Jan Pelzer - Betty und Kai

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Vaterlos aufgewachsene Geschwister versuchen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: Betty durch riskante Geschäfte und Liebschaften, Kai durch ein anarchisches Künstlerdasein. Nach Rückkehr des Vaters allmähliche Verhaltensnormalisierung.
Die Kapitel sind Tagebucheintragungen. Die Sprache ist gemischt, Jugendslang, Berichtstil und Beschreibung, rationale Gedankenwiedergabe, lyrische Einschübe als Knittelverse, Liebeslyrik, Bekenntnislyrik. Weitere Stilmittel: sanfte Ironie, engagierte Diskussionen, groteske Szenen; kurz, Humor und humanes Engagement in unterhaltsamer Form. Das Ganze: ein Versuch über Pubertät.

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Einige Augenblicke später hörte man Schellenklänge, eine Gitarre wurde gestimmt und Kai erschien in einem grünen Schellenkostüm mit einer Narrenkappe, an deren langgezogenem Zipfel ebenfalls eine Schelle hing, wieder auf der Bildfläche. Er hatte eine Gitarre in der Hand, postierte sich vor uns und begann mit Gitarrenbegleitung ein Gedicht vorzutragen. Es hatte den Titel „Dichtkunst“ und bestand aus folgendem Text:

Dichtung, Gewalt, Überschwang

Brich aus cumäischem Schoß;

Wie lydischer Wildbach goss,

Heiß, Korybanten Gesang.

Sprenge, Muskel, den Zwang!

Panthersprung, Blizzard, Geschoss,

Schallenergiefluss entspross

Neue Gestalt und erklang.

Rhythmischer Sprachhorizont

Reißt die Mänade entzwei.

Rausch des Dionysosmond

Rast der ekstatische Schrei,

der keinen Körper verschont

Geist in dem Gotte wohnt: frei.

Kai trug das Gedicht wie ein Rocksänger vor und mit einer solchen Wucht, dass wir alle perplex waren. Kai bemerkte unser Erstaunen und unser Unverständnis und wiederholte seinen Vortrag noch einmal sehr langsam. Wir konnten trotzdem mit seinem seltsamen Auftritt nichts anfangen und Mutter konnte es nicht unterlassen Kai tadelnd zu fragen, was diese Narrenposse solle!

Sie erreichte mit diesen Worten genau das, was sie beabsichtigt hatte, Kai war tödlich beleidigt. „Es ist traurig, dass ihr die gleichen Banausen seid wie die meisten meiner Zuhörer!“ sagte er nach einer quälenden Pause. „Bei euch hatte ich auf Verständnis gehofft für meine hohe Kunst, weil ihr euch zu den Gebildeten zählt, aber anscheinend reichen weder eure Kenntnisse der antiken griechischen Mythologie noch eure literarische Bildung, um die Produktionen eines kompromisslosen jungen Sängers zu verstehen. Von Wertschätzung des Geistes und der Freiheitsliebe, die sich in diesem Sonett manifestieren, ganz zu schweigen.“

Zu meiner Überraschung ergriff jetzt Vater zugunsten von Kai in den Streit ein. Er sagte: „Du willst uns offensichtlich mit diesem Auftritt etwas sagen. Und, wie Du selber schon angedeutet hast, soll dieser Auftritt eine künstlerische Darbietung sein, die man interpretieren muss, wie alle echten künstlerischen Äußerungen. Wenn ich dich recht verstehe, willst Du uns erstens klar machen, dass Du dich als Künstler verstehst und dass Du dich dem kulturschöpferischen Geist der Menschheit verpflichtet fühlst, und als zweites willst Du uns mit deinem Narrenkostüm das Ansehen, das fehlende Ansehen veranschaulichen, unter dem ein innovativer Künstler beim Publikum zu leiden hat. Und zumindest solange zu leiden hat, bis mit seinen Werken Geld zu machen ist. Habe ich dich richtig verstanden?“

„Heureka, Du hast es geschnallt, Vater!“ freute sich Kai! „Dann wirst Du auch sicher verstehen, dass ich ohne Rücksicht auf Anstaltsordnungen und Karrierelaufbahnen meinen eigenen Weg gehen muss und den Eingebungen meines Genius bedingungslos folgen muss! Das heißt, wenn ich die „Stimme der Natur“ höre, muss ich ihr folgen und mich in die Wälder oder Berge aufmachen, und wenn „der große Geist der Kunst“ mich anruft, so muss ich ihm antworten, sofort, bedingungslos und ausführlich!“ „Mit anderen Worten: Du willst in einer anderen Welt leben, einer Welt der totalen Freiheit und der totalen Ichbezogenheit!“ stellte mein Vater fest. „Oder“, so fuhr er fort, „um es negativ zu sagen: Du willst dich über alle Sicherheiten und Errungenschaften unserer Zivilisation und Kultur hinwegsetzen und wie der erste Mensch leben“ „Ich kann es nicht besser ausdrücken!“ bestätigte Kai unseren Vater.

„Dann musst Du dir aber klar sein, dass Du einen sehr einsamen und gefährlichen Weg gehen wirst! Denn wer soll dir helfen, wenn Du dir im Gebirge ein Bein brichst oder Du dir im Urwald eine Lungenentzündung holst? Womit willst Du dich ernähren, wenn dir Geld und Vorräte ausgehen? Womit willst Du dich kleiden, wenn Du dir bei einem Sturz im Gebirge Hose und Hemd zerrissen hast? Und wo willst Du wohnen, wenn dich in deinen Bergeshöhen Schnee und Regen erkältet und durchnässt haben? Ich kann dir zwar eine jährliche Rente vermachen, die dich finanziell sichern würde, aber so, wie Du keine Kompromisse machen willst, um wie der erste Mensch zu leben, so wirst Du eine solche Lösung ablehnen müssen.“

„Ich würde mich ja wieder vom Geld und von anderen Menschen abhängig machen, wenn ich auf ein solches Angebot einginge“, erklärte Kai. „Ich müsste Banken kontaktieren, Steuern zahlen, dieses ganze korrupte Spiel von dem Genuss finanzieller Erträge ohne Arbeit mitspielen! Und bald wäre dies mein Hauptlebensinhalt und nicht mehr das spontane, unprogrammierte Erproben meiner eigenen Kräfte in der Begegnung mit der unbekannten Natur, mit unbekannten Menschen. Diese immer neue Bewährung angesichts des Unbekannten macht ein Leben erst frisch und immer neu, reicher an Selbsterkenntnis und Welterfahrung! Dagegen beschert dir dieses Zivilisationsvegetieren ein Dutzendleben ohne Überraschungen! Es besteht aus der endlosen Wiederholung der immer gleichen Vorgänge. Mag sein, dass in Spitzenpositionen der eine oder andere Verantwortliche auch neue Lösungen und neue Lebensformen erfährt, aber das sind doch ganz wenige Ausnahmen. Alle anderen sind Mitläufer, Stimmvieh, Komplizen!“

„Das sind bemerkenswerte Einsichten – auch wenn sie nur halb wahr sind – und im Narrengewand vorgetragen werden. Aber die Narren haben ja zu vielen Zeiten das Privileg gehabt, die Wahrheit sagen zu dürfen“, entgegnete mein Vater und er fuhr fort: „Aber dein solipsistisches Paradies hat natürlich einige Macken! Denn das soziale Leben, das Du ausklammerst, kann auch voller Überraschungen und Innovationen sein. Und es kann viel beglückender sein als dein Traumbild des einsamen ersten Menschen! Ich habe zwar nur Zipfel von einem beglückenden sozialen Leben erfahren, aber ich möchte sie nicht missen: die Umarmung einer liebenden Frau, die Zutraulichkeit eines Kleinkindes, das nach deiner Hand greift, das gemeinsame Lachen mit Mitarbeitern nach einem gelungenen Geschäftsabschluss. Ich könnte diese Reihe bis ins Unendliche fortsetzen, obwohl ich ein Stiefkind des sozialen Glückes bin. Und wenn Du ehrlich dir selbst gegenüber bist, so wirst auch Du dir eine ganze Menge Glücksmomente des sozialen Lebens in dein Bewusstsein rufen können, die von keinem anderen Glücksmoment übertroffen werden können!“

Mein Bruder war von dieser Argumentation beeindruckt. Er drehte sich um und verschwand in seinem Zimmer und kam nach einigen Minuten tatsächlich ohne Narrengewand, sondern in ganz normalem Outfit zurück. Er ergriff die Hand von unserem Vater und bekannte ganz ehrlich: „Du hast recht! Es gibt tatsächlich mehr Chancen für Glück im sozialen Leben als im individualistischen Fürsichsein! Dieses Gespräch mit dir hat mir solch einen Schimmer von Glück vermittelt. Ich werde es ganz bestimmt nie vergessen. Aber wenn Du von frühester Kindheit an von deinen natürlichen Sozialpartnern nur enttäuscht und im Stich gelassen worden bist, so ziehst Du dich in dich selbst zurück und magst dich nur noch auf dich selbst verlassen. Und Du hast uns ja bereits vor eurer Trennung allein gelassen und Mama hat dir dann die ganze Zeit nachgetrauert und in mir einen Partnerersatz gesucht. Das war für mich überfordernd und frustrierend. Und Betty hat ein ganz anderes Lebenskonzept als ich. Sie will nur vorteilhafte Geschäfte machen und ansonsten schon verheiratete Frau sein. Sie hat mich auch frustriert. Aber dieses Gespräch hat mir gutgetan. Ich fühle mich zum ersten Mal verstanden und in meiner Eigenart respektiert. Das eröffnet mir neue Lebensperspektiven – vielleicht auch im sozialen Bereich!“

Darauf antwortete mein Vater: „Ich will das seltene Glücksgefühl, das Du jetzt empfinden magst, nicht für meine Zwecke ausnutzen. Aber ich möchte dich wenigstens über die Gründe informieren, die mich zu euch geführt haben! Erstens, ich bin krank und habe vielleicht nicht mehr lange Zeit, um euch zu sehen und auch eure Zukunft gesichert zu wissen. Zweitens ich lasse mich von meiner zweiten Ehefrau scheiden und möchte Mama zeigen, dass sie die eigentliche Frau meines Lebens war und ist. Drittens muss ich eine Entscheidung darüber treffen, was aus der Firma werden soll, und bevor ich sie in eine Stiftung umwandle, möchte ich schon erkunden, ob eventuell Du, Kai, willens und fähig bist, meine Nachfolge anzutreten. Ich erwarte jetzt keine Antwort von dir, möchte dich aber bitten, über diese Mitteilungen nachzudenken und würde gerne morgen mit dir über deine Einstellung zu diesen Angelegenheiten sprechen. Vielleicht bedenkst Du in diesem Zusammenhang auch, dass Du eine Position erreichen würdest, die dich vor viele neue Probleme stellen würde, so dass Du wirklich wie deine Traumfigur, der erste Mensch, deine Kräfte gegenüber dem Unbekannten erproben könntest und auch viele neue unbekannte Menschen kennen lernen könntest.“

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