Peter Erichsen - Hoffnung auf Regen

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In dem Südwestafrika des vergangenen Jahrhunderts gibt es viel Fremdes und Faszinierendes und Nachdenklich-Machendes zu entdecken, das heute noch weitgehend Gültigkeit hat: Eine oft urweltliche Landschaft mit einer an das Wüsten- und Steppenklima hochangepassten Natur und der oft mühsame Existenzkampf der Menschen, die hier leben. Und nach und nach erschließt sich eine Ahnung vom Denken und Leben der Schwarzen, von den Auswirkungen der Apartheidspolitik, von der Entwicklung der Weißen, die so verschieden ist von der deutschen Wirklichkeit. Und wie ein roter Faden durchziehen den Bericht die oft bizarren Probleme einer privaten deutschen Auslandsschule in den 80-er Jahren.
Herausgekommen ist eine interessante und erlebnisbetonte Landeskunde aus erster Hand, die den Lesern Zugang und Verständnis für das «Problem Namibia» erleichtert – und zwar nicht im distanzierten Stil der Wissenschaft, sondern mit der Wärme eines Betroffenen, der den Alltag erlebt und sich dennoch um Wahrheit und Ehrlichkeit bemüht.
Im Nachwort wird die politische Entwicklung Namibias bis 2013 beleuchtet.

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Anders sind die sandigen Trockenflüsse, die Riviere, die wir häufiger auf Brücken überqueren. Sie ziehen sich als grüne Bänder durch die dürstende Welt, ihre großen Bäume ziehen ihren Vorteil aus dem immer noch erreichbaren Grundwasserspiegel.

Manchmal durchbricht hellbrauner Granit die Eintönigkeit, und geradezu aufregend wird es, wenn sich dieses Gestein zu Trümmerbergen auftürmt, als habe ein Riese den Steinhaufen vom Spielen übrig gelassen. Dazwischen wächst es meist üppiger als in der Fläche – wahrscheinlich sind es auch begünstigte Orte, wo der wenige Regen in wenigen Felsspalten zusammenläuft und sich dort auch länger hält als anderswo.

Dass hier Menschen leben, bleibt wohl nur durch die Gegenwart von Straße und Zaun bewusst – und durch das Bahngleis, das stellenweise uns begleitet, die Verbindung zwischen der Küste und den Minen bei Tsumeb und Otavi, die alte Otavi-Bahn, fertiggestellt 1908. Ansonsten fahren wir durch Wildnis. Ganze zwei Ortschaften liegen an den 200 Straßenkilometern. Die eine ist Kalkfeld: Wenige, weit verstreut liegende Häuser, kaum zu erkennen, dass man überhaupt durch eine Ortschaft fährt. Neben zerfallenden Häusern und einer stillgelegten Tankstelle gibt es an der Ortsdurchfahrt zwei funktionierende Benzinzapfsäulen und einen Supermarkt.

Da zeigt Omaruru schon mehr her. Die Bebauung und erkennbares Leben konzentrieren sich an der vierspurigen Ortsdurchfahrt mit dem blühenden, Rasen bewachsenen Mittelstreifen. Wasser gibt es hier genug, das breite Omaruru-Rivier durchschneidet den Ort und lässt in den Gärten mächtige Palmen und Eukalyptusbäume wachsen. Überall blühen Bougainvillea und Rabatten aus Tagetes und bunten Korbblütlern, die wild im Namaqualand südlich des Oranje wachsen.

Unter den Häusern auch einige alte Exemplare – das deutsche Wort „Kindergarten“ ist auf einer verwahrlosten Fassade gerade noch zu entziffern.

Doch die schönen Anlagen täuschen. Die Vitalität ist schon seit langem stark angeschlagen, einige leer stehende, verfallende Häuser sind zu sehen, seit es hier keine arbeitenden Minen mehr gibt. Eine Futtermittelfabrik ist heute der größte gewerbliche Arbeitgeber. Die deutschsprachige Grundschule geht ihrem Ende entgegen.

Wilde Geschichten werden von dem deutschstämmigen Bäcker erzählt, der im festlichen Rahmen mit seinem Revolver einen Kronleuchter zur Strecke brachte und es sich nicht nehmen lässt, Hitlers Geburtstag zu feiern. Wahr ist, dass er einmal im Jahr auf Bestellung Hakenkreuzbrötchen backt. Er gehört wohl zur rührigen Minderheit der HNP, einer politischen Gruppierung am rechten Rand des politischen Spektrums, ein Hort des unverblümten Rassismus und nationalsozialistischer Traditionen, geistig verwandt mit der südafrikanischen Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB) unter ihrem Führer Eugen Terreblanche sowie mit den südafrikanischen Parteien KP und HNP.

In Omaruru ließe es sich gut leben, aber der Schlüssel zu seiner Zukunft liegt wohl nicht hier. Überlegungen zur Wiederbelebung gibt es schon, der Ort liegt in zentraler und reizvoller Lage. Vielleicht ein Touristencamp als Ausgangspunkt für Safaris, Expeditionen? Vielleicht ein Thermalbad? Aber die heißen Quellen sind angeblich nicht ergiebig genug. Aufschwung durch Gold-Fieber? Entsprechende Meldungen sind wohl eher dem Wunschdenken entsprungen – zwar gibt es in der Nähe goldhaltiges Gestein, aber bei zwei bis drei Gramm Metall je Tonne springt nach bisherigen Kalkulationen nicht genug dabei heraus5.

Wir überqueren das breite Omaruru-Rivier in Richtung Süden. Es ist von zahlreichen Reifenspuren durchfurcht. Hier kann lange kein Wasser geflossen sein. Links hat in der Kolonialzeit irgendwo die deutsche Militärstation gestanden, rechts beginnt es gebirgig zu werden. Es sind die nördlichen Vorboten des Erongo-Gebirges, rötliche nackte Granitrücken und -kuppen, auch mal ein vulkanisch aussehender Kegelberg dazwischen. Wir sind noch 60 Kilometer von Karibib entfernt, die Spannung steigt.

Ich hätte jetzt gern im Ausguck gesessen, ganz allein mit meinen Gedanken und Gefühlen, bis in die Zehenspitzen erwartungsvoll gespannt, alles aufsaugend, um die Wirkung in mir zu spüren ... aber meine Begleiter haben viel zu erzählen, und so fühle ich mich eher auf Geschäftsreise.

Der Erongo scheint von Norden her allmählich anzusteigen, im Süden jedoch fällt er jäh ab, alpine Felswände aus dem rötlichen Granit, den wir vorhin schon sahen. Wir fahren östlich in großer Entfernung um ihn herum, an dem Krüger-Kopf vorbei, einem Berggrat-Profil, das angeblich Ähnlichkeit mit Ohm Krügers Charakternase hat6.

Je mehr wir uns unserem Ziel nähern, desto trostloser wird die Vegetation. Trockenes, vorjähriges Gras ist schon eine Seltenheit. Soweit das Auge blickt: Hitzeflimmernde Luft liegt blendend über grauem Busch. Sollte doch noch wahr werden, was ich mir zu Hause in Deutschland vorgestellt hatte?

Karibib – heiße Sandschneisen zwischen Häusern, und der ewige Wind rüttelt an den einsamen Dächern und treibt raschelnde, kratzende Strauchkugeln dem Staub hinterher...?

Zehn Kilometer vor Karibib steht rechts an der Teerpad ein unscheinbares Schild, das auf einen Flugplatz hinweist. Wir sehen auch einen wehenden Luftsack, sonst nichts.

Vor uns im Süden liegt Bergland mit abgerundeten Formen, „Mittelgebirge“ würden wir in Deutschland dazu sagen, besprenkelt mit brüchig-dunklen Tupfen – so wirkt der Busch aus großer Entfernung. Dahinter, weit am Horizont, noch einmal 60 Kilometer weiter, würden wir auf das Swakop-Rivier stoßen, das wildbewegte Khomas-Hochland...

Wir aber sind jetzt angekommen, obwohl man von Karibib noch nicht mehr sieht als das Wasserreservoir auf einem kleinen Berg. Wir stoßen auf eine Teerpad und eine Bahnlinie, die alte Verbindung zwischen der Küste und der Hauptstadt Windhoek. Wir sind 180 Kilometer von Swakopmund entfernt.

Und dann doch die ersten Häuser. Sie liegen links am Hang des Heliografenberges, auf dem der Wasserspeicher steht, und unten an der Straße ein hinter grünen Sträuchern fast verborgenes Hotel, die Waltz-„Garage“ (Tankstelle und Werkstatt) mit dem Markenzeichen „Mobil“ und dann eine kurze Ortsdurchfahrt mit flachen, auf den ersten Blick unscheinbaren Häusern links und rechts. Hinter der rechten Häuserreihe führt die Bahnlinie entlang nach Westen, und dann folgt bis zum 30 Kilometer entfernten Erongo eine Ebene mit zahlreichen Hügelketten. Nach links gibt es drei staubige Parallelstraßen in dem leicht zum Heliografenberg ansteigenden Gelände. Dort liegen verstreut die meisten Häuser, oft mit Wellblech gedeckt, einige rote Dächer sind auch darunter, und das Überraschende ist das viele Grün auf den bebauten Grundstücken, was mir endgültig die Sicherheit gibt, hier nicht in einer wüsten Westernbudenstadt gelandet zu sein.

Ich besorge mir zunächst den Landrover. Ich stehe vor diesem Ungetüm, das mir wie ein halber Lastwagen vorkommt, mit seinem altertümlichen Aufbau, dem riesigen Ersatzreifen auf der Kühlerhaube. Das Dach ist weiß und hat eine Gepäckreling, die Karosserie ist lindgrün. Dafür, dass dieses Gefährt schon elf Jahre alt ist, sieht es ganz gut aus. Vor allem ist kaum Rost zu sehen. Ich stelle mir vor, was in Schleswig-Holstein nach elf Jahren übrig bliebe...

Dann interessiert mich brennend, in welchem Haus wir in den nächsten Jahren leben sollen. Wie viel hängt davon ab! Wir kennen nur den Grundriss, haben gehört, dass ein Schattenbaum auf dem Grundstück stehen soll. Wir suchen den Besitzer auf. Er ist gleichzeitig Eigentümer des Marmorwerks, das auf der rechten Seite des anderen Ortsausgangs liegt. Und während Ulla bereits auf dem Weg nach Windhoek ist, fahren wir dem weißen BMW unseres Vermieters nach: erste Querstraße, zweite Querstraße. Es geht in Richtung Wasserreservoir den Berg hoch. Nach der dritten Querstraße ist das rechte Eckgrundstück unbebaut. Stapel von Zementsteinen stehen dort, als sei dem Besitzer bei seiner Bauplanung die Luft ausgegangen. Dahinter hohe, grüne, dornenlose Pfefferbäume über zwei roten Ziegeldächern. Das ist es! Dahin waren meine Augen schon vorhin gewandert, aber ich rechne von Natur aus nie mit dem Besten, und so hatte ich diese Möglichkeit als erfahrener Zweckpessimist verworfen, um mich – vielleicht – doppelt freuen zu können, wenn ich mich selbst widerlegte.

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