Karim Akerma - Antinatalismus

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Das vorliegende Antinatalismus-Handbuch dokumentiert und erörtert die Einsicht in das Nichtseinmüssen von Menschen als einen Gewinn von Freiheit gegen biosozionome Vorgaben. Und es verfolgt die ethische Absicht, fortzeugungswillige Leser davon zu überzeugen, dass es besser ist, nicht so zu handeln, dass neue Menschen zu existieren beginnen. Fortzeugungskritische Leser will es in ihrer antinatalistischen Haltung bestärken. Zu diesem Zweck bietet das Handbuch eine Vielzahl von Argumenten, Neologismen und Stellungnahmen zur Natalität aus Jahrtausenden auf. Auch wenn diese Stellungnahmen häufig gleichsam nur im Vorhof des Antinatalismus stehen, belegen sie doch, dass das Kulturwesen Mensch immer schon eine kritische Haltung gegen das biosoziale Radikal der Fortpflanzung einzunehmen wusste. Der von uns vertretene Antinatalismus ist universal, indem er alle leidfähigen Wesen berücksichtigt: Es ist zumeist besser so zu handeln , dass kein weiteres leidfähiges Tier zu existieren beginnt. Hier berührt sich der humanistische Antinatalismus mit dem ethischen Vegetarismus.

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Nietzsche (1844–1900)

Um die negative Daseinselastizität des Menschen, die ihn sich rasch an die unmenschlichsten Zustände anpassen und sie gutheißen lässt, wusste auch Nietzsche:

„Bescheidenheit des Menschen. – Wie wenig Lust genügt den meisten, um das Leben gut zu finden, wie bescheiden ist der Mensch!“ (Nietzsche Werke in drei Bänden, Bd. 1, S. 881) Diese von Nietzsche Bescheidenheit genannte Daseinselastizität ist es, die den Antinatalismus häufig wie ein exotisches Öl an den Wassermühlen des Lebens abprallen lässt. Als einer der schärfsten Kritiker christlicher Elendsbereitschaft ist Nietzsche nolens volens latenter Antinatalist. Zieht man von seinen Äußerungen zur Conditio in-/humana das Theorem vom Übermenschen ab, so führt die Nichtbereitschaft, das Leben als Leiden anzuerkennen zurück in den (Schopenhauerschen) Antinatalismus.

Wildgans, Anton (1881–1932)

In seinem Stück Dies irae erläutert uns der Dramatiker Anton Wildgans die negative Daseinselastizität und menschliche Bescheidenheit als Momente der Conditio in/humana so:

HUBERT in bezug auf den Applaus im nahen Heurigengarten. Wie's die Bestien treiben! Woher sie den Humor nehmen? Gibt es wirklich so viele fidele Kreaturen auf der Welt?

ROSL. Sind halt bescheiden in ihren Ansprüchen.

HUBERT verbissen. Eine ironischere Nachbarschaft als diesen Lustgarten könnte unser Haus nicht haben! Fiedeln, Johlen und Klatschen täglich bis um Mitternacht. Villa Pax ist übrigens auch kein übel-diabolischer Einfall meines Begründers. Pax – zu deutsch: der Friede! (Anton Wildgans, Dies irae, S. 18f)

Brecht, Bertold (1898–1956)

In seinem Gedicht „Die Hoffnung der Welt“ verzweifelt Brecht an der negativen Daseinselastität der Menschen, die doch als ungefragt Daseiende allen Anspruch hätten, nur das Beste zu verlangen:

„[…] Es ist furchtbar, dass der Mensch sich mit dem Bestehenden so leicht abfindet, nicht nur mit fremden Leiden, sondern auch mit seinen eigenen.“ (Brecht, Die Gedichte S. 739)

Elendsbereitschaft als Nativitätsmotor

Außer sie leiden unerträgliche Schmerzen hegen wohl die allermeisten Menschen zu jedem Punkt ihres Daseins den Wunsch, weiterzuleben ( картинка 339Lebenwollenmüsen). Wer aber davon überzeugt ist, unter allen erdenklichen – auch unmenschlichen – Bedingungen weiterleben zu wollen, wähnt, dass es unter allen Umständen moralisch vertretbar ist, neue Menschen hervorzubringen. Aus der eigenen, häufig unerprobten, Elendsbereitschaft wird – fälschlicherweise – geschlossen, es sei legitim, neue Menschen zu zeugen, auch wenn zu befürchten steht, dass diese früher oder später oder zeitlebens leiden werden.

Daseinsheteronomie und Soseinsheteronomie

Antinatalistische Kategorien, die den Umstand einzufangen versuchen, dass wir – im Widerspruch zur vielbeschworenen Autonomie personaler Wesen – als Daseiende vollständig heteronom sind und in unserem Sosein zu erheblichen Teilen heteronom sind: Unser Dasein haben wir nicht selbst bewirkt (vollständige Daseinsheteronomie) und unser Sosein (unseren Charakter, unsere Intelligenz, unsere Physis und Physiologie) können wir nur bedingt formen.

Daseinsmakel (nativistische Daseinssünde)

Antinatalistisches Pendant zur Erbsünde. Jeder Existenzbeginn setzt ethisch verwerfliche Ereignisketten voraus: Viele der im 20. Jahrhundert Geborenen haben Gattungsgroßkatastrophen zum Daseinsgrund. Großkatastrophen wie die Weltkriege sind neganthropische Mahlströme, ohne die das Alltagsleben der Folgejahrzehnte inklusive aller zwischenmenschlichen Begegnungen und Zeugungen ganz anders ausgefallen wäre. Dass wir im Fahrwasser solcher Ereignisketten zu existieren begannen, ist nicht unsere Schuld, wohl aber unser Daseinsmakel. Wer seine Existenz bejaht, bejaht sich als Nutznießer des Ungeheuerlichen. „Absolution“ kann jeder sich nur selbst erteilen: indem er befindet, es wäre besser gewesen, niemals entstanden zu sein: wenn nur die Geschichte einen ganz anderen Verlauf genommen hätte, Menschen nie entstanden wären oder aufgehört hätten, sich fortzuzeugen.

Habermas (*1929)

Wer das Glück hatte, in eine halbwegs funktionierende Demokratie hineingeboren worden zu sein, sollte dieses Glück nicht preisen, ohne sich dessen vergewissert zu haben, dass es auf namenlosen Leiden Vorgeborener gediehen ist, auf einem Leidkompost (siehe auch картинка 340Existenzgrundlage), den Jürgen Habermas sensibel zur Kenntnis nimmt:

„Gesetzt den Fall, dass die Nachgeborenen nur dank der Leiden und Opfer vergangener Generationen in den Genuß einer institutionalisierten Freiheit, wenn nicht geradezu einer gerechten Ordnung, so doch von Prozeduren gelangt sind, die Unrecht minimieren – dürfen sie eine Welt, die eine solche Entstehungsgeschichte hat, eine ‚gerechte’ nennen?“ (Habermas, Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, S. 515f) So resümiert Habermas einen Gedanken Benjamins, wie ihn Ch. Lenhardt in seinem Vortrag „The Proletariat and its Manes. An Essay on Anamnestic Solidarity“ wiedergegeben habe. Habermas urteilt: „An der Idee einer Gerechtigkeit, die mit dem an früheren Generationen begangenen Unrecht erkauft ist, haftet ein Makel. Der Makel kann nicht abgewaschen, er kann allenfalls vergessen werden; aber dieses Vergessen müsste Spuren des Verdrängten hinterlassen. Der Widerspruch, der der Idee der vollkommenen Gerechtigkeit ihres prinzipiell uneinlösbaren Universalismus wegen innewohnt, kann nicht aufgelöst werden. Hier setzt Benjamins Überlegung an: Die Nachgeborenen können den in der Idee selbst enthaltenen Widerspruch nur dadurch kompensieren, daβ sie den abstrakten, aber uneinlösbaren Gedanken der Universalität durch die anamnetische Kraft eines Eingedenkens ergänzen, welches über die Begriffe der Moral selber hinausgreift. Dieses Eingedenken aktualisiert sich in der mitleidenden Solidarität mit der vergangenen Verzweiflung der Geschlagenen und Gepeinigten, die das Nichtwiedergutzumachende erlitten haben. In dieser Hinsicht ist »Mitleid«, Mitleid mit dem Schmerz einer Verletzung der moralischen und leiblichen Integrität vergangener Generationen, in ähnlicher Weise ein Grenzbegriff der Diskursethik wie »Natur an sich« ein Grenzbegriff der transzendentalpragmatischen Erkenntnistheorie.“ (516f)

Berücksicht man auf dem Boden dieser Überlegungen Habermas’ den von ihm an anderer Stelle ( картинка 341Habermas) ins Spiel gebrachten „Sockel existentiell unvermeidbaren“ Leids, so ist zu konstatieren, dass er eine Antwort auf die Frage schuldig bleibt, warum künftig überhaupt noch so gehandelt werden sollte, dass Menschen zu existieren beginnen: Zum einen ist ihr Dasein unaufhebbar moralisch kontaminiert durch die Leidmassive zurückliegender Generationen, auf deren Gipfeln eine halbwegs gerechte Gesellschaft thronen mag. Zum anderen aber ist sich Habermas – anders als etwa Marcuse – völlig im Klaren darüber, dass auch in einer vollends gerechten Gesellschaft der Sockel existentiell unvermeidbaren Leids riesig bleiben wird. Mit diesem Eingeständnis aber macht der bei Habermas fehlende Einspruch gegen den quasi naturwüchsigen gesellschaftlichen Fortzeugungszusammenhang seine Gesellschaftstheorie fragwürdig. Habermas deutet an, dass sowohl die Vergangenheit wie auch die Zukunft existentiell unzumutbar sind: erstere wegen des kommunikativ unaufhebbaren Leids vergangener Generationen, letztere wegen des für alle Zukunft in Rechnung zu stellenden Sockels existentiell unvermeidbaren Leids. Hieran knüpft die antinatalistische Moraltheorie an: Im Sinne einer kommunikativen Verflüssigung des menschlichen Naturerbes setzt sie Momente Habermasscher Überlegungen fort und gelangt zu einem Ergebnis, zu dem Habermas kraft der sein Denken regierenden vorkommunikativen Intuitionen keinen Zugang hat.

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