Peter Schmidt - Linders Liste

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Und der Kriminalautor Samuel Linder hat einen Krimi verfasst, in dem genau das beschrieben wird: nämlich wie zur Zeit der Frankfurter Buchmesse sieben Verleger ermordet werden, weil keiner von ihnen sein Manuskript gelesen hat. Der Titel: «Linders Liste» … Gerät der Autor damit auch schon in falschen Verdacht? Oder ist der Täter nur ein böswilliger Trittbrettfahrer und Nachahmer? – Einer der schillernsten, amüsantesten Kriminalromane der Gegenwart. Augenzwinkernd, boshaft, doppelbödig, mit ironischem Witz, wie er in unserer Literaturlandschaft selten ist. – PRESSESTIMMEN: "Peter Schmidt… landet mit «Linders Liste» (Rowohlt) den satirisch-kriminalistisch großen Wurf… (Hamburger Abendblatt)

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Dieser Slauters – übrigens der einzige Mensch, mit dem ich wieder reden konnte, nachdem ich mich in mein kanadisches Exil geflüchtet hatte. Sie ahnen wohl kaum, was das in meiner Lage bedeutete!

Er bewohnte den Pfahlbau nebenan, wir hatten denselben Vermieter, einen schon etwas debilen Mittsiebziger der gern zweimal die monatliche Miete kassierte, und im ersten Morgengrauen konnte ich drüben auf der überdachten Veranda manchmal Slauters altmodische Schreibmaschine klappern hören.

Sobald das Licht ausreichte, sah ich ihn mit seinen dünnen Storchenbeinen zum Ufer des Ottawa River hinunterstiefeln, um die Stockenten zu beobachten.

Er behauptete, es bringe ihn beim Schreiben auf neue Einfälle. Sie seien den Menschen so ähnlich – nur ehrlicher in ihren Äußerungen.

Ein beachtlicher Handwerker, dieser Slauters – aber wenn Sie mich fragen, welchen Rang er einmal in der Literaturgeschichte einnehmen wird – na ja …

Keine Frage, dass die Tätlichkeiten gegen Verleger in den letzten Jahren zugenommen hätten.

Er machte ihrer chronische Leseschwäche dafür verantwortlich, und wohl zu Recht. Wenn es vielleicht auch nur die halbe Wahrheit ist. So ein nächtlicher Schlag auf den Hinterkopf soll ja manchmal sogar die Denktätigkeit anregen.

Sie sehen, hochverehrte Frau Doktor, ich bin sehr ehrlich. Ich leugne gar nicht, dass ich, als meine Tantiemen aus „Gelber Flachs“ nach und nach zu versiegen begannen, durchaus jener mysteriöse (und niemals gefasste) Unbekannte hätte sein können, der seinem Verleger an einem finsteren Spätsommerabern am Stadtrand von Montreal einen derben Schlag auf den Hinterkopf versetzte (mit einem Baseballschläger, falls es Sie so genau interessiert).

Aber legen Sie das nicht gleich gegen mich aus. Wahrscheinlich befand er sich in einer ganz ähnlichen Lage wie ich:

Seine Manuskripte waren ungelesen zurückgesandt worden …

Er zehrte von den kümmerlichen Tantiemen seines letzten Erfolgsromans (sagen wir „ Gelber Flachs “ oder ein ähnlich eingängiger Titel), und vor die Alternative gestellt, sich im Ottawa River zu ersäufen oder seinem Widersacher ein wenig das Gehirn zurechtzurücken – was, nebenbei gesagt, auch noch beträchtlich Befriedigung und Erleichterung gewähren soll –‚ entschied er sich schweren Herzens für das letztere.

Wäre ich Staatsanwalt würde ich hier niemals leichtfertig eine Verbindung herstellen. Ich meine: nur weil die Anklage gegen mich gewisse zufällige Parallelen aufweist …

Analogieschlüsse sind in der Philosophiegeschichte schon die übelsten Fallgruben gewesen. Sie sollten das immer im Auge behalten, verehrte Frau Doktor.

Mag sein, dass wir Ritter des Geistes ein feineres Gespür für solche Zwischentöne besitzen. Wir haben einfach gelernt, dass der Weltenlauf nicht so simpel ist, wie uns einige Einfachgemüter weismachen wollen, sondern verschlungene Wege geht. Die Amöbe in der Wasserpfütze kennt nur zwei Richtungen: „hin zu …“ und „weg von …“ Oder einverleiben und selber einverleibt werden . Ich hoffe, dass sich der Verstand meines Richters nicht auf dieser groben Ebene bewegt … dass er zu differenzieren vermag!

Nehmen wir nur meine damalige Diskriminierung durch die Regenbogenpresse. Vermutlich haben Sie meine Unterlagen aufgeschlagen vor sich liegen und wissen, wovon ich rede?

Dann verstehen Sie auch, dass ich trotz des großen Erfolgs von „ Gelber Flachs “ aus Deutschland flüchten musste … Es blieb mir gar nichts anderes übrig, wenn ich diesen Blutsaugern entkommen wollte. Ich gab alles auf, was mir lieb und teuer war: mein Land, meine Sprache, meine Freunde.

Und das Delikt, gnädige Frau?

Als psychiatrische Gutachterin werden Sie dafür wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln übrig haben.

Ich bin sexuell gesehen so normal wie jeder andere. Aber was machte die Regenbogenpresse aus meinen harmlosen Griffen? Fünf Zentimeter hohe Schlagzeilen:

Greifer von München endlich gefasst! “ – „ Schenkelgriff “, „ Backengriff“

… das waren die Worte, mit denen man mein harmloses Vergnügen titulierte. Wenn es darum geht, die Feierabendbeschäftigung ehrbarer Bürger in den Schmutz zu ziehen, entwickeln diese Wortbanausen plötzlich beinahe sprachschöpferische Fähigkeiten.

Verehrte Frau Doktor, schon damals war meine Prostata so groß wie ein Golfball – und sie hat seitdem noch zugelegt!

Allein aus diesen schlichten physiologischen Gründen hätte es bei mir niemals zum Triebtäter gereicht.

Es war ein Steckenpferd ohne Folgen …

2

Mein Hang zum weiblichen Geschlecht bewegte sich also durchaus in harmlosen Bahnen.

Wer hätte von einem so simplen Tatbestand das Ende einer Schriftstellerkarriere erwarten können? Kein Lektor, geschweige denn Verleger las mehr meine Manuskripte …

Es war, als trügen sie alle das Kainszeichen des „Schenkelgreifers“.

Schon das Wort, hochverehrte Frau Doktor, jagt mir einen Schauder über den Rücken!

Ein Autor, der mit „ Gelber Flachs “ Anlass zu der Hoffnung gegeben hatte, er leite eine neue Ära des realistischen Kriminalromans ein – weit weg vom detektivischen Kreuzworträtsel und Welten entfernt von jenen Gärtnern, die zum fünfunddreißigsten Mal mit einem Messer im Rücken zwischen ihren Blumenbeeten gefunden werden –, hatte sich im Gedränge der Münchener Stadtbusse oder in der U-Bahn seinem lüsternen Hang überlassen.

Ein solcher Mensch konnte kein seriöser Autor sein.

Aber was war eigentlich passiert? Eine flüchtige Berührung, ein zögerndes Tasten. Sehen Sie, Frau Doktor: jede Stuhllehne, jede Haltestange in der Tram hätte der reinen Empfindung nach den gleichen Effekt haben können. Die Finger eines senilen alten Bocks dagegen …?

Nicht das Ergebnis, sondern die Gedanken waren es, die man mir zur Last legte.

Aber sind nicht die Gedanken bei uns angeblich so frei, dass niemand ihretwegen Repressalien befürchten müsste?

Als ich mich nach Kanada absetzte, um in der Abgeschiedenheit am großen Fluss meinen inneren Frieden wieder zu finden, ahnte ich noch nicht, dass die Verlegersippe eine große Familie ist. Fünf- oder zehntausend Meilen hindern sie keineswegs, sofort zum Telefon zu greifen, um Klatsch und Tratsch über den ganzen Erdball zu verbreiten.

Eher im Gegenteil: Die Entfernung scheint sie noch zu stimulieren.

„Linder?“, fragte der bleichgesichtige Vorzimmerlektor, der sich mir an der Korridortür zum Verlegerbüro in den Weg stellte, als ich bei Skripner in Montreal vorsprach. „Kann es sein, dass ich Ihren Namen schon mal gehört habe?“

„Das will ich doch stark hoffen“, erwiderte ich nachsichtig. „Gelber Flachs.“

Er schwieg und starrte mich mit allen Anzeichen des Entsetzens und der Verachtung an. Wahrscheinlich hatte er es im Bett nie weiter als bis zur Missionarsstellung gebracht, aber das stellte ihn haushoch über ein Individuum, das bei der Berührung eines jungen festen Frauenhinterns kosmischen Schauder empfand.

„Wir lesen‘s, glauben Sie mir, wir lesen‘s.“

„Ich habe nicht den Eindruck.“

„Was sollte uns daran hindern?“

„Meine ersten drei Manuskripte kamen ungelesen zurück. ‚Neuer Zorn’ und ‚Die Macht der Gerichte’ waren nicht mal aufgetrennt, als der Postbote sie mir zurückbrachte.“

„So? Na, dann kann‘s nur an unserer Arbeitsüberlastung gelegen haben.“

„Meines Wissens suchen Sie im Montreal Kurier krampfhaft mit ganzseitigen Anzeigen nach neuen Talenten?“

„Machen Sie doch eine Eingabe an das Büro des Verlegers, wenn Ihnen unsere Arbeitsweise nicht gefällt.“

„Ich hab‘s Skripner sogar auf den Frühstückstisch legen lassen.“

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