Jan Pelzer - Betty und Kai

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Vaterlos aufgewachsene Geschwister versuchen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: Betty durch riskante Geschäfte und Liebschaften, Kai durch ein anarchisches Künstlerdasein. Nach Rückkehr des Vaters allmähliche Verhaltensnormalisierung.
Die Kapitel sind Tagebucheintragungen. Die Sprache ist gemischt, Jugendslang, Berichtstil und Beschreibung, rationale Gedankenwiedergabe, lyrische Einschübe als Knittelverse, Liebeslyrik, Bekenntnislyrik. Weitere Stilmittel: sanfte Ironie, engagierte Diskussionen, groteske Szenen; kurz, Humor und humanes Engagement in unterhaltsamer Form. Das Ganze: ein Versuch über Pubertät.

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„Soll das heißen, Du gibst mir eine Mitschuld daran, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Deine Frau war?“ fragte meine Mutter darauf sehr scharf. „Du hättest dich ein wenig mehr an unseren Lebensstil anpassen können. Du hättest dich auch intensiver weiterbilden können. Ich habe dir angeboten, dir ein Betriebswirtschaftsstudium in Köln zu bezahlen. Du hättest deinen Dr. da machen können und in mein Direktorium einsteigen können, und meine Mutter hätte dich mit offenen Armen als Akademikerin und Direktorin unserer Firma in den Kreis unserer Familie aufgenommen,“ erklärte mein Vater, „aber Du wolltest nur Mutter sein und als große Dame auftreten!“

Meine Mutter starrte meinen Vater nach diesen Worten fassungslos an und dann brach es aus ihr heraus: „Deine Mutter hat mich von Anfang an gedemütigt, erniedrigt, schikaniert! Sie hat nicht mit mir gesprochen, sie hat mich nicht zu euren vielen Gesellschaften eingeladen, wir durften nicht in einem Haus mit ihr und deinem Vater wohnen. Ich durfte nicht zwischen 9 und 11 Uhr morgens unser Seitenhaus verlassen, weil deine Mutter in eurem Park spazieren ging und mich nicht sehen wollte! Nie, unter keinen Umständen hätte deine Mutter mich akzeptiert, selbst wenn ich Universitätspräsidentin in Köln geworden wäre oder meinetwegen vom abessinischen Königshaus als Prinzessin adoptiert worden wäre!

Und Du, Du hast dich aus allen Misshelligkeiten zwischen deiner Mutter und mir herausgehalten und deine volle Beanspruchung durch deine Firma als Erklärung für deine Neutralität und Desinformiertheit vorgeschützt und mich diesem Drachen und seinen ätzenden Attacken schutzlos ausgesetzt. Selbst Kai hat sie mir tagsüber weggenommen und irgendwelchen lieblosen Erziehern und Privatlehrern überlassen, die ihn dann so verbiestert und verstört haben, dass ich ein psychologisches Gutachten anfordern musste, um seine seelische Beschädigung nachzuweisen und ihn wieder in meine Obhut zu bekommen. Du warst ein feiges, unterwürfiges, konfliktscheues, willfähriges Muttersöhnchen und hast deine Augen gegenüber den Kämpfen und Schikanen, die ich von Seiten deiner Mutter zu erdulden hatte, verschlossen.

Und Du willst mir vorwerfen, dass ich mich nicht genug angepasst hätte, um die Gnade einer huldvollen Aufnahme in eure Familie zu empfangen! Im Übrigen habe ich mich trotz deines enttäuschenden Versagens als Ehemann - und damit berufenen Beschützers deiner Frau und deiner Kinder - nicht von dir trennen wollen, sondern habe dir die Entscheidung über unsere Ehe überlassen, als mich deine Eltern zur Scheidung drängten und mir als Entschädigung die Million angeboten haben. Ich habe dich angerufen und gefragt, was ich machen solle, und Du hast mir geantwortet, wenn dadurch der Frieden in eurer Familie wieder hergestellt werden könne, so solle ich zustimmen. Die Ehe mit mir könne ja auch ohne Trauschein und Aufenthalt in der Nähe der Eltern weitergeführt werden. Du würdest die Kosten für alles Weitere übernehmen und, sooft du Zeit hättest, bei uns sein. Diese Lösung wäre jedenfalls besser als das irrationale Weibergezänk und die hysterischen Seelenzustände der Beteiligten noch länger zu ertragen.“

Als mein Vater hierauf meine Mutter begütigend in den Arm nehmen wollte, stieß sie ihn heftig zurück und sagte: „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: „Weibergezänk“, „hysterische Seelenzustände“ und das mir, der kerngesunden Krankenschwester, der ehemaligen bairischen Landesmeisterin im Kraulschwimmen!“ Sie fing an haltlos zu weinen und zu schluchzen und wehrte weiterhin alle Annäherungsversuche meines Vaters ab. Das dauerte ungefähr fünf Minuten, während der mein Vater verlegen und hilflos in unserem Wohnzimmer hin und her ging und offensichtlich mit sich rang, ob er bleiben oder gehen sollte.

Trotz ihrer Tränen ließ meine Mutter ihn nicht aus den Augen. Plötzlich gab sie sich einen Ruck, stand aus ihrem Sessel auf, ging auf meinen Vater zu, umarmte ihn sehr zärtlich und sagte: „Entschuldige, aber ich musste das alles mal aussprechen. Du hast mir früher nie zugehört und hast vieles nicht gewusst. Jetzt weißt Du noch immer nicht alles, aber das Wichtigste. Damit kann ich es bewenden lassen. Es ist das Mindeste, womit ich dich belaste“.

Mein Vater akzeptierte überraschend ihren Gefühlsausbruch. Ja, er versuchte ihr sein Verständnis sogar zu beweisen, indem er ihr versicherte: „Du wirfst mir zurecht vor, dass solche Aussprachen in der Zeit unserer Ehe tabu waren. Ich war mit dem Aufbau der Firma aufs äußerste angespannt und mied alle Anflüge von starken Gefühlen, weil ich Angst hatte, dadurch geschwächt zu werden und meinen beruflichen Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein. Aber Du hast Recht. Man kann nach einer Liebesheirat keine Vernunftehe führen. Das verfälscht die Beziehung oder sage ich es deutlich, man betrügt den Partner um die Erwartung, mit der er die Ehe eingegangen ist. Ich kann dir heute deine Enttäuschung nachfühlen. Meine Krankheit hat mich zu einem anderen Menschen werden lassen. Die Geschicke der Firma sind mir nicht mehr so wichtig, die Anpassung an meine Gesellschaftskreise ist mir gleichgültig geworden, Geld und politischer Einfluss werden nebensächlich angesichts eines baldigen Endes. Was noch zählt, ist der kleine Kreis von Menschen, die dich mögen und die du magst. Darf ich dich zu diesem kleinen Kreis hinzuzählen?“

Meine Mutter sagte hierauf nichts, aber sie umarmte Vater noch einmal sehr zärtlich, was mehr besagte als das entschiedenste Wort.

Das Ende der Aktiengesellschaft und Kai’s große Show

Ich habe mich gewundert, dass ich das Gespräch zwischen meinen Eltern fast wörtlich behalten habe. Aber es gibt Situationen im Leben, da bist du hellwach, da ist dir jede Sekunde wichtig und du erinnerst dich an jedes Bild, an jedes Wort, was mit diesen Situationen verbunden ist.

Ich habe mich Klaus Dieter anvertraut. Ich musste mit jemandem mein Glück teilen, dass ich jetzt einen Vater habe. Klaus Dieter war nicht gerade begeistert, als ich ihm gesagt habe, dass mein Vater mich auch in seinem Testament bedenken will. Er sagte: „Dann muss ich ja nicht mehr Millionär werden, um dich als meine Frau verwöhnen zu können. Dann hast Du ja mehr Geld als ich und nimmst dir bestimmt einen anderen.“ Ich sagte ihm, dass mir solche Gedanken noch nie gekommen seien. Er aber wollte von seiner Meinung nicht abgehen und sagte: „Ich kenne die Frauen. Sie verbinden sich immer mit den Stärksten! Und das sind diejenigen, die am meisten Geld oder Macht haben! Das sagt auch mein Vater! Wenn Du eine Million hast, dann wirst Du einen Milliardär heiraten, schon weil Du allen anderen Männern misstrauen musst, dass sie dich nur deines Geldes wegen heiraten wollen. Bei einem Milliardär brauchst Du diese Sorge nicht zu haben, denn er hat ja genug Geld. Aber zu einem Milliardär kann ich es nicht bringen. Es wäre für mich schon riesig schwer, eine Million zu verdienen; aber mehr kann ich nicht bringen.“

Ich versicherte ihm noch einmal, dass ich ihn auch ohne eine Million heiraten würde, aber er wollte darauf nicht eingehen. „Dann kann ich nicht auf Augenhöhe mit dir umgehen“, sagte er „und für die Rolle eines Prinzgemahls bin ich mir zu schade!“ „Dann verschenke ich eben mein Geld!“ habe ich darauf erwidert „ dann sind wir arm, aber werden glücklich!“ Das wäre eine Lösung, die er akzeptieren könne, meinte Klaus Dieter hierzu. Nur hätte er gerne etwas mehr Geld als ich. Denn ich wäre ihm in allen Belangen überlegen und das könne er nur damit ausgleichen, dass er mehr Geld habe.

Da habe ich ihn zurechtgestaut und ihm gesagt, dass er mir mit Geld überhaupt nicht imponieren könne, sondern mit Bildung. Einen Arzt oder Pastor, einen Richter oder Steuerberater, unter Umständen sogar einen Lehrer oder Professor, den könnte ich bewundern und anhimmeln, aber doch nicht eine gefüllte Brieftasche oder ein vergoldetes Portemonnaie. Das konnte Klaus Dieter sogar einsehen und er meinte, dass er ein Medizinstudium oder auch Theologiestudium durchaus bewältigen könne, um meine Anerkennung zu gewinnen. Hach, da war ich doch sehr erleichtert, dass er endlich Vernunft angenommen hatte, und habe ihm zur Belohnung einen Knutschfleck am Hals gemacht, denn darauf sind die Jungens in unserer Klasse ganz besonders scharf.

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