Peter Erichsen - Hoffnung auf Regen

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In dem Südwestafrika des vergangenen Jahrhunderts gibt es viel Fremdes und Faszinierendes und Nachdenklich-Machendes zu entdecken, das heute noch weitgehend Gültigkeit hat: Eine oft urweltliche Landschaft mit einer an das Wüsten- und Steppenklima hochangepassten Natur und der oft mühsame Existenzkampf der Menschen, die hier leben. Und nach und nach erschließt sich eine Ahnung vom Denken und Leben der Schwarzen, von den Auswirkungen der Apartheidspolitik, von der Entwicklung der Weißen, die so verschieden ist von der deutschen Wirklichkeit. Und wie ein roter Faden durchziehen den Bericht die oft bizarren Probleme einer privaten deutschen Auslandsschule in den 80-er Jahren.
Herausgekommen ist eine interessante und erlebnisbetonte Landeskunde aus erster Hand, die den Lesern Zugang und Verständnis für das «Problem Namibia» erleichtert – und zwar nicht im distanzierten Stil der Wissenschaft, sondern mit der Wärme eines Betroffenen, der den Alltag erlebt und sich dennoch um Wahrheit und Ehrlichkeit bemüht.
Im Nachwort wird die politische Entwicklung Namibias bis 2013 beleuchtet.

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Wenn wir in Europa von Völkerverständigung reden, dann meinen wir den Versuch, durch gegenseitige Besuche, persönliche Kontakte, das Lernen der anderen Sprache, durch Leben in den anderen Familien die anderen zu verstehen, uns mit ihnen zu verständigen. Der so verstandene Begriff ist in Namibia ein Fremdwort. Umso bemerkenswerter sind die Äußerungen des Swakopmunder Bürgermeisters im Jahre 1985, der zu eben dieser Völkerverständigung aufruft.

Auf den Kontrollfahrten mit Hinrichs Isuzu-„Bakkie“ lernen wir viel. Die 9000 Hektar sind in 28 Camps eingeteilt, die hauptsächlich der Rinderzucht dienen. Die Umtriebswirtschaft wird ergänzt durch eigene Produktion von Kraftfutter für die 1a-Ochsen.

Das Gebiet hier ist einigermaßen regensicher, d. h. es fallen pro Jahr durchschnittlich etwa 400 Millimeter, und wenn man den richtigen Riecher hat und die Saat rechtzeitig vor dem ersten großen Regen in die Erde bringt – das ist meist so zwischen Weihnachten und Neujahr der Fall – und wenn dann der Regen sich noch einigermaßen auf die Wochen verteilt, dann gedeiht in dem roten Sand mit seiner leidlichen Wasserbindungsstruktur alles hervorragend: Hirse („Kaffernkorn“ genannt), Mais, Bohnen, Futtergras.

Aber in weiten Teilen des Landes herrscht eine schon sechs Jahre andauernde Dürre. Vor kurzem erst war es auch auf Hinrichs Farm besonders schlimm. Um seine Rinder durchzufüttern, musste er dornenlosen Busch hacken, Gelbholz, von dem es hier in der Dornbusch-Savanne Gott sei Dank einiges gibt. Auch jetzt steht nicht viel gelbes Gras auf dem Halm. Vor allem mangelt es noch an wertvollem mehrjährigem Gras, das in dichten Bulten wächst.

Sogar Sonnenblumen hat unser Gastgeber schon einmal angebaut und wurde dafür von seinen Nachbarn für verrückt erklärt. Die meisten machen sich nicht die Mühe mit dem Ackerbau, sie wirtschaften extensiv, überstocken leicht und zerstören sich damit den Ast, auf dem sie sitzen: die Grasnarbe.

„Die Rinder gehören hier nicht her“, sagt Hinrich, der Rinderfarmer, während er am Viehposten gerade kontrolliert, ob genügend Wasser in dem hohen Betonring steht. Hier, am Schnittpunkt mehrerer Camps, ist tatsächlich alles zertreten und staubig. Im dünnen Schatten der Dornbüsche steht gut aussehendes, rotbuntes Vieh und glotzt uns kauend an. Die hätte ich mal sehen sollen, als er sie auf einer Versteigerung im Hereroland erwarb! Hinrich freut sich auf ein gutes Geschäft.

Wir haben heute keinen Schwarzen von der Locasi hinten auf der Ladefläche stehen. Deswegen bin ich als Beifahrer dran, bei jedem Farmtor herauszuspringen, um es zu öffnen und hinter dem Isuzu wieder zu schließen. Wer das nicht kennt, erfährt manchmal die Grenzen seiner Intelligenz: Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Verschlussmöglichkeiten aus so einfachen Dingen wie Eisenzapfen, Eisenring und Kette konstruierbar sind.

Hinrich doziert weiter: Das Rind zerstört die Pflanzendecke, es zertrampelt sie mit seinen groben Hufen und reißt die Gräser mit der Wurzel aus. Das Gras steht aber in Konkurrenz zum Busch. Ist die Grasnarbe zerstört, haben auch die tiefer liegenden Wurzeln der Sträucher eine größere Chance. Die Folge ist eine zunehmende Verbuschung, die kaum noch Grasweide wachsen lässt. In der funktionierenden Natur gibt es von Zeit zu Zeit Buschbrände, bei denen der Busch aber nur dann abgetötet wird, wenn noch vorhandene Grasweide für die nötige Hitzeentwicklung sorgt.

Hinrichs Kampf gegen die Verbuschung ist zweigleisig: Erstens vermeidet er Überstockung, und zweitens lässt er vom Flugzeug aus gezielt Entlaubungsmittel versprühen. Er glaubt, dass das Gift schnell genug wieder abgebaut ist und befürchtet bei entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen auch sonst keine Nachteile. Aber vielleicht weiß er nur keine ökologisch und ökonomisch vertretbare Alternative.

Er zeigt mir ein mit Gift behandeltes Camp. Die Wirkung ist nicht zu übersehen. Der tote Busch wird umgeschlagen, und das Gras hat wieder eine Chance.

„Die Weißen machen alles kaputt“, beginnt Hinrich urplötzlich einen seiner Ausflüge ins Grundsätzliche. Die Radikalität dieser Selbstkritik überrascht mich immer wieder. Aber vielleicht ist er noch nicht lange genug im Land? „Kultur und Religion der Weißen haben die Schwarzen entwurzelt. Der Eingeborene ist von Natur aus anspruchslos und arbeitsscheu. Diese Lebensweise ist eigentlich vernünftig und der Umwelt am besten angepasst.“

Bezogen auf die Rinder heißt das: Die Hereros waren zwar große Viehzüchter und hatten den Ehrgeiz, ihre Herden wachsen zu lassen, weil dadurch auch Macht und Einfluss der Besitzer stiegen. Aber erst die Weißen brachten die Idee mit, daraus ein Geschäft zu machen.

Und es lässt sich nun einmal kein Geschäft machen mit Rindern, die auf der Suche nach Weidegründen Hunderte von Kilometern durch den Busch getrieben werden und irgendwann an Altersschwäche eingehen. Und da die Schwarzen das nicht begreifen wollten, mussten die Weißen die Sache in die Hand nehmen. Dazu brauchten sie das Land, bei dessen Erwerb sie – im Gegensatz zu manch anderen Kolonialmächten – zunächst zumindest den Schein der Legalität wahrten (Kaufverträge). Und so veränderten sie die Natur, nicht zuletzt durch die Millionen Kilometer Zaun, die den natürlichen Wanderbewegungen des Wildes Einhalt geboten. Der Ackerbau dagegen ist immer noch ein Stiefkind der Wirtschaft. Hinrich ist überzeugt, dass Südwest Selbstversorger sein könnte. „Stattdessen produzieren wir nur 20 % der notwendigen landwirtschaftlichen Produkte. Wir arbeiten nicht genug 3.“ Auch er habe im Grunde nicht viel zu tun, aber er sei immer noch fleißiger als die meisten anderen Farmer. Er gehört zu den wenigen, die sich überhaupt mit Ackerbau beschäftigen und wird von manchen belächelt. Aber er sieht sich auf dem richtigen Weg. Wenn ihm der weiße Mais gelingt, dann mahlt er ihn sogar selbst mit seiner Hammermühle – das volle Korn, nahrhaft, wie man es im Laden nicht kaufen kann. Das Maismehl ist für seine Leute ein überragendes Grundnahrungsmittel, aus dem griesbreiähnlicher Milipapp gekocht wird.

Wir fahren zurück, immer an den Zäunen der Camps entlang. An einigen Stellen steckt der Boden voller Blumenzwiebeln, wir sehen breite, flach am Boden liegende Blätter, die an Amaryllis erinnern. Ein Schwarm rotgrüner Vögel fliegt auf, zwei prächtige Kudubullen mit weit ausladenden, gedrehten Hörnern flüchten im dichten Busch. Eine Warzenschweinfamilie kreuzt den Weg – es gibt hier sehr viele von ihnen, und sie richten zum Ärger des Farmers einigen Schaden in dem Maisfeld an.

Vorhin schon hatten wir im Nordosten über Otjiwarongo eine dunkle Wolkenbank gesehen. Es ist jetzt 14.30 Uhr, und der Himmel über uns zieht sich zu. Das Donnergrollen ist näher gekommen, und Hinrich hofft wieder. Der Mais braucht dringend Regen, er hält nicht mehr lange durch. Das wäre mal wieder ein großer Verlust. Das Kraut käme in die Silage – um wenigstens etwas zu retten.

Wir halten an und steigen aus. Hinrich zeigt mir einen mächtigen beige-farbenen Bullen mit einer weit herunterhängenden Wamme, ein Brahmane für die Zucht.

Ein würziger, erdiger Geruch hängt in der Luft. Er ist unglaublich intensiv, ich glaube ihn gleichzeitig riechen, schmecken und fühlen zu können. So riecht der Regen, wird mir erklärt. Oder, genauer: Es ist der Duft, der der heißen Erde entströmt, wenn sie von frischen Regentropfen nassgeküsst wird. Dann zerplatzen erste Himmelsgeschosse in dem heißen Sand und überziehen ihn mit duftenden Sommersprossen. Schnell wird der Regen dichter. Wir flüchten unters Autodach und schließen die Fenster. Ohrenbetäubend und hart schlägt das viele Wasser gegen das Blech. Bald sitzen wir in tropisch schwüler Luft, aber auch draußen ist eine Waschküche.

Wir setzen uns langsam in Bewegung, an den Scheibenwischern vorbei sehen wir stäubendes, springendes, dampfendes Wasser auf der Kühlerhaube. Die Umgebung ist grau verhüllt. Im Nu strömt es in reißenden Bächen über die Pad, obwohl uns doch das Farmgelände bisher so eben vorgekommen war. Das gibt eine Menge Arbeit, die verspülten Wege wieder herzurichten, aber Hinrich neben mir schmunzelt. Offensichtlich hat er soeben entschieden, dass dies der ersehnte Regen sei: „Dann könn’ wir nachher ja mal `n Sekt trinken.“

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