’Ors Place des Belles unterworfen ist. Sitzt man unmittelbar neben einer reizenden Person weiblichen Geschlechts, - und diese junge Dame neben ihm, verdammt, die ist weiblichen Geschlechts! – und ist diese reizende Person weiblichen Geschlechts ohne Drink – oh ja, ihre Finger sind leer, diese Finger, die so herrliche Dinge anstellen können, sind leer! - und sitzt diese traumhafte Fee auch noch alleine da, - oh Gott, es ist niemand sonst in der Nähe. Niemand! - und sitzt man selbst auch alleine da, dann muss, … muss! … man diese Person ohne die geringste Verzögerung sofort und auf der Stelle in Windeseile im selben Augenblick ansprechen und sie zu einem Drink ihrer Wahl einladen.

Jedwedes abweichende Handeln gilt als mangelnde Achtung vor dem weiblichen Geschlecht und vor Armand d’Ors Hausordnung, denn die basiert auf der Originalausgabe von Knigges ‚Über den Umgang mit Menschen‘ aus dem Jahre 1801. Aber wenn man Pech hat, so richtig übel viel Pech hat, dann kann das abweichende Verhalten von übelmeinenden Zeitgenossen sogar als Geiz … Geiz! … ausgelegt werden! Als Geiz! Wer aber einer derartigen Eigenschaft überführt wird, wer sich anmaßt, bei Armand d’Or aus Sparsamkeit ein Getränk zu verschmähen, und das nur deshalb, weil es ein wenig teurer ist als ein Mittelklasseauto, wer solch ein unsägliches Verhalten an den Tag legt, der darf im harmlosesten Falle mit übler Nachrede und ätzender Ironie rechnen. Im schlimmsten Fall wird er, wie der unglückliche Hugo Baldaus vor einem Jahr, auf der Stelle geteert und gefedert, auf eine Leiter gebunden und hinab in die Wohnsiedlung geworfen, wo er hingehört.

Und dabei ist Hugo Baldaus auch noch total unschuldig an der Situation gewesen. Unschuldig! Baldaus war an jenem verhängnisvollen Tage gar nicht in der Lage, sofortige Flirtbereitschaft an den Tag zu legen. Er war schlicht unfähig, seine Tischnachbarin sekundenschnell einzuladen! Weil er nämlich ganz einfach extrem indisponiert war. Speiübel war ihm. Von einem Virus oder von einem Drink oder von was auch immer. Würgspuckröchelrotzübel! Und deshalb hat er eben mal nicht bemerkt, dass Lululita getränkelos aber durstig unmittelbar neben ihm gesessen hat an jenem Abend im Juni des letzten Jahres. Weil ihm so verdammt übel gewesen ist, war er eben einmal nicht aufmerksam genug. Das muss man doch verstehen! Da muss man doch mal Abstriche machen. Verständnis haben! Verständnis! Nö. Lululita hat kein Verständnis gehabt. Kein bisschen! Keinen Fatz Verständnis für ihn und sein grünes Kotzgesicht. Die hat sofort empört gekreischt. Empört! Gekreischt! Und sie hat ihn geohrfeigt. Geohrfeigt. Schallend! Und geschimpft und gezetert hat sie. Kein Verständnis. Dieser Mann weigert sich, mir einen Drink zu spendieren. Er ist geizig! Geizig! Unmöglich, dass dieser Mann länger Gast bei Armand d’Or ist! Unmöglich! Da half es ihm auch nicht, dass er Lululita gleich eine Milliarde Euro überwiesen hat. Er war enttarnt. Als Geizhals. Ab in den Teertopf. Zack, runter in die Siedlung. Tschüss Hugo.

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