Katharina Gato - Bittere Erdbeeren

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Die kleine charmante Katharina wächst in der Großstadt Hamburg im typischen Wandsbeker Milieu der sechziger Jahre auf. Geprägt von Misshandlungen und Vernachlässigung durchlebt sie offenen Herzens und mit Resilienz ihre Kindheit und Jugend. Warum sie ein weißes Krankenhausbett mehr liebte als ihr Zuhause und trotzdem daran festhielt, wird eindrücklich in diesem autobiografischen Roman geschildert. Ein langsamer und stiller Weg zu einer «Systemsprengerin mit Prinzipien».

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Was wussten die Nachbarn? Für die ganze Familie war es das Wichtigste, dass nach außen hin eine Vorzeigefamilie in den sechs Räumen der Sozialwohnung der „Neuen Heimat“ lebte. Kathi machte sich darüber wenig Gedanken, was sicherlich mit ihrem Alter zusammenhing. Sie selbst hatte das Gefühl, dass es in Ordnung ist, was geschah. Eine Normalität, die in jedem Alltag, jeder Familie stattfand. Alles, was schlecht, schmerzhaft oder beschämend war, blieb in der Parterrewohnung ihrer Familie in Wandsbek-Gartenstadt.

Und nun diese köstlich süßen Erdbeeren. Kathi war versucht eine zu naschen, aber sie wollte ihre Mama einfach nur glücklich machen, denn die liebte Erdbeeren so sehr. Es war eine kleine Geste der Beschwichtigung, um für einen kurzen Moment etwas Flüchtiges, aber Berechenbares in dem Gesicht ihrer Mama zu sehen – ein Lächeln.

Kathi wusste nicht, warum nie Geld da war, warum es wenig zu essen gab, alles eingeteilt wurde. An Feiertagen gab es mittags Brathähnchen mit Kartoffeln und Bratensoße! So lecker! Kathi und ihre Schwester bekamen je einen Flügel des Hähnchens. Es war köstlich, aber kaum Fleisch dran. Und es war immer zu wenig.

Und wie liebten sie das Sonntagsfrühstück, wenn die Eltern ein Ei aßen! Akkurat wurden die Eier kurzerhand von der Mutter und dem Vater mit dem Messer aufgeschnitten. Für die Kinder gab es das Köpfchen. Es war Glücksache oder Wohlwollen und eine Freude für die Schwestern, wenn etwas Gelb für die beiden dabei war.

Der Vater, der früher einmal zur See fuhr, arbeitete von früh bis spät – als Tapezierer, half beim Dachdecken, schneiderte und abends lenkte er als Schiffsführer eine Barkasse im Hamburger Hafen. Kathi erinnerte sich genau, wie ihr geliebter Papa sie damals manchmal zu den Nachtfahrten mitnahm. Die Mutter putzte in der Zwischenzeit riesige Büroräume der Reedereien an den Landungsbrücken.

Arbeiter wurden an den Landungsbrücken von Kathis Vater mit der Barkasse vom Hafen und zu den Werften, Löschplätzen oder Stauereien gebracht. Müde, finster und erschöpft dreinblickende Tagelöhner, die ihr Bestes gaben.

Kathi war nicht älter als drei Jahre, ein blondgelocktes, zumeist fröhliches Kind, was dann vom Vater in eine warme Decke gehüllt auf eine Passagierbank gelegt wurde. Das Schaukeln des Wassers konnte sie als vertrautes, wiegendes Einschlafritual genießen. Aber erst einmal hielt sie die Augen geschlossen und tat, während sie auf etwas unbeschreiblich Schönes wartete, als schliefe sie.

Denn wenn die Leute auf die Barkasse traten und sie sahen, spürte sie die ganz federleichte Freude der müden Arbeiter nah über sich. Leise flüsterten sie, wie süß und wie hübsch sie doch sei. In diesen kostbaren Momenten wurde es ganz warm in ihrem hungrigen Bauch, wie eine sanfte Welle gingen diese Worte durch sie hindurch. Der ganz spezielle Geruch der Elbe, nach Fisch und Tank und dunkler Tiefe, blieb zeitlebens in ihrer Erinnerung verknüpft mit den liebevollen Worten der Arbeiter.

Es war nur eine gefühlt kurze Zeit auf der Barkasse. Aber eine Erinnerung, an der sie sich in Zeiten, in denen sie Trost brauchte, wärmen konnte.

Danach ging ihr Papa zur Feuerwehr. An den Heiligabenden stieg der Weihnachtsmann vor der Wache in Wandsbek von einer Drehleiter. Er wurde mit „Ah“ und „Oh“ begrüßt. Es war beiden Schwestern ein Graus, wenn sie dann im großen Saal saßen, warteten, bis auch ihr Name aufgerufen wurde. Diese unangenehme Spannung war nichts für sie. Dann mussten Kathi und Britta nacheinander nach vorne gehen und ein Gedicht aufsagen. Einen Knicks machen; dafür gab es eine bunte Weihnachtstüte mit Nüssen, Apfelsinen und einem Puzzle.

Kathi spürte neben dem Hunger oft eine tiefe Einsamkeit in sich. Eine Verlustangst, dass man sie nicht mag, dass man sie gar verhungern lässt, wurde tief geprägt, als sie zweijährig auf eine Verschickung musste. Getrennt von den Eltern und ihrer geliebten Schwester.

Diese Verschickung wurde zu einem Albtraum, von dem sie sich nicht mehr erholen sollte.

DIE VERSCHICKUNG 1963

Die Mutter hatte viel Liebe für Kathi. Denn sie war ein fröhliches Kind. Immer vergnügt, sie juchzte und lachte im Spiel, war kämpferisch und gab niemals auf. Wenn sie fiel, zog sie sich selbstbewusst hoch und wollte keine Hilfe. Dann konnte sie zauberhaft dickköpfig sein. Im Laufgitter beschäftigte sie sich stundenlang allein, warf Bauklötze aus dem Gitter, um sie dann angestrengt mit allen Mitteln wieder hineinzuangeln. Oft sah die Mutter schon damals, dass sie anders war: intelligent, fröhlich und einfach ein richtiger Sonnenschein. Oma und Opa und alle Tanten und Onkel erfreuten sich an dieser kleinen Kathi. Ganz anders ihre Schwester. Britta war fast schwermütig, still, ernst und zurückgezogen. Aber wenn es um die kleine Kathi ging, war sie da, nahm sie in den Arm und es fühlte sich für Britta an, als habe sie eine Puppe, die es zu beschützen galt.

Der Tag, an dem die Koffer gepackt wurden, kam unverhofft. Es hieß, dass sie verschickt werden sollten. Erholung, finanziert vom Staat, was durchaus üblich war, um die Kinder zu päppeln. Die Schwestern waren dünn und blass und husteten öfter.

Am Hamburger Hauptbahnhof standen große Reisebusse. In dem Lärm von Autos, quietschenden Einfahrgeräuschen der Züge und dem Menschengewirr, wimmelte es von Kindern und Erwachsenen. Ein lautes Durcheinander. Kathi hielt sich die Ohren zu. Eine für sie unangenehme Atmosphäre durchdrungen von Lachen, Weinen und Geschrei. Für Britta ging es in einen Zug mit vielen anderen Kindern Richtung Föhr. Die kleine Kathi wurde in einen Bus voller Kinder verfrachtet, der nach Cuxhaven fahren sollte.

Kathi schaute aus dem Fenster, neben sich ein größeres Mädchen, das seinen Eltern zuwinkte. Auch Kathi suchte panisch die Mutter. Als sie sie sah, winkte sie und weinte:

„Mama, Mama! Ich will zu meiner Mama!“ Der Bus entfernte sich langsam, sie sah hinaus und verstand die Welt nicht mehr. Eine Frau mit herrischem und unfreundlichem Gesicht tippte ihr auf die Schulter: „Aber, aber, wer wird denn weinen? Du bist doch schon ein großes Mädchen, sonst hättest du mit dieser Gruppe gar nicht fahren dürfen.“

Die Mutter war stolz darauf gewesen, dass ihre Kleinste mit nun zweieinhalb Jahren bereits komplett sauber war und aufs Töpfchen ging. Sie war die Jüngste in der großen Kindergruppe mit über sechzig Kindern.

Kathi verstand nicht was VERSCHICKUNG bedeutete. Warum musste sie weg, von der geliebten Schwester, von ihrem Zuhause?

Ankunft. Ein großer Raum. Der Speisesaal. Lange Holztische mit kleinen und großen Holzstühlen. Es roch gut dort. Nach Kartoffelbrei und Fischstäbchen.

Kathi hatte großen Hunger und sie liebte Kartoffelbrei. Und Fischstäbchen? Hatte sie nur zweimal bisher gegessen. Ein Traum wurde wahr. Sie saß an einer langen Tafel zwischen all den größeren Kindern.

Da lag nun das Kinderbesteck neben ihrem Teller. Kathi konnte damit noch nicht essen und versuchte mit einer Hand und der Gabel, die Fischstäbchen zu zerkleinern. Tränen blockierten ihren Hals, so dass sie weder essen noch weinen konnte. Eine Fremdheit, Hilflosigkeit und ein tiefer Schmerz, der sich wie eine Säure durch sie hindurch fraß.

Plötzlich packte sie die Frau aus dem Bus am Arm und zerrte Kathi mit den Worten: „Wer nicht essen kann, hat am Tisch nichts verloren“, grob vom Stuhl. Sie brachte Kathi in einen großen Schlafsaal mit vielen Betten. Dort wurde sie in ein Bett gelegt, das Gitter hochgezogen und aufgefordert, Mittagsschlaf zu machen. Es rollten die Tränen über die roten runden Wangen und Kathi schrie und weinte immer wieder nach ihrer Mama.

Die anderen Kinder kamen etwas später und mussten sich ebenso in ihre Betten legen und schlafen. Kathi weinte sich in den Schlaf und hörte und verstand die gemeinen Worte der Erzieherin nicht.

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