Joachim Oelßner - Großfamilien-Bande

Здесь есть возможность читать онлайн «Joachim Oelßner - Großfamilien-Bande» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Großfamilien-Bande: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Großfamilien-Bande»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Das Buch erzählt von Kongolesinnen und Kongolesen, von Traditionen und der Macht der Großfamilie. Ihr wird Individualität, auch die Ehe, untergeordnet. Die Kurzgeschichten zeigen zugleich, wie sich Frauen wehren.
Der Weg nach Europa erscheint nicht nur als Flucht vor Armut, er stellt ebenso eine Abkehr von überlebten Sitten und Gebräuchen dar.

Großfamilien-Bande — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Großfamilien-Bande», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

„Oh, die Neugier von Makanisi ist offenbar grenzen­los“, lachte der Onkel. Ernsthaft fuhr er fort, dass dies während der belgischen Kolonialzeit so war. In Ngombe lebten die weißen Kolonialbeamten, diesen Stadtteil im damaligen Leopoldville durften Schwarze nur mit einem Passierschein betreten. Aber das war nicht mein Vater, sondern mein Großvater, der war so einer. Er arbeitete ein paar Jahre als Koch bei einem Weißen. Dafür war er ein ‚Evolué‘, ein den Bedürf­nissen der Belgier angepasster Kongolese. Die wurden ständig kontrolliert, selbst in ihrem Haus! Mein Vater arbeitete auch für die Weißen, in derselben Stadt. Nur wurde sie jetzt Kinshasa genannt. Er war in der Hauptstadt und sie in Kikwit, das hat sicherlich deiner Großmutter nicht gepasst und setzte ihn vor die Tür. Vielleicht hatte er noch andere Frauen und Kinder. Ich weiß es nicht. Jedenfalls hatte mich deine Großmutter versteckt, als sie ihn aus dem Haus warf. Ihre Kinder bewachte sie wie ein Huhn ihre Küken.“

Makanisi fragte zur später Stunde ihren Onkel, ob er nicht einen Weg sehe, sich mit Grußmutter zu versöhnen. „Ich habe den Eindruck, dass sie über den jetzigen Zustand traurig ist“, schätzte sie ein.

„Ja, sie ist sicherlich traurig, aber sie kann nicht über ihren Schatten springen. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich meine Mutter in die Arme nehmen könnte! Aber wenn sie mit mir gute Beziehungen pflegt, wird sofort dein Onkel Makambo mit ihr brechen. Die sinnlose Ndoki-Anklage von Makambo gegen mich hat alles zerstört. Vielleicht wirst du eines Tages Großmutter von deinem Besuch bei mir erzählen. Sage ihr bitte, dass sie jeder Zeit in meinem Haus will­kommen ist!“

Makanisi versprach, es zu versuchen, von ihrem Besuch bei Onkel Mayele ihrer Großmutter zu be­richten.

Am nächsten Morgen begleitete Onkel Mayele Makanisi in einem richtigen Taxi zu ihrer Freundin, wo sie sich herzlich verabschiedeten. Zwei Wochen später kehrten beide Mädchen nach Kikwit zurück.

Monate später, Makanisi war allein mit Dalida, sagte Großmutter ihr auf den Kopf zu, dass sie ihren Sohn Mayele in Kinshasa besucht habe. „Zuvor wolltest du alles über ihn wissen, seit deiner Rückkehr ist die Neugierde erloschen. Ich will lieber nicht wissen, wie und wo du seine Adresse gefunden hast. Von meinen fünf Kindern sind zwei verstorben. Ein Kind ist ein Ndoki und damit ist er auch für dich und mich gestorben. Ndoki ist kein Aber­glauben! Ndoki gehört als ständige Bedrohung zu unserem Dasein, es kann deine Seele fressen!“

Die Qual der Wahl

Lolendo erwachte neben ihrem Geliebten. Moluki schnarchte leise vor sich hin, was sie keinesfalls störte. Im Schlaf drehte er sich mal auf diese, mal auf jene Seite. Jetzt lag er ihr zugewandt, seine Hand ruht auf ihrem Bauch, wo sie sehr willkommen war. Sie bewunderte seine kräftige Gestalt, den muskulösen Oberkörper, die ebenmäßigen Gesichtszüge ebenso wie die ihm eigenen angenehmen Umgangsformen. Sie kannte ihn seit Monaten, mit der Zeit blühten auch die Gefühle für ihn auf. Gleich ob er anwesend oder auf Reisen war, Moluki bestimmte immer mehr ihr Fühlen, Denken, überhaupt ihr Dasein. Offenbar ging es ihm ebenso: Gestern Abend bat er sie, seine Ehefrau zu werden. Auch wenn in ihr mitunter die Idee aufstieg, wie es wäre, für immer an seiner Seite zu leben, mit ihm ihr Dasein zu teilen, war es dennoch eine unbeschreibliche Überraschung, diese Worte aus seinem Munde zu hören. Er hatte sie zu diesem Vorschlag in ein altes ehrwürdiges Hotel von Bukavu eingeladen. Sie haben gut gegessen und teuren Wein getrunken, dann hat er ihr aus heiterem Himmel dieses Angebot unter­breitet.

Jetzt im Bett in dem riesengroßen Zimmer dieses Hotels fragte sie sich, wie sie sich entscheiden würde. Ihre innere Stimme sagte trotz allem kategorisch „Nein“ zu einer solchen Verbindung. Nicht erst gestern Abend, bereits die Wochen zuvor als aus Zuneigung Liebe wurde, stellte sie sich die Frage, was wäre wenn … In ihren Träumen schwebte sie stets im siebenten Himmel, die Logik ihrer Alltagserfahrungen diktierten ihr jedoch ein absolutes „Nein“. Ihre Mutter war die dritte Frau ihres Vaters – er teilte das Bett mit ihr, um Kinder zu zeugen, auch sie, aber ihre Mutter hatte bei ihm keinen Wert. Diese Erfahrung prägte sie. Lolendo wusste von Anbeginn, dass ihr Geliebter in einer anderen Stadt, in Mbuji-Mayi, in Kasai, bereits mit zwei Frauen verheiratet war. Seinen gelegentlichen Beteuerungen, dass jede von ihnen gleiche Rechte hätte, schließlich sei dies seine Pflicht als Moslem, misstraute sie. Moslems dürfen keinen Alkohol trinken, aber Bier, Wein und Hochprozentiges gehörten zu seinem Lebensstil. „Ich bin ein französischer Moslem“, war seine gängige Begründung. Vielleicht ist er auch ein kongolesischer Moslem und hält es nicht so genau mit der Gleichbehandlung seiner Frauen? Lolendo reagierte überrascht und freudig auf seinen Vorschlag, aber zugleich ausweichend. Moluki hatte durchaus etwas zu offerieren: Er war ein reicher Geschäftsmann mit offen­bar ausgezeichneten Beziehungen nach Abu Dhabi, dem Mekka der Händler. Ihr Leben würde zumindest materiell sicherer werden, doch nicht nur das, er hatte darüber hinaus andere Vorzüge. Dazu gehörte das, was sie während der letzten Nacht wiederholt genossen hatte.

Lolendo stieg vorsichtig aus dem Bett, um Moluki nicht zu wecken. Als sie nach der Morgendusche zu ihm zurückkehrte, wurde sie von ihrem Liebhaber erwartet. Er zog sie erneut auf das Bett und begann, ihren Körper mit Küssen zu bedecken … Irgendwann nahmen sie in dem ebenfalls über­dimensionierten Bad gemeinsam eine Dusche. Lolendo wusste, dass sie eine Schönheit war und betrachtete sich zur Bestätigung in dem riesigen Spiegel: Groß, schlank, von der Natur gut ausgestattet. Ihre nicht gänzlich schwarze Haut, hatte in den letzten Wochen dank teurer Hautaufheller weiter an Schwärze verloren. Ihr etwas ovales Gesicht mit einer nicht allzu breiten Nase, wohlgeformten Lippen und ein wenig mandelförmigen Augen war sie gut anzuschauen. Lolendo bemerkte durchaus wie Moluki es genoss, sich mit ihr in der Öffentlichkeit zu zeigen, vor allem wenn Männer sich zu ihr um­drehten.

Als sie mit dem Fahrstuhl zum Frühstück ins Erdgeschoß fahren wollten, gab dieses altehrwürdige Ungetüm nur einen schwachen Brummton von sich. Der Aufzug mit dem schmiedeeisernen Schutzgitter, um den sich herum eine breite Treppe wandt, war dennoch bestaunenswert. Er reprä­sentierte ebenso wie die riesigen Zimmer die koloniale Pracht der Weißen noch Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit. Als Moluki mit Lolendo am Arm diese bemerkenswerte Treppe hinab­schritt, schwärmte er von der ex­zellenten Erdbeerkon­fitüre in diesem Hotel, die aus der Umgebung von Bukavu stamme.

Moluki kam beim Frühstück nicht auf sein gestriges Angebot zurück. Er wusste, Lolendo brauchte Zeit. Sie hatte ihm vor Wochen von der tragischen Situation ihrer Mutter als dritte Frau ihres Vaters erzählt. Er informierte sie, dass er jetzt nach Kigali reise, um dort ein Flugzeug nach Nairobi zu nehmen. Erst beim Abschied an der Grenze zu Rwanda bat er seine Geliebte, über seinen Vorschlag nachzudenken – hoffentlich zu seinen Gunsten!

Gedankenverloren ging Lolendo zu ihrer Holz­hütte zurück, die sie sich mit ihrer Freundin Bozwi teilte. Der Unterschied hätte nicht frappierender sein können: Letzte Nacht das Luxushotel mit Resten kolonialer Pracht­entfaltung, heute ihre erbärmliche Holzhütte. Auch wenn sie es sich mit ihrer Freundin wohnlich eingerichtet hatte – es blieb eine kleine Holzhütte ohne Wasser, Toilette oder Kochgelegenheit. Sicherlich, besser als nichts, aber will sie immer so leben? Von Zeit zu Zeit erhielt sie von Moluki Zuwendungen, mitunter steuerte Bozwi etwas zum Lebensunterhalt bei. Aber schon die monatliche Miete für die Holzhütte war ein Albtraum, mehr noch der Vermieter. Vorsichtshalber hatte sie den mündlich vereinbarten Betrag auf Empfehlung eines Freundes nochmals handschriftlich zu Papier gebracht. Dies sollte für ein Jahr gelten, der Vermieter unterschrieb es sogar. Zwei Wochen später forderte er deutlich mehr Miete – was sind Verträge wert? Wegen einer solchen Vertragsverletzung die Justiz aufzusuchen? Nein, das ist sinnlos. Entweder man zahlt – oder man sucht sich etwas Anderes. Sie ärgerte sich noch immer über die Unverschämtheit dieses Mannes, während Bozwi diese Forderung mit Gleichmut akzeptierte. Lolendo schluckte ihren Ärger hinunter, das Angebot ihres Liebhabers war wichtiger, ja lebens­entscheidend. Sollte sie möglicherweise bis zu ihrem Lebensende in einer solchen Hütte ihr Dasein fristen oder besser in der Sicherheit einer Drittfrau leben, zumindest in einem richtigen Haus, wo Essen und Trinken stets verfügbar sein werden?

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Großfamilien-Bande»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Großfamilien-Bande» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Großfamilien-Bande»

Обсуждение, отзывы о книге «Großfamilien-Bande» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x