Joachim Oelßner - Großfamilien-Bande
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Der Weg nach Europa erscheint nicht nur als Flucht vor Armut, er stellt ebenso eine Abkehr von überlebten Sitten und Gebräuchen dar.
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Der Nganga-Nkisi schwieg eine Weile und bat schließlich Mimi und ihre Mutter, sein Haus zu verlassen. „Die Ahnen haben gesprochen. Das ist der Preis von Verleumdung und Lüge. Mimi wird in den kommenden Wochen erkranken und sterben.“
Der unbekannte Onkel
„Was hat meine Söhne so werden lassen, wie sie sind?“ Großmutter Dalida stellte sich seit Jahren immer wieder diese Frage. Sie verstand es nicht, alle Erklärungsversuche endeten im Ungewissen. „Gleich kommt meine Enkelin Makanisi“, sagte sie sich, „das wissbegierige zwölfjährige Mädchen meiner Tochter, und will wissen, aus welchem Grunde ihre beiden Onkels Makambo und Mayele nicht miteinander auskommen. Wie kann ich etwas erklären, was ich selbst nicht verstehe?“
Gerade dachte die Großmutter an die Enkelin, da stand sie schon mit ihrer schlaksigen Gestalt in der Tür. Eigentlich freute sich die Großmutter immer, wenn ihre Enkelin sie mit ihren großen Augen anblickt und Fragen stellt. Aber in letzter Zeit wurden diese mitunter unangenehm, sie berührten Geschehnisse, die lange zurücklagen. Sie hätte viel darum gegeben, wenn sie vor etlichen Jahren andere Entscheidungen getroffen und die Hintergründe mancher Vorkommnisse besser verstanden hätte. „War es die Verzweiflung des einen und der intellektuelle Stolz das anderen?“
Kaum nahm Makanisi auf dem Hocker neben der Tür Platz, sprudelte aus ihrem Mund schon eine Frage: „Großmutter, warum haben wir nur zu Onkel Makambo Kontakt? Ich würde auch gerne Onkel Mayele sehen! Fast jeden Monat besuchen wir Onkel Makambo und seine Familie, noch nie trafen wir den anderen Onkel. Ich weiß nicht einmal genau, wo er in Kinshasa wohnt!“
„Das mit deinem Onkel Mayele ist kompliziert, Makanisi. Er gehört nicht mehr zur Familie.“ Die Großmutter zögerte mit der Antwort. „Kann ein so junges Mädchen die Tragweite der damals geäußerten Worte verstehen“, fragte sie sich. Sie entschied sich für die Wahrheit, früher oder später wird sie es sowieso erfahren. „Dann ist es besser, wenn sie es von mir erfährt als von meinem Sohn Makambo“, sprach sie sich Mut zu. „Auf einer Familienberatung bezeichnete sich mein Sohn Mayele selbst einmal als ein Ndoki! Das ist zutiefst verwerflich – oder man ist wirklich so ein unaussprechliches Ungeheuer oder Dämon!“, erwiderte kurz angebunden die Großmutter. Offenbar wollte Großmutter nicht weiter über diesen Vorfall sprechen, so der Eindruck von Makanisi, da die Großmutter sofort Fragen zu ihrer Schule und einer Freundin stellte.
Das Mädchen hielt sich gern bei der Großmutter auf. Auch wenn das Rheuma ihr zusetzte und sie nicht mehr so flink mit ihren Bewegungen war, sie kannte viele seltsame Geschichten aus vergangenen Zeiten. Allein ihre weißdurchsetzten Kraushaare sprachen von Lebenserfahrung und Klugheit. Einmal erzählte sie von ihrem Großvater, der ehemals in Kasai lebte. „Er lernte in der katholischen Kirche lesen, um der Gemeinde das Wort Gottes aus der Bibel vorzutragen, doch er eignete sich zugleich das Schreiben an. Das war sein Verhängnis! Als in einem großen belgischen Unternehmen am schwarzen Brett eine freie Stelle angeschlagen war, konnte er seinen Stolz nicht unterdrücken und bewarb sich. Bald kam ein befreundeter Polizist und informierte ihn, dass er in dreißig Minuten zurückkomme, um ihn zu verhaften. ‚Du weißt doch, Schwarze dürfen weder die Kunst des Lesens noch des Schreibens beherrschen! Und du bewirbst dich mit einem Brief!‘, schimpfte er. Mit den Kolonialherren wollte sich Großvater nicht anlegen, packte schnell seine wenigen Sachen zusammen und verschwand. Schließlich landete er hier in Kikwit und wurde ein Spezialist für Ölpalmplantagen.“ Das waren spannende Geschichten, ganz nach dem Geschmack Makanisis.
Aber heute ließ Makanisi nicht locker. Nachdem sie einige Fragen der Großmutter beantwortet hatte, fing sie erneut mit ihren beiden Onkels an. Großmutter Dalida hatte den Eindruck, als ob Makanisis Kraushaar, das zu abstehenden Antennen geflochten war, Signale aussendete, um sie zum Sprechen zu bringen. Jedenfalls erwärmte Makanisis Interesse Großmutters Herz.
„Diese beiden Onkels sind doch deine Söhne, Großmutter! Wie waren sie denn als Kinder? Haben sie zusammengespielt oder haben sie schon damals nicht miteinander gesprochen, sich nur gezankt und geprügelt?“, versuchte Makanisi der Großmutter irgendetwas Interessantes zu entlocken. Vor allem das Wort Ndoki weckte ihre Neugierde und Spannung. Vielleicht erfuhr sie den Grund, weshalb ihre Mutter sich so schweigsam bezüglich ihres Bruders Mayele gab?
Dalida lachte und begann nun doch zu erzählen: „Die beide und sich prügeln? Niemals! Als Kinder spielten sie gemeinsam in der Nähe des Hafens am Kwilu-Fluß, etwa dort, wo heute noch die verrosteten Stahlgerüste der riesigen Produktionsanlage für Palmöl stehen. Früher gab es um Kikwit herum überall riesige Ölpalmplantagen. Damals wurde das Palmöl in alle Welt exportiert. Seit der Nationalisierung ist das vorbei.“ Großmutter legte eine Pause ein, um auf Makanisis Frage zurückzukommen. „Die beiden Jungen besuchten später das hiesige Gymnasium, oft lernten sie gemeinsam oder spielten Fußball. Onkel Makambo beendete zuerst die Schule, er war ja auch zwei Jahre älter. Danach ging er nach Kinshasa und studierte Logistik. Mayele begann hier in Kikwit im katholischen Seminar seine Ausbildung zum Priester.“ Großmutter seufzte, bevor sie fortfuhr: „Ich gestehe, das war mein Wunsch. Ich hoffte auf einen Priester in unserer Familie. Ja, ich habe ihn zu diesem Studium gedrängt. Die ersten beiden Jahre vergingen ohne Probleme, im dritten Jahr sprach mich ein Priester an und meinte, dass sie Schwierigkeiten mit dem rebellischen Geist von Mayele hätten. Ich konnte das damals nur zur Kenntnis nehmen, ich sah ihn ja kaum. Die angehenden Priester lebten, lernten und schliefen im Seminargebäude. Eines Tages legte ich den weiten Weg zum Seminar vor der Stadt zurück, um ihn zu sehen. Seltsamerweise musste ich ewig warten, bis ich ihn sprechen konnte. Er bestätigte mir, dass er im Seminar viel lerne, vieles interessant sei, aber die Reglementierungen und den Gehorsamszwang kaum noch aushalte. Gleiches gelte für die geforderte Enthaltsamkeit gegenüber Frauen. Er sagte damals, dass dies gegen seine Natur sei. Vielleicht ist das der Schlüssel zu seinem Verhalten und den späteren Problemen.“ Großmutter legte wieder eine Pause ein und meinte für heute das Gespräch beenden zu müssen. Sie sei müde, auch wühlten diese Erinnerungen ihre Gefühle zu sehr auf. Sie wollte das Gespräch vor allem deshalb beenden, weil sie vor der Zwölfjährigen unbedacht von dem schwierigen Verhältnis der katholischen Priester zu Frauen sprach.
Das Gespräch mit der Großmutter ging Makanisi nicht mehr aus dem Kopf. „Alle Welt, wirklich jeder hat Angst vor einem Ndoki – und mein Onkel bezeichnet sich selbst als ein solches Wesen?“ Ohne dieses schlimme Unwort zu nutzen, versuchte sie ihre Mutter und Onkel Makambo nach den Gründen für den Ausschluss dieses Onkels aus der Familie zu befragen, aber sie stieß nur auf Ablehnung. Onkel Makambo fragte sogar von wem sie spreche! Vor ihr tat sich ein Familiengeheimnis auf, das spannender nicht sein konnte.
Makanisi wartete auf eine günstige Gelegenheit, Großmutter Dalida erneut zu befragen. Die Mutter und die Geschwister sollten nicht zuhause sein und Großmutter bei guter Gesundheit, ohne ihre Rheumaschmerzen. Als diese Bedingungen zusammenfielen, setzte sich Makanisi voller Hoffnung auf eine Fortsetzung dieser seltsamen Geschichte zu ihrer Großmutter. Diese brauchte nur in das erwartungsfrohe Gesicht Makanisis zu blicken, um zu wissen, was sie wollte. Ihr Wunsch stand deutlich in ihren großen Augen.
„Also gut Makanisi, jedenfalls war ich im Seminar, wo er mir gestand, dass er sich mit all der Gängelei im Seminar unwohl fühle. Was konnte ich unternehmen? Priester zu werden war ein Traum vieler junger Männer. Es war eine Auszeichnung, dort in diesem Seminar ausgebildet zu werden! Doch mein Sohn beschwerte sich! Sicherlich gab ich ihm damals viele gute Ratschläge, aber man kann einem Löwen auch nicht vorschreiben, immer im Kreis zu laufen! Ich sprach mit einem Verantwortlichen für das Seminar. Er bestätigte mir, dass mein Sohn außergewöhnlich intelligent sei, aber leider auch rebellisch. Er hatte Schwierigkeiten, sich in die erforderliche Disziplin des Seminars einzufügen. Doch ein Priester ohne Disziplin wird nie ein richtiger Priester sein. Voller Sorgen kehrte ich zurück. Im Verlaufe der nächsten Tage und Wochen rechnete ich immer mit einer unerquicklichen Nachricht aus dem Seminar. Die Zeit verging und ich beruhigte mich wieder. Doch nach über einem Jahr stand er plötzlich vor der Tür. Freudestrahlend erklärte er mir, dass man ihn hinausgeworfen habe. Was war passiert? Er habe als angeblicher Schlafwandler den Schlafraum verlassen, sei nachts durch den Park spaziert und habe dort unter freiem Himmel geschlafen. Als die angehenden Priester ihn fanden, habe er ihnen erzählt, dass er als Ndoki durch die Lüfte geflogen sei! Mein Sohn Mayele hat als Priesterschüler, ich traue es mir nicht auszusprechen, auf diese Weise Gott verleumdet, er huldigte einem anderen Wesen! Ich war am Boden zerstört, doch mein Sohn war guter Dinge! Ist so ein Verhalten normal? Damals fragte ich mich bereits, ob er wahrhaftig von einem Ndoki besessen sei. Nun wollte er an der Universität in Kinshasa Philosophie studieren! Er meinte, dass man nach dem Studium als Lehrer, Journalist oder auf einem anderen Gebiet arbeiten könne, jedenfalls hätte man später viele Möglichkeiten. Was sollte ich tun? Ich willigte schweren Herzens ein. Ich kratzte mein Geld zusammen, um das Studium zu bezahlen. Zeitweise wohnte er bei seinem Bruder, damals verstanden sie sich noch, mitunter auch bei Freunden. Doch in Kinshasa, oder vielleicht gerade dort, übermannte ihn wieder sein rebellischer Geist. Damals gab es überall im Lande Proteste gegen Präsident Mobutu, allen voran unter Studenten und unter ihnen mein Sohn Mayele. Jedenfalls wurden er und viele andere männlichen Studenten für zwei Jahre in die Armee eingezogen. Er absolvierte diesen Militärdienst und beendete danach sogar das Studium. Offenbar sah er ein, dass sein Philosophiestudium vielleicht interessant, aber letztendlich ungeeignet für den Lebensunterhalt ist. Er hat dann nebenher so etwas wie Buchhaltung oder Finanzen studiert. Nach dem Studium fand er schnell eine Anstellung in einer Bank und verdient seither gutes Geld. In dieser Zeit ging die Firma, wo sein Bruder arbeitete, pleite, Makambo verlor seine einträgliche Anstellung. Damals unterstützte ihn Mayele. Makambo kam nach Kikwit zurück, wo er sein kleines Geschäft mit den Pousse-Pousse aufbaute.“
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