Joachim Oelßner - Großfamilien-Bande
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Der Weg nach Europa erscheint nicht nur als Flucht vor Armut, er stellt ebenso eine Abkehr von überlebten Sitten und Gebräuchen dar.
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Die Enkelin lauschte andächtig den Ausführungen der Großmutter und vergaß die Zeit. „Es ist Zeit schlafen zu gehen, Makanisi, einen anderen Abend erzähle ich dir den unerquicklichen Rest.“
Als Makanisi am nächsten Morgen erwachte, erinnerte sie sich, geträumt zu haben, aber nicht von was. „Sicherlich von meinem unbekannten Onkel Mayele“, meinte sie unsicher zu sich selbst. Der Wunsch, der sich schon immer in ihr regte, diesen seltsamen Onkel kennenzulernen, wurde mit Großmutters Erzählungen immer intensiver. Sie wollte unbedingt herausbekommen, wo dieser Onkel Mayele in Kinshasa wohnen könnte. Onkel Makambo brauchte sie sicherlich nicht zu fragen. Beiläufig fragte Makanisi eines Tages ihre Mutter und war schon erstaunt, dass sie überhaupt eine Idee hatte, wo er wohnen könne. „Das ist in Binza, aber nicht in so einem großen Haus. Dort, wo die Tischler ihre Werkstätten und Verkaufsstände haben, dort irgendwo gegenüber“, äußerte sie. Makanisi dankte entmutigt ihrer Mutter und fragte sich, wie sie bei dieser Beschreibung ihren Onkel finden könne. „Weiß die Großmutter wirklich nicht, wo ihr Sohn zu finden ist? Ist das vorstellbar?“ Sie beschloss bei nächster Gelegenheit, sie nochmals zu befragen, vor allem auf ihre mütterlichen Gefühle zu bauen.
Nach etwa drei Wochen ergab sich endlich erneut für Makanisi die Gelegenheit, die Großmutter nach dem Fortgang der Geschichte zu befragen.
„Als Makambo damals seine Anstellung verlor, unterstützte ihn Mayele. Beide waren anders, im Aussehen, vor allem aber in ihren Charaktereigenschaften, sie unterhielten jedoch ein normales Verhältnis. Mayele ist klein, geschmeidig, scharfzüngig und intelligent. Makambo ist stark gebaut, strebsam, bodenständig und hat seine Hochschule mit gutem Erfolg beendet. Mittlerweile lebt auch Mayele mit einer Frau zusammen und hat Kinder. Doch dann passierte diese schlimme Sache: Der älteste Sohn von Makambo verstarb, eines morgens lag er leblos im Bett. Selbst der Arzt konnte nicht genau die Todesursache benennen. Er war etwa so alt wie du jetzt, ein munterer, kluger und sportlicher Bursche. Sein Tod hat uns alle zutiefst erschüttert, zuallererst seinen Vater. Er war wie von Sinnen. Bald darauf gab es diese verhängnisvolle Familienberatung. Makambo als Familienoberhaupt beschuldigte im Verlaufe der Diskussion vor allen Verwandten seinen Bruder Mayele, als Ndoki seinen Sohn getötet zu haben. Er habe seine Seele entwendet und gefressen, dann ist er verstorben. Sein Rauswurf aus dem Priester-Seminar, seine spätere Zwangsverpflichtung zur Armee, aber auch seine ‚Yaka tovanda‘-Ehe („komm und setz dich“, Umschreibung für eine wilde Ehe) bewiesen dies. Ich sehe noch heute das verdutzte Gesicht meines Sohnes vor mir: Mayele starrte entsetzt auf seinen Bruder. Nach einer ewig langen Minute sah ich wie alle anderen eine Wandlung seiner Mimik in ein überrascht-ungläubiges Gesicht und, Makanisi, du glaubst es nicht, er fing auf einmal an zu lachen. Er erklärte danach der Familie mit ernstem Gesicht, dass ihm der Tod des Sohnes seines Bruders nahe gehe, ihn unendlich leidtue und Makambo sowie seine Frau sein Mitgefühl haben. Plötzlich wechselte erneut seine Mimik ins Komische und er meinte, dass die Idee mit dem Ndoki genial und zugleich lustig sei. Laut und deutlich sagte er der Familie: ‚Jawohl ich bin ein Ndoki‘! Dabei schnitt er wüste Grimassen, gestikulierte wild mit den Armen, lachte – und ging. Damals brachen wir alle Beziehungen zu ihm ab. Wir haben einen Ndoki in der Familie, das ist schlimm. Wir verheimlichen das, niemand darf es außerhalb der Familie wissen. Das gilt auch für dich, sage es niemals weiter! Bring uns kein Unglück!“
„Großmutter, vielleicht glaubt er gar nicht an die Bandoki, für ihn ist das alles nur Unsinn? Das würde seine Reaktion erklären!“, erwiderte Makanisi vorsichtig. Sie wollte ihrer Großmutter nicht sagen, dass sie das für traditionellen Aberglauben hält.
„Mädchen, diese Bandoki gibt es, man sollte sie niemals provozieren! Sie sind gefährlich, äußerst gefährlich! Auch wenn es mein Sohn ist, niemals kann jemand eine Beziehung zu einem Ndoki unterhalten, nie! Unter keinen Umständen!“, unterstrich die Großmutter.
Makanisi gab es auf, weiter mit diesem Anliegen in Großmutter einzudringen. Ebenfalls verzichtete sie, nach der Adresse von Onkel Mayele zu fragen. Vielleicht ergibt sich irgendwann die Möglichkeit, in den wenigen Unterlagen der Großmutter zu suchen. Sie dankte Großmutter Dalida, dass sie ihr die Geschichte überhaupt erzählte. Eine so schlimme Geschichte der Familie werde sie für sich behalten.
Endlich war Makanisi allein auf dem Grundstück. Es gab wegen Erkrankung ihres Lehrers Schulausfall, Großmutter war beim Arzt, Mutter auf dem Markt, die anderen Lehrer waren glücklicherweise gesund und unterrichteten ihre Geschwister. Sie wusste, dass Großmutter ihre persönlichen Dinge, vielleicht auch ihre Geheimnisse, in einem kleinen Koffer aufbewahrte. Aber wo war der Schlüssel? Gepackt von ihrer Neugierde, die Adresse des Onkels zu finden, suchte sie an den entlegensten Stellen nach dem Schlüssel, aber ohne Erfolg. „Er muss dort sein, wo sie leicht dazukommt, sicherlich nicht unter dem Schrank oder wo ich noch gesucht habe“, sagte sie sich. Ihr Blick fiel auf eine abgegriffene Büchse auf der Kommode. Sie ging hin und entdeckte tatsächlich einen Schlüssel. Sie zog unter dem Bett Großmutters Koffer hervor und hatte Glück. Der Schlüssel passte, der Kofferdeckel sprang auf. Hier befanden sich die Geheimnisse von Großmutters langen Leben und vielleicht sogar irgendwelche Reichtümer. Als erstes fielen ihr einige seltsame Fotos in die Hände. Erst verstand sie nicht, was an ihnen seltsam war, doch dann begriff sie: Auf den Familienfotos war irgendwas oder irgendwer weggeschnitten worden. War es vielleicht Onkel Mayele? Andere Fotos hatten ein Loch, genau dort, wo der Kopf war. Waren es Verstorbene oder wieder Onkel Mayele? In dem Koffer fand sie noch einen dicken Briefumschlag mit vielen Dollarnoten, den sie verwundert ordentlich zurücklegte. In einer Einlegemappe entdeckte sie seltsame Dokumente: Obenauf lag ein Passagierschein vom Beginn der fünfziger Jahre zum Betreten des Stadtteils Ngombe von Leopoldville, wie Kinshasa früher hieß, für irgendeinen Kongolesen. Sie nahm sich vor, jemanden zu fragen, was das bedeutet. Sie schaute sich auch die anderen Blätter an: Es waren Geburtsurkunden, als Mutter war stets die Großmutter eingetragen, aber es gab drei verschiedene Väter für ihre fünf Kinder. Onkel Makambo und Onkel Mayele hatten unterschiedliche Väter! Mayeles Vater war auch der Mann auf dem Passagierschein für Ngombe. Makanisi war so aufgeregt über diese Entdeckung, dass sie vergaß nach dem Vater ihrer Mutter zu suchen. Nun fiel ihr wieder ein, was eigentlich ihr Anliegen war: Die Adresse von Onkel Mayele. Ganz unten im Koffer entdeckte sie einen weiteren sehr abgegriffenen Briefumschlag, den sie neugierig inspizierte. Sie fand darin die fehlenden Teile von den abgeschnittenen Fotografien, sogar einige aus den Fotos herausgeschnittene Köpfe fielen aus dem Umschlag heraus. Interessiert betrachtete sie ein Foto eines unbekannten Mannes, ist das vielleicht der unbekannte Onkel? Aufmerksam musterte sie das Foto, konnte aber aus seiner Haltung und seinem Gesicht keine Charaktereigenschaften herauslesen. Wenn sie ihn kennenlernen wollte, musste sie seine Adresse finden. Alles hatte sie mittlerweile in Eigenschein genommen, aber ergebnislos. Zufällig drehte sie den Umschlag mit den Resten der abgeschnittenen Fotos herum, da sah sie eine Adresse. Diese könnte sogar in der Gegend sein, die Mutter ihr beschrieben hatte. Schnell notierte sie sich die Anschrift und beschaute sich nochmals den Umschlag und die Schrift. Ihr schien es, als ob Tropfen darauf gefallen wären, könnten es Großmutters Tränen gewesen sein? Makanisi packte alles wieder säuberlich ein, stellte den Koffer zurück an seinen Platz und legte den Schlüssel in die abgegriffene Büchse zurück.
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