Christopher Bilk - Schwesterchen Zorn
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In Gestalt einer verführerischen Frau raubt es reiche Männer auf brutale Weise aus. Nach der Tat verschwindet es spurlos und macht einem anderen Platz, der ihre Beute im Rekordtempo wieder verprasst.
Eine extravagante Geschichte voller Witz und deftiger Sprache.
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Denn einer merkwürdigen Laune seiner Mutter folgend, hat sein Drillingsbruder nicht nur denselben Familiennamen wie er bekommen. Nein, er hat auch denselben Vornamen! Der Typ oben in dem von Spinnenweben überzogenen Sessel hat denselben Vornamen wie er selber. Bitris. Zorn. Bitris Zorn. Zorn! Als wären sie beide nur eine einzige Person. Nur eine! Nicht zwei von Grund auf verschiedene Personen. Eine nur. Aber das ist falsch! Vollkommen falsch. Er ist nicht Bitris! Er ist Bitris! Das ist ein ganz anderer, ein komplett anderer Mensch. Komplett!
Da gibt es ihn, den coolen Bringer, den Klassetyp. Bitris eben. Und da gibts auch noch den anderen. Seinen Bruder. Auch Bitris. Aber Versager-Bitris. Schlurf XL-Bitris. Pisspott-Bitris.
Diese fatale Namensgleichheit ist der einzige verdammte Grund, warum der Schlurf auf ihn zugelassen ist. Aus diesem einen Grunde ist der Schlurf XL auf seinen Namen zugelassen. Auf seinen! Namen!
Er spürt einen hypovolämischen Schock in sich aufsteigen. Eine multiple Allergie gegen Schlurf-Mobile. Völlige Blutgerinnung in den Adern. Lähmungen. Kotzattacken. Er muss fort von hier. Fort.
Bitris geht zu Fuß. Natürlich zu Fuß. Was sonst bleibt ihm anderes übrig? Selbst mit nur einem Bein würde er nicht in den Schlurf steigen. Niemals. Allerdings würde er mit nur einem Bein auch nicht in den Sommer hinausziehen. Denn als Behinderter wäre er genauso erledigt wie als Fahrer eines Schlurf XL. Die Gesellschaft, in der er verkehrt, kennt kein Mitleid mit denen, die nicht das Privileg haben, privilegiert zu sein.
Er pfeift. Kein Regen, milde, warme Luft, ein Duft von Blüten und Leben schwängert die beginnende, aufblühende Nacht. Grillen begrüßen den Neuankömmling, Rosen wachsen aus Hecken, versprühen gold-rote Fontänen, der Asphalt unter seinen Sohlen klingt nach Musik. Über ihm die Bäume, schattenschwer, von Lichtstrahlen durchbrochen, schwirrend, rauschend, ein selbst im Dunkeln leuchtendes, alles bedeckendes Grün. Die Sterne knistern wie Pergament am Himmel. Es sind Sommersterne. Sie verkörpern einen warmen Lebenshauch aus dem Leib der Sonne. Vorbei die Zeit, da kalte Eiskugeln am Nachthimmel hingen. Vorbei die Zeit, da gefrorene Kristalle aus brettharter Winterschwärze herabstrahlten. Kristalle, die wie tödlicher Stahl auf dem Nacken lasteten. Auf Bitris Nacken.
Er geht zügig an allem vorüber, ohne sich umzusehen, ohne sich für irgendetwas oder irgendjemanden zu interessieren. Denn nichts lässt ihn schneller erbrechen, als der Anblick seiner Siedlung. Nichts ödet ihn so sehr an, wie seine Gegend, wo er seit Jahren wohnt. Nein, wo er haust! Wo er hausen muss, weil sein im Sessel sitzendes Alter Ego nichts Wesentliches zustande bringt. Weil er kein Geld verdient, sich mit ein paar Tausendern im Monat abspeisen lässt. Mit ein paar Tausendern! Im Monat! Dieses armselige Gehalt reicht nur zum Fernsehglotzen in einer Mietwohnung und zu einem Schlurf vor der Tür. Bitter ist das. So verdammt bitter, dass ihm die Magensäure hochkommt. Und was ist sein Bruder? Was ist sein Bruder Bitris? Er ist zufrieden! Er ist mit seinem Gehalt und seinem Leben zufrieden. Zufrieden! Ja wie armselig muss denn ein Mensch sein, wenn er mit sowas zufrieden ist? Das kann doch nur einer sein, der im Winter lebt. Im Winter!
Sein Bruder ist der Winter.
Deswegen muss er, Bitris Zorn, in diesem dreckigen Viertel vor sich hin vegetieren, in dem er allerdings eigentlich gar nicht wohnt, weil sein Bruder hier wohnt und er selber hingegen nur im Sommer da ist, aber natürlich sofort immer weggeht, sobald es Sommer wird. Denn niemals könnte er in dem Viertel überleben, in dem sein Bruder wohnt. Dieses Viertel ließe ihn binnen Tagen an der grauen Fäulnis dahinsiechen. In diesem Viertel stürbe er den schwarzen Tod, wenn er länger als ein paar Stunden bliebe. Es ist ein Karo-Einfach-Mittelklasse-Viertel. Bestehend aus altersschwachen Mietshäusern, gerade erst renoviert, aber schon wieder vom Einsturz bedroht. Eine Arbeitersiedlung aus grauem und rotem Stein, auf einer Industriemülldeponie errichtet. Einfamilienhäuschen aus dem Fertigbaukatalog! Keine einzige Villa steht hier! Keine einzige. Kein Pool, kein Park, kein Lamborghini. Nur ödes, zufriedenes Mittelmaß. Eine Zumutung. Eine Zumutung!
Aber selbst hier ist Leben. Selbst hier in der Ödnis der Kreiswohnbauwüste. Selbst hier, wo eine Bruchbude wie die andere aussieht. Wo ein Vorgarten dem anderen gleicht, wie ein Scheißhaufen dem nächsten. Jawohl, Vorgärten. Vorgärten! Mit frischer Petersilie und Gartenzwergen vollgestopfte Erdteile, wo fettleibige Muttchen Kartoffeln ziehen und weißhäutige Dummköpfe in Jogginghosen mit einem Wasserschlauch ihre Mittelklasseautos penetrieren. Aber selbst hier drängt der Sommer ungestüm den Mief von vollgepissten Unterhosen und schweißigen Wollsocken fort, selbst hier lacht das verblasste, in allen Winkeln und Ritzen versteckte Licht über die trostlose Eintönigkeit des Winters. Selbst hier quillt die Wärme aus schwarz starrenden Kellerlöchern und staubigen Fensterhöhlen, um den Sonnenwanderer zu umschmeicheln.
Die Straße biegt sich, gesäumt von Alleebäumen, in einer grazilen Kurve gen Himmel. Er folgt ihr leichten Schrittes, von Nachtlichtern übergossen, die alle Düsternis mit silbrigen Händen verdecken. Er kann die Helligkeit greifen, spürt sie auf den Lippen, der Zunge, in jeder Zelle seiner Haut. Das ist der Sommer. Er bläst ihm Sonnenwinde entgegen, lässt Lichtpartikel um ihn herum tanzen, wandelt die Nacht zu einer hell durchfluteten Arena des Lebens.
Das ist der Sommer, der aus Trägheit Tatendrang macht, der Leiber herumweht im glühend heißen Wirbel. Leiber, die suchen, die erleben wollen, die kurzzeitig aneinander hängen bleiben, sich aussaugen, berühren, sich gegeneinander befriedigen. Der lebendige Sommer, der die Hitze ausgehungerter Körper verschmelzt, sie miteinander rasen macht, Lust und Geilheit durch alle Poren strömen lässt.
Das ist der Sommer, auf den Bitris gewartet hat. Einen ganzen Winter lang. Gewartet. Gewartet.
Erste brachiale Vergnügungen
Ein Wagen kommt die Straße heraufgefahren, kraftvoll dröhnend, mit blitzenden Lampen an den Seiten, die abwechselnd aufleuchtend wie ein Band von Diamantaugen an der eleganten Karosse entlang eilen. Der Motor droht brüllend den sommernachthungrigen Passanten, besser nicht vor seinen totbringenden Hörnern die Straße zu betreten. Er schiebt wie eine schwere Keule einen martialisch grinsenden Kühler vor sich her. Aus den diskothektauglichen Musikboxen brandet ein heftig krachendes Stakkato von Rhythmen über Bitris hinweg, das seine Glieder sofort in schwingende Bewegungen versetzt. Musik. Sommermusik. Tschack Bumm. Bumm Tschack. Irgendwas Englisches. Harter Sound. Dringt direkt durch die Schädeldecke in die Nervenbahnen. Lähmt. Pulsiert. Zerreißt die innere Stille, zerschmettert sie wie einen gläsernen Sarg, Tausende von Splittern. Millionen Splitter. Ein Glasregen sprengt durch sein Gehirn, eine alles zerschneidende, pulverisierte Wolke aus messerscharfen Tropfen. Und sie klingt. Summt, singt, hämmert bis ins Herz. Sie schwingt in allen Tonlagen gleichzeitig, donnert blitzeschleudernd durch die Nacht, klingt wie das Läuten von Leuthen. Sommermusik.
Bitris bleibt am Straßenrand stehen, denn er weiß, dass dieser Wagen seiner alten Bekannten Hydra Hapsionidis gehört, die immer, wenn der Sommer beginnt, diesen Weg heraufgefahren kommt. Laut, aggressiv, voller Lebenslust. Voller Hohn ihre Abgase hinter sich lassend. Schwarze, stinkende Wolken. Kilometer entfernt von jeglichem Umweltschutz. Kilometer! Die tankt in Nitroglyzerin aufgelöste, geteerte Kohle.
”Wo solls hingehen, Fremder?” ruft Hydra, die mit blaugefärbtem Haar und schwarzen Lippen hinter dem Steuer sitzt. Sie trägt ein aus Spinnenweben gefertigtes Kleid, das durchsichtiger ist, als wenn sie nichts anhätte, und an ihren Füßen ragen ein Meter fünfzig lange Absätze aus ihren Latexlacklederseidenstiefeln. Ihr Arm, mit dem sie ihm gewinkt hat, fällt kraftlos herunter, gezogen von dem immensen Gewicht der siebzehn Armbändern und der sechs Ringe, die sie an jedem Finger trägt. Saphire. Diamanten. Perlen. Smaragde. Rubine. Are. The. Girls. Best. Friends.
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