Karim Akerma - Antinatalismus

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Das vorliegende Antinatalismus-Handbuch dokumentiert und erörtert die Einsicht in das Nichtseinmüssen von Menschen als einen Gewinn von Freiheit gegen biosozionome Vorgaben. Und es verfolgt die ethische Absicht, fortzeugungswillige Leser davon zu überzeugen, dass es besser ist, nicht so zu handeln, dass neue Menschen zu existieren beginnen. Fortzeugungskritische Leser will es in ihrer antinatalistischen Haltung bestärken. Zu diesem Zweck bietet das Handbuch eine Vielzahl von Argumenten, Neologismen und Stellungnahmen zur Natalität aus Jahrtausenden auf. Auch wenn diese Stellungnahmen häufig gleichsam nur im Vorhof des Antinatalismus stehen, belegen sie doch, dass das Kulturwesen Mensch immer schon eine kritische Haltung gegen das biosoziale Radikal der Fortpflanzung einzunehmen wusste. Der von uns vertretene Antinatalismus ist universal, indem er alle leidfähigen Wesen berücksichtigt: Es ist zumeist besser so zu handeln , dass kein weiteres leidfähiges Tier zu existieren beginnt. Hier berührt sich der humanistische Antinatalismus mit dem ethischen Vegetarismus.

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Bis hierhin können wir aus Arendts Ausführungen folgenden Gedanken destillieren: Nach seiner zweiten (sozialen) Geburt findet sich der Mensch in einem Netz aus Unabgeschlossenem mitwirkend vor, und er möchte zu jedem Zeitpunkt und in jedem Lebensalter wissen, wie die Geschichte ausgeht; auch, wenn es im Verlauf dessen mit ihm selbst ausgeht. Das manifestierte Dabeiseinwollen, Erfahrenwollen und Mitteilenwollen nach der zweiten Geburt, von Tag zu Tag, wäre Arendts narrative Anthropodizee. Kaum haben wir dieses Destillat festgehalten, vollführt Arendt jedoch einen картинка 166Salto natale und kehrt auf den Standpunkt der biologischen Geburt zurück:

„Die Anwesenheit von Anderen, denen wir uns zugesellen wollen, mag in jedem Einzelfall als ein Stimulans wirken, aber die Initiative selbst ist davon nicht bedingt; der Antrieb scheint vielmehr in dem Anfang selbst zu liegen, der mit unserer Geburt in die Welt kam, und dem wir dadurch entsprechen, dass wir selbst aus eigener Initiative etwas Neues anfangen.“ (a.a.O., S. 166) Plötzlich ist es doch die biologische Geburt, die uns mit einem Élan natal, einem lebenslang vorhaltenden und anthropodizeetisch wirkenden Impetus ausstatten soll.

Neganthropischer Pronatalismus der Hannah Arendt

Arendt selbst wie auch ihren um eine Philosophie der Natalität bemühten Adepten erschloss sich nicht, dass sich die seltsam bemühte Feier der Natalität gerade auf dem Boden der Analysen Arendts beinahe schon zynisch ausnehmen muss. Jedenfalls dann, wenn man Arendt ernst nimmt. In ihrem bedeutenden Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ von 1951 bemerkt Arendt:

„Es liegt im Sinne unserer gesamten philosophischen Tradition, daß wir uns von dem radikal Bösen keinen Begriff machen können, und dies gilt auch noch von der christlichen Theologie, die selbst Satan noch einen himmlischen Ursprung zugestand (...). So haben wir eigentlich nichts, worauf wir zurückfallen können, um das zu begreifen, womit wir doch in einer ungeheuerlichen, alle Maßstäbe zerbrechenden Wirklichkeit konfrontiert sind. Nur eines scheint sich hier abzuzeichnen; wir können immerhin feststellen, daß dieses radikal Böse im Zusammenhang eines Systems aufgetreten ist, in dem alle Menschen gleichermaßen überflüssig werden. Die totalen Machthaber sind von ihrer eigenen Überflüssigkeit genauso überzeugt wie von der aller anderen, und die totalitären Henker sind so gefährlich, weil es ihnen offenbar einerlei ist, nicht nur, ob sie leben oder sterben, sondern ob sie je geboren wurden oder niemals das Licht der Welt erblickten.“ (Arendt…, S.941f)

Aus diesen Worten Arendts könnte manch einer eine Affinität des Antinatalismus zum Totalitarismus herleiten wollen: Wem es nichts ausgemacht hätte, niemals geboren worden zu sein, hätte einen gemeinsamen Nenner mit den „totalitären Henkern“. Allerdings stellt sich doch gerade auf dem Boden von Arendts „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ die Frage, ob man Menschen künftig ein Leben in totalitären Gesellschaften zumuten soll, indem man sie zeugt und totaler Herrschaft zuallererst ausliefert.

Zwar sagt Arendt:„Die Gaskammern des Dritten Reichs und die Konzentrationslager der Sowjetunion haben die Kontinuität abendländischer Geschichte unterbrochen, weil niemand im Ernst die Verantwortung für sie übernehmen kann.“ (Arendt, Elemente, S. 946) Gleichwohl scheint Arendt die Fortsetzbarkeit dieser Geschichte – im Sinne moralischer Verantwortbarkeit der Fortsetzung des Gattungsexperiments – nirgends in Frage gestellt zu haben. Indem sie es als Denkerin trotz ihrer Einsichten unterlässt, ein Ende der entgleisten Geschichte auf dem Wege nataler Enthaltsamkeit zu bedenken, macht sie sich zur objektiven Komplizin künftigen Unheils. Für ein Ende der Fortzeugungen zu plädieren, kommt für Arendt offenbar deswegen nicht in Frage, weil einem solchen Plädoyer die Auffassung inhäriert, der Mensch sei überflüssig und sinnlos. Dies gilt ihr als Element totaler Herrschaft. Stattdessen zitiert sie in pronataler Absicht Augustinus (der selbst allerdings zur rascheren Herbeiführung des Gottesstaates dem Aussterben der Menschheit via nataler Enthaltsamkeit den Vorzug gab und zudem das verdammte Gros aller Menschen in der Hölle verkohlen sah): „damit ein Anfang sei, wurde der Mensch geschaffen.“ Erläuternd fügt Arendt an: „Dieser Anfang ist immer und überall da und bereit. Seine Kontinuität kann nicht unterbrochen werden, denn sie ist garantiert durch die Geburt eines jeden Menschen.“ (Arendt, Elemente… S. 979)

Will Arendt sagen, durch die Massenmorde sei zwar Verantwortbarkeit in der Geschichte und damit die geschichtliche Kontinuität unterspült, sie werde jedoch mit jeder Neugeburt wiederhergestellt? Wenn Natalität dies besagen soll, so hätten wir es mit einem zynischen Prinzip reiner Verantwortungslosigkeit zu tun. Ist Arendt sich doch vollkommen im Klaren darüber, dass die Barbarei erneut über uns kommen kann, der sie das Menschenmaterial mit der Feier der Natalität ideell zur Verfügung stellt. In Ansehung von Arendts Analysen ist die Feier der Natalität verantwortungsloser Pronatalismus, weil die Philosophin besser als die meisten um unsere conditio in/humana weiß und ausdrücklich zu bedenken gibt: „Noch weniger ahnen wir, wie viele Menschen unseres Jahrhunderts bereit wären, totale Herrschaftsmethoden zu akzeptieren bei voller Einsicht in ihre Ungeheuerlichkeit – wie viele etwa durchaus willens wären, die sichere Erfüllung aller Aufstiegswünsche mit einer erheblich abgekürzten Lebenszeit zu bezahlen. (...) Wir wissen nicht, wie viele Menschen in diesem Massenzeitalter – in dem sich jeder auch dann noch fürchtet, „überflüssig“ zu sein, wenn das Gespenst der Arbeitslosigkeit nicht umgeht – freudig jenen ‚Bevölkerungspolitikern‘ zustimmen würden, die unter diesem oder jenem ideologischen Vorwand in regelmäßigen Abständen die ‚Überflüssigen‘ ausmerzen. Wir wissen auch nicht, aber wir können es ahnen, wie viele Menschen sich in Erkenntnis ihrer wachsenden Unfähigkeit, die Last des Lebens unter modernen Verhältnissen zu tragen und zu ertragen, willig einem System unterwerfen würden, das ihnen mit der Selbstbestimmung auch die Verantwortung für das eigene Leben abnimmt.“ (Arendt, Elemente…, S. 906)

Armut und Antinatalismus

Für Griechenland und vielleicht sogar weite Gebiete des römischen Reiches stellt Jacob Burckhardt heraus, dass man einmal geborenen Kindern das größte Übel der Armut nicht zumuten mochte und Kinder, denen dieses Los beschieden gewesen wäre, nicht aufzog:

„Aus der frühern Kaiserzeit ist dann auf einmal bei Plutarch eine Nachricht vorhanden, welche auch auf die ganze Vergangenheit ein grelles Licht wirft: »Die Armen ziehen die Kinder nicht auf aus Besorgnis, dieselben möchten ein elenderes Leben führen als billig ist, geknechtet, ohne Erziehung, ohne alle Teilnahme am Schönen; denn die Armut halten sie für das äußerste aller Übel und bringen es nicht über sich, den Kindern diese große und schreckliche Krankheit mitzugeben.« Man kann nun fragen, in welcher Ausdehnung dies zu nehmen sei; gewiß sind nicht bloß die Armen von Chäroneia oder von Böotien gemeint, eher die von Griechenland überhaupt, und vielleicht erstreckte sich diese Übung sogar über weite Lande des damaligen römischen Reiches. Neben der Tatsache aber spricht hier noch einmal so deutlich als möglich die Denkweise des Pessimismus, wenn auch nur desjenigen einer bestimmten Klasse.“ (Burckhardt, Zur Gesamtbilanz des griechischen Lebens. GW, Band 6, S. 379) Wir können nur mutmaßen und hoffen, dass sich damals wie heute im Falle vorhersehbarer Armut möglichst viele armutsbedrohte Personen gegen die Elternschaft aussprachen, damit bedauernswerte Kinder gar nicht erst zu existieren begannen.

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