Jan Pelzer - Betty und Kai

Здесь есть возможность читать онлайн «Jan Pelzer - Betty und Kai» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Betty und Kai: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Betty und Kai»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Vaterlos aufgewachsene Geschwister versuchen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: Betty durch riskante Geschäfte und Liebschaften, Kai durch ein anarchisches Künstlerdasein. Nach Rückkehr des Vaters allmähliche Verhaltensnormalisierung.
Die Kapitel sind Tagebucheintragungen. Die Sprache ist gemischt, Jugendslang, Berichtstil und Beschreibung, rationale Gedankenwiedergabe, lyrische Einschübe als Knittelverse, Liebeslyrik, Bekenntnislyrik. Weitere Stilmittel: sanfte Ironie, engagierte Diskussionen, groteske Szenen; kurz, Humor und humanes Engagement in unterhaltsamer Form. Das Ganze: ein Versuch über Pubertät.

Betty und Kai — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Betty und Kai», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Wir haben ja einige behinderte Kinder in unserer Klasse: Michael sitzt im Rollstuhl wegen einer Querschnittslähmung, Anette hat einen verstümmelten rechten Arm von Geburt an, Marie ist fast blind und Peter hat häufig so starkes Nasenbluten, dass man das Schlimmste befürchten muss und die Lehrer ihn sofort mit Begleitung in die nächste Ambulanz schicken, weil sie kein Mittel finden, um die Blutung zu stillen. Außerdem haben wir ein paar Arbeiterkinder in der Klasse, die wirklich auf vieles verzichten müssen, weil ihre Eltern sich keine der erwähnten überflüssigen Dinge, wie sie sagen, leisten können. Somit lügen wir nicht, wenn wir Reklame für eine Sammlung für „bedürftige“ und „behinderte“ Kinder machen. Um für beide Seiten mehr Geld einnehmen zu können, wollten wir die Veranstaltung splitten. Das Geld von der Disco sollten die Kinder in Haiti bekommen und das Geld aus einer künstlerischen Performance in der Öffentlichkeit sollten unsere bedürftigen Klassenkameraden und wir übrigen erhalten.

Klaus Dieter, unser Experte in geschäftlichen Angelegenheiten, hat uns ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass die Menschen eher bereit sind, eine „müde Mark“ herauszurücken, wenn sie wissen, dass ihr Geld einem wohltätigen Zweck zugutekommt. Er hat uns klar gemacht, es sei „Marketing“, mit unseren behinderten Klassenkameraden für unsere Aktion zu werben. Dafür sollten wir Schilder malen und sie unseren behinderten Mitschülern in die Hand drücken. Wir sollten uns einen schönen Tag aussuchen, einen schönen Sonntag und uns dann zu einem der beliebten Ausflugsorte in München aufmachen, z.B. in den Englischen Garten oder den Park von Schloss Nymphenburg oder den von Schloss Schleißheim.

Dort sollten wir unsere Behinderten an einem viel besuchten Platz mit den Schildern aufstellen. Auf dem Schild von Marie sollte stehen: „Dies ist ein herrlicher Tag! Ihr könnt ihn sehen!“ Auf dem Schild von Michael sollten die Worte geschrieben sein: „Dieser Park ist wunderschön! Ihr könnt ihn begehen!“ Auf dem Schild von Anette sollte mit den Worten geworben werden: „Dieser Tag ist dafür gemacht, um glücklich zu sein! Ihr könnt euch umarmen!“ Und auf Peters Schild sollte der Spruch Platz finden: „Ihr geht freiwillig einmal im Jahr Blut spenden. Ich muss unfreiwillig jeden Tag einen Liter Blut verlieren!“

Nachdem Klaus Dieter, unser Marketingfachmann, sah, dass wir von seiner Werbestrategie nicht überzeugt waren, forderte er uns auf, unsere Aktion an zwei verschiedenen Orten, einmal ohne Schilder und einmal mit Schildern zu probieren. Wir würden dann schon erleben, dass er Recht habe. Im Übrigen könnten wir unsere Gedichtvorträge mit dieser Aktion verbinden, um dem Publikum zu signalisieren, dass wir nicht betteln wollten, sondern ihm eine Gegenleistung für seine Großzügigkeit bieten wollten. Dieser Vorschlag fand unsere uneingeschränkte Zustimmung und wir wollten schon anfangen, uns auf unsere Aktion vorzubereiten, da fiel Klaus Dieter noch ein: „Wenn wir euch vier Behinderte an einem Platz konzentrieren, dann wird jeder Spender seine Gabe in vier Teile splitten, aber wenn ihr an verschiedenen Plätzen seid, so kommt jedem die volle Spende in die Büchse, das gibt 75% höhere Einnahmen. Jeder von euch wird von sechs Klassenkameraden unterstützt und jede dieser Gruppen muss ein eigenes Programm haben, sonst erkennen die Leute, dass wir zusammengehören und spenden nur einmal.“

Wir sind dann am nächsten schönen Sonntag in den Englischen Garten gezogen und haben zunächst unsere Schilder im Gebüsch versteckt. Wir haben unsere vier Spendensammler an vier verschiedenen Plätzen abgesetzt, ihnen eine Sammelbüchse vor die Füße gestellt und abgewartet, was passierte. Es passierte eigentlich nichts. Die Leute merkten wohl kurz auf, wenn sie bei einem der Spendensammler vorbeikamen, und machten fiese Bemerkungen über die lieblosen Eltern, die ihre Kinder zum Betteln schickten. Eine Frau sagte zu ihrem mitleidigen Mann, der Marie eine Mark in die Büchse werfen wollte: „Willst Du Kinderarbeit unterstützen?“ worauf der Mann die Mark wieder wegsteckte.

Aber die meisten Spaziergänger nahmen überhaupt keine Notiz von unseren doch sichtlich gehandicapten Kameraden. Sie wollten sich ihr Sonntagsvergnügen in keinster Weise durch die Wahrnehmung von menschlichem Leid trüben lassen und übersahen unsere fantastischen Vier. Die jeweiligen Unterstützer unserer vier „Frontschweine“ hielten sich die ganze Zeit im Hintergrund und benahmen sich so, als hätten sie nichts mit ihnen zu tun.

Als wir nach einer Stunde bis auf einige wenige Pfennige nichts eingenommen hatten, änderten wir unser Verfahren. Wir holten unsere Schilder aus dem Gebüsch und stellten sie neben unseren geduldigen Sammlern auf. Die Unterstützertrupps hängten sich ebenfalls Schilder mit den Titeln und Preisen ihrer Gedichte um und schmetterten als Gratiszugabe einige Folksongs in die Landschaft.

Sofort bildeten sich Menschentrauben um die jeweiligen Sammler und ihre Unterstützer. Es wurde applaudiert und generös das eine oder andere Gedicht angefordert. Auch unsere Sammler durften ihre Gedichte vortragen und wurden auch nach Art und Schwere ihrer Behinderung befragt. Danach gab es meistens eine aufgestockte Spende für ihre Darbietung wie für ihre Auskunft über ihr Leiden. Unter den Zuhörern gab es bald angeregte Diskussionen über diese positive Jugend, die sich hier für Behinderte und deutsche Dichtung engagierte. Und wir lachten uns still ins Fäustchen, dass Klaus Dieters Strategie so optimal aufging, dass am Ende jeder unserer Spendensammler 50 bis 100 Mark eingenommen hatte. Wir hatten jedenfalls am Ende 380 Mark Gewinn, die wir auf Klaus Dieters Rat zunächst zinsgünstig anlegten.

Wir haben das gleiche Programm dann noch an anderen Orten wiederholt und gleichzeitig Reklame für unseren Familienfeierservice gemacht und gebieten mittlerweile über ein sehr angeschwollenes Konto, aber sind in unseren schulischen Leistungen durch unsere vielen geschäftlichen Einsätze sehr abgefallen, was für einige von uns zu sehr einschneidenden Veränderungen ihres Lebens führen kann. Denn entweder geben sie die Mitarbeit an unserem Unternehmen auf, um in der Schule voran zu kommen, oder sie gehen von der Schule ab und führen das Unternehmen weiter, das ihnen mittlerweile ein ausreichendes Einkommen sichern würde.

Ich, als Präsidentin, bin Gott sei Dank nicht so sehr in die Auftritte eingespannt und kann noch beide Aufgaben, Schule und Unternehmen, bewältigen. Obwohl ich natürlich nicht mit einem Achtstundentag auskomme, um allen Anforderungen, die an mich gestellt werden, gerecht zu werden. Meine Mutter hat schon Angst um meine Gesundheit. Sie meint, ich könnte die Managerkrankheit kriegen oder einen Nervenzusammenbruch, aber ich bin zäh und habe Kraft wie zehn Jungen zusammen. Die erschrecken sich doch über jeden Floh, der sie in den Hintern beißt, und rennen zum Arzt. Die sollten mal meine Menstruationsbeschwerden bekommen. Ich glaube, die würden alle ihr Testament machen.

Klaus Dieters Untreue, neue Freunde

Ich bin unglücklich und voller Hass, Ekel, Abscheu gegenüber den Männern. Gestern war unsere Disco! Und sie war ein voller Erfolg! Es gab einen Ansturm von Besuchern, der über das Fassungsvermögen der Aula hinausging. Wir mussten die Türen schließen und Polizeischutz anfordern, damit diejenigen, die keinen Einlass bekommen hatten, nicht die Türen einschlugen. Auch finanziell und organisatorisch hat alles gut geklappt, weil ich mich den ganzen Abend um alles gekümmert habe.

Dabei blieb mir natürlich wenig Gelegenheit das Tanzbein zu schwingen. Ich hatte gedacht, dass Klaus Dieter mir helfen würde, Getränke und Kartoffelchips zu verkaufen und den Ordnungsdienst zu organisieren. Aber denkste! Der Herr war mit seinem Auftritt und der blonden Ulla unerreichbar beschäftigt. Er hat diese miese Ziege als Leadsängerin für seine Band gewonnen, obwohl diese krächzende Nebelkrähe nicht das geringste Gefühl für Rhythmus und Takt hat und Klaus Dieter hinter den Bühnenkulissen bis zu ihrem Auftritt den Vortrag der armseligen drei Liedchen, die sie trällern sollte, ununterbrochen mit ihr üben musste. Ich hätte ja noch für diesen Einsatz von Klaus Dieter Verständnis gehabt, weil er was mit unserem musikalischen Programm zu tun hatte, aber dass er sich auch nach ihrem Auftritt noch den ganzen Abend um diese Schlampe kümmern musste, das ging mir gegen die Hutschnur.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Betty und Kai»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Betty und Kai» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Betty und Kai»

Обсуждение, отзывы о книге «Betty und Kai» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x