Joachim Oelßner - Großfamilien-Bande
Здесь есть возможность читать онлайн «Joachim Oelßner - Großfamilien-Bande» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Großfamilien-Bande
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Großfamilien-Bande: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Großfamilien-Bande»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Der Weg nach Europa erscheint nicht nur als Flucht vor Armut, er stellt ebenso eine Abkehr von überlebten Sitten und Gebräuchen dar.
Großfamilien-Bande — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Großfamilien-Bande», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Als die Dämmerung anbrach, verständigte sich Sapela mit ihrer Tochter, dass es Zeit zum Aufbruch war. Beide erhoben sich, um am Sarg für immer von dem Verstorbenen Abschied zu nehmen, danach wollten sie – wie üblich – bei der Familie auf Wiedersehen sagen. Viele der Trauergäste blieben sitzen, sie beabsichtigten, hier die Nacht in Trauer zu verbringen, andere nahmen ebenfalls die hereinbrechende Dunkelheit zum Anlass, um sich auf den Heimweg vorzubereiten. Sie erhoben sich, um sich zu verabschieden.
Einige Familienangehörige des Verstorbenen, darunter seine Schwester und Erstfrau von Mateyas Mann, standen ebenfalls auf, um die Gäste zu begleiten. Unter ihnen war auch Mimi, die fast erwachsene Tochter der Erstfrau. Sie arrangierte wie die anderen Frauen, so Mateya und Sapela, noch etwas an ihren Sandalen und erhob sich. Es blieb nicht aus, dass manche Hand, auch die von Sapela, den Sand berührte und ein wenig schmutzig wurde.
Völlig unvermittelt schrie Mimi auf dem kurzen Weg zum Sarg grell auf. Sie beschuldigte lautstark Sapela, Sand von ihrem Fußabdruck genommen zu haben.
Die Angeschriene erstarrte. Sie öffnete ihre schmutzige, aber leere Hand. Mimi schrie sie zornig an, dass sie soeben den Sand fallen gelassen habe. Sie kreischte wie verrückt, dass die Alte sie offenbar umbringen wolle. Sie habe es auf ihre Familie abgesehen, sie sei in ihren dunklen Absichten entlarvt und müsse getötet werden. Dabei ging sie hin und her, zeigte auf Sapela und beschimpfte sie als alte Hexe, bösen Geist, Unglück in Person. Mit dem anklagenden Geschrei provozierte sie einen Auflauf der Trauergäste. Wie von Sinnen sprach Mimi weiter auf die Anwesenden ein, dass diese Alte sie töten wolle, der Rest des Sandes in ihrer Hand sei der Beweis.
Entgeistert und völlig verschreckt ging Sapela einige Schritte zur Seite; alle wechselten erschrocken ihre Position. Mimi griff nun ihrerseits in den Sand, um diesen, wie sie vermutete, von Sapelas Fußabdruck zu nehmen, während sie Sapela weiter beschuldigte, sie töten zu wollen. „Sie missbraucht die Trauerfeier für meinen Onkel, um mich zu töten! Vielleicht hat sie auf mysteriöse Weise sogar meinen Onkel getötet! Dieser Alten ist alles zuzutrauen!“, tobte sie zornerfüllt. Einige Trauergäste nahmen offenbar diese Anschuldigungen ernst. Sie rotteten sich zusammen und diskutierten heftig das Für und Wider dieser Klage. Andere forderten dagegen die Anwesenden zur Mäßigung auf.
Sapela verschlug es die Sprache, sie war nicht in der Lage, das alles so schnell zu verarbeiten und zu erfassen; sie war sich in diesem Augenblick auch nicht der Gefahr bewusst, in der sie schwebte.
Mateya reagierte schneller: Sie warf der Schreienden vor, eine gemeine Verleumderin zu sein, die Hände ihrer Mutter seien zwar vom Anziehen der Schuhe nicht sauber, sie habe jedoch keinen Sand in ihren Händen gehabt, nur die ihrigen seien wahrhaft dreckig.
Mimi rastete daraufhin aus. „Ich werde einen Nganga-Nkisi aufsuchen, deine Mutter wird ihrer gerechten Strafe nicht entgehen“, drohte sie und gebärdete sich wie von Sinnen.
Das Durcheinander nutzend ergriff Mateya ihre Mutter, zog sie aus dem Gedränge. Schnellen Schrittes verließen sie das Grundstück. Erst an der nächsten Querstraße gönnte Mateya Sapela eine Pause. Die alte Frau war nicht nur völlig außer Atem, sondern auch seelisch völlig erledigt.
„Du weißt doch, was das bedeutet, Sand vom Fußabdruck einer Person zu nehmen?“
Mateya nickte nur, sie kannte diese magische Handlung, bezweifelte aber deren Wirksamkeit. Gleichzeitig wusste sie, dass der Glaube der Menschen daran das wirklich Gefährliche war. Auf der Trauerfeier waren einige Gäste offenbar tatsächlich bereit gewesen, ihre Mutter wegen einer solchen Handlung zu töten, nur einige hielten das scheinbar genauso wie Mateya für Unfug und hatten sich dagegengestellt.
Den Weg zu ihrer Parzelle legten sie schweigend zurück. Zu Hause angekommen ließen sie sich erschöpft auf ihren Stühlen nieder. Beide waren von dem Erlebten aufgewühlt, anfänglich sprachlos.
„Entschuldige, Mutter. Wenn ich nur im Ansatz geahnt hätte, welche Gefahren dort auf dich warteten, wäre ich niemals mit dir dorthin gegangen. Allein aber auch nicht. Diese Mimi ist so unglaublich infam, ich verstehe es nicht.“
„Was ist daran unverständlich? Sie wollen keinerlei Kontakt zu uns, wir sind für sie Nichts oder weniger als das. Und dein famoser Mann? Der ist auch nicht besser! Du weißt genau, dass er sich bei mir als unverheiratet vorgestellt hat, dabei hatte er sogar schon mehrere Frauen, von seinen Liebschaften rechts und links am Wege will ich gar nicht reden.“
Beide schwiegen, und im Stillen musste Mateya ihrer Mutter recht geben.
Nach ein paar Minuten lächelte Sapela plötzlich böse. „Ich bin gespannt, ob diese Frau wirklich zu einem Nganga-Nkisi geht und was dann passiert. Ich hatte jedenfalls keinen Sand ihres Fußabdruckes in meinen Händen. Da kann ich mich ganz entspannt zurücklehnen. Zwar hat diese Mimi sich noch einmal gebückt und Sand aufgehoben, aber ich denke nicht, dass es Sand von einem Abdruck meiner Füße war.“ Sie schwieg einen Augenblick. „Jedenfalls war das heute unser letzter Kontakt zu dieser Familie“, erklärte sie Mateya entschlossen. Auch wenn du deinem Mann weitestgehend zu Willen sein musst, schleppe niemals, wirklich niemals, irgendjemanden aus der Sippe der Erstfrau hierher auf mein Grundstück!“
Nach der Flucht von Sapela und Mateya von der Trauerfeier beruhigte sich dort langsam die Situation, schließlich ging es ja um den aufgebahrten Toten. Auch Mimi beruhigte sich, zumindest äußerlich.
Die Mutter dankte Mimi, dass sie dieses Weib, die letzte Errungenschaft ihres Mannes, vertrieben habe. „Die sind wir los, für immer und ewig.“ Nach ein paar Momenten fragte die Mutter Mimi zögerlich, ob sie wirklich zu einem Nganga-Nkisi gehen wolle. „Der Sand in deiner Hand, ist tatsächlich von Mateyas Mutter?“
„Was denkst du denn? Als diese Alte den Sand fallen ließ, habe ich mir die Stelle gemerkt. Später hob ich den Sand dort auf, wo die Alte bei meiner Attacke gestanden hat. Ich habe diesen in eine Dose gefüllt; wenn mein Onkel bestattet sein wird, werde ich mich an einen Nganga-Nkisi wenden. Ich denke, dass du einen Erfahrenen kennst.“
„Ja, Mimi, mir ist ein ausgezeichneter Nganga-Nkisi gut bekannt, schon oft habe ich ihn besucht. Er gab mir immer gute Ratschläge oder half, meinem Willen Nachdruck zu verleihen. Dieser Fetischeur ist bekanntermaßen eng mit einem Ndoki verbunden. Gehe bitte nur zu ihm, wenn du sicher bist, dass der Sand von dem Fußabdruck der Alten stammt“, forderte die Mutter von Mimi.
Eine Woche nach der Beisetzung von Mimis Onkel ging Mimi mit ihrer Mutter zu dem empfohlenen Nganga-Nkisi. Herzlich begrüßte der seine alte und gut zahlende Kundin.
Mimi erläuterte ihm den Vorfall mit der Mutter einer Frau ihres Vaters während der Trauerfeierlichkeiten für ihren Onkel. Sie entrüstete sich nochmals über das dreiste Verhalten dieser gefährlichen Alten. Dabei überreichte sie dem Nganga-Nkisi die Dose mit dem Sand des Fußabdrucks.
Ihr Gegenüber nahm das kleine Behältnis entgegen, prüfte gewissenhaft den Inhalt und begann mit seinen Zeremonien. Einen kleinen Teil des Sandes warf er ins Feuer, einen weiteren Teil vermengte er mit irgendeiner Flüssigkeit, von der er wiederum einen Teil dem Feuer übergab.
Gespannt verfolgten die drei, was sich in dem gegenüber der Sitzgruppe aufgestellten Spiegel tat. Mimi und ihre Mutter erwarteten, dass dort das Bild von Sapela auftauchen würde. Nur langsam setzte sich das Bild zusammen – und dann war es eindeutig Mimi, die zu sehen war.
Mimi schaute fassungslos in den Spiegel, ihre Mutter schrie auf und forderte den Nganga-Nkisi auf, die Zeremonie rückgängig zu machen. Von Angst um ihre Tochter beherrscht, bot sie ihm unglaubliche Summen an.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Großfamilien-Bande»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Großfamilien-Bande» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Großfamilien-Bande» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.