Peter Erichsen - Hoffnung auf Regen

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In dem Südwestafrika des vergangenen Jahrhunderts gibt es viel Fremdes und Faszinierendes und Nachdenklich-Machendes zu entdecken, das heute noch weitgehend Gültigkeit hat: Eine oft urweltliche Landschaft mit einer an das Wüsten- und Steppenklima hochangepassten Natur und der oft mühsame Existenzkampf der Menschen, die hier leben. Und nach und nach erschließt sich eine Ahnung vom Denken und Leben der Schwarzen, von den Auswirkungen der Apartheidspolitik, von der Entwicklung der Weißen, die so verschieden ist von der deutschen Wirklichkeit. Und wie ein roter Faden durchziehen den Bericht die oft bizarren Probleme einer privaten deutschen Auslandsschule in den 80-er Jahren.
Herausgekommen ist eine interessante und erlebnisbetonte Landeskunde aus erster Hand, die den Lesern Zugang und Verständnis für das «Problem Namibia» erleichtert – und zwar nicht im distanzierten Stil der Wissenschaft, sondern mit der Wärme eines Betroffenen, der den Alltag erlebt und sich dennoch um Wahrheit und Ehrlichkeit bemüht.
Im Nachwort wird die politische Entwicklung Namibias bis 2013 beleuchtet.

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Aber nun gibt es Schwierigkeiten. Der Wagen steht schon seit längerem im Hafen von Walvis Bay, aber der Zoll gibt ihn nicht frei. Was ist geschehen?

PKWs, die wieder ausgeführt werden sollen, werden ins Land gelassen, wenn bei den südafrikanischen Behörden eine Geldsumme, die dem Wert des PKWs entspricht, hinterlegt wird. Dieses „provisional payment“ wird bei der Ausfuhr des Wagens wieder zurückgezahlt, eine für die Bundesdeutschen günstige Regelung! Sie beruht auf einer Vereinbarung zwischen beiden Regierungen. In meinem Falle will nun der südafrikanische Zoll nicht darauf eingehen.

Das ist ja ein Ding! denke ich verärgert, und: Das wird teuer für das BVA! Ob die mich falsch beraten haben? Ob die das hätten wissen müssen, dass die Sache mit dem provisional payment nicht geht? Na, ist ja egal, meine Schuld ist es nicht. „Am besten, Sie rufen in Köln an, damit das BVA den Zoll bezahlt!“, sagt Herr Liebich von der Spedition, ein kompetenter Mann, nie um einen Rat verlegen. Und so geschieht es. Gott sei Dank zeigt sich das BVA einsichtig, und so kann ich bald mit der Freigabe des Wagens rechnen. Den Landrover fürs Gelände und den Mercedes für die Teerpad – so ist es geplant. Bei den langen Strecken hier eine vernünftige Lösung.

Eigentlich will ich die zwölf Koffer des unbegleiteten Fluggepäcks heute mitnehmen, schließlich stehen sie schon fünf Tage hier. Imme braucht dringend ein paar Sachen für die Kinder. Aber Herr Liebich winkt ab: Sie seien vom Zoll noch nicht abgenommen. Ob ich die Schlüssel dabeihätte?

Natürlich habe ich sie nicht dabei! Das hat uns mal wieder keiner gesagt – obwohl wir eventuell auch selbst daran hätten denken können. Zu ärgerlich! Nun soll ich die Schlüssel als „rail letter“ von Otjiwarongo nach Windhoek schicken. Die Koffer kommen dann zusammen mit dem Container direkt nach Karibib, in einer Woche.

In einer Woche! Warum so spät? Herr Liebich kann es mir erklären. Und: Der plombierte Container mit dem Vorhängeschloss, zu dem ich einen Schlüssel erhalten habe, sei übrigens schon in Windhoek. – In Windhoek? Aber dann ist er doch durch Karibib transportiert worden, seinem Bestimmungsort, und 200 Kilometer über sein Ziel hinausgeschossen! – Ja, das schon, aber er habe in Windhoek vom Zoll kontrolliert werden müssen. – Vom Zoll kontrolliert? Ohne mein Beisein? Wozu habe ich den Schlüssel? – Das werde hier eben so gemacht. Das Umzugsgut sei übrigens schon in einen Möbeltransporter umgeladen worden. – Was?? Aber ... aber das geht doch nicht! Und wenn jetzt was fehlt? – Es werde nichts fehlen. Da könne ich ziemlich sicher sein.

Ich hasse es, so vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Man ist machtlos, und jede noch so laut geäußerte Empörung wirkt lächerlich, weil sie der Wirklichkeit hinterherläuft. Hoffentlich fehlt wirklich nichts! Wir haben Schlimmes gehört aus diesen Ländern der Dritten Welt, in der die Armut den Diebstahl provoziert, und nun sind alle Sicherheitsvorkehrungen für die Katz’ ... oder haben da ganz andere Leute kontrollieren wollen?

So endet mein erster Ausflug nach Windhoek recht unbefriedigend.

An der Ausfahrt – Katutura und das Hospital liegen gleich nebenan – stehen eine Menge Schwarze und wollen mitgenommen werden. Das zwingt mich, Position zu beziehen. In Deutschland waren die Anhalter für mich kein Problem. Ich fuhr selten lange Strecken, und wenn ich jemanden mitnahm, so geschah es selten aus einem Gefühl der Solidarität oder der sozialen Mitverantwortung. Eher dachte ich an das Prinzip der einen Hand, die die andere wäscht.

Aber hier? Ich glaube zu wissen, welche Bedeutung das Privileg der weißen Hautfarbe hat, wie sehr es über Bildung, sozialen Status und die Nutzung materieller Güter entscheidet. Ich gehöre jetzt zu den Privilegierten. Habe ich nicht – wie alle anderen – die Pflicht, die Unterschiede abzubauen, mich für den Abbau der Rassenschranken einzusetzen und damit die Chancengleichheit zu fördern?

Und dann wieder: Wie albern mein Anspruch klingt! Ich bin Gast in diesem Land, habe nicht den geringsten Einfluss, um etwas zu verändern, soll mich auch nicht einmischen in die „inneren Angelegenheiten“ meines Gastlandes – und dann will ich die Welt verbessern, indem ich einem Schwarzen einen „Lift“ gebe?

Aber in der Bundesrepublik der letzten Jahre habe ich mit vielen anderen eine Lektion gelernt: Ich habe gelernt, dass es nicht reicht, eine Einsicht zu haben und darauf zu warten, dass andere daraus Konsequenzen ziehen. Die anderen – das sind ja die Verantwortlichen, die Politiker, die Fachleute, die Experten! Wie oft haben die schon Probleme verkannt oder nicht sehen wollen! Ihre Gebundenheit an so genannte „Sachzwänge“ oder Gruppeninteressen zwingt den Einzelnen, auch selbst und vielleicht nur ganz kleine Zeichen zu setzen – und sei es nur dadurch, dass er keine Spraydosen oder Einwegflaschen kauft.

Diese Einstellung ist da, auch hier in Südwest. Und sie bedeutet: Wenn du einem Schwarzen einen „Lift“ gibst, dann zeigst du ein winziges Stück Solidarität, gibst den Menschen ein winziges Stück Mobilität und ein winziges Stück Zuversicht, dass man etwas erreichen kann, wenn man will.

Aber was weiß ich über die Risiken? Ich fühle mich trotz meiner theoretischen Einsicht einfach noch unsicher. Und da ist ja auch noch das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Alleinsein mit sich und seinen Gedanken – etwas, was ich auf langen Fahrten sehr genieße!

Auf dieser ersten Alleinfahrt nehme ich dennoch einige Leute mit. Ein älterer Schwarzer ist darunter. Er will mir Geld geben und zeigt mir, um seine Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen, seine Identitätskarte. Ich bin beschämt. Vielleicht habe ich mir zu viele Gedanken um dieses „Problem“ gemacht. Vielleicht sollte ich einfach tun, was mir der Moment eingibt.

Ansonsten ist die Rückfahrt zur Farm über Okahandja – Otjiwarongo für mich eine Ausdauer-Übung. Die reizvoll-herbe Buschlandschaft kann nicht stundenlang meine Aufmerksamkeit fesseln. Kurz vor Otjiwarongo erlebe ich eine Überraschung, als ich links zwei Giraffen sehe. Aber natürlich gibt es hier schon seit etwa 100 Jahren keine frei lebenden Giraffen mehr – und so fällt mir auch der doppelt hohe Zaun auf, hinter dem sie stehen. Eine der zahlreichen Wildfarmen, wie ich später erfahre, wo diese Tiere ausgesetzt werden – entweder aus Spaß an der Freude oder zum Zwecke der Jagd mit gut zahlenden Gästen.

FLEISCHJAGD

„Wenn du mitwillst, musst du dir einen Hut aufsetzen“, lautet am frühen Abend Hinrichs knappe Einladung zur Jagd. Da heißt es: Nicht lange überlegen! Denn Hinrich sagt das nur einmal, dann greift er zielstrebig zu seinem Gewehr, einem alten Karabiner, setzt sich seinen Hut auf und geht. Das Klingeln der Haustür ist sozusagen der letzte Aufruf.

Ich aber habe auch anderes zu bedenken. Ist meine Frau einverstanden? Denn sie muss schließlich die Kinder hüten, und das ist nicht einfach in diesen Tagen. Finn, Lena und Ole sind keine Naturmenschen, die in jeder Ecke des Hausgrundstücks eine abenteuerliche Welt entdecken. Sie sind es gewohnt, „Spielzeug“ zu haben und „Zuwendung“ zu erfahren. Und so irren sie heimatlos umher, werden ausgeschimpft, weil sie barfuß laufen, treten sich Dornen in die Füße, ärgern die Hunde, so dass diese in ihrem Zwinger ein Höllenspektakel veranstalten, erhalten deshalb einschließlich der Eltern einen Anraunzer, toben im Haus umher, was Ulla auf den Geist geht. Der Höhepunkt in diesen Tagen ist der schwere, scharfkantige Bolzen, der Ole auf den Fuß fällt und ihm den Nagel des „großen Onkels“ durchtrennt.

Meine Frau soll nicht das Gefühl haben, in diesem Land der Männer untergebuttert zu werden. Die vorübergehende Aufgabe ihres Lehrerberufs ist ihr schon schwer genug gefallen, die vor ihr liegende Rolle einer Hausfrau ist ein Experiment mit höchst ungewissem Ausgang, die Natur dieses Landes kommt meinen Interessen viel mehr entgegen als den ihren. „Fahr du doch mal mit!“, sage ich oft zu ihr, so auch diesmal. Aber sie winkt ab. Also gut, konzentriere ich mich auf die angenehme Seite dieses Entschlusses!

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