Hermann Brünjes - was Leiden schafft

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Jugendliche horten Munition. Eine Handgranate explodiert. In Fischteichen bei Himmelstal wird ein Toter gefunden, dann ein Fass mit chemischem Kampfstoff. Jens Jahnke und seine Kollegin Elske recherchieren und sind erschüttert. Die sonst so liebliche Heide präsentiert sich als explosiv und lebensgefährlich. Überall Munitionsreste aus den Weltkriegen. Die größte Kampfmittelbeseitigung Deutschlands vor der Haustür. Was wie ein dummer Jungenstreich beginnt, wird zum Polit- und Umweltthriller und zur tragischen Geschichte einer Jugendclique. Begleiten Sie die Reporter nach Himmelstal, einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide, das es in sich hat.

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Ich verzichte darauf, die Jungen zu fotografieren – das datenschutzrechtliche Theater mit den Eltern erspare ich mir. Ein alter Hase wie ich hat keine Lust mehr, sich durch Nebelkerzen ausbremsen zu lassen.

Etwa zwei Stunden später hole ich mir noch ein paar Fakten und Zahlen zum Feuerwehreinsatz von Enno Diekmann, unserem Brandmeister. Dann schicke ich mein Material an die Redaktion.

Mittwoch, 2. März

„Nehmt euch ein Beispiel an Jens! Kaum gesund, liefert er eine Bomben-Story!“

Florian reibt sich die fleischigen Hände und grinst über das breite Gesicht. Die anderen am Tisch der Redaktionskonferenz, einschließlich mir selbst, wirken nicht besonders fröhlich.

Steini trägt heute ein T-Shirt mit „99Jahre“ und stilisierter Prinzenmütze, vermutlich ein Symbol des Braunschweiger Karnevalvereins, den er besonders gut findet. Er murmelt etwas vor sich hin. „Der hat die Bomben doch selbst gezündet“. Ich sitze direkt neben ihm, kann mich aber auch irren. Obwohl es zu Steini passt. Er ist permanent neidisch auf die Erfolge anderer.

Laut sagt er: „Jahnke war ja auch ausgeruht. Wir dagegen mussten seine Arbeit wochenlang mitmachen.“

Niemand geht auf die Bemerkung unseres Sportreporters ein. Man weiß: Typisch Steini. Der Endvierziger drückt sich gerne vor allzu viel Arbeit und treibt sich am liebsten auf Sportplätzen, in Vereinsheimen und auf feucht-fröhlichen Siegesfeiern herum. Und er klopft gerne Sprüche, besonders hohle.

Unser Chef Florian Heitmann merkt nun wohl doch, dass sein vermeintliches Kompliment eher kritisch aufgenommen wurde. Schnell schiebt er ein weiteres nach, vermutlich um die Stimmung zu verbessern.

„Elske, das soll nicht heißen, deine Karneval-Recherche war schlecht. Nein, im Gegenteil! Du hast einen richtig guten Artikel abgeliefert. Aber diese Story mit dem Granatenkrater ist nun mal doch was anderes.“

Elske ist meine Lieblingskollegin, eine kluge, hübsche und wortgewandte Ostfriesin. Sie ist mit neunundzwanzig die Jüngste in der Runde. Eigentlich ist sie die Öffentlichkeitsbeauftragte der Redaktion, in Notzeiten jedoch arbeitet sie auch als Journalistin – und Notzeiten sind während der nun bereits zwei Jahre anhaltenden Pandemie nicht Ausnahme- sondern Normalzustand.

Jetzt reagiert Elske auf ihre typisch hintergründige Art.

„Danke, Chef. Aber du weißt hoffentlich, dass wir alle uns für diese wunderbare Tageszeitung und unseren noch großartigeren Chef immer und leidenschaftlich ins Zeug legen!“

Florian merkt nichts von ihrer Ironie. Er nickt.

„Danke Elske, natürlich weiß ich das.“

Ich nehme Elskes Bemerkung als Vorlage, da ich mich beim Stichwort „leidenschaftlich“ an das gestrige Gespräch mit Maren erinnere. Wir wurden ja durch die Sirene unterbrochen, das Thema finde ich aber bemerkenswert.

„Chef, ist ja klar, dass ich an der Bombenstory dranbleibe! Da steckt vielleicht sogar mehr dahinter als Kinder, die mit dem Feuer spielen. Aber da ist noch was, etwas hoch Aktuelles jetzt nach dem Karneval. In gewisser Weise hat es auch mit dem durch Bomben verursachten Leid zu tun …“.

Elske scheint meine Gedanken zu lesen. Sie weiß, dass ich gerne auch christliche Themen in unser Blatt bringe, seit ich mich mit dem Glauben beschäftige. Nun fällt sie mir völlig überraschend ins Wort.

„… ja Chef, als Theologe ist dir ja klar, dass heute Aschermittwoch ist, oder? Und Steini ist aktives Mitglied im Karnevalsverein. Der weiß sicher auch, was Aschermittwoch bedeutet.“

Steinis Gesichtsausdruck widerlegt diese Annahme.

Unser Chef nickt. Hätte ihn jemand anders als Elske auf seine Vergangenheit hin angesprochen, hätte er jetzt abgeblockt.

Florian Heitmann hat einmal ein paar Semester Theologie studiert. Zu vorgerückter Stunde während einer Betriebsfeier mit ausgesprochen viel Alkohol ist dies einst herausgekommen. Bis heute weiß niemand, warum er sein Studium abgebrochen und statt Pastor dann Journalist geworden ist. Irgendetwas muss passiert sein. Heute jedenfalls ist Florian Heitmann fast zwanghaft ablehnend, wenn es um Kirche und Themen des Glaubens geht. Oder anders ausgedrückt: Er präsentiert sich als leidenschaftlicher Atheist.

Nun verstehe ich, warum Elske mich unterbrochen hat. Sie will mich unterstützen und weiß, dass Florian ihr so gut wie nichts ausschlägt, selbst religiöse Themen nicht.

Unser Chef tappt ihr in die Falle.

„Klar weiß ich das, Elske. Dazu muss man nicht Theologie studieren. Das weiß jeder Jeck!“ Er schaut Steini an und grinst wissend. „Der Aschermittwoch ist der Beginn der Fastenzeit. Da ist Schluss mit lustig. Und wenn du es auch aus meinem Mund noch auf christlich hören willst: Die Kirchen bezeichnen die kommenden 40 Tage bis zum Karfreitag als Passionszeit .“

Ich juble innerlich. Meine clevere Kollegin erspart mir ätzende Diskussionen und mühsame Überzeugungsarbeit. Ich überlasse die Sache nun lieber gänzlich ihr.

„Genau, Chef. Das ist eine wichtige Zeit für viele unser Leser und Leserinnen. Du weißt ja, Fasten, Abnehmen, weniger Müll und Konsum, Verzicht wegen Klimaschutz, Konzentration auf das Wesentliche … das interessiert einen Großteil unserer Leserschaft. Was wir Christen Fasten nennen, ist heute ein hoch aktuelles Thema. Und Passion allemal. Leiden, Schmerz und Sterben sind doch an der Tagesordnung. Also Jens hat recht! Das müssen wir in der Passionszeit unbedingt thematisieren.“

Sie ist großartig. Dabei habe ich noch kein Wort dazu gesagt. Aber ihr sprühendes Statement verfehlt nicht seine Wirkung. Florian tippt auf seinem iPad herum. Es wirkt, als versuche ein Gorilla zu telefonieren. Geöffnet ist der Monatsplan, das habe ich vorhin gesehen. Dann hebt er den Blick, schaut zunächst Elske an und dann mich.

„Okay. In der K-Woche vor Ostern machen wir eine dreiteilige Serie. Aber ich bin nicht senil, Kollegen. Ihr macht zusammen was über die Fasten- und die Passionszeit. Aber ihr sucht unbedingt den weltlichen Bezug. Wir sind keine Kirchenzeitung und machen keine Propaganda für die christliche Ideologie! Ist das klar?“

Ich nicke. „Chef, dass ich das hinkriege, habe ich doch wohl in der Vergangenheit bewiesen – oder?“

Die Kuh ist vom Eis.

Auch die drei Lokalredakteure am Tisch, unser Rechtsberater Dr. Mayer und der Chef der Druckerei nicken. Selbst Steini schluckt eine Bemerkung runter, die ihm wohl schon auf der Zunge lag.

Die Redaktionssitzung ist noch vor elf Uhr zu Ende. Florian lockert seine Krawatte und verschwindet hinter der Tür seines Chefbüros, wir anderen setzen uns an unsere Arbeitsplätze im Großraumbüro. Wäre heute nicht die wöchentliche Besprechung gewesen, zu der Florian uns alle verpflichtet hat, ständen unsere Schreibtische unbesetzt im Raum. Außer dem Chef, der täglich kommt und mit der Zeitung gewissermaßen verheiratet ist, arbeiten wir anderen in diesen Corona-Zeiten entweder „an der Front“, wie sich Florian ausdrückt, oder im Homeoffice.

„Danke!“ Ich nicke Elske zu. Unsere Schreibtische stehen einander gegenüber. Sie schenkt mir ihr strahlendes Lachen und tippt mit einem Bleistift auf den Block vor sich.

„Gern geschehen. Ich weiß doch, worüber unser Starreporter gerne berichtet! Und ich weiß auch, dass er mit seinem Chef nicht besonders diplomatisch umgeht.“

„Vermutlich hast du recht. Aber es ist schon ein bisschen unheimlich, wie du meine Gedanken liest.“

Sie wickelt sich den Bleistift um eine ihrer blonden Locken und mimt die Geheimnisvolle.

„Jens Jahnke, merke dir: Du bist für mich ein offenes Buch.“

„Dann weißt du ja auch, was ich vorhabe.“

Elske überlegt einen Moment und starrt mir mit ihren hellblauen Augen direkt in meine.

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