Fabian Holting - Sonne am Westufer

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Marco Bessell, Anfang Vierzig, verbringt seinen ersten Winter am Schweizer Ostufer des Lago Maggiore. Als sein Nachbar mit eingeschlagenem Schädel tot unten am See gefunden wird, gerät er zusammen mit der attraktiven Noch-Ehefrau des Toten in Verdacht. Es beginnt eine Spurensuche, die viele Fragen aufwirft. Ein spannender Krimi um Liebe, gescheiterte Ehen und unerwartete Verwicklungen. Alles eingerahmt von der wunderschönen Landschaft des Tessin.

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Kurz vor dem Ortsausgang, auf dem immer entlang der Uferstraße verlaufenden Fußweg, konnte er einen Blick hinunter auf die kleinen Badestellen werfen. Er erahnte in der Dunkelheit, die vom Winter braun gefärbten kleinen Rasenflächen und den kiesigen Strand. Er hörte in regelmäßigen Abständen, die kalten Wellen glucksend auf dem Kiesstrand zerbrechen. Vor den kleinen Badestränden standen die niedrigen Steinhäuser mit ihren warmen pastellfarbenen Dachziegeln, die jetzt nur nass und matt im Schein der Straßenlaternen schimmerten. Ein kühler Windzug legte sich auf Bessells Gesicht. Er vergrub die Fäuste noch tiefer in seiner Jacke und zog die Schultern noch etwas höher. Im Spätsommer war er nachts hier häufiger baden gegangen. Die angenehm weiche Luft und das von vielen Sonnenstunden aufgewärmte Wasser hatten ihn dazu eingeladen. Jetzt im Winter mochte Bessell nicht daran denken, in den kalten und vom Wind gepeitschten See zu steigen und hinaus zu schwimmen. Saskia hätte sich niemals ins Wasser getraut, wäre sie dabei gewesen. Selbst im Hochsommer wäre ihr das Wasser zu kalt gewesen. Aber nicht nur hier im Tessin, sondern überall auf der Welt. Sie war sehr kälteempfindlich. Am liebsten wäre sie ein Husky, hatte sie einmal gesagt. Das Fell dieser Hunde sei so beschaffen, dass sie auch bei niedrigsten Temperaturen die Kälte nicht spürten. Saskia hatte in einer Zeitung ein Foto von einem Husky gesehen, der sich einschneien ließ und dabei sehr zufrieden aussah. Vielleicht hätte Saskia ihn im Sommer begleitet, sich ans Ufer gesetzt und ihm beim Schwimmen zugesehen. Doch wahrscheinlich wäre ihr die Zeit dafür zu kostbar gewesen. Das war wohl auch der Grund, weshalb ihre Ehe auf Dauer nicht funktionieren konnte. Ihr erschienen die Stunden, die sie gemeinsam verbrachten, im Grunde genommen immer als verlorene oder als nicht optimal genutzte Zeit. Bessell hatte oft spüren müssen, dass sie mit den Gedanken wieder bei ihren Artikeln und Recherchen war. Dass sie sich ihre Karriere im Zeitungsverlag ausmalte. Vielleicht nicht gleich am Anfang ihrer Beziehung. Bessell fragte sich, in welcher Stadt und in welchem Land Saskia sich wohl gerade aufhielt, schließlich fuhr sie dauernd in der Weltgeschichte herum. Schon komisch, dachte Bessell, da hat mir ein Mensch einmal sehr viel bedeutet und jetzt weiß ich noch nicht einmal, wo er sich gerade aufhält. Er musste an die geplante Scheidung denken, mit der sie nicht weiterkamen, weil Saskia so viel zu tun hatte. Zurzeit war es ihm egal, doch zu lange wollte er darauf nicht mehr warten.

Bessell ließ Gerra hinter sich und schon bald hatte er die wenigen Lichter von San Nazzaro vor Augen. Zuweilen sah er hinüber auf die gegenüberliegende Seeseite und ließ seinen Blick wandern. Er lokalisierte die Lichter von Brissago, Ronco und Ascona. Bei guter Sicht konnte man mit einem einfachen Fernglas die Schriftzüge der großen Hotels lesen. Ein alter Mann kam ihm auf dem Bürgersteig entgegen. Er lief etwas gebückt und führte einen kleinen Rauhaardackel an der Leine spazieren. Bessell kannte diesen Mann. Er war ihm schon mehrfach auf diesem Weg begegnet.

»Buona sera«, begrüßte Bessell den alten Mann, der seinen Gruß ein wenig heiser erwiderte und gleich anfing auf Italienisch über das schlechte Wetter zu schimpfen, ohne es aber allzu ernst damit zu meinen. Währenddessen stand der Dackel neben ihnen und zitterte am ganzen Leib. Gelegentlich sah er mit seinen wässrigen Augen traurig zu seinem Herrchen auf und schien wissen zu wollen, wann es endlich weiterginge. Nachdem alles über das Wetter gesagt war, verabschiedete sich der alte Mann und beide gingen sie wieder ihres Weges. Bessell sprach fließend Italienisch. Seine Mutter war Italienerin und hatte ihn zweisprachig erzogen.

Als Bessell das Restaurant an der Hauptstraße von San Nazzaro erreichte, fing es wieder an zu regnen. Unter einem schmalen Vordach neben dem Eingang saß ein Mann mittleren Alters mit Schlips und im Anzug. Er hatte seinen rechten Ellenbogen auf einem runden Caféhaustisch aufgestützt und hielt lässig eine Brissago zwischen Daumen und Zeigefinger. Genüsslich blies er mit geschürzten Lippen den dünnen Rauch in den trüben Lichtschein einer kleinen Außenlampe neben der Eingangstür. Dabei schaute er gedankenverloren auf die gähnend leere Terrasse des Restaurants, die im Sommer mit Tischen und Stühlen voll stand. Auf den Pflastersteinen hatten sich große Regenpfützen gebildet. Mit einem tiefen Grummeln erwiderte er Bessells Gruß und hob die Hand, mit der er den langen dünnen Zigarillo hielt, noch etwas höher. Ein überheizter und etwas stickiger Gastraum empfing Bessell. Das kalte Licht weniger Neonlampen unter der holzgetäfelten Decke erhellte den Raum gerade so, dass es noch halbwegs gemütlich wirkte. Es waren nur noch wenige Tische besetzt. An zwei Tischen wurde noch gegessen. Die übrigen Gäste waren damit beschäftigt, sich bei einem Glas Wein über Gott und die Welt zu unterhalten. An einer Art Stammtisch saßen drei Männer und unterhielten sich mit lauten Stimmen. Während einer der Männer kaum dreißig Jahre alt sein konnte, mussten seine beiden Gesprächspartner nahe dem Rentenalter sein. Bessell setzte sich ganz in die Nähe, an einen freien Tisch, direkt vor eines der vorhanglosen Fenster, in denen sich die Szenerie des Gastraumes schemenhaft spiegelte. Zufrieden sah er in die Runde und lehnte sich in seinem Stuhl etwas zurück. Bessell mochte die authentische Atmosphäre dieses Restaurants, auch wenn er sich gerade jetzt im Winter eine andere Deckenbeleuchtung gewünscht hätte. Der Wirt, der ihn bereits kannte, trat an seinen Tisch heran und begrüßte ihn freundlich. Gleich hinter ihm folgte die Bedienung, eine junge Frau um die zwanzig Jahre alt mit hohen Wangenknochen und lockigen brünetten Haaren. Sie erinnerte Bessell an die junge Sophia Loren, wenngleich ihre Taille nicht ganz so schlank und ihre Lippen weniger voll waren. Bessell nahm die Speisekarte entgegen und bestellte sich eine kleine Karaffe Merlot Ticino. Der Merlot wurde gebracht, während Bessell noch darüber grübelte, was er zu Abend essen könnte. Als er sich einige Minuten später bei der Bedienung Risottoreis mit Schweinerippchen bestellte, kam der Brissago-Raucher von draußen herein und setzte sich zu den drei Männern. Seit einigen Minuten schon, hatten sie sich über geklaute Schweizer Bankdaten unterhalten und ließen ihrer Empörung darüber freien Lauf. Besonders die beiden älteren Männer sprachen von Datendieben und Wirtschaftsspionen, die für lange Jahre eingesperrt gehörten. Als sie auf die deutschen Behörden als Käufer dieser Daten zu sprechen kamen, sahen sie zu Bessell herüber. Bessell kannte allenfalls einen der Männer vom Sehen, doch sie wussten offenbar, dass er aus Deutschland kam. Nachdem Bessell scheinbar teilnahmslos aus seinem Weinglas getrunken hatte und sich wieder gemütlich zurücklehnen wollte, sprach ihn einer der beiden älteren Männer auf Italienisch an.

»Was halten Sie von deutschen Behörden, die Hehlerware von Kriminellen kaufen?« Ohne ein Wort zu sagen, lächelte Bessell die vier Herren an. Dann räusperte er sich verlegen. Das Gespräch hatte er zwar aufmerksam verfolgt, aber dabei versucht sich nichts anmerken zu lassen. Obwohl ihn das Thema interessierte, verspürte er wenig Lust, kurz vor dem Abendessen mit voreingenommenen Schweizern eine tiefgründige Diskussion über dieses brisante Thema zu führen.

»Nun …«, fing er an und sah dabei hinüber zum Tresen, weil er hoffte, dass die Bedienung ihm gleich seine Schweinerippchen bringen würde. Dann hätte er eine Ausrede, nicht allzu viel zu diesem Thema beitragen zu müssen.

»Wissen Sie, das ist keine einfache Frage. Als kleiner Steuerzahler ärgert man sich natürlich über die Steuerflüchtlinge und sieht es gerne, wenn der Staat dem ein Ende macht. Schließlich macht es einen auch wütend zu sehen, wie Schulen, Kindergärten oder auch Universitäten langsam verkommen oder was noch viel schlimmer ist, gar nicht erst gebaut werden.« Bessell dachte nach.

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