Achim Balters - Gegen den Koloss

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Die Menschen in Anfelden leben in einer Ausnahmesituation, weil sie wegen des Braunkohlentagebaus aus ihrer Heimat vertrieben werden. Sie erleiden einen Machtmissbrauch von Politik und Wirtschaft, der für sie empörend und unfassbar ist. Fast alle haben schon resigniert, doch bei manchen regt sich erbitterter Widerstand. Ihre Wut entzündet sich an der heimatvernichtenden und umweltzerstörenden Katastrophe, die der Braunkohlentagebau verursacht. Sie wehren sich vor einem Abgrund, wollen verteidigen, was für sie wertvoll ist. Es ist eine Art Krieg, der in Friedenszeiten gegen sie und viele andere skrupellos geführt wird. Die ungeheuren Zerstörungen, die er anrichtet, empört sie so sehr, dass ihr Widerstand radikaler wird. Wegen des beispiellosen Unrechts, das tief in ihr Privatleben eingreift, fühlen sie sich dazu berechtigt. Sie beugen sich nicht länger der Willkür der Mächtigen, sondern wehren sich gegen die menschenfeindlichen Zustände. Ihr Leben verändert sich dramatisch.

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Als würde es eine Beleuchtungsdramaturgie geben, fallen Sonnenstrahlen schräg durch die hohen, schmalen Fenster in die riesige Diele, schaffen Lichteffekte. Richard stellt seinen Aktenkoffer ab, stützt die Arme auf das Holzgeländer, blickt nach unten. Er spürt Leere. Wie sinnlos hier alles geworden ist! Endstation. Die Frau, die er einmal geliebt hatte, mutiert immer mehr zu einer Xanthippe. Und er? Nur noch ein enttäuschter und genervter Ehemann. Erst Anziehung, dann Abstoßung. Eine Bruchlandung der Gefühle. Was verbindet sie eigentlich noch? Öder Alltagstrott und sporadischer Sex. Dazu die unvermeidlichen Ehegewitter. Nicht mehr zu sanieren. Er sollte sich scheiden lassen. Das übliche Ehefiasko. Rien ne va plus. Aber halb so wild. Sie haben sich entzweit und werden sich auch nicht vermissen. Dass er seine Villa verliert, das macht ihm weitaus mehr zu schaffen. Dieser verdammte Braunkohlentagebau! Wenn er das gewusst hätte! Er nimmt den Aktenkoffer wieder in die Hand, und an moderner Kunst vorbei, geht er auf die weiße Kassettentür seines Zimmers zu. Fatalistisch atmet er lange durch den Mund aus. Ja, seine Mutter hat recht. Hier geht jetzt alles den Bach runter.

Das rechtwinklig geschnittene Wohn- und Esszimmer ist der größte Raum im 115 Quadratmeter großen Dachgeschoss, das nur Anna Lindner bewohnt. Panoramafenster, der Wechsel von geraden und schrägen Wänden, die Stützkonstruktion von weiß lackierten Balken und die geschmackvolle Möblierung verleihen dem Zimmer eine für Anna einzigartige Atmosphäre, die sie lange genossen hat. Doch das frühere Wohlbehagen, diese tiefe Freude, hier zu wohnen, kann sie nicht mehr empfinden. Es wurde abgelöst von einer Abschiedsstimmung, die ihr oft die Kehle zuschnürt. Etwas sehr Schönes, das nicht bleibt, sondern unrettbar verloren geht. Sie starrt von ihrem Sessel auf das nur wenig bewegte Grün der Baumkronen, überlässt sich peinigenden Gedanken, die wieder darum kreisen, dass sie von hier vertrieben wird. Auf einem kleinen Beistelltisch stehen eine Flasche Sherry und ein leeres Glas. Aufseufzend schenkt sie sich nach, trinkt.

Süß schmeckt er ja, etwas zu süß. Keiner wird’s merken. Richard würde schimpfen, denkt Anna. Eine Art Wärme durchrieselt sie. Langsam trinkt sie den Sherry, mehr am Glas nippend, um den Genuss auszudehnen und diese grässliche Bitterkeit in ihr zu überdecken. Sie blickt zur kleinen Uhr auf dem Sekretär, eine französische Antiquität, die ihr Richard zum 60. Geburtstag geschenkt hat.

Efferen müsste jetzt kommen. Schon fünf Uhr. Dieser Windbeutel. Der braucht nur den Mund aufzumachen, schon weiß man, dass er lügt. Lumpige 825000 hat er geboten. Wirklich ein starkes Stück. Unverkäuflich ist hier eigentlich alles.

Anna steht vom Sessel auf, legt die Hand auf die Rückenlehne, verharrt einen Moment. Nein, sie schwankt doch nicht, steht noch immer fest auf den Beinen. Sie geht zu dem Fenster auf der Seite des Zimmers, von wo aus sie weit nach Westen blicken kann. An der Blutbuche und den Ulmen vorbei sieht sie zu den Korn- und Maisfeldern, den Wiesen und Weiden mit dem kaum bewegten Schwarz-Weiß der Kühe, sieht bis zu dem sich dahinter erstreckenden Mischwald. Erstaunt reißt sie die Augen auf, presst die Lippen zusammen, hält die Luft an. Sekundenlang starrt sie dorthin, schüttelt dann unwillig den Kopf, wischt mit der Linken kurz über die Augen.

Was für ein Unfug! Das kann doch gar nicht sein. Es war bloß eine optische Täuschung. Wohl ein unscharfer Blick auf den Waldrand mit dem Strommast daneben. Ein paar Sekunden lang hat sie doch tatsächlich geglaubt, in der Ferne die Umrisse des verfluchten Schaufelradbaggers schon sehen zu können. Aber nicht mehr weit davon, vielleicht nur noch zwei Kilometer entfernt, so schätzt sie, frisst sich dieses Monstrum durch das Land, rückt unaufhaltsam weiter vor, wird bald hier alles in ein einziges riesiges Loch verwandeln.

Efferen, ein hoch aufgeschossener, hagerer Mann um die fünfzig, sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen Richard gegenüber auf einem Sessel. Sein freundlicher Gesichtsausdruck wirkt antrainiert, hat etwas Maskenhaftes. Die tief liegenden Augen unter seiner kantigen Stirn, die ausgeprägt hohen Jochbeine und der schmallippige Mund geben seinem Gesicht eine Härte, die nicht zu dem Dauerlächeln passt, das Richard mehr und mehr auf die Nerven fällt.

Je länger Efferen lächelt und redet, desto eisiger wird Richard. Salbungsvoll wie ein Pfaffe. Von dem lasse ich mich nicht einwickeln, denkt er. Dem werde ich’s zeigen.

«Glauben Sie mir», flötet Efferen mit sanft gefärbter Stimme. «Wir haben den Spielraum unserer finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft, wenn nicht sogar überschritten. Natürlich wissen wir den besonderen Wert ihres Hauses zu schätzen.»

«Das glaube ich kaum. Sie haben ein ganz anderes Maß als ich und die anderen Menschen hier», antwortet Richard ruhig und bestimmt wie jemand, der ohne Emotionen diskutiert. Er überlegt kurz. «Es ist das Maß von Besatzern.»

«So krass würde ich es nicht ausdrücken», antwortet Efferen mit beschwichtigender Geste. «Es ist doch alles rechtens. Die Landesregierung hat grünes Licht für den Tagebau in dieser Region gegeben. Und wir von der Energetik AG halten uns strikt an die Vorgaben.»

«Und diese Vorgaben sind nichts anderes als die Interessen von Energetik. Die Verflechtungen von Energetik und Landesregierung sind ja hinreichend bekannt. Mit politischer Rückendeckung geht der Braunkohle-Schwachsinn weiter. Aber darüber will ich jetzt nicht mit Ihnen diskutieren.»

«Warum auch. Wenn ich nicht irre, geht es uns beiden jetzt vor allem darum, eine Einigung wegen des Verkaufspreises zu erzielen.»

«Genau»

«Kurz gesagt, Herr Lindner, Ihre Preisvorstellung ist unrealistisch. Bedauerlicherweise. Aber wir können uns nur nach den objektiven Daten richten. Und die ergeben einen deutlich niedrigeren Verkaufspreis. Wir haben hier alles genau aufgelistet.» Er zeigt zu dem aufgeschlagenen Ordner, der neben anderen aufgeschichteten Papieren auf dem Glastisch liegt.

Richard blickt nur zu Efferen, der ihm jetzt wie eine Mischung aus Jesuit und Winkeladvokat vorkommt. Ist mit allen Wassern gewaschen. Ich muss aufpassen. Dem muss man sofort Kontra geben.

«Berechnungen, die alles andere als objektiv sind», antwortet er kühl.

Efferen blättert erst im Ordner, als würde er etwas suchen, lässt dann die Seiten so aufgeschlagen, wie sie schon vorher lagen. Er atmet hörbar aus, sieht Richard mit einem Ausdruck des Bedauerns an.

«Wir kommen Ihnen wirklich entgegen, Herr Lindner. Aufgrund unserer neuen Objektanalyse können wir Ihnen jetzt 875000 Euro bieten. Wir haben unser Anfangsangebot also um 50000 Euro aufgestockt.» Er wirft einen kurzen, taxierenden Blick auf Richard, der keine Miene verzieht. «Mitentscheidend dafür», fährt er fort, «war das Gutachten des Amtes für Denkmalschutz, das uns detaillierte Angaben zu dem besonderen Wert Ihrer Immobilie machte. Und wir haben natürlich auch ihre damaligen Investitionen mitberücksichtigt, die für die Sanierung und Restaurierung Ihrer Jugendstilvilla notwendig waren. Wir haben großzügig gewisse Wertminderungen herausgerechnet. Und auch aufgerundet. Unser neues Angebot müsste sie zufriedenstellen. Wirklich ein fairer Preis.»

«Das ist kein fairer Preis, sondern eher ein Dumpingpreis. 875000 Euro sind auf jeden Fall zu wenig.»

«Viel zu wenig», fügt Anna hinzu, die mit einem Tablett das Wohnzimmer betritt.

«Ah, schönen guten Tag, Frau Lindner», sagt Efferen übertrieben freundlich.

«Tag. Möchten sie einen Kaffee?», fragt Anna grantig.

«Gern. Sehr freundlich», antwortet Efferen unbeirrt lächelnd.

Anna stellt drei Tassen und eine Kanne auf den großen Glastisch, schenkt Kaffee ein. Sie setzt sich neben Richard auf die Couch, starrt Efferen wie einen Gegner an.

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