Wilhelm Thöring - Unter dem Ostwind

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Der Roman eröffnet eine Trilogie, die so angelegt ist, dass jeder Band in sich eigenständig ist.
Dieser Band umfasst die Zeit von 1895 bis kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges: Polen unter zaristischer Herrschaft, Widerstand aus dem Untergrund, an dem sich auch deutsche Männer beteiligen, sozialistische und kommunistische Strömun-gen, Solidarität aber auch Spannungen zwischen der polnischen Bevölkerung und den Deutschen, Judenverfolgung … bilden den sozialen und historischen Hintergrund. Erzählt wird die Ge-schichte des Jendrik Erdmann mit seiner vielköpfigen Familie, der als Deutscher in dem polnischen Städtchen Zdunska Wola mit Fleiß und Glück die Weberei seines Vaters zu einem an-sehnlichen Betrieb, ja zu einer kleinen Fabrik hat ausbauen können.
Aber die Zeitläufte gefährden sein Lebenswerk. Die familiäre Situation bleibt von den Anstrengungen beim Aufbau der Exis-tenz, durch Erfolg und Gefährdung sowie durch die politischen Wirren nicht unberührt.
Starke, eigenwillige, widersprüchliche Charaktere geben dem Roman ein pralles Leben.

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So leise, dass die Mutter es kaum hören konnte, sagte das Kind: „Aber beim Großvater ist es auch so gewesen. Und dann ist er gestorben und wurde ins Loch getan ...“

Amalie sackte vor dem Kind auf die Knie und umfasste den dürren zitternden Körper. Ganz steif stand die Rosa da und ließ es zu, dass die Mutter wie wild ihre Arme um sie schlang, dass sie ihren Kopf gegen den Bauch des Kindes presste und wie ein Hund aufheulte.

„Meine Rosa“, schluchzte sie. „Mein Herz, ich habe das nicht gewollt. Keine Schläge ... Verzeih mir, bitte. Keine Schläge, nein ...“

Und etwas später, als sie sich beruhigt hatte und wieder aufgestanden ist, sagte sie zu dem Kind herunter: „Später wirst du das verstehen können, mein Kind, später, wenn du erwachsen bist, wenn du Angst um eigene Kinder haben wirst.“ Damit ließ sie die Rosa stehen und ging aus dem Zimmer, ohne noch einmal nach den Zwillingen zu sehen.

In der Stube fällt sie auf die Bank, als wäre sie niedergeschmettert worden oder hätte eine gewaltige Arbeit verrichtet. Ihre Hände im Schoß verhaken sich ineinander, dass die Knöchel ganz weiß hervortreten.

Plötzlich springt sie in die Höhe, sie reißt die Tür auf und schreit in den Hof: „Jendrik! Jendrik! Du musst sofort in die Stadt. Die Zwillinge ...“

Als der Mann vor ihr steht, verschwitzt und dreckig, sagt sie: „Hilf mir, Jendrik, hilf den Kindern, sie sterben ...“

Zuerst begreift er nichts; er wischt sich die Stirn und kratzt seine gebräunten Arme. „Wer stirbt, Malchen?“

„Die Zwillinge“, stöhnt die Frau, und vor lauter Leid fällt sie auf einem Stuhl ganz in sich zusammen, dass der Mann fürchtete, sie werde im nächsten Augenblick auf den Boden stürzen.

„Soll ich die Pastorin holen?“, fragt er.

„Sie brauchen einen Arzt ... Ach, vielleicht auch den Pfarrer.“

Amalie hört nicht, wie Jendrik die Pferde anschirrt und gleich danach den Hof verlässt. Sie hört auch nicht, dass der Witold dem Meister etwas hinterher ruft; sie rauft sich die Haare wie eine Wahnsinnige.

Und plötzlich schießt wieder jener Schmerz durch ihren Leib. Sie möchte schreien, möchte eins der Kinder rufen, aber dieser gewaltige Schmerz, dieses Bohren und Stechen, diese Flamme, die da in ihr aufgeschossen ist, schlägt ihr die Beine weg, und mit einem gurgelnden Laut stürzt die Frau hin ...

„Sie hat doch schon so viele Kinder geboren“, hört Amalie eine Fraustimme sagen. „Und jetzt leidet sie solche Qual. Da muss doch etwas geschehen sein, als sie sie empfangen hat. Wisst Ihr etwas?“

„Nichts“, hört Amalie Jendrik sagen. Seine Stimme ist heiser und sie kommt von weit her. Ein Mensch mit einem fremden Geruch beugt sich über ihr Bett, sie kann einen Schatten erkennen und die Wärme des fremden Gesichts ganz dicht an dem ihren spüren.

Dann fällt sie wieder in ihre Träume zurück.

Himmel, da kommt die bucklige Wanda angeschlurft, ihre Nase tropft in den brabbelnden schwarzen Mund. Die Alte trägt einen Stern, einen blutroten sengenden Stern, der mit seinem Licht alles verglüht, was links und rechts von ihr am Wege steht. Die Alte brabbelt vor sich hin und kichert vergnügt, als sie Amalie hinter dem hohen Lattenzaun entdeckt; die Wanda ruft ihr etwas zu, aber sie kann es nicht verstehen. Sie möchte ins Haus flüchten und stößt sich von den Latten des Zaunes ab, doch ihre Beine bleiben fest an der Stelle wo sie steht, als wäre sie angewachsen.

Amalie ruft nach ihrem Mann, sie ruft nach dem Berthold und dem Witold. Sie schreit, weil sie auch ihre Hände nicht von den Latten losreißen kann. Nicht nur ihre Beine, auch die Hände sind wie angewachsen. Sie schreit und schreit – aber es ist keiner da, der sie hört und ihr zu Hilfe kommt. Die alte Wanda lacht noch verrückter, sie streckt einen Arm aus und hält ihr eine Nachtschwalbe hin, ein struppiges halbnacktes Vieh, blau- und rosafarben, das wie aus Katzenaugen unverwandt zu ihr herüberstarrt.

Eine fremde, bewegte Stimme sagt: „Geben Sie ihr das. Sie muss es morgens, mittags und abends trinken. Und achten Sie darauf, dass sie im Bett bleibt. Sie darf nicht aufstehen. Ihre Frau braucht Ruhe, unbedingte Ruhe!“

Von Jendrik hört Amalie ein schwaches „Ja, ich merke mir das: morgens, mittags, abends ... Ja, ja.“

„Und die Zwillinge“, fährt die fremde Frauenstimme fort, „Herr Erdmann, die lassen Sie da liegen, wo wir sie hingelegt haben. Und jetzt – bitte, kommen Sie nach nebenan, da können wir unbefangener sprechen.“

Ihr Mann und die Frau mit der unbekannten Stimme und dem fremden Geruch entfernen sich.

Amalie liegt wieder allein; das, was sie von der buckligen Wanda geträumt und das, was sie gehört hat, das verwebt sich zu etwas Dunklem und Bedrohlichem. Ihre Gedanken gehen durcheinander, halb sind es Phantasien, halb sind es die Geschehnisse, die hinter ihr liegen und auch das, was sie wahrnimmt. Und alles kommt von dieser Flamme in ihrem Leib, die ihr blindwütiges, versengendes Brennen verloren hat, die aber als eine beständige, gleichbleibende Glut weiter brennt.

Durch die Hälfte des kleinen Fensters fällt das Licht der untergehenden Sonne bis auf Amalies Gesicht. Zuerst wagt sie nicht, die Augen zu öffnen, sie bringt das Licht mit der Flamme in ihrem Innern in Verbindung. Dann vernimmt sie leise Tritte; jemand geht auf nackten Füßen durch ihr Zimmer und nähert sich ihrem Bett.

„Jendrik?“ fragt sie.

Am Fußende ihres Bettes taucht Rosas krankes Gesicht auf. Die geröteten, verklebten Augen blicken wie suchend in der Stube herum, und als sie sich auf die Mutter richten, ist ihr, als wäre in diesem Blick ein stiller Vorwurf.

„Rosa, mein Kind, was machst du hier?“

Das Mädchen lacht albern und zeigt auf den Stuhl neben dem Bett. „Sitzen, da.“ Sie zeigt auf den Stuhl, setzt sich aber breitbeinig auf Amalies Bettkante.

„Du sollst bei mir sitzen? Wer sagt das?“

„Der Vater.“

„Wo ist der Vater?“

Wieder lacht das Mädchen und erhebt sich. „Draußen. Er muss kommen ...“

„Warum soll er kommen, Rosa?“

„Ich darf nicht sprechen.“

„Warum denn nicht?“

„Weiß nicht. Er muss kommen.“ Das Kind will gehen, doch mit einem Mal schlägt es seine lange Schürze vors Gesicht, als wollte es nicht gesehen werden oder nichts sehen, oder als müsste es weinen.

„Rosa! Was ist? Weinst du?“

„Nein.“

„Warum versteckst du dein Gesicht?“

„Nur so ...“ sagt das Mädchen schnell und patscht auf seinen nackten Füßen aus der Stube, um den Vater zu holen.

„Malchen“, flüstert gleich darauf der Mann neben ihrem Bett. „Wie geht es dir? Hast du immer noch Schmerzen?“

Die Frau nickt und lächelt dabei. Sie schiebt das Deckbett etwas zur Seite, dass er sich zu ihr setzen kann. „Sie sind auszuhalten“, sagt sie.

„Die Pastorin Wohlgethan war hier. Und auch der Arzt.“

„Der Doktor?“ ruft sie erstaunt. „Jendrik, was das kostet!“

„Nichts, Malchen, nichts. Mein Bruder hat ihn geschickt und auch bezahlt.“

Sie überlegt. Dann sagt sie: „Dein Bruder ist doch ein guter Mensch, Jendrik.“

„Ich bin froh, dass es dir etwas besser geht. Weißt du, dass du hier drei Tage ohne Bewusstsein gelegen hast?“

Nein, sie schüttelt den Kopf. Ihre knochige Hand streicht über die Stirn. „Drei Tage?“ fragt sie.

Sie überlegt wieder, und dabei wird ihr Gesicht von vielen Falten überzogen. „Jendrik, warum hast du der Rosa verboten, mit mir zu sprechen?“

„Nun, du kennst sie doch! Sie hat einen kleinen Verstand. Sie hätte dir die ganze Zeit nur mit ihrem Kinderkram zugesetzt und dir keine Ruhe gelassen, Malchen.“

Die Frau versucht, sich im Bett aufzurichten, und sofort treten Schweißperlen auf ihr Gesicht. Sie schaut bittend zu ihrem Mann auf. „Jendrik, was ist mit den Zwillingen?“

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