Lisa Kohl - Auf den Wolf gekommen

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"Nach zweihundert wolflosen Jahren war er plötzlich wieder da."
Wäre der Wolf der Wildkamera nicht unmittelbar vor die Linse gelaufen, hätte er womöglich einen friedlichen Winter erlebt, unentdeckt und unbehelligt. Und auch die Einwohner Mühlenbachs, die mit der bevorstehenden Bürgermeisterwahl und dem obligatorischen Klatsch und Tratsch ohnehin genug zu tun hatten, wären wolflos glücklich gewesen. Aber das Schicksal hatte – wie so oft – andere Pläne…
Eine diplomatische Wolfsexpertin, ein verträumter Kneipenwirt und ein junger Nachwuchsbürgermeister, der alles lieber möchte als Bürgermeister zu werden, versuchen zwischen dem Wolf und den empörten Mühlenbachern zu vermitteln.
"Ein fabelhaftes Lesevergnügen!"

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Ein dritter Mann, der ganz und gar keine Ähnlichkeit zu den anderen Dorfbewohnern hatte, stand bei ihnen. Er war hochgewachsen, trug ein ausgeblichenes braunes Cordjacket mit einer cremefarbenen Krawatte und reckte seine Nasenspitze leicht in den Himmel, während er den Blick über den Marktplatz schweifen ließ und schließlich an Lina hängen blieb. Sein Alter war schwer zu schätzen, aber über sechzig war er definitiv.

Es belustigte und verwirrte Lina zugleich, so schamlos begafft zu werden. Entschlossen, sich nicht so ohne Weiteres anstarren zu lassen, ging sie auf die drei Gestalten zu, die problemlos als Bösewichte in einer Kindergeschichte hätten auftauchen können. Tatsächlich erinnerten sie ein wenig an Boggis, Bunce und Bean aus Roald Dahls Fantastic Mr. Fox .

Sie hatten eine Bierzeltgarnitur aufgestellt und einen klapprigen Gartenschirm darüber gespannt, direkt neben einem Marktstand, der Heumilchkäse und Zwiebelbrot verkaufte. An dem Biertisch, der aussah, als hätte er den einen oder anderen Winter im Freien verbracht, klebte, für jeden sichtbar, eine vergrößerte Version des Wolfsfotos aus der Wildkamera, das Lina aus der Zeitung kannte. Daneben stapelte sich eine beträchtliche Menge, scheinbar selbstgedruckter Flugblätter mit der Überschrift

ACHTUNG – WOLF IM WINTERSWALD

„Guten Tag“, begrüßte Lina die drei Gestalten freundlich. „Sind die zum Mitnehmen?“

„Ja, natürlich sind sie das“, schnappte die streitbare Dame und reckte ihr Kinn vor. Aus der Nähe betrachtet, sah sie eher aus wie eine Hexe, denn eine Dame.

„Darf ich?“, fragte Lina und zeigte auf die Flugblätter.

Der schlanke Riese mit dem Cordjacket nickte ihr auffordernd zu, verzog aber keine Miene. Sein Gesicht war das gepflegte Allerweltsgesicht eines alten, intelligenten Herren, der eine ganze Generation der Disziplin und emotionaler Kühle vertrat, ohne es überhaupt zu merken.

„Greifen Sie zu, Frau…?“, sagte er und hob fragend die Augenbrauen.

„Nowak“

„Freut mich, Sie kennenzulernen. Mein Name ist Wolfgang Kiebeler. Was treibt Sie in die Gegend, Frau Nowak?“

„Die Arbeit“, antwortete Lina wahrheitsgemäß.

„Ach?“

„Ja, ein…Projekt.“

„Ein Projekt? Interessant.“ Er lächelte und entblößte eine Reihe gerader aber gelblich gefärbter Zähne. „Hat dieses Projekt möglicherweise etwas mit unserem…wie soll ich sagen… Neuzugang zu tun?“ Kiebeler zeigte auf das Wolfsfoto zwischen ihnen. Selbst wenn man wusste, dass die weiß leuchtenden Augen nur durch den Schwarzlichtblitz zustande kamen, sah das Bild furchterregend aus. Kein Wunder, dass Menschen, die vermutlich noch nie in ihrem Leben einem echten Wolf begegnet waren, bei diesem Anblick Angst bekamen.

Trotzdem lächelte Lina. Sie hatte in den letzten Jahren mit so vielen Menschen gesprochen, die sich vor Wölfen fürchteten. Sie kannte die Ängste, die Sorgen und verstand sie auch. Es war ganz und gar nicht ihr Anliegen, den Wolf als harmloses Kuscheltier zu verkaufen, schließlich war er ein Raubtier und durchaus nicht zu unterschätzen. Wenn ihr etwas gegen den Strich ging, dann war es die Glorifizierung des Wolfes, wie sie von manchen Spinnern betrieben wurde, ebenso wie die Verteufelung. Maß und Mitte – das war die Devise.

Das Flugblatt vor ihr kannte weder Maß noch Mitte. Lina hatte es nur rasch überflogen und versuchte, ihr Entsetzen nicht zu offensichtlich zu zeigen. Entsetzen, nicht nur wegen der unverschleierten Hetze gegen den Wolf, sondern vor allem wegen der geradeheraus erlogenen Aussagen.

Schützen Sie Ihre Lieben! Gehen Sie nicht mehr mit Ihrem Hund in den Winterswald, joggen Sie dort nicht und fahren Sie kein Rad, der Jagdinstinkt des Wolfes wird dadurch angeregt! Lassen Sie Ihre Kinder nach der Dämmerung nicht mehr aus dem Haus! Vor allem Kleinkinder werden von Wölfen als Beute angesehen! Tragen Sie jederzeit Pfefferspray oder einen dicken Stock bei sich, wenn Sie im Wald unterwegs sind, damit Sie sich verteidigen können!

Am liebsten hätte Lina das Flugblatt in kleine Stücke zerrissen und die hundert Kopien entsorgt, bevor die drei Gestalten sie verteilen und die Mühlenbacher dies für korrekte Informationen halten konnten. Sie kannte das, unqualifizierte Aussagen und unzutreffende Gerüchte, die sich viel schneller verbreiteten als die Wahrheit.

„Darf ich Sie fragen, aus welcher Quelle Ihre Informationen stammen?“, fragte Lina höflich.

„Das habe ich alles aus dem Internet!“, antwortete der dicke Mann stolz.

„Das wundert mich nicht.“ Lina schaffte es nicht, die Bitterkeit in ihrer Stimme in Gänze zu unterdrücken.

„Irgendjemand muss doch etwas tun, bevor noch ein Unglück geschieht“, ereiferte sich Gerda. „Herr Waltherscheid hat nichts unternommen. Seit einer Woche schon leben wir in Angst und er hat nichts unternommen! Keinen Piep hat er von sich gegeben.“

„Ach, der ist doch schon mit einem Bein auf Malle!“, spottete der dicke Mann.

Es wunderte Lina nicht unbedingt, dass Hermann Waltherscheid sich nicht an seine Bürger gewandt hatte. Was sie viel mehr wunderte, war, dass man es überhaupt von ihm erwartete. Das Verhältnis von Bürgermeister zu Bürger war, an den letzten beiden Orten, an denen sie tätig gewesen war, nicht besonders innig gewesen. Zwar auch nicht feindselig, aber viel mehr als ein lauwarmes Interesse und das ein oder andere Schulterzucken hatten die Bürger für die Taten oder Worte ihres Bürgermeisters nicht übriggehabt. Vielleicht hatte Lina Hermann Waltherscheid doch unterschätzt, Gerda jedenfalls, klang, als sei sie tief verletzt davon, dass ihr Bürgermeister ihr nicht mitgeteilt hatte, wie sie sich in der neuen, ungewohnten Situation verhalten sollte.

„Sie sollten sich nicht zu sehr fürchten, wissen Sie“, sagte Lina mit einem freundlichen Lächeln, faltete das Flugblatt zusammen und steckte es in ihre Manteltasche. „Wenn ich ein Wolf wäre, würde ich mir lieber ein fettes Häschen schmecken lassen als einen von Ihnen.“

Ohne Punkt und ohne Komma

Daniel hatte, nach dem Gespräch mit Frau Doktor Nowak, versucht, seinen Vater davon zu überzeugen, noch einmal in Ruhe über die ganze Sache nachzudenken – ohne Erfolg. Hermann hörte ihm gar nicht richtig zu, sondern beschwerte sich in einer Tour.

„Das ist ja wohl die Höhe, wie die sich aufgeführt hat, als wüsste sie wasweißichwas mehr als ich“

„Tut sie ja auch, Papa.“

„Was für eine arrogante Schnepfe. Absolute Zeitverschwendung, diese Sache. Jetzt stehen wir genau da, wo wir vorher auch waren. Was machen wir denn jetzt?“

„Ich finde, wir sollten…“

„Es ist ja nicht so, als hätte ich nicht schon überall angerufen! Überall! Unzumutbar ist das. Man wird einfach allein gelassen mit so einem Problem“

„Papa, wenn wir…“

„Nein, Daniel, weißt du was…morgen rufen wir nochmal beim Umweltministerium an und diesmal lasse ich mich nicht abwimmeln. Diesmal nicht! Die werden schon noch rausrücken mit der Sprache! Das ist eine Lektion, die du dir hinter die Ohren schreiben solltest: Manchmal muss man penetrant sein, um zu bekommen, was man will. He,…wohin gehst du?“

„Ich muss noch wohin“, sagte Daniel, ohne sich umzudrehen, und verließ das Büro. Sollte sein Vater doch Esther zutexten und sein drittes Stück Torte allein aufessen.

Daniel hatte Kopfschmerzen. Alles an diesem unsäglichen Ort, am Mühlenbacher Rathaus, bereitete ihm Kopfschmerzen. Die sterilen, mit Plastik ausgekleideten Schlauchgänge, die trockene Heizungsluft, die jetzt im Winter besonders schlimm war und seinen Rachen austrocknete, die grauen Wände und die immer präsente Perspektivlosigkeit seiner Zukunft: eine bloße Repetition der Lebensgeschichte seines Vaters. Es hatte eine Zeit gegeben, da hatte er nichts lieber gewollt als das. Mit neunzehn, zwanzig war ihm nichts erstrebenswerter vorgekommen, als eines Tages Bürgermeister von Mühlenbach zu werden, heute fragte er sich, ob er nicht, aufgrund des Mangels eigener Ideen, nach der ersten Hand gegriffen hatte, die sich ihm entgegengestreckt hatte. Sein Vater hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich über Daniels Entscheidung freute. Sicher hätte er auch andere Karrierewege akzeptiert, ein Jurastudium vielleicht oder irgendetwas Wirtschaftliches. Medizin sicher nicht, Hermann Waltherscheid hasste Ärzte jeder Fachrichtung, aber Daniel hätte ein Medizinstudium wahrscheinlich sowieso nicht gepackt. Er fragte sich, ob er überhaupt irgendein Studium gepackt hätte, sein Abitur hatte er ehrlicherweise nur wegen Hannah bestanden und das auch nur mit Ach und Krach. Er war nicht blöd – hoffte er jedenfalls – aber er war ein Typ, der, bewusst oder unbewusst, immer den Weg des geringsten Widerstandes wählte. Eine Disposition, die ihn, wie er mittlerweile befürchtete, ins sichere Unglück stürzen würde.

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