Lisa Kohl - Auf den Wolf gekommen

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Auf den Wolf gekommen: краткое содержание, описание и аннотация

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"Nach zweihundert wolflosen Jahren war er plötzlich wieder da."
Wäre der Wolf der Wildkamera nicht unmittelbar vor die Linse gelaufen, hätte er womöglich einen friedlichen Winter erlebt, unentdeckt und unbehelligt. Und auch die Einwohner Mühlenbachs, die mit der bevorstehenden Bürgermeisterwahl und dem obligatorischen Klatsch und Tratsch ohnehin genug zu tun hatten, wären wolflos glücklich gewesen. Aber das Schicksal hatte – wie so oft – andere Pläne…
Eine diplomatische Wolfsexpertin, ein verträumter Kneipenwirt und ein junger Nachwuchsbürgermeister, der alles lieber möchte als Bürgermeister zu werden, versuchen zwischen dem Wolf und den empörten Mühlenbachern zu vermitteln.
"Ein fabelhaftes Lesevergnügen!"

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Daniel sah sie an, als könnte er das nicht so recht glauben. „Wenn du meinst.“

„Sollen wir einen Abstecher zu Brandts Hof machen?“, fragte Bast dazwischen. „Dahin, wo das Foto entstanden ist?“

„Oh ja.“

„Muss das sein?“ Daniel sah seinen riesenhaften besten Freund und die kleine, sommersprossige Doktorin nacheinander leidend an. Für seinen Geschmack hatte er den Tag schon genug im Schatten des Wolfes zugebracht, da musste jetzt nicht auch noch eine Begegnung mit dem echten Tier dazukommen.

Lina und Bast willigten ein, den Ausflug zu Brandts Schafweide auf den nächsten Tag zu verschieben und stattdessen Daniel ins Dorf zurückzubegleiten.

„Es ist sowieso schon fast fünf. Die alte Gerda steht wahrscheinlich schon zitternd vor der Tür, wenn wir gleich zurückkommen.“, sagte Bast.

Und genauso war es.

Angel

Robert Engel war ein intelligenter Mann, auch wenn er das erst vor sehr kurzer Zeit selbst entdeckt hatte. Sicher, er war beruflich schon immer recht erfolgreich gewesen, war die Karriereleiter über die Jahre stetig nach oben geklettert und hatte seinem Kontostand beim Wachsen zugeschaut, aber sein Erfolg hatte bisher auf seinem Fleiß und einem Talent zur Adaption beruht, statt auf seiner Intelligenz. Jetzt, dachte er stolz, während er unter der heißen Dusche stand und Angel von Massive Attack in einer lähmenden Lautstärke von den gekachelten Badezimmerwänden widerhallte, war es seine brillante Rhetorik und sein scharfer Verstand, die ihm in genau drei Wochen zu seinem bisher größten Erfolg verhelfen würden. In drei Wochen würde er zu Mühlenbachs Bürgermeister ernannt werden, dessen war er sich so sicher, wie er sicher war, dass die Sonne morgen früh im Osten aufginge. Und diese Ernennung würde die Krone sein, das Tüpfelchen auf dem I, die fein gehackte Petersilie auf dem Soufflé, das sein neues, besseres, selbstbewussteres Leben symbolisierte.

Engel griff nach der Shampooflasche und drehte den Wassertemperaturregler noch ein klein wenig heißer. Dicker Dampf hüllte ihn ein und während er sich die verbliebenen Haare einschäumte, holte er tief Luft und begann mit kräftiger Stimme die Rede zu üben, die er letzte Nacht geschrieben hatte. Bis fünf Uhr morgens hatte er an seinem Schreibtisch gesessen, angetrieben von kräftigem Kaffee und zuckerlosen Haferkeksen, vor seinem inneren Auge immer sich selbst sehend, auf dem Mühlenbacher Markplatz, nur durch die Kraft seiner einzigartigen Stimme jedes einzelne Ohr in Reichweite mit seinen Worten füllend. Genauso übte er die Rede jetzt, brüllte gegen die lakonische Singstimme auf dem CD-Player und den prasselnden Wasserstrahl an. Dass er sich kaum durchsetzen konnte, fachte seinen Enthusiasmus nur noch mehr an, ließ ihn in ungeahnte Höhen klettern, in denen er nicht einmal merkte, dass das brühend heiße Wasser die Haut in seinem Nacken verbrannte.

Ein halbes Jahrhundert lang hatte sein rhetorisches Talent in ihm geschlummert, ohne dass Engel selbst oder irgendjemand in seinem Umfeld von dessen Existenz gewusst, oder es auch nur erahnt hatte. Jetzt brach es sich endlich Bahn und Engel hatte sie alle damit überrascht, angefangen von seinem Chef, über seine Familie, bis hin zu seinen politischen Gegnern. Mit der Schärfe seiner Worte und der Genauigkeit seiner Argumentation war es ihm gelungen in den letzten Monaten Boden gut zu machen, den ihm niemand zugetraut hätte. Letztlich war es sein Verdienst, dass sich die Mühlenbacher hinter vorgehaltener Hand über die bereits abbezahlte Finca auf Mallorca unterhielten, über die Bürgermeister Waltherscheid selbst noch kein einziges Wort verloren hatte. Engel hatte auch die Frage aufgeworfen, wie es denn sein könne, dass keine Kosten und Mühen gescheut wurden, wenn es um das – bei Touristen sehr beliebte – Winterfest in der Ruine ging, der eigene Kindergarten sich im Winter aber mit Gasöfen behelfen musste, weil die Sanierung der Heizungsanlage immer weiter hinausgeschoben wurde. Waltherscheid war es jahrelang gelungen, sich in Mühlenbach als Heilsbringer zu inszenieren, der seine Gaben großzügig verteilte, der jedoch nicht und niemals zu hinterfragen oder gar zu kritisieren war. Die Gemeinde war ganz in seiner Hand und Engel war der erste, der sich traute, den Stuhl anzusägen, auf dem der selbst ernannte König saß, der an der goldschimmernden Oberfläche zu kratzen wagte und die Schwärze, die sich darunter verbarg, freilegte. Hätte Engel schon früher in seinem Leben gewusst, welche Macht einem Mann zuteilwerden konnte, wenn er nur die richtigen Worte an den passenden Stellen sagte, wäre sein Leben definitiv anders verlaufen. Ganz anders.

Das diffuse Gefühl, nicht zu genügen, hatte ihn zu lange begleitet. Unterbewusst hatte er immer daran geglaubt, dass sie alle, die ganzen Gegenspieler seines Lebens: Lehrer, Chefs, Familienmitglieder, Freunde, Bekannte, Kunden, hinter seinem Rücken über ihn lachten. Sich über ihn und seine Unzulänglichkeiten lustig machten – dieses Gefühl, das wusste er jetzt, hatte ihn gehemmt. Ihn zurückgehalten, sein wahres Potenzial auszuschöpfen. Jetzt lachte keiner mehr über Robert Engel. Jetzt staunten sie nur noch über seine Wortgewalt, seine Macht. Aber er hatte fünfzig werden müssen, um das zu erkennen. Fünfzig lange Jahre in der Haut eines typischen kleinen Mannes, der in Demut vor der weiten Welt und ihren komplizierten Prozessen und Dynamiken erstarrt lebte. In seinen Möglichkeiten beschränkt. Weil er geglaubt hatte, es gäbe zu viele Dinge, die er nicht verstand, hatte er sich herumschubsen lassen, von den vermeintlich Großen, von Männern wie Hermann Waltherscheid. Mittlerweile hatte er erkannt, dass Waltherscheid nicht mehr von der Welt begriff als Engel selbst auch. Der Bürgermeister war schlichtweg privilegierter aufgewachsen und dreister als die meisten anderen. Jetzt war es an Engel, dreist nach dem zu greifen, was ihm nie gehört hatte, aber ohne Zweifel zustand: Macht und Einfluss. Größe. Respekt.

Seine Schwestern verstanden seine Ambitionen nicht. Arrogant sei er geworden, anders als früher, aber Engel sah nicht, was falsch daran sein sollte, sich für gut zu halten. Sogar für besser! Wenn man sich selbst nicht großartig fand, warum sollten es dann andere tun?

Heike, seine jüngste Schwester, hatte ihn gefragt, warum er denn unbedingt Bürgermeister werden wolle. Sie selbst war mit Anfang zwanzig aus Mühlenbach weggezogen, fort aus dem Kaff, wie sie es nannte und lebte mit Mann und Sohn in der Nähe von Krefeld, weit genug weg, um sich nicht mehr für ihre Heimatstadt zu interessieren. Auf ihre Frage hatte Engel ihr mit der Wahrheit geantwortet. Jedenfalls mit der halben Wahrheit. Verantwortung wolle er tragen. Eine bessere Zukunft für die Bürger seiner Gemeinde auf den Weg bringen. Gerechtigkeit. Engel war sich sicher, dass Waltherscheid sich bereichert hatte, mehr als es ihm im legalen Rahmen zugestanden hätte. Er war einfach so ein Mensch, der dicke Bürgermeister, ein Mann, der sich nahm was er wollte, der sich großzügig gab, weil er es sich leisten konnte, der aber nicht davor zurückschrecken würde, sich selbst an die erste Stelle zu setzen, wenn es darum ging, die schönsten und größten Tortenstücke zu verteilen.

Aber der Hauptgrund, warum Engel so sehr nach dem Amt strebte, war der, dass er den monatelangen Kampf, der ihm schon so viel abverlangt hatte, nicht verlieren durfte. Er machte sie sich selbst zwar nicht so richtig bewusst, spürte aber die lauernde, schwarze Gestalt mit dem Namen Zweifel in seinem Unterbewusstsein, die nur auf die Chance wartete, ihm alles zu nehmen, was er sich in den vergangenen Monaten aufgebaut hatte: sein Selbstbewusstsein, seine Disziplin, seine Überzeugungskraft.

Als er seine Rede beendet hatte, drehte er die Dusche rabiat ab, riss die ohnehin schon wackelige Duschtür auf und ein Handtuch von der Halterung an der Tür. Wenn er seine Reden übte, geriet er immer so in Rage und er liebte das Gefühl. Immer noch im Schwung trocknete er sich ab, warf das Handtuch in eine Ecke und ging dann nackt wie er war, begleitet von einer hohen Frauenstimme, die zu langsamen Beats und düsteren Sounds sang love, love is a verb/ love is a doing word , ins Wohnzimmer, wo Elly sich auf der Couch räkelte und ihn mit ihrem Katzenlächeln anblickte.

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