Christopher Bilk - Schwesterchen Zorn
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In Gestalt einer verführerischen Frau raubt es reiche Männer auf brutale Weise aus. Nach der Tat verschwindet es spurlos und macht einem anderen Platz, der ihre Beute im Rekordtempo wieder verprasst.
Eine extravagante Geschichte voller Witz und deftiger Sprache.
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Bitris Schuldendeckel über mittlerweile fünfzehntausend Euro liegt hinter dem massiven Tresen für ‚Shorts-and-Expensives’, der aus geschützten Holzsorten erstellt und mit Wandgemälden geschmückt ist, die man aus der Decke der Sixtinischen Kapelle gefräst hat. Armand d’Or winkt ihm bisweilen mit dem Deckel zu, der aus gelb schimmerndem Blattgold besteht. Nicht, dass Armand d’Or wegen fünfzehntausend nervös werden würde, aber er weiß, dass Bitris ein notorischer Zechpreller ist. Armand grinst denn auch, denn Zeche prellen gilt als chic verrucht, sofern man freilich bei nächster Gelegenheit den Schaden doppelt wieder gutmacht.
Aber Bitris ist nicht nur ein Zechpreller, sondern auch ein charmanter Plauderer und gnadenlos gut im Bett. Er ist begehrt bei den Damen, denn er fackelt nicht lange.
Drei sind ihm bereits ins Auge gesprungen, drei außer Hydra, die immer ihr Recht einfordert, weil sie ihn jeden Tag irgendwohin fährt. Die eine kennt er bereits vom letzten Jahr. Madalena, sie ist jung und überaus feurig. Schön wie die personifizierte Sünde. Sie ist die personifizierte Sünde. Sie nippt scheinbar gelangweilt an einem Spezialdrink, den Armand d’Or nach einem extraterrestrischen Rezept zusammenmixt. Oh-mein-Gott-Madalena trägt den Rock so superkurz, dass der Schlüpfer aus Yvonne San Salles diesjähriger Frühjahrskollektion unten herausschaut, und dazu grüne Strümpfe, die oben bei den Oberschenkeln aufhören, gleich unter dem Rocksaum. Was für ein epischer Anblick. Er lässt einige der Herren in die Knie sinken und Schaum aus ihren Mündern treten. Einer von ihnen, ein fettleibiger Geschäftsmann aus dem hohen Norden, rutscht zu ihren hübschen Füßen herum und pflastert ihren Weg, wohin er sie auch führt, mit Hundert-Euro-Scheinen, wie mit einem roten Teppich. Dafür darf er ihr unter den Rock sehen, was aber okay ist, da die Gäste des Place des Belles nicht etwa Spanner sind, sondern exzentrisch sowie ein wenig kultiviert voyeuristisch.
Der taugt nicht als Zielperson für Bitris Schwester, denn er ist Madalena restlos verfallen. Bitris sucht für seine Schwester nur Leute heraus, denen sie ohne Risiko und in null Komma nichts das Geld abnehmen und dann abhauen kann. Das tut sie jeden Sommer für Bitris, denn der benötigt für die kurze Zeit der Wärme eine sechsstellige Summe. Pro Monat.
Doch zunächst fließt wie goldperlender Honig die rauchige Stimme von Madalena in seine Ohren.
”Hallo, Fremder. Hast du etwas Anfeuerndes zum Einwerfen dabei?” fragt sie mit dem unvergleichlichen Timbre, das ihrer Stimme den Klang einer Engelsarie verleiht. Sie ist perfekt. Einfach perfekt.
”Noch nicht. Im Moment habe ich nur etwas zum Einschieben dabei”, gibt Bitris freimütig zurück, mit einem beseelten Blick in ihre tiefen, blauen Augen. ”Und zwar achtundzwanzig endlose Zentimeter Doktor Knut Sebastian Maria Lucien Á-La-Longue-Qualität. Mit Stand-Ever-Automatik.”
”Geil, Süßer. Dann besorge doch noch was zum Einwerfen”, sie streichelt ihrem fettleibigen Verehrer das kahle Haupt wie einem Hund. Er hechelte auch so und, siehe da, wedelt sogar mit dem Schwänzchen.
Madalena ist süchtig nach allem, was sich in irgendeiner Weise auf das Gehirn auswirkt. Alkohol, Nikotin, Rauschgifte, Auf- und Abputschmittel, Medikamente, Musik, Eigenblut, Knödel, Hunger und Völlerei, Schlafen, Vögeln, Fliegenpilze, Pferdemilch und Ziegenwolle. Sie schluckt, injiziert, frisst oder führt ein. Oral, vaginal und rektal versorgt sie ihren Körper mit jedem vorhandenen Gift, sieht aus wie eine zwanzigjährige Jungfrau, obwohl knapp über dreißig und dreieinhalb mal geschieden, ist schön und faltenlos geliftet, klassisch gestylt, extrem aufgefrischt durch permanente Eigenzellenkuren, geschlämmte Schlackebäder und Ganzkörperabreibungen. Dabei ist sie auch noch geistreich und wortgewandt, hat studiert und promoviert, will alles, kann alles, ist alles. Ständig auf dem Funken, zu allem bereit, neugierig auf alles. Sie ist perfekt.
Aber ohne Pillen läuft bei ihr nichts.
”Fuck you later”, ruft Bitris ihr zu.
Pillen gibt es nirgends auf Pump. Er braucht Geld. Geld, Geld, Geld. Scheine, Euro, Knete, Zaster, Asche. Es muss knistern in der Tasche, er braucht Bündel von Banknoten, Unmengen an liquiden Mitteln, muss einfach Pappe auf der Hand haben. Ohne Geld läuft nichts! Nicht mal der Urin. Die Toilettennutzung bei Armand kostet hundert Euro! Pro Milliliter. Nein, ohne ein paar Scheine auf der Tasche, und es dürfen ruhig Tausenderscheine sein, ohne ein paar Scheine läuft gar nichts.
Und eines weiß Bitris natürlich sehr genau: Diese Scheine müssen in seine Taschen wandern, ohne dass er jemanden anschnorrt. Denn es ist natürlich ein vollkommen absurder Gedanke, sich von anderen Geld zu leihen. Einen der Gäste um Geld zu bitten, das wäre glatt wie eine Kugel in den Kopf. Jemanden anzupumpen, das ist eine Blasphemie ohnegleichen! Es ist eine der sieben Todsünden. Nein, es ist alle sieben Totsünden gleichzeitig. Schnorren? Leihen? Bitten? Das ist ein kapitaler Selbstmordversuch, der totsicher gelingt. Totsicher!
Das Wort ‘Pleite’ gibt es bei Armand d’Or nicht! Allein es zu erwähnen ist degoutant. Wer kein Geld hat, der bleibt am besten daheim oder unten in der Wohnsiedlung, in die man als soziales Engagement von oben ab und zu einen Vier-Euro-Schein hinabflattern lässt. Allein die Frage nach Geld lässt einen in der Hierarchie der Gesellschaft ins Bodenlose abstürzen. Ins Bodenlose! Geld ist kein Thema. Es ist Voraussetzung!
Wer solchen Stuss ablässt und die anderen damit anödet, der kann sich gleich einen soliden Strick um den Hals legen. Man ist erledigt, völlig ausgelutscht, unter der Grasnarbe. Man kann sich zu den Gaffern vor dem Zaun gesellen, kann sich vielleicht bei Armand d’Or als Sänftenträger bewerben oder als Kippensammler. Der Sommer wäre vorbei, der Frühling wäre vorbei, der Herbst wäre vorbei. Aus, Schluss. Wer erledigt ist, der ist erledigt.
Es gibt kein Comeback. Die Tür wird zugeschlagen. Für immer. Für immer!
Aber Bitris braucht niemanden anzupumpen. Er hat ein geschultes Auge für dicke Brieftaschen. Bitris kennt jeden einzelnen, der sich bei Armand vergnügt, aus Funk, Fernsehen, Zeitung, Plauderei. Bitris weiß, bei wem er etwas holen kann. Nein, nicht ‚Er‘. Er weiß, bei wem sie etwas holen kann. Seine Schwester. Seine tüchtige, kleine Drillingsschwester. Er weiß immer sofort, bei wem seine Schwester das dicke Geld abzocken kann. Denn seine Schwester sitzt nicht wie eine ausgeschiedene Fremdsubstanz erledigt in einem zerfledderten Fernsehsessel. Nein, seine Schwester schwebt wie er durch die Nacht. Sie ist da, wenn er sie braucht. Sie ist da für ihn. Sie ist ein Teil von ihm. Seine kleine Drillingsschwester ist wie der Teil von ihm, der er nicht ist. Sie ergänzen sich absolut. Sie sind zusammen nicht zu zweit, sondern eins. So steht er mit seiner Drillingsschwester. So und nicht anders. Und … ja … seine Schwester heißt auch Bitris.
Er blickt also im Raum umher. Gelangweilt. Überheblich. Taxierend. Forschend.
Er sieht ihn im selben Moment.
Klein, mickrig. Dicke Brille. Olof Dagobert-Ducktus. Gerade erst zu Geld gekommen. Vorletztes Jahr beim Börsenboom. Er hat sein Unternehmen hochgebracht. Gute Geschäfte und gefälschte Bilanzen. Sein Firmenkonglomerat ist an der Börse um fünftausend Prozent an Wert gewachsen, weil er Anlegern Wertpapiere für überteuerte Immobilien angedreht hat. Kurz vor dem Platzen der Blase hat er den ganzen Laden verkauft. Genial, durchtrieben. Ein Profibetrüger. Ein von allen bewunderter Drecksack, der dafür gesorgt hat, dass elf Stammgäste von Armand d’Or hier keinen Zutritt mehr haben. Weil sie bankrott sind. Bankrott! Einer hat sich dem Rauswurf aus dem Place des Belles nur dadurch entzogen, dass er sich von der Terrasse hinunter in die Wohnsiedlung gestürzt hat. Gut so. Was will ein Bankrotteur hier in den heiligen Hallen? Unverschämtheit von dem Typen, überhaupt herzukommen. Der hatte Pfändungsmarken am Arsch. Der war im Arsch. Voll im Arsch. Hat gemerkt, dass die anderen ihn wie einen Pestkranken angestarrt haben. War schließlich in der Zeitung zu lesen gewesen, dass er seinen Laden verloren hat. Und sein Vermögen. Seinen Sportwagen auch. Und seine Frau. Die ist zu ihrer Schwester gezogen. Für den Mann war alles aus. Alles. Also kopfüber runter in die Wohnsiedlung. Achtzig Meter runter. Sein letzter Abstieg. Man hat ihm ein Halleluja und einige Tausender hinterher geworfen. Für die Beerdigung. Armand d’Or hat sein wahres, großes Herz offenbart. Er hat eine Runde auf den Verstorbenen ausgegeben. Eine Runde! Alle sind sie zum letzten Gruß aufgestanden. Alle bis auf den, der nun nicht mehr unter ihnen weilte, weil er unter ihnen lag.
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