Manuela Tietsch - Die flüsternde Mauer
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Also zwei Räume etwa vier mal vier Meter, verbunden durch einen beinahe zehn Meter langen Gang. Wie eigenartig. Handelte es sich um einen vergessenen oder unbenutzten Flur der Burg? Allmählich drang die Erkenntnis durch: Es gab keine Tür! Ich war gefangen. Niemand hatte gesehen, wie ich die runde Holzscheibe in die Wand gedrückt und sich die Tür darin geöffnet hatte, geschweige, dass ich dahinter verschwunden war. Niemand würde mich hier suchen. Wusste denn jemand von diesem Gang, der geheimen Tür und dem geheimnisvollen Scheibenschlüssel aus Holz?
Ich musste an den Augenblick denken, als ich ihn vor vielen Jahren gefunden hatte. Nur weil ich näher an die Wand getreten war, um das Flüstern deutlicher zu hören und um wahrzunehmen, woher es kam, war ich an die Holzbank gestoßen, und nur deshalb war der Schlüssel aus seinem Versteck gefallen. Hätte ich ihn bloß niemals eingesteckt! Ich hatte ihn viele Jahre als meinen geheimen Schatz behalten und nie jemandem davon erzählt! Es wäre wohl doch besser gewesen, ich hätte ihn schon damals, als ich ihn gefunden hatte, zurück an die Burgbesitzer gegeben!
Hatte ich womöglich mit meinem ausgeprägten Erkundungssinn und meiner Neugier etwas entdeckt, was seit Jahrhunderten niemand mehr betreten hatte? Mir war, als greife eine eisige Hand nach mir. Ich setzte mich trotz des Ekels an die Wand neben dem Gang und versuchte mich zu beruhigen. Im Kopf ging ich den Weg nach, den ich durch die Burg gelaufen war und mit einem Mal kam die Erinnerung zurück. Ich musste an meinen ersten Besuch auf der Burg denken, als meine Mutter, mein Vater und mein Bruder noch glücklich und lebendig waren. Auch damals war ich unbefangen durch die Gänge und Flure gelaufen. Ich hatte damals wie heute, wie jedes Mal, wenn ich hier zur Burg kam, alles gierig aufgesogen. Nur leider hatte ich dabei vergessen, mich nach geheimen Gängen zu erkundigen!
Zuerst die große Halle, dann den kleinen Gang entlang und nach rechts in den breiteren. Er hatte einen Knick gemacht und war, wenn ich meinem Ortssinn trauen durfte, beinahe wieder zurück in Richtung Halle verlaufen. Also müsste auch dieser Gang noch nahe der Halle sein. Jäh fiel mir auf, was ich längst hätte bemerken müssen, doch ich hatte es völlig verdrängt. Als ich damals die Scheibe gefunden hatte, lag diese bei der Geheimtür. Nur wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts von einer geheimen Tür, oder davon, dass dieses Holzstück mit den geheimnisvollen Zeichen darauf und dem eingefassten Stein darin ein Schlüssel dafür war.
Wenn ich gegen die Wand schlug und laut rief, vielleicht hörte mich jemand mit guten Ohren? Mir war ganz mulmig zumute. Und wenn ich viel länger ohnmächtig dort gelegen hatte? Womöglich war die Besuchergruppe längst wieder draußen im Hof. Und selbst wenn Mattes und Luisa mich vermissten, so wussten sie doch nicht, wo sie suchen sollten. Schließlich war ich wie vom Erdboden geschluckt. Vermutlich glaubten sie, ich wäre zum Lager zurückgekehrt? Ich schloss die Lider, meine Beule pochte. Wenigstens war es keine Platzwunde. Ich war doch nicht zum ersten Mal hier in der Burg zu Besuch, ich war zu neugierig. Dieses Wispern hatte mich verrückt gemacht. Jedes Mal, wenn ich vor der Wand in dem Gang gestanden hatte, hörte ich es, wie ein Raunen. Selbst wenn ich zu Hause war, ließ mich das Flüstern nicht los, ich musste immerzu daran denken. Und warum nur zog mich diese Burg so stark an? Und warum diese Wand? Hätte nicht jemand anderes den Schlüssel finden können? Einer, der ihn brav zum Burgführer getragen hätte!
Es gab viel schönere Burgen, weshalb wollte ich immer nur wieder hier her? Ich rieb meine Oberarme, wenn es nur nicht so kalt wäre. Mein Magen knurrte und ich hatte Durst. Wie lange musste ich wohl hier ausharren? Wann würden sie auf den Gedanken kommen, mich hier zu suchen? Mir blieb anscheinend viel Zeit zum Nachdenken! Würden sie womöglich niemals darauf kommen?
Es war mir ein Leichtes im Geiste den Weg durch die Burg zu gehen. Ich lächelte, während mir die Tränen in die Augenwinkel schossen. Nie wieder würde ich mit meinen Eltern oder meinem Bruder diese Burg besuchen und auch keine andere mehr. Ich vermisste sie so sehr! Beinahe konnte ich die warme Hand meiner Mutter spüren oder die starken Arme meines Vaters.
Ich hatte ihnen niemals von dem Ritter auf dem Bild erzählt oder von der flüsternden Mauer oder der merkwürdigen Holzscheibe, die sich als Schlüssel entpuppt hatte. Hätte ich es bloß getan, nun war es zu spät! Und trotzdem, jedes Mal, wenn ich hier herkam, führte mein Weg zuerst zum Bild des jungen Ritters ohne Namen und noch immer schien er mir etwas sagen zu wollen.
Wahrscheinlich hatte ich mich schon im ersten Augenblick in ihn verliebt. So lächerlich das auch war, sich in das Bildnis eines Mann zu verlieben, der dazu noch in eigentümlicher mittelalterlicher Art gemalt war. Er war schon seit Jahrhunderten tot. Hatte vermutlich niemals wirklich gelebt. Ich war ein verträumtes, sehr junges Mädchen mit verklärten Vorstellungen gewesen. „Ritter ohne Namen“ war der Titel unter dem Bild. Seltsam, ich konnte mir dieses Bild so genau ins Gedächtnis rufen, als stünde ich vor ihm. Der Ritter ohne Namen hatte dunkelrotbraune Haare und grüne Augen. So grün, wie ich niemals zuvor Augen gesehen hatte. Sicher hatte sich der Maler daran ausgetobt, niemand konnte in Wahrheit so grüne Augen haben. Der Ausdruck des Ritters war das schlimmste an dem Bild. Er sah so traurig aus, als trüge er die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern. Und jedes Mal, wenn ich von dem Bild fortging, hatte ich das schreckliche Gefühl, ihn, den Ritter ohne Namen, zu verraten! Lächerlich, ich kannte ihn nicht einmal und er hatte sicher zu einer Zeit gelebt, von der ich nur träumte.
Inzwischen war ich nicht mehr verträumt, sondern abgeklärt und trotzdem lief es mir heiß den Rücken hinunter und Schmetterlinge tanzten in meinem Bauch, wenn ich in die gemalten Augen des Ritters blickte. Wie gut, dass ich den geheimen Gang nicht schon damals entdeckte, hatte wahrscheinlich wäre ich gleich gestorben vor Angst.
Ich war müde, nicht müde genug allerdings, um schlafen zu können. Und mit meinen Gedanken trieb ich die Angst vor dem Eingesperrtsein nicht davon, ich drängte sie nur zur Seite. Mir fiel ein, die Mitte des Raumes hatte ich noch nicht erkundet. Vielleicht war ja keine zwei Meter von mir entfernt eine Treppe oder ein Aufgang? Vorsichtig schob ich mich von der Wand weg, immer die Hände suchend und den Boden abtastend nach vorn gestreckt. Es dauerte nicht lange, bis ich auf die Wand gegenüber stieß. Es gab nichts in der Mitte, außer Leere. Ich konnte doch nicht so untätig darauf warten, dass sie mich suchten und hoffentlich fanden! Ich musste etwas unternehmen. Aber was? Ich beschloss, wieder in den anderen Raum zu gehen und auch diesen einmal zu durchkreuzen. Schritt für Schritt ging ich den Gang wieder zurück.
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