Unmittelbar darauf pfiff Herr Walter das Spiel ab und schickte uns unter die Dusche!
Übrigens gelang mir nie wieder ein so schönes und wichtiges Tor!
Nach dem Duschen kehrten auch sehr schnell die Kräfte wieder und voller Unternehmenslust verließen wir den Sportplatz!
Ute, die mir freudig zuwinkte und ihre Freundin warteten draußen vor dem Tor.
Ich erwiderte den Gruß und näherte mich, Hartmut im Schlepptau, den Beiden!
„Das ist meine Freundin Melanie“, sagte Ute und schob ein zierliches, zerbrechlich wirkendes Wesen nach vorne!
Ich gab ihr die Hand:
„Hallo Melanie, ich heiße Dieter!“
„Ich weiß schon aus Utes Erzählungen von dir!“
„Hoffentlich hat sie nur Gutes erzählt“, fragte ich zurück?
„Warum willst du das wissen“, fragte sie?
„Weil ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin“, entgegnete ich frech!
„Dann frag sie doch selber“, kam es schlagfertig zurück und lachend deutete sie an, dass damit die Fragerei für sie beendet schien!
Ich stellt ihr meinen Begleiter Hartmut vor und widmete mich dann meiner Ute, die mich heute Nachmittag schon einmal völlig durchschüttelt hatte!
Auch diesmal überraschte sie mich wieder, indem sie ganz unvermittelt meinen Arm ergriff und mich zur Seite zog.
„Hast du denn noch ausreichend Kraft zum Hosentest?“
Mit der freien Hand strich sie mir dabei zärtlich über die Wange und hauchte einen Kuß auf meine Lippen!
Erneut fühlte ich mich überrumpelt und blickte ängstlich über die Schultern zu meinen Klassenkameraden!
Zu spät!
Sie standen fein säuberlich aufgereiht in Zweierreihen und taten so, als wenn sie sich gegenseitig küssen wollten!
Diese Deppen, dachte ich, die sind doch nur neidisch!
Entschlossen nahm ich Ute in die Arme und erwiderte ihren Kuß! Ich wußte ja seit heute Nachmittag wie es geht!
„Nicht schlecht“, hauchte sie außer Atem, „ich dachte schon du hast deine Kräfte beim Fußballspiel verschleudert!“
„Dann bist du eben einem Irrtum erlegen“, antwortete ich und zog sie beiseite. Im Gehen drehte ich mich nach Hartmut um und fragte:
„Kommt ihr mit?“
Die Beiden befanden sich noch auf einer Distanz, daß ein Öltanker zwischen ihnen hätte vorbeifahren können, ohne einen zu verletzen. Ich musste lächeln!
„O.K.“, hörte ich Hartmut im weitergehen brummen!
Nach ein paar Metern warf ich einen letzten Blick in Richtung Sportplatz und sah gerade noch wie sie die Köpfe zusammensteckten! Jetzt würden sie sich wieder die Mäuler zerreißen!
Wir schlenderten durch einen kleinen Park, kamen an einem künstlich angelegten Teich vorbei, überquerten eine kleine wacklig wirkende Holzbrücke und landeten schließlich in einem weiteren, mit uralten Bäumen und Sträuchern überwucherten Park, in dem einige recht unauffällig angebrachten Bänke standen. Hier konnten eventuell Vorbeikommende keinen direkten Einblick nehmen.
Ich hielt noch immer ihre kleine zittrige Hand und wir sprachen, entgegen ihrer Gewohnheit nicht ein einziges Wort.
Die Stimmung entsprach meinen erotischen Vorstellungen in jeder Weise. Ich fühlte mich wie im siebenten Himmel. Die Kehle trocken vor Aufregung stolperte ich förmlich neben ihr her.
„Setzen wir uns“, fragte sie auf die Bank deutend?
Da ich kein Wort herausbrachte, nickte ich nur und ließ mich nieder!
Ich dachte Ute würde sich neben mich setzen, aber Irren ist menschlich!
Ganz vorsichtig ließ sie sich auf meinen Oberschenkeln nieder und lehnte sich kurzatmig an meine Brust.
Bis hierher glaubte ich noch Herr meiner Sinne zu sein, aber nun verlor ich auch den übrig gebliebenen Rest.
Ich unternahm einen letzten zaghaften Versuch:
„Wir haben Hartmut und deine Freundin verloren“, flüsterte ich mitten hinein in die erotische Stimmung!
Meine Hoffnung, die Beiden könnten mich als Einzige noch aus dieser mißlichen Situation befreien, blieb unerhört!
„Was interessieren uns die Beiden“, flüsterte sie und ihr schönes Gesicht befand sich nun unmittelbar vor meinem!
Ich fühlte mich zwar unglaublich erregt, aber dennoch unwohl, da ich nicht wußte was nun passieren würde.
Ihr Atem umfächerte mein Gesicht, ihre Haare kitzelten an meiner Nase. Ich schloß vor lauter Angst instinktiv die Augen. Ich roch dieses einschmeichelnde kirschrot ihrer zauberhaften, samtweichen Lippen, die sie im nächsten Augenblick auf die meinen preßte.
Ein durchaus angenehmes Gefühl erfaßte mich. Meine Brust drohte zu zerspringen. Mein Herz vollführte Freudensprünge in dem viel zu kleinen Brustkorb.
Ihre Hände umfaßten meinen Kopf und ihre zärtlich fordernden Finger spielten in meinen Haaren, an den Ohren und an anderen, viel empfindlicheren Stellen meines Körpers!
Währenddessen küßte sie mich unaufhörlich, als gäbe es kein Morgen mehr!
Auch meine Hände begannen nun ihren wahnsinnig gut gebauten Körper zu erforschen, erst suchend, fragend, tastend und zärtlich bemüht, ihr nicht wehzutun. Dann immer forscher und fordernder und schließlich aggressiv und angriffslustig.
So unvermittelt wie es begonnen hatte, beendete sie das Spiel.
War ich zu weit gegangen?
Große fragende Augen sahen mich an. In der anbrechenden Dämmerung funkelten ihre grünen Augen wie Diamanten.
„Mein Gott“, dachte ich, „sind das märchenhaft schöne Augen!“
Plötzlich begannen diese Edelsteine feucht zu glänzen.
„Um Himmels willen“, dachte ich, „bitte keine Tränen!“
Ich wollte sie schnell wieder in die Arme schließen, aber zwei kleine Fäustchen, mit denen sie mich auf Distanz hielt, hinderten mich daran!
„Liebst du mich“, fragte sie wie aus heiterem Himmel.
Da mir noch nie ein Mädchen diese Frage gestellt hatte, wußte ich auch keine Antwort. Mit geöffnetem Mund stand ich vor ihr.
„Liebst du mich“, wiederholte sie ihre Frage.
Ohne so richtig zu wissen was Liebe ist, antwortete ich ihr vorsichtig:
„Wenn du das Kribbeln in der Magengegend, das bis in die Fußspitzen reicht, meinst, wenn ich dich berühre. Wenn es das Verlangen nach dir ist. Wenn es die feuchten Hände sind, die ich bei deiner Berührung bekomme. Wenn es die ausgetrocknete Kehle ist. Wenn das Herz bis zum Hals schlägt und der Boden vor Aufregung schwankt. Wenn das alles Liebe ist, ja dann liebe ich dich!“
Ein dankbares Lächeln huschte über ihre gleichmäßig schönen Gesichtszüge und blitzschnell und flüchtig hauchte sie mir erneut einen Kuß auf meinen staunenden Mund.
Bevor ich nach ihr greifen konnte stand sie vor mir und bot mir ihre Arme an um aufstehen zu können.
Ich erhob mich ebenfalls und stand nun vor ihr.
„Dann laß uns Freunde sein. Versprich mir mit Deinem großen Ehrenwort, dass du mir immer treu sein wirst und wenn du tatsächlich mal ein anderes Mädchen kennenlernst mit mir darüber sprichst?“
Ich kam mir vor wie Winnetou und Old Shatterhand!
Sie überraschte mich damit erneut. Mit allem rechnete ich, aber nicht mit einem Schwur!
„Aber Ute...“, versuchte ich dem entgegen zu steuern, aber sie duldete keinen Widerspruch!
„Bitte versprich es mir!“
Sie sah mich flehentlich an und tat mir plötzlich unendlich leid. Sollte sie mit ihren jungen Jahren schon eine große Enttäuschung hinter sich haben?
Ich versuchte ihre Schultern zu ergreifen, aber sie trat einen Schritt zurück.
„Erst versprechen“, sagte sie leise, „ich möchte doch nur einen Freund besitzen, zu dem ich Vertrauen habe, mit dem ich auch über unangenehme Sachen sprechen kann, ohne dass es sofort in den Dreck gezogen wird!“
„Versprochen“, sagte ich fest und hielt ihr die Hand entgegen.
„Dann schwöre es!“
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