Peter Gabriel - Sommerferien in Mitau

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Der Schriftsteller Peter Gabriel erzählt autobiographisch inspirierte Geschichten aus Westfalen und dem Ruhrgebiet.
"Fern im Osten hängt die Sonne wie eine ausgestanzte Messingscheibe. An den Birkenzweigen rascheln die letzten Blätter. Es riecht nach Kartoffelfeuern und nassem Laub, Klaus und ich springen von den Fahrrädern und stellen sie gegeneinander. Wir werfen die Schultaschen auf den Boden und lassen uns behaglich stöhnend nieder. Solch ein Morgen ist viel zu schade, um ihn in der Schule zu verbringen. Fliegeralarm um halb acht betrachten wir als ein Gottesgeschenk."
– Aus «Fliegeralarm um halb acht»

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Sehe ich mir Fotos aus dieser Zeit an, wirkt alles sehr friedlich; meine Mutter pflückt Erbsen im Garten, ich sitze Blockflöte spielend im Gras; solche Fotos liebte meine Mutter, es störte sie nicht, dass ich nur ein paar kümmerliche Töne auf Tante Olgas Blockflöte herausbrachte. In Schwesterntracht sitzt die Tante neben mir, sie ist Gemeindeschwester im thüringischen Kindelbrück und besucht uns gelegentlich. – Während wir uns im Garten aufhielten, marschierten deutsche Truppen ins Rheinland ein; bei den Olympischen Spielen gewannen unsere Athleten die meisten Goldmedaillen; die Autobahn wurde gebaut; 1938 holte der Führer Österreich «heim ins Reich». – Mein Vater nahm weder an Versammlungen noch an Aufmärschen der Partei teil, zeitweise hatte man den Eindruck, er versäume die glorreiche Zeit. – Wir Kinder rannten zum Wohnzimmerfenster, wenn die braunen Kolonnen im Gleichschritt am Haus vorbei marschierten, die Straße hatte sich in ein Meer von Hakenkreuzfahnen verwandelt. Eine festliche Stimmung lag über der Stadt, die Kolonnen zogen zum Marktplatz, wo Kundgebungen stattfanden und nationale Feiertage begangen wurden.

Die schönste Zeit für meine Schwester und mich begann Ende Juni, wenn die Knappkirschen reif wurden. Wir veranstalteten Wettbewerbe im Kerne-Spucken: wer seinen Stein aus einer bestimmten Entfernung über den Zaun spucken konnte, war Sieger. Es folgte die Himbeerernte, dann kamen rote und schwarze Johannisbeeren an die Reihe; im Spätsommer reiften Äpfel und Birnen heran. Den ganzen Sommer zogen wir mit dem Bollerwagen hinaus zum Garten und kehrten schwer beladen wieder zurück nach Hause. Vater nutzte die wenige Zeit, die ihm der Kokereidienst ließ, vertrieb die gefräßigen Karnickel aus dem Garten, indem er mit Benzol getränkte Lappen in ihre Gänge steckte, bestrich Obstbaumstämme mit gelöschtem Kalk, um sie vor den Raupen des Frostspanners zu schützen, schnitt Kronen, damit die Zweige Licht bekamen und nicht ineinander wuchsen.

Ein Höhepunkt des Jahres war die Kartoffelernte. Mit der Forke hob Vater die Stauden hoch und schüttelte die Erdklumpen ab, meine Schwester und ich lasen die Kartoffeln auf und brachten sie im Korb zum Bollerwagen. Eine Zeitlang blieb das Kartoffellaub auf dem Feld liegen und wurde dann verbrannt. In der Glut rösteten wir die Kartoffeln, aufpassen musste man, dass sie rechtzeitig aus dem Feuer geholt wurden. Mit einer Haarnadel prüfte meine Schwester, ob die Kartoffeln gar waren, vorsichtig wurde die Schale entfernt. Meine Mutter hatte Salz mitgebracht, es verlieh der Kartoffel erst den rechten Geschmack. Um die Kleidung zu schonen, hatten wir Schürzen vorgebunden. Hundemüde und intensiv nach Kartoffellaub riechend zogen wir abends nach Hause. Vor dem Abendbrot steckte Mutter uns in die Zinkwanne, sie wurde aus dem Keller geholt, in der Küche auf den Fußboden gestellt und mit heißem Wasser aus dem Einmachkessel gefüllt. Zum Waschen benutzten wir Kernseife, die Hände wurden mit der Wurzelbürste bearbeitet. Anschließend zogen wir das Nachthemd oder den Schlafanzug an und ließen den herrlichen Tag auf der Küchenbank ausklingen. Beim Abendbrot passte nicht mehr viel in unsere Mägen, vom Mittagessen waren ein paar Kartoffeln übrig geblieben, Mutter machte daraus Kartoffelpuffer. Eine Delikatesse waren auch Reibeplätzchen, die auf eine Scheibe Brot gelegt wurden und besser schmeckten als die teuerste Wurst der Welt.

Außer Kartoffeln wurden verschiedene Kohlsorten, Erbsen und Möhren, Bohnen, rote Beete, Zwiebeln, Gurken, Salat und Radieschen in unserem Garten geerntet. Im Vorratskeller füllten sich die Regale mit Weckgläsern, eingekocht wurden Birnen, Kirschen, Pflaumen und Apfelmus. Weißkohl verarbeitete meine Mutter zu Sauerkraut, Salzgurken wurden in Steintöpfen eingelegt; auf einem Holzrost lagerte das Trockenobst. Damit wir nicht in Versuchung kamen, von den Schätzen zu naschen, verwahrte Mutter den Kellerschlüssel an einem geheimen Ort auf. – Nachdem der Garten im Spätherbst umgegraben worden war, blieb er bis zum Frühjahr liegen, dann begann das Säen, Ernten und Einkochen von Neuem.

Im Frühjahr 1937 wurde mein Vater versetzt; eines Tages stand der Möbelwagen vor dem Haus, die Möbelpacker räumten unsere Wohnung leer. Ich ging noch einmal durch die Zimmer, um nachzusehen, ob etwas liegen geblieben war und warf einen wehmütigen Blick durchs Küchenfenster. Das Zechengelände war wie immer in Dampf und Rauch eingehüllt, der Weg zu unserem Garten führte am Friedhof vorbei, dahinter lagen Zeche und Kokerei. Im neuen Haus bekam ich ein eigenes Zimmer, wir hatten jetzt ein gekacheltes Bad mit WC , aus dem Kran floss kaltes und heißes Wasser. Im nahe gelegenen Wald konnte ich stundenlang umherstreifen; es dauerte seine Zeit, bis ich mich an die neue Umgebung gewöhnt hatte. Die Erwachsenen lächelten über mein Heimweh; ich vermisste die Hohenzollernschule, den Lehrer Minter, meinen Freund Werner Pilz und Gisela Tubesing, das schönste Mädchen in der Klasse. «Wie tief stecken sie in ihren Herkünften. Alles was sie wissen, fängt dort an», sagt Hans Magnus Enzensberger.

Der Nibelungenschatz

Im Lesebuch für das dritte und vierte Schuljahr stand das Gedicht «Siegfrieds Schwert» von Ludwig Uhland; es hatte dreizehn leicht einprägsame Strophen und war von einem unbekannten Komponisten im Stil einer Volksweise vertont worden. «Jung Siegfried war ein stolzer Knab’, ging von den Vaters Burg hinab. / Wollt’ rasten nicht in Vaters Haus, wollt’ wandern in alle Welt hinaus!» sang ich laut und unbekümmert, wenn ich morgens zur Schule ging. Die Sonne schien, der Himmel war makellos blau und versprach einen schönen Sommertag; vielleicht gab es nach der vierten Stunde wieder Hitzefrei. – Nur mit einem Stecken bewaffnet verließ der abenteuerliche junge Mann das Elternhaus, verdingte sich bei einem Schmied und bat den Meister, ihm zu zeigen, wie ein gutes Schwert gemacht wurde. «Siegried den Hammer wohl schwingen kunnt, / er schlug den Amboss in den Grund; / er schlug, dass weit der Wald erklang / und alles Eisen in Stücke sprang.» Von der letzten Eisenstange schmiedete Siegfried ein Schwert, mit dem er Drachen und Riesen in Wald und Feld zu besiegen dachte.

Zwei Seiten weiter im Lesebuch stand die Sage vom «Hörnernen Siegfried», der Held erschlug einen Drachen, verbrannte ihn samt der giftigen Brut, bestrich sich den Körper mit der geschmolzenen Hornhaut und wurde unverletzbar. Danach befreite er Kriemhild, König Gibichs Tochter, aus der Gefangenschaft eines anderen, Feuer speienden Drachen, tötete ihn und den Riesen Kuperan und erwarb den Schatz der Nibelungen, eines Zwergenvolks, das unermessliche Reichtümer an Gold, Silber und Edelsteinen besaß. Vergeblich hatte der Zwergenkönig Eugel vor dem bösen Fluch gewarnt, der auf dem Schatz lag. In Worms heiratete Siegfried die schöne Kriemhild, erregte den Neid des Königs und seiner Brüder und wurde von Hagen hinterrücks mit dem Speer umgebracht.

Der Mord geschah während der Jagd; an einer Quelle im Wald hatte Siegfried sich nieder gebückt, um den Durst zu löschen. Die einzige verwundbare Stelle an seinem Körper befand sich zwischen den Schulterblättern und war durch ein Lindenblatt von der Hornhaut frei geblieben. – Ich trauerte mit Kriemhild um den Ermordeten, verzweifelte an Hagens gemeiner Tat, die mir wie der Sieg des Dunklen und Bösen über das Helle und Gute, verkörpert durch Siegfried, erschien. Kriemhild schwor ihren Brüdern und Hagen blutige Rache; über Nacht verwandelte sie sich in eine Furie. Schwarz verhüllt kniete sie neben Siegfrieds Leichnam, der in einer Kapelle aufgebahrt war; immer wieder sah ich mir das Bild im Lesebuch an.

Zum neunten Geburtstag bekam ich die «Deutschen Heldensagen» von Friedrich Blunck geschenkt, der die Nibelungensage in epischer Breite bis zum traurigen Ende erzählte. – Der heute fast vergessene Autor war im Dritten Reich «Präsident der Reichsschrifttumskammer» gewesen; seine 1938 im Knaur-Verlag Berlin erschienenen Heldensagen erreichten hohe Auflagen. – Alle Burgunden fanden den Tod am Hofe König Etzels, mit dem sich Kriemhild nach Siegfrieds Tod vermählt hatte. Einige Namen lauteten anders: Gibich hieß jetzt Gunther und aus Kuperan war Küperimloh geworden. An die altertümlich- gestelzte Sprache Friedrich Bluncks, den es «deuchte», wenn er etwas vermutete, musste ich mich erst gewöhnen; merkwürdig fand ich es, dass Siegfrieds Mutter «eines Knäbleins genas», als sie ihren Sohn zur Welt brachte. Begeistert war ich von Arthur Kampfs Illustrationen; auf einem Bild stand Hagen im schwankenden Boot und versenkte den Nibelungenschatz, den er heimlich an sich gebracht hatte, in den Fluten des Rheins. Ich beschloss, Altertumsforscher zu werden und den Schatz eines Tages zu bergen. So vernarrt war ich in meinen Plan, dass ich eine Zeitlang an nichts Anderes mehr dachte. Mein Vater bastelte mir ein Schwert aus Holz, es geriet etwas klobig und entsprach nicht ganz meinen Vorstellungen von der Kunstfertigkeit früherer Waffenschmiede. Hatten sie es doch verstanden, die Klinge so zu schärfen, dass ein im Wasser schwimmendes Wollbüschel glatt von ihr durchgeschnitten wurde. Ich focht zahlreiche Kämpfe mit dem Schwert aus und schlug alle Feinde in die Flucht. Mit meiner Mutter konnte ich nicht über Siegfried diskutieren, sie zog Bücher wie «Die Familie Pfäffling» von Agnes Sapper den Blunckschen Heldensagen vor. – Ich verwickelte meinen Vater, der müde von der Arbeit nach Hause kam, in hitzige Dispute. Er warnte mich, man dürfe nicht alles für bare Münze nehmen, was Friedrich Blunck erzähle. Höchst zweifelhaft sei es, ob der Schatz wirklich im Rhein liege; außerdem sei der Strom von der Quelle bis zur Mündung rund 1300 Kilometer lang, bei Köln mehr als fünfhundert Meter breit und tief genug für kleinere Seeschiffe.

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