Bernd Franzinger - NO auf Bildungsreise

Здесь есть возможность читать онлайн «Bernd Franzinger - NO auf Bildungsreise» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

NO auf Bildungsreise: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «NO auf Bildungsreise»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

NO wird vom Planeten Nostalgia auf die Erde geschickt, um das deutsche Schulsystem zu inspizieren. Dabei trifft er auf Gero, einen Bildungsbürokraten und Gesamtschul-Ideologen. In sokratischer Manier fragt ihm der kleine Außerirdische Löcher in den Bauch. Dadurch prüft er Geros Ideologie auf Herz und Nieren – und entzaubert sie.
"Auf den ersten Blick könnte 'NO auf Bildungsreise' als eine kuriose Mischung aus Fantasy, Comedy und Science-Fiction missverstanden werden. Doch die taktisch geschickte Verschleierung verbirgt letztlich eine humoristische Darstellung des deutschen Schulsystems … NO soll die Eignung und Übertragung des Bildungssystems auf seinen Planeten überprüfen, Gero verteidigt das System. Mit zunehmendem Gedankenaustausch wird ersichtlich, dass NO hinter der Fassade eines geordneten Systems Chaos sieht. Im Dialog entsteht eine messerscharfe, pointierte Analyse, Gedanken an bildungspolitische Nivellierung werden ebenso laut wie Wortspiele: Ist diese Gemeinschaftsschule eine gemeine Schule? Vielleicht weil sie falsche Erwartungen weckt? NO mutmaßt, dass Schüler als Versuchskaninchen missbraucht werden. Werden Ideologen zu Gleichheitsaposteln? … Das Buch (ist) ein wichtiger Beitrag zum Hinterfragen des Bildungssystems: Es enthält von der strukturierten Darstellung des dreigliedrigen Schulsystems bis hin zu Problemen der Pisa-Studien und des Schülertransports nahezu alle Fragen, die uns aktuell bewegen. Hauptpunkt ist die Gefahr einer pädagogischen Nivellierung." (Reiner Henn in DIE RHEINPFALZ vom 17.8.2013)

NO auf Bildungsreise — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «NO auf Bildungsreise», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

NO lässt seine Antennen tanzen. »Dafür hab ich ja auch durchaus Verständnis, denn wenn’s um den eigenen Geldbeutel geht, ist sich eben jeder zunächst einmal selbst der Nächste, gell?«

Geros Sprechwerkzeuge sind eingefroren. Hilflos muss er mit ansehen, wie er mit stocksteifen Beinen wie auf Schienen zurück zur Sitzbank gefahren wird und dort unfreiwillig Platz nimmt.

»Halb zog es ihn, halb sank er nieder«, kommentiert NO. Er wartet, bis Gero ihn anschaut, dann fragt er: »Hast du nun endlich Hunger?«

Trotzig schüttelt Gero den Kopf.

»Gut, dann unterhalten wir uns eben weiter. Ich möchte gerne noch einmal auf deine eigene Schulzeit zu sprechen kommen. Bist du damit einverstanden?«

Sein Gegenüber zuckt resigniert mit den Schultern. »Ich hab wohl keine andere Wahl.«

»So ist es«, bestätigt das gnomenhafte außerirdische Wesen, das nun plötzlich eine grellgelbe Farbe annimmt.

Gero erschrickt und verschränkt die Arme vor dem Gesicht.

»Bist wohl ein kleines Sensibelchen, was?«, spottet NO und verwandelt sein Outfit in ein sattes Orange, das er sogleich mit der entsprechenden Duftnote untermalt. »Was hältst du von diesem Geruch? Aromatisch, gell?«

Gero nickt, woraufhin NO vor Freude wie ein Ferkelchen quiekt. Gero starrt ihn irritiert an.

»Ich wundere mich ab und an selbst über die mir einprogrammierten akustischen Signale«, bemerkt der kleine Kerl lapidar. »Angeblich sind die menschlichen Geräusche ja auch nicht von schlechten Eltern. Iss jetzt endlich etwas, damit du pupsen kannst!«

»Ich hab aber doch keinen Hunger«, zeigt sich Gero weiterhin stur wie ein störrischer Esel. Er verschränkt die Arme vor dem Körper und richtet seine zu schmalen Schlitzen verengten Augen auf die nächtliche Stadt.

»Apropos Eltern, beziehungsweise Elternteil. Im konkreten Fall deine Mutter«, sagt NO.

Gero reißt den Kopf herum. Ein höllischer Schmerz fährt ihm ins Genick. Er knetet die Nackenmuskulatur und stöhnt: »Was ist mit ihr? Lass doch die arme Frau in Ruhe, die ist schon lange tot.«

»Aber damals, als du geboren wurdest, hat sie noch gelebt, nicht wahr?«

»Ja, sicher. Sie ist vor 20 Jahren gestorben, und da war ich bereits 40 Jahre alt.«

»Du warst also mal ein Kind.«

»Ja, sicher war auch ich ein Kind, als ich klein war. Was soll diese blöde Frage? Das Thema hatten wir doch vorhin schon mal«, beschwert sich Gero, dem NOs merkwürdiges Nachbohren immer mehr auf den Wecker geht.

NO ignoriert das Gezeter. »Sind eigentlich alle Menschenkinder gleich schlau?«, will er wissen.

»Wie meinst du das?«

»Verfügen alle Kinder über den gleichen Intelligenzquotienten?«

Gero schürzt genervt die Lippen. »Nein, natürlich nicht. Jeder Mensch«, er rollt die Augen, »und damit also auch jedes Kind, ist einzigartig auf der Welt.«

»Die Menschen sind also nicht gleich, wenn sie auf die Welt kommen?«

»Nein«, erwidert Gero, wobei er das Wort wie einen Kaugummi in die Länge zieht. »Jeder Mensch ist von Natur aus hinsichtlich seines Aussehens, seiner Persönlichkeit und seiner Intelligenz anders ausgestattet.«

Plötzlich reißt er beide Hände empor, so als habe er gerade eine heiße Herdplatte berührt. »Wobei die Anlagen, also die genetische Grunddisposition eines Menschen, gegenüber den Umweltbedingungen, in denen er aufwächst, eine sehr untergeordnete Rolle spielen.«

»Das heißt?«

»Das heißt, ein Mensch ist bei seiner Geburt nicht sofort das, was er später ist, sondern er wird erst zu dem gemacht, was er später ist.«

»Hm«, brummt NO. »Komplizierter geht’s nicht, oder? Wer macht was aus wem?«

Gero öffnet die Arme zu einer beschwörenden Geste. »Ganz einfach: Das Kind kommt als tabula rasa …«

»Als abgeschabte Tafel – wörtlich übersetzt«, fällt ihm NO ins Wort. »Man hat mir ein lateinisches Wörterbuch einprogrammiert.«

»Oder umgangssprachlich ausgedrückt, als unbeschriebenes Blatt zur Welt. Die Einflüsse seiner jeweiligen Umgebung – man nennt diese auch Sozialisationsbedingungen, also Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde, Kindergarten, Schule und so weiter formen ihn zu einer unverwechselbaren Persönlichkeit.«

»Umgangssprachlich ausgedrückt: Ist die Umgebung dumm, wird auch das Kind dumm.«

»Wie dumm?«, fragt Gero verdutzt.

»Na ja, eben nicht intelligent.«

»Du redest vielleicht ein Blech zusammen.«

»Da fliegt mir gleich mein Blech weg«, feixt NO.

Gero macht ein mürrisches Gesicht. »Du immer mit deinen blöden Sprichwörtern und Redensarten.«

»Na ja, wer hat, der hat. Außerdem sind die nicht von mir, sondern von euch Menschen«, kontert NO. »Zurück zu dir: Deine Umgebung hat dich also zu dem gemacht, was du jetzt bist – ist das richtig?«

»Das kann man so sagen.«

»Du hast es ja durchaus zu etwas gebracht. Lehrer ist schließlich ein Beruf, auf den man stolz sein kann. Und nun bist du auch noch Mitarbeiter am innovationspädagogischen Indoktrinationszentrum. Noch ein Grund mehr, stolz zu sein.«

Lächelnd reckt Gero den Hals.

»Vor allem, wenn man aus einem bildungsfernen Elternhaus stammt und Vater und Mutter nur einen Volksschulabschluss vorweisen können.«

Gero hebt die Brauen. »Ich war der erste Abiturient in unserer Familie.« Er streckt den Zeigefinger in die Höhe. »Und der erste, der ein Studium abgeschlossen hat.«

»Im Gegensatz zu deinem Bruder, der nur einen Hauptschulabschluss erreicht hat und seitdem von einem Aushilfsjob in den anderen taumelt.«

Gero seufzt. »Tja, was soll man da machen? Er ist eben der geborene Versager.«

NO presst die Fäustchen fest aneinander. »Das verstehe ich nun aber nicht.«

»Was?«

»Wie kann er ein geborener Versager sein, wenn die Einflüsse der Umgebung eines Kindes so entscheidend sind für dessen Entwicklung? Ihr beide seid doch in derselben Wohnung bei denselben Eltern und so weiter aufgewachsen – und hattet damit die gleichen Sozialisationsbedingungen.«

Gero zieht grunzend die Nase hoch. »Ganz so …«

»Kannst du das bitte noch mal machen.«

»Was?«

»Na, das Geräusch wie ein Wildschwein. Das hat sich so affengeil angehört.«

»Nein«, knurrt Gero und vollendet seinen Satz: »Ganz so einfach ist das nicht, denn die Sozialisationsbedingungen sind bei Geschwistern nie ganz gleich.«

»Aber doch sehr ähnlich.«

»Ja, schon«, muss Gero mit zerknirschter Miene eingestehen.

»Und wieso hat dein Bruder es dann nicht geschafft, einen höheren Bildungsabschluss als seine Eltern zu erreichen, während du sogar studiert und den klassischen Sozialaufsteiger-Beruf ›Lehrer‹ gewählt hast?«

Da sein Nebenmann schweigt, fährt NO fort: »Übrigens belegen empirische Studien, dass gerade Lehrer, die wie du aus einem bildungsfernen Elternhaus stammen und den sozialen Aufstieg geschafft haben, stark dazu neigen, ihr eigenes Herkunftsmilieu zu verleugnen und zu stigmatisieren.«

»Was du so alles behauptest.«

»Mit fatalen Folgen, denn ausgerechnet diese Lehrer verhindern den sozialen Aufstieg derjenigen Schüler ihrer Klasse, die aus der Arbeiterschicht stammen – und die sie doch eigentlich besonders fördern sollten«, legt der kleine Knirps nach.

»Quatsch.«

»Am liebsten möchten sie diese Schüler überhaupt nicht unterrichten, weil sie mit deren gesellschaftlichem Background nichts mehr am Hut haben wollen. Ja, nicht selten verachten sie diese Schüler sogar wegen ihrer sozialen Herkunft.«

»Jetzt redest du aber total wirres, unverständliches Zeug.«

»Finde ich zwar nicht, aber gut: Zurück zu deinem Bruder. Wieso hast du es geschafft und er nicht?«

»NO, du gehst mir gewaltig auf den Keks mit deiner ewigen Bohrerei.«

»Bei dir muss man leider dicke Bretter bohren. Also, weich nicht aus, sondern beantworte lieber meine Frage! Wieso?«

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «NO auf Bildungsreise»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «NO auf Bildungsreise» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «NO auf Bildungsreise»

Обсуждение, отзывы о книге «NO auf Bildungsreise» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x