Peter Gabriel - Sommerferien in Mitau

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Der Schriftsteller Peter Gabriel erzählt autobiographisch inspirierte Geschichten aus Westfalen und dem Ruhrgebiet.
"Fern im Osten hängt die Sonne wie eine ausgestanzte Messingscheibe. An den Birkenzweigen rascheln die letzten Blätter. Es riecht nach Kartoffelfeuern und nassem Laub, Klaus und ich springen von den Fahrrädern und stellen sie gegeneinander. Wir werfen die Schultaschen auf den Boden und lassen uns behaglich stöhnend nieder. Solch ein Morgen ist viel zu schade, um ihn in der Schule zu verbringen. Fliegeralarm um halb acht betrachten wir als ein Gottesgeschenk."
– Aus «Fliegeralarm um halb acht»

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Traute mir Vater nicht zu, ein paar Schmuckstücke – Ketten, Ringe, mit Edelsteinen verzierte Kronen und dergleichen – aus dem Fluss zu holen, obwohl ich dreißig Minuten schwimmen konnte, quer durch das Becken in der Badeanstalt tauchte und einen Kopfsprung vom Dreimeterbrett machte? Vater schlug eine Ortsbesichtigung in Xanten vor; Beschaffenheit der Rheinufer, Wassertemperatur, Strömung usw. mussten vor der Tauchaktion gründlich untersucht werden. Ich holte den «Auto-Atlas für Deutschland, die Schweiz und Italien» aus dem Bücherschrank und las nach, was im Ortsverzeichnis über Xanten zu lesen war. Zu meiner Genugtuung stellte ich fest, dass die Stadt bei Moers am Niederrhein «nach der Nibelungensage als Heimat Siegfrieds» bezeichnet wurde.

Mein Vater bekam zehn Werktage Urlaub im Jahr, einen Tag opferte er für die Exkursion an den Niederrhein. Die Sommerferien hatten gerade begonnen, am letzten Schultag waren wir vom Lehrer nach unseren Reiseplänen gefragt worden, ich gehörte zu den Auserwählten, die ein wenig über Westfalens Grenzen hinausspähen durften. In aller Herrgottsfrühe stiegen wir in den Personenzug 3. Klasse nach Xanten, die Fahrt schien endlos zu dauern, selbst im kleinsten Bahnhof hielt der Zug, schnaufte und setzte sich langsam wieder in Bewegung. Unterwegs bereitete mich mein Vater auf den Besuch vor, ich sollte nicht enttäuscht sein, wenn es in Xanten etwas anders aussähe, als ich mir vorgestellt habe. Vormittags kamen wir an: Xanten, damals noch ein Landstädtchen von rund fünftausend Einwohnern, interessierte mich herzlich wenig, trotz seiner alten Häuser, den Resten der Stadtmauer und dem Clever Stadttor. Vater wusste aus der Schulzeit, dass «Castra Vetera» Standlager zweier Legionen und Ausgangspunkt römischer Eroberungszüge nach Germanien gewesen war. Aber auch Varus und die Schlacht am Teutoburger Wald ließen mich kalt; ich suchte nach Siegfrieds Spuren, der väterlichen Burg, der Schmiede und dem Felsen mit der Drachenhöhle. Die ersten, leisen Zweifel wurden in mir wach. – Wir gingen in den Dom, wo sich das Märtyrergrab des heiligen Viktor und seiner Gefährten befand. Die mächtigen Türme überragten die kleine Stadt; es roch nach Weihrauch, der Kirchenraum war in mystisches Halbdunkel gehüllt; die bunten Glasfenster im Chor warfen Muster auf den Steinboden, nirgends gab es einen Hinweis auf den «hörnernen Siegfried» der Nibelungensage.

In der Buchhandlung am Dom kaufte mein Vater mir die Festschrift zum siebenhundertjährigen Jubiläum der Stadt, die 1928 in meinem Geburtsjahr erschienen war. Beim flüchtigen Durchlesen stellte ich fest, dass Siegfried dort nur ein einziges Mal kurz erwähnt wurde; die Enttäuschung wuchs. Mein Vater versuchte mir den Unterschied zwischen Sage und Geschichtsschreibung zu erklären; Sagen seien frei erfunden, Geschichtsschreibung beruhe auf Tatsachen. Beispielsweise hätten Tacitus und Livius wichtige Epochen der römischen Geschichte von der Gründung der Stadt Rom bis zu Kaiserzeit in ihren Werken behandelt und für die Nachwelt fest gehalten. – Zum Schluss des Ausflugs gingen wir zum Rhein, ich sah den mächtigen Strom zum ersten Mal und erschrak: wo sollte man hier mit dem Tauchen beginnen? Bei Worms, erzählte mein Vater, sei der Fluss etwas schmaler; er hob einen Kieselstein auf und überreichte ihn mir. «Versuch mal, wie weit du es schaffst», sagte er. Ich nahm Anlauf und warf, aber der Stein fiel nicht weit vom Ufer entfernt in das Rheinwasser, die kräftige Strömung zerstörte die Ringe, bevor sie sich ausbreiten konnten.

Am Ende des ereignisreichen Tages fuhren wir mit der Reichsbahn wieder nach Hause. Schweigend saß ich auf der ungepolsterten Holzbank, ließ die Bilder der niederrheinischen und westfälischen Landschaft an mir vorbei gleiten und nahm Abschied von der Sagenwelt, die mich lange in ihrem Bann gehalten hatte. Zu Hause angelangt, hängte ich das Schwert an einem Nagel über meinem Bett auf, dort hing es noch, als amerikanische Truppen unsere Stadt Ostern 1945 besetzten. Auf Anordnung des Stadtkommandanten mussten alle Schuss-, Hieb- und Stichwaffen im Rathaus abgegeben werden, bei Nichtbeachtung drohte Todesstrafe. Kurz entschlossen nahm meine Mutter das Schwert von der Wand und verbrannte es mit der Hakenkreuzfahne und der «NS-Frauen-Warte» unter dem Waschkessel. Sie tat es in der besten Absicht, ohne mich zu informieren; da mein Vater sich noch in russischer Kriegsgefangenschaft befand, konnte er das Holzschwert leider nicht retten.

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