Gabriele Bärtels - Der chinesische Vogelhändler
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Ministermärchen
Es war einmal ein König, der hatte sieben Minister. Jeden hatte er sorgfältig ausgesucht, denn er wollte die Belange seines Reiches in die besten Händen legen. Für die Bildung des Volkes und die Kunst ernannte er einen Mann, der insgeheim sein Lieblingsminister war, denn er besaß mehr Witz und Fantasie als die anderen.
Dieser Minister war außerdem fleißig und ein Meister seines Faches. Nicht nur dem König, sondern auch sich selbst hatte er versprochen, seine Aufgabe bestmöglich zu erfüllen. Und das tat er Jahr um Jahr. Morgens in seinem Amtssitz war er der Erste, arbeitete sich durch komplizierte Gesetzesparagrafen, leitete endlose Sitzungen und stand den Regierungsmitgliedern Rede und Antwort, wenn sie seine Entscheidungen kritisierten. Das taten diese gern, denn er war ihnen ein leises, dauerndes Ärgernis. Er weigerte sich nämlich, die Ministerperücke aufzusetzen, welche die anderen sechs Minister selbstverständlich trugen, obwohl sie auf der Kopfhaut kratzte und bei Hitze schier unerträglich war.
Das Volk müsse einen Würdenträger doch auf den ersten Blick erkennen können, warfen sie ihm vor. Und dass er durch seine Weigerung den nötigen Respekt vor seinem Amt und dem König vermissen lasse. Bei jeder Audienz beschwerten sie sich darüber, doch der König winkte ab und sprach: „Seine Aufgabe erfüllt er besser als Ihr Eure.“ Solche Worte machten den perückenlosen Minister bei den Würdenträgern natürlich nicht beliebter. Dieser fühlte sich durch das königliche Lob doppelt verpflichtet.
Wenn den Sekretären abends die Erschöpfung aus allen Poren drang, ließ sich ihr Dienstherr noch in seiner bronzenen Kutsche (Gold war dem König vorbehalten) durch das Land fahren. Er eröffnete Schulen und Feste, verlieh Preise und hielt Lobreden auf herausragende Künstler. Keinen Tag, auch am Wochenende nicht, kam er vor Mitternacht nach Hause, und kannte seine Frau eigentlich nur noch schlafend.
Wenn er sich neben sie legte, dachte er selten daran, dass er einmal ein anderes Leben geführt hatte, eines, in dem Zeit keine Rolle spielte, weil sie nicht fehlte. Es war ein Leben mit Familie, Freunden, Reisen, Musik, Büchern und seinem Steckenpferd, der Entwicklung eines Wagens, der nicht von Pferden gezogen, sondern von einer Maschine betrieben wurde. Aber diese Jahre waren so verblasst, dass ihm nicht einmal mehr einfiel, woher seine Maschine eigentlich ihre Energie beziehen sollte. Sie stand verstaubt in einem Schuppen und rostete vor sich hin, genau wie eine wertvolle Geige, auf der er einmal recht eindrucksvoll gespielt hatte.
Wenn der Minister sich morgens, immer noch müde, seine Amtstracht anlegen ließ, ging ein Ruck durch ihn. Er richtete sich auf und sprach: „Ich bin ein Diener des Landes.“ Irgendwelche Träume, die er in der Nacht gehegt haben mochte, waren im Tageslicht verdunstet. Schon in der Kutsche auf dem Weg zu seinem Amtssitz legte ihm sein Sekretär die Eingaben, Anträge, Beschwerden und Dringlichkeiten vor, die am Tag zuvor unbearbeitet geblieben waren. „Ich müsste mich verdoppeln und verdreifachen“, lächelte der Minister seufzend, denn er lächelte gern und war viel zu höflich, um sich zu beklagen.
Am Nachmittag dann hatte er drei Reden in drei verschiedenen Städten zu halten, anlässlich der Eröffnung einer Volksschule, der Eröffnung eines Museums und der Eröffnung eines Theaters. Und er hastete durch den Tag, um alle Aufgaben zu erledigen, bis die Kutsche vorfuhr, die ihn von einem Termin zum anderen bringen sollte. Dem Kutscher befahl er, die Pferde anzutreiben, und so ratterten sie in Höchstgeschwindigkeit über matschige Landstraßen und krumme Kopfsteinpflaster, und er schaute nicht aus dem Fenster, sondern versuchte, sich seine Reden einzuprägen, um sie nicht durcheinanderzubringen. Beim Theater kam er trotzdem mit Verspätung an.
Dort wartete das neugierige Volk in Scharen auf ihn, wie überall, wo er auftauchte, denn das Land war groß und Minister selten. Doch gewöhnlich erkannte das Volk ihn nicht, bevor er an das Rednerpult trat, denn er trug ja keine Perücke. Deswegen hatte sich sein Sekretär angewöhnt, drei Schritte vor ihm herzulaufen und zu rufen: „Platz da! Der Minister kommt!“, obwohl das jenem nicht recht war. Doch heute war der Sekretär zufällig heiser und konnte gar nichts rufen.
Theaterleute sind bekanntlich ein buntes Volk. Unter ihnen gab es jugendliche Liebhaber, Harlekine, Prinzessinnen, sogar Artisten und Zauberer. Als der Minister sich unerkannt seinen Weg durch die wartende Menge bahnte, trat er versehentlich einem Paradiesvogel auf den Fuß. Dieser schaute überrascht auf und wollte schon „Du Depp!“ schimpfen, doch als er in die Augen des Ministers blickte, meinte er, in dem Fremden einen vertrauten Artgenossen zu erkennen, denn die Wimpern des Ministers waren derart lang geschwungen, dass sie gut und gern als Flügel durchgehen konnten. Unwillkürlich drang aus dem Schnabel des Paradiesvogels eine kurze Flötenmelodie, von der er gar nicht wusste, dass er sie beherrschte.
Den Minister durchfuhr bei diesen Tönen ein kleiner, schöner Schrecken, den er sich nicht erklären konnte. Für seine Ungeschicklichkeit entschuldigte er sich vielmals bei dem schillernden Vogel, bis der Sekretär ihn weiter drängte, hinein in das neu errichtete Theater, hinauf auf die Bühne, an das Rednerpult. Dort fasste er sich wieder und hielt genau die richtige Ansprache, wurde bejubelt und von den örtlichen Amtsinhabern gepriesen, denn für die hiesige Gastronomie war die Eröffnung ein Gewinn, zudem kamen zahlreiche Theaterleute in Lohn und Brot. Nur einen einzigen suchenden Blick nach dem Paradiesvogel mit den dunkelschimmernden Augen und dem Regenbogen-Gefieder erlaubte er sich. Er meinte, ihn im Halbdunkel an einer Wand gelehnt zu erkennen, doch es mochte auch eine Täuschung sein. Zehn Minuten später musste der Minister weiter, die dampfenden Kutschpferde waren gar nicht ausgespannt worden, sein Sekretär wies dreimal auf den Zeitverzug hin, und so hörte er zwar noch das Klatschen des Publikums, aber da war er schon an der Stadtgrenze, schneller, schneller zum nächsten, verspäteten Termin.
Der Paradiesvogel hatte allerdings im Halbdunkel an der Wand gelehnt, noch ganz im Bann des Augenblicks von eben und sehr verwirrt, dass der Artgenosse, den er zu erkennen geglaubt hatte, keiner war, sondern ein Mitglied der königlichen Ministerschaft. Er lauschte dessen witziger, fantasievoller Rede, lachte mit der Menge, beobachtete aber, dass der Redner sekundenlang so grau wurde wie die Mauer hinter ihm und so müde wie ein alter Hund. Er sah auch, mit welcher Entschlossenheit er sich wieder aufraffte.
Während das Theatervolk Wein trank und tanzte, weil es nun eine Heimat hatte, flatterte der Paradiesvogel nach draußen. Es begann schon dunkel zu werden, doch die Reifenspuren der ministrablen Kutsche erkannte er noch im Matsch. Rollen für Paradiesvögel waren in Theaterstücken selten, daher war er der Einzige, der hier keine Heimat finden würde. So breitete er die Flügel aus und flog zurück in sein Nest.
Dieses Nest befand sich hoch in einem Baum und war nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Das einzige, was der Paradiesvogel im Übermaß besaß, war Zeit, Fantasie und eine ihm selbst manchmal unheimliche Gabe der Erkenntnis. Er schaute an seinem Gefieder herab und fand, dass es einmal stärker geglänzt hatte, und hier und da einige Federn fehlten. Er fragte sich, wie lange es noch dauern würde, bis er einem gerupften Huhn glich. „Ich müsste gerettet werden“, flötete er so leise, dass es unten auf der Erde kaum noch zu hören war. Früher hatte er mal laut gesungen, denn auf seine Weise wollte er auch ein Diener des Landes sein, doch darüber hatten sich zu viele Leute beschwert. Früher hatte er außerdem öfter gesagt, was er erkannte, das mochten die Leute ebenfalls nicht, obwohl solche Wahrheiten ihnen womöglich weitergeholfen hätten. Sie hatten Beweise gefordert, die ein Paradiesvogel allein nicht erbringen konnte. Eine gewisse Trauer bemächtigte sich seiner, die schluckte er sofort herunter. Es war besser, sich ein fröhliches Lied auszudenken.
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