Joachim Oelßner - Großfamilien-Bande
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Der Weg nach Europa erscheint nicht nur als Flucht vor Armut, er stellt ebenso eine Abkehr von überlebten Sitten und Gebräuchen dar.
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Nun musste der nächste Schritt in Angriff genommen werden. Wie kommt sie von Kikwit nach Kinshasa? Es besteht eine Busverbindung, aber sie kann nicht einfach ohne Grund in die Hauptstadt fahren. Ihre Freundin hat jedoch enge Verwandte in der Hauptstadt, die sie stets in den großen Ferien besucht. Mit ihr mitzufahren würden Mutter und Großmutter sicherlich gutheißen. Einen Vater braucht sie nicht zu fragen, der hat Mutter vor Jahren verlassen und es gibt keinerlei Kontakt zu ihm. Die Freundin war zugleich froh, eine Begleiterin zu haben, also stand in den Ferien einer Reise in die Hauptstadt nichts im Wege. Leider musste sie noch einige Monate bis zu dieser Reise warten.
Immer wieder fragte sich Makanisi, wie sie mehr über die Männergeschichten ihrer Großmutter in Erfahrung bringen könnte. Manche Freundinnen lebten in Familien, wo der Vater zwei oder drei Frauen verheiratet war, andere Eltern lebten offiziell zu zweit, aber ihre Großmutter? Als die Gelegenheit günstig war, fragte Makanisi, wie ihre Hochzeit gewesen wäre.
Großmutter blühte sichtlich auf und erzählte von einer tollen Hochzeit mit vielen Gästen. Die Familie des Mannes habe auch ein gutes Brautgeld bezahlt. „Ach, ich war glücklich damals! Aber bald danach fing der Streit an. Dieser Parzelle hier gehört mir, ererbt von meinen Eltern. Die Familie meines Vaters lebte in einer anderen Provinz, vielleicht im großen Wald, jedenfalls bestanden keinerlei Kontakte zwischen uns. So gab es auch keine Ansprüche von ihnen auf die Parzelle, auch nicht mittels Drohungen und Geisterbeschwörer. Ich wollte hier nicht weg, um mich von der Mutter meines Mannes in einer anderen Stadt herumkommandieren zu lassen! Auf dem Markt von Kikwit war ich bekannt für meinen gesalzenen Fisch, verdiente damit immer mehr Geld. Warum sollte ich das alles wegwerfen? Er wollte, dass ich die Parzelle verkaufe! Hätte ich sie verkauft, wäre das Geld zur Familie des Mannes gewandert! Nein, ich bin doch nicht dumm! Es kam, wie es kommen musste, er verließ mich. Naja, es gab noch andere Männer, einer liebte zu sehr den Alkohol, bis ich ihn davonjagte. Aber die Kinder gehörten mir, da war ich kompromisslos! Alle meine Kinder erlernten einen Beruf, einige studierten sogar! Makanisi, heiraten ist was Schönes – die Unabhängigkeit aber auch!“
Makanisi hörte aufmerksam zu, war stolz, dass Großmutter ihr solche Dinge anvertraute, fühlte zugleich, dass sie das alles noch nicht völlig erfasste. Jedenfalls war Großmutter eine starke, selbstbewusste Frau. Dennoch traute sie sich nicht, nach Onkel Mayele oder gar nach seinem Vater zu fragen.
Die Monate vergingen, in den Ferien konnte Makanisi endlich nach Kinshasa reisen. Nach einigen Tagen weihte sie ihre Freundin in ihr Vorhaben ein, ihren verleugneten und verschollenen Onkel zu suchen. Falls sie ihn findet und über Nacht wegbleibt, würde sie versuchen, sie anzurufen. Vorsichtshalber steckte sie genügend Geld für ein Motorradtaxi ein. Ein Bus brachte sie in die Nähe der angegebenen Adresse, jedenfalls dort, wo die Tischler arbeiten. Eine Passantin wies ihr den Weg zu der Adresse. Sie musste mehrmals nachfragen, bis sie vor dem Haus ihres Onkels stand. Makanisi atmete noch einmal tief durch, bevor sie vorsichtig an die Tür klopfte. Eine Frau öffnete, Makanisi stellte sich vor und bat zögerlich, Herrn Mayele zu sprechen.
„Mein Mann ist auf Arbeit, er müsste bald hier sein. Um was geht es denn?“, fragte die Frau.
„Herr Mayele ist mein Onkel, den ich noch nie getroffen habe. Ich sehe keinen Grund, warum ich ihn nicht kennenlernen sollte“, erwiderte Makanisi ein wenig trotzig.
Die Frau lächelte und bat sie herein, brachte ihr auch ein Glas Wasser. Aus einem Nachbarzimmer erschienen zwei Mädchen und ein Junge etwa in ihrem Alter. Schnell kamen sie ins Gespräch und schwatzten über Schule und Musik. Makanisi merkte nicht, wie ihr Onkel, der von seiner Frau bereits über den außergewöhnlichen Besuch informiert worden war, leise das Zimmer betrat. Erst als die Kinder lautstark ihren Vater begrüßten, bemerkte Makanisi ihn. Ehrerbietig, so wie es sich gegenüber einem unbekannten Onkel geziemt, stellte sie sich vor. Herzlich nahm er sie in den Arm, gab ihr drei obligatorische Wangenküßchen und fragte, wie sie ihn gefunden habe.
„Ich gehe nicht davon aus, dass deine Leute in Kikwit von diesem Besuch wissen!“
Makanisi begann ihm die Geschichte zu erzählen, so wie sie sie von seiner Mutter gehört hatte. Aber schon beim Priesterseminar wurde sie vorsichtig, da seine Kinder zuhörten.
„Erzähl ruhig weiter, meine Kinder kennen diese Geschichte. Sie wissen, dass ich ein Ndoki bin! Erschrocken schaute sich Makanisi um, aber dieses Wort löste keinerlei Reaktionen bei den Kindern aus. Also erzählte sie weiter bis zum Tod des Kindes seines Bruders.
„Ja, das ist alles im Großen und Ganzen so gewesen. Was hätte ich damals auf den Vorwurf, dass ich ein Ndoki sei, antworten können? Abstreiten hätte auch nichts geändert. Also habe ich den Schwachsinn verkündet, dass ich ein Ndoki sei! Und alle glaubten es! Auf einen solchen Vorwurf gibt es keine Antwort. Dass meine Mutter solchen Unsinn von meinem Bruder widerspruchslos hinnahm hat mich sehr getroffen. Naja, sie ist eben eine andere Generation. Warum akzeptieren mein Bruder und meine Schwester diesen Aberglauben? Na gut, dann bin ich eben ein Ndoki, mein Bruder kann sich ungehindert als Familienchef aufspielen und ich habe meine Ruhe vor ihm und allen anderen, die noch hinter meinen Geschwistern stehen!
„So mutige Makanisi, heute hast du die einmalige Gelegenheit, einen Ndoki zu besichtigen“, lachte der Onkel und Makanisi stimmte in seine gute Laune ein.
Nun bat Onkel Mayele Makanisi von sich, von Mutter und Großmutter zu erzählen, was sie auch gern tat. Zwischendurch fragte sie ihren Onkel, ob es möglich wäre, bei ihrer Freundin anzurufen, es wäre ja schon spät.
„Ein Anruf ist kein Problem, wenn Diebe nicht wieder die Telefonkabel gestohlen haben. Bald ist es dunkel, besser du übernachte hier bei deinem Ndoki-Onkel als in der Dunkelheit ein Motorradtaxi zu nutzen“, was Makanisi einen klitzekleinen Moment zusammenfahren ließ. Der Onkel wählte die Nummer und hielt Makanisi den Hörer hin. Erschrocken griff sie zu, das erste Mal in ihrem Leben hielt sie so ein seltsames Ding in der Hand. Sie hörte die Stimme des Onkels ihrer Freundin, sie erklärte, wo sie war und über Nacht bleiben werde.
„Jetzt habe ich das erste Mal telefoniert“, meinte sie erstaunt und überrascht.
„So ist das, Makanisi! Das Leben ist eine stete Abfolge von ersten Malen! Jeder Tag ist einmalig, erst recht was wir tagsüber anstellen! Jetzt haben wir genügend Zeit zu reden. Ich freue mich jedenfalls riesig, dass meine Mutter wohlauf ist. Offenbar weiß sie noch immer, was sie will! Sollte eines Tages irgendwie das Gespräch auf meine Person komme, dann sage bitte deiner Großmutter, dass ich sie vermisse …“
Makanisi sah, dass Onkel Mayele seine Tränen unterdrücken musste. Er sagte nur, dass sie ihn immer unterstützt habe, selbst als ich ihre Träume von einem Priester in der Familie zerstörte. Glücklicherweise kamen seine Frau und die Kinder mit dem Essen herein. Es gab Fufu von Maismehl, Pondu und gebratene Leber, was Makanisi seit ewigen Zeiten nicht mehr gegessen hatte.
Am Tisch saß Makanisi ihrem Onkel gegenüber und dachte an Großmutters Beschreibung ihres verlorenen Sohnes. Ja, er ist körperlich klein, sicherlich geschmeidig, freundlich und offenbar ein netter Vater. Er ähnelt diesem Mann mit der seltsamen Erlaubnis, Ngombe zu betreten. Was es damit auf sich hat, würde sie ihn nach dem Essen fragen!
Verlegen begann sie nach dem Essen zu erzählen, dass sie einmal ein ganz klein wenig in Großmutters Unterlagen gestöbert habe. „Eigentlich wollte ich nur deine Adresse finden, aber ich sah auch die Geburtsurkunden ihrer Kinder und ein Dokument, offenbar mit dem Namen deines Vaters und der Erlaubnis, das Stadtviertel Ngombe von Leopoldville zu betreten. Das verstand ich nicht.“
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