Jan Pelzer - Betty und Kai

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Vaterlos aufgewachsene Geschwister versuchen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: Betty durch riskante Geschäfte und Liebschaften, Kai durch ein anarchisches Künstlerdasein. Nach Rückkehr des Vaters allmähliche Verhaltensnormalisierung.
Die Kapitel sind Tagebucheintragungen. Die Sprache ist gemischt, Jugendslang, Berichtstil und Beschreibung, rationale Gedankenwiedergabe, lyrische Einschübe als Knittelverse, Liebeslyrik, Bekenntnislyrik. Weitere Stilmittel: sanfte Ironie, engagierte Diskussionen, groteske Szenen; kurz, Humor und humanes Engagement in unterhaltsamer Form. Das Ganze: ein Versuch über Pubertät.

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Mama kochte einen starken Kaffee und sagte mir, als ich unschlüssig in der Küche neben ihr stand und nicht wusste, ob ich in mein Zimmer gehen oder weiterhin bei ihr bleiben sollte: „Du kannst zuhören, worüber wir uns unterhalten. Es geht schließlich um dich und Kai. Außerdem kann ich verstehen, wenn Du deinem Vater, der dir fremd geworden ist, wieder näher kommen willst!“ Ich freute mich über diese Aufforderung, nahm mir aber trotzdem ein Buch zur Tarnung meiner Anwesenheit mit, als ich mit meiner Mutter ins Wohnzimmer zurückging.

Ich setzte mich auch etwas entfernt von meinen Eltern auf meine Lieblingscouch und vertiefte mich scheinbar in mein Buch. In Wirklichkeit verfolgte ich aber aufmerksam ihr Gespräch. Vater fragte zunächst: „Wo ist eigentlich Kai?“ Mutter antwortete darauf: „Er nutzt die Ferienzeit zu einer seiner einsamen Wanderungen durch Bayerns Berg- und Seenlandschaften. Er hat ein superleichtes Tragezelt, eine Isomatte und seinen Schlafsack dabei und campiert dort, wo es ihm gefällt. Er beobachtet die Tiere in freier Natur, macht Skizzen von seltenen Pflanzen und schönen Landschaften und schreibt auch das eine oder andere Naturgedicht in seine Kladde! Manchmal ist er eine ganze Woche oder auch länger völlig von der Bildfläche verschwunden, und ich mache mir die größten Sorgen um ihn. Und dann steht er eines Tages wieder quietschvergnügt vor der Tür, erdrückt einen mit seinen freudigen Emotionen und kann sich nicht genug tun mit seiner Begeisterung über alle die vielen Begegnungen und neuen Erfahrungen, die er während seiner Tour gemacht hat. Er kann davon stundenlang erzählen!“

„Das entspricht genau den Berichten, die mir seine Lehrer aus dem Schweizer Internat geschickt haben“, bestätigte mein Vater die Aussage meiner Mutter. „Auch dort verschwindet er tageweise ins Unbekannte und kommt dann gut gelaunt mit vielen Fotos von Gebirgslandschaften, die er durchwandert hat, wieder zurück. Seine Leistungen in den Lernfächern, also Sprachen, Naturwissenschaften und Mathematik sind demnach auch katastrophal, während er in der Anfertigung von Aufsätzen, von Bildern und im Sport seinen Klassenkameraden weit überlegen ist. Er ist also, was seine Intelligenz und seine Persönlichkeitsentwicklung betrifft, seinen Mitschülern voraus, aber es ist völlig unmöglich, ihn an regelmäßiges Arbeiten, an die Befolgung von Anstaltsvorschriften, an Kleiderordnungen und an die Teilnahme von Gemeinschaftsveranstaltungen zu gewöhnen.

Er gilt bei seinen Lehrern als ein romantischer, intellektueller Anarchist, den man auf keine Weise steuern oder berechnen kann. Seine Mitschüler dagegen bewundern, ja verehren ihn als Helden, der gegenüber dem Anstaltsbetrieb seine Unabhängigkeit bewahrt und mit seinen gefährlichen Alleingängen in den Bergen dem Muff des Lernstoffes die Gloriole des Abenteuers entgegensetzt. Er hat unter den Schülern schon Nachahmer und viele Anhänger gefunden, die wild auf seine Geschichten sind und seine philosophischen Ansichten über ein einfaches, spontanes und naturgemäßes Leben wie einen Katechismus nachbeten. Der Leiter des Internats sieht daher das pädagogische Konzept des Internats, das darin besteht, gut sozialisierte und leistungsfähige Mitglieder einer kultivierten Zivilgesellschaft heranzubilden, gefährdet und lehnt daher ein weiteres Verbleiben von Kai in dem Internat ab.“

„Das heißt: man hat ihn aus dem Internat herausgeworfen?“ fragte meine Mutter. „Fristlose Kündigung sozusagen!“ bestätigte mein Vater. „Davon hat er mir kein Wort gesagt!“ erzürnte sich meine Mutter. „Die ganze Geschichte ist ihm sehr peinlich“, erklärte mein Vater. „Der Leiter des Internats hat mir noch zwei weitere Gründe für die sofortige Entlassung Kais aus dem Internat genannt. Erstens halte das Lehrerkollegium ein Bestehen des Abiturs von Kai nach dem bisherigen Leistungsstand für ausgeschlossen und zweitens hätten sich auch die Eltern von anderen Schülern beschwert, dass Kai einen unguten Einfluss auf ihre Söhne ausübe, sie vom Lernen abschrecke, sie zu einem übertriebenen Aktionismus dränge, um eigene Erfahrungen zu sammeln und ihnen ein Sozialverhalten nahelege, das keine überkommenen Sitten und Gebräuche mehr respektiere.“

Mein Vater machte eine Pause. Dann fügte er nachdenklich den Gedanken an: „Kais Vorstellungen vom Leben sind das krasse Gegenteil von meinen Vorstellungen. Ich bin zu Disziplin, Fleiß, Leistungsbereitschaft und Anpassung an die Gepflogenheiten meiner Familie, die Erfordernisse meiner Stellung im Betrieb und zur Beachtung der gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnisse erzogen worden, zu einem berechenbaren, planmäßigen Handeln und bin dadurch ein unglücklicher, einsamer Mensch geworden. Er hat das wohl instinktiv begriffen und sich geschworen, nicht in meine Fußstapfen zu treten, sondern ohne Rücksicht auf irgendwelche Verpflichtungen seinen eigenen Weg zu gehen, um sein Glück zu finden.“

„Bis jetzt ist ihm das auch bis auf kleinere Abstriche gelungen!“ antwortete meine Mutter und konnte es sich nicht verkneifen hinzuzufügen: „Er würde wohl nie aus Rücksicht auf mich oder meine Geschäfte eine Frau, die er liebte, verlassen!“ Dann wechselte sie aber schnell, als sie sah, dass die steilen Falten zwischen den Augenbrauen meines Vaters sich vertieften, das Thema und fragte: „Wo hat Kai denn seine Sachen gelassen, die er im Internat hatte?“ „Ich habe sie abgeholt und in meinem Wagen“, antwortete Vater. „Wenn Ihr mir behilflich sein wollt, so können wir sie hereinholen“, und auf den fragenden Blick von Mama ergänzte er noch, „der Direktor des Internats und ich hatten das so abgesprochen.“

Wir holten also Kais Klamotten aus dem Auto und auch den Koffer, den Vater dabeihatte, denn es stellte sich heraus, dass er einige Tage Zeit hatte, um zu bleiben, wenigstens so lange, bis Kai nach Hause käme, um mit ihm die weitere Ausbildung besprechen zu können.

Nachdem wir wieder im Wohnzimmer waren, fragte mich mein Vater, was ich einmal werden wolle. Ich sagte: „Ich will einen Millionär heiraten, ein schönes Haus mit einem Swimmingpool haben, etwa zwei oder drei Kinder großziehen und mich ansonsten mit Pferden und der Börse beschäftigen.“ „Da hast Du ja allerhand vor“, sagte mein Vater. „Wie kommt denn ein Mädchen in deinem Alter darauf, Börsengeschäfte machen zu wollen?“ fragte er dann weiter. Da habe ich ihm erzählt, dass wir in der Schule eine Aktiengesellschaft gegründet hätten und dass ich meine zwei Aktien à fünf Mark gekauft und für vierzig Mark verkauft hätte und somit 70 DM damit verdient hätte, ganz abgesehen von den Gewinnen, die ich mit meinen Verkäufen von Getränken und Süßigkeiten gemacht hätte. Da musste mein Vater lachen und erklärte mir, dass er noch gar nicht gewusst habe, dass ich so geschäftstüchtig sei. Da rückte ich sogar mein wichtigstes Geschäftsgeheimnis heraus. „Ich habe Aktien von deiner Firma vor einem halben Jahr im Wert von 10000 DM gekauft und jetzt sind sie schon 18000 DM wert. Ich bin von unserer Schule die geschäftstüchtigste Aktionärin!“

„Donnerwetter“, sagte mein Vater. „Wie kommst Du denn an die Aktien? Du bist doch noch ein Kind!“ „Das ist ein Projekt der Banken!“ antwortete ich. „Es geht natürlich nicht um richtige Aktien, sondern um Spielaktien, die aber an die richtigen Börsenkurse gebunden sind. Und wer in einem halben Jahr von uns Schülern den höchsten Gewinn gemacht hat, der bekommt 100 DM. Im ersten halben Jahr war ich die Siegerin.“ „Gratuliere“, sagte mein Vater, aber vielleicht darf ich dir den Tipp geben, deine Aktien bald zu verkaufen, denn sie haben ihren vorläufigen Höchststand erreicht und es ist mehr als wahrscheinlich, dass sie in absehbarer Zeit an Wert verlieren. Vielleicht findest Du andere Aktien, die sich zu einem Höhenflug anschicken und dir weitere Gewinne einbringen?“

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