Peter Gabriel - Sommerferien in Mitau

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Der Schriftsteller Peter Gabriel erzählt autobiographisch inspirierte Geschichten aus Westfalen und dem Ruhrgebiet.
"Fern im Osten hängt die Sonne wie eine ausgestanzte Messingscheibe. An den Birkenzweigen rascheln die letzten Blätter. Es riecht nach Kartoffelfeuern und nassem Laub, Klaus und ich springen von den Fahrrädern und stellen sie gegeneinander. Wir werfen die Schultaschen auf den Boden und lassen uns behaglich stöhnend nieder. Solch ein Morgen ist viel zu schade, um ihn in der Schule zu verbringen. Fliegeralarm um halb acht betrachten wir als ein Gottesgeschenk."
– Aus «Fliegeralarm um halb acht»

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Das Klassenzimmer des ersten Schuljahres lag im Erdgeschoss, es hatte einen Holzfußboden, der regelmäßig geölt wurde und im Laufe der Zeit fast schwarz geworden war. An der Stirnseite des Raumes standen Tafel, Katheder, Schrank und ein Eisengestell mit Emaillebecken, in dem sich der Lehrer die Hände waschen konnte; unter dem Emaillebecken war der Spucknapf, den Herr Minter aber nie benutzte. Wir saßen in zwei etwa gleich großen Blöcken, Jungen und Mädchen aufgereiht wie Puppen, beide Hände hatten nebeneinander zu liegen. Keine Bewegung entging dem Lehrer; wie Gottvater thronte er auf seinem Stuhl hinter dem Katheder; hin und wieder stand er auf und ging durch die Bankreihen, sah nach, ob der Griffel angespitzt worden war und richtig gehalten wurde. – Geheizt wurde der Raum mit Hilfe eines fast zwei Meter hohen Kanonenofens, der täglich neu mit Koks gefüllt und zwischendurch gestocht werden musste; dies besorgte der Hausmeister, er füllte auch blaue Tinte für das Schönschreiben nach. Das Glasfläschchen befand sich neben der Griffelablage im oberen Teil des Pults, im Fach darunter lag der Tornister, an der linken Seite hing der Tafellappen. In einer Bakelit-Dose mit abschraubbarem Deckel befand sich das Schwämmchen, das immer feucht sein musste.

Einmal rief Herr Minter mich nach vorn, ich sollte ein Wort an die Tafel schreiben; beim Zurückgehen stolperte ich über ein ausgestrecktes Bein und schlug mir das Knie auf. Postwendend wurde der Übeltäter zur Rechenschaft gezogen. Zweiundvierzig Jungen und Mädchen sahen gespannt zu, wie die Strafe vollstreckt wurde. Wer sich bei solchen «Exekutionen» die Tränen verbiss, stand ganz oben in der Rangordnung der Klasse; Herr Minter beurteilte uns nach anderen Kriterien; gute Schüler wurden den weniger guten als leuchtende Beispiele vorgeführt, mussten Gedichte aufsagen oder schwierige Rechenaufgaben lösen. Einmal gehörte ich zu den Auserwählten und war sehr stolz, dass mir diese hohe Ehre widerfuhr.

Ich verglich Herrn Minter mit meinem Vater, der sich als Neunzehnjähriger freiwillig zur Kaiserlichen Armee gemeldet hatte und zweiter MG-Schütze an der Westfront gewesen war. Ein Foto zeigt ihn im schmucklosen Drillich des Rekruten; bäuchlings liegt er auf der Erde, vor sich das Maschinengewehr mit dem unförmigen Wasserkühler. Als ich nach Einzelheiten fragte, erzählte mein Vater, dass er die meiste Zeit im verschlammten Graben gehockt und Todesängste ausgestanden habe. Einmal sei er von einem Granatsplitter am Knie verletzt worden, dafür habe man ihm das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Ich dachte an den Lehrer Minter, der so spannend von den Luftkämpfen mit Engländern, Franzosen, Amerikanern und Kanadiern zu berichten wusste. – Als Herr Minter wieder einmal auf den ersten Weltkrieg zu sprechen kam, meldete ich mich zu Wort und erzählte von den Kriegserlebnissen meines Vaters. Herr Minter erhob sich von seinem Stuhl hinter dem Katheder und näherte sich meinen Platz. Nachdem ich geendet hatte, strich er mir mit der Hand über den Kopf, als wolle er mich trösten, weil mein Vater keine Heldentaten begangen habe.

Ich erinnere mich genau an den Tag; nach der großen Pause kam der Fotograf und knipste ein Klassenbild. Es zeigt das erste Schuljahr auf dem Schulhof der Hohenzollernschule; ganz rechts steht der Lehrer Minter, sein Jackett ist wie immer korrekt zugeknöpft, darunter trägt er ein weißes Hemd und eine Krawatte. Ganz links räkelt sich mein Freund Werner Pilz; Margret Weiß in der dritten Reihe trägt schon die Jungmädeluniform, obwohl sie noch viel zu jung ist, um in die Hitlerjugend aufgenommen zu werden. Einige Mädchen haben bunte Schleifen im Haar; die Jungen in der ersten Reihe sitzen oder knien; der Fünfte von links könnte der Bösewicht gewesen sein, der mir ein Beinchen gestellt hat. Natürlich habe ich ihm längst verziehen. Am 23. März 1937 verließ ich die Hohenzollernschule; Herr Minter strich meinen Namen im Klassenbuch durch und schrieb dahinter: Verzogen! Zum letzten Mal ging ich über den Schulhof, an der hölzernen Toilette vorbei, die rechts auf dem Klassenbild zu sehen ist. Wenn man an heißen Sommertagen in ihre Nähe kam, verströmte sie einen beißenden Gestank; in allen Farben schillernde Brummer bevölkerten das Teerdach.

Das kaiserzeitliche Schulgebäude ist nach dem zweiten Weltkrieg durch einen Anbau erweitert, der alte Eingang durch eine moderne Tür ersetzt worden. Ich werfe einen Blick durch die Glasscheibe, eine Putzfrau im bunten Kittel öffnet die Tür. Ich erkundige mich nach dem Lehrer Minter; reiche ihr das Klassenbild; nachsichtig lächelnd schüttelt sie den Kopf und gibt mir das Bild zurück.

Der Garten

Mein Vater war Kokereiassistent, sein Monatsgehalt betrug 337 Mark und 50 Pfennige. Große Sprünge waren damit nicht zu machen, es ging uns aber sehr viel besser als den sechs Millionen Arbeitslosen in Deutschland, die sich mit einem Bruchteil des Geldes begnügen mussten. (1931 erhielt ein stellungsloser Familienvater mit zwei Kindern rund zwanzig Mark Wohlfahrtsunterstützung im Monat). – Gewohnt haben wir in einem Vierfamilienhaus an der Wittener Straße; die Toilette befand sich auf halber Etage; nur wenige Meter vom Gartenzaun entfernt fuhr die Zechenbahn vorbei; in der langgezogenen Kurve kreischten die Räder besonders laut. Die Geräusche störten mich ebenso wenig wie der ständig herab rieselnde Kohlenstaub, die Russflocken und der Gestank nach faulen Eiern oder Teer. Wenn Koks «gedrückt», das heißt, maschinell ausgestoßen wurde, erhellte der von Rauch und Qualm begleitete Feuerschein minutenlang die Umgebung; fasziniert sah ich als sechsjähriger, gerade in die Schule gekommener Junge zu. Das Feuerwerk erlosch, wenn der Koks unter den Löschturm gefahren wurde; kurz darauf stieg eine mächtige, weiße Wasserdampfwolke in den Himmel.

Zwischen unserem und dem Nachbarhaus lag eine schmale, zugige Gasse, die uns als Spielplatz diente. Während die Fassade des Hauses stuckverziert war und einen Balkon hatte, bestanden Giebel- und Rückwand aus unverputztem Mauerwerk. Die schwarze Hochofenasche der Gasse hinterließ bei Stürzen schwer heilende Wunden. Ging beim Fußballspiel eine Kellerscheibe zu Bruch, kam Frau Hangebrauck – Stocheisen schwingend – aus der Parterrewohnung gerannt und verscheuchte uns; ständig hatte sie Angst, dass ein Ball über den Zaun flog und wir die geharkten Wege in ihrem Garten zertrampelten. Schauerlich hallte ihr Gekeife durch die Gasse; unsere Mütter steckten die Köpfe aus dem Fenster, trauten sich aber nicht, der alten Hexe einmal gehörig den Marsch zu blasen.

Um solchen Konflikten aus dem Wege zu gehen, überließ mein Vater unser winziges Gärtchen hinter dem Haus Frau Hangebrauck und pachtete ein Stück Land, das in der Nähe der Zechenhalde lag. Das hoch aufgeschüttete Gestein glühte inwendig wie ein Vulkan, Rauch stieg aus dem Krater und wurde vom Wind auseinander getrieben. – Mein Vater zäunte den Garten ein, rodete Weiden und Birken, die sich hier angesiedelt hatten, legte Beete an und säte Gras für eine kleine Wiese; zum Schluss baute er aus Dachlatten eine Laube und strich sie mit grünem Lack an. Im unteren Teil des Gartens lag das Gemüsestück, zwanzig mal zwanzig Meter groß, wie ich einer Skizze in der graumelierten Kladde meines Vaters entnehme, die ich von ihm geerbt habe. Beet römisch I war vorgesehen für späte Möhren und Kopfsalat Maikrone, Beet II für eine Reihe Dicke Bohnen und sechs Reihen Melde. Anregungen für den ertragreichen Gemüseanbau hatte mein Vater auf der Gartenbauausstellung (Gruga) in Essen bekommen. Rings um die Wiese blühten Sommerblumen, wilder Wein rankte an der luftigen Seite der Laube hoch, deren Einrichtung aus einem selbst geschreinerten Tisch und zwei Bänken bestand. Sonntagnachmittags tranken wir Kaffee in unserem Garten, die Verwandtschaft, Freunde und Bekannte kamen zu Besuch. In großen Abständen tauchte Willy Friedrich, ein Freund meines Vaters, mit dem Motorrad auf. Kaum vorstellbar war für meine Schwester und mich, dass er ganze Tage in seinem Segelboot auf dem Baldeneysee in Essen verbrachte. Für den Kunstmaler und Bohemien gab es weder feste Arbeitszeiten, noch die endlos langen 24-Stunden-Schichten, die ein Kokereiassistent in einem bestimmten Turnus ableisten musste.

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