„Tu´ das nochmal, und ich brech´ dir die Knochen!“, drohte eine tiefe Stimme.
Aslan zog mich in seine Arme und Phil zog Zasou in seine Arme. Aaron kam auf uns zu, Aslan und Phil stellten sich vor uns. Aaron lachte und prügelte auf Aslan und Phil ein. Beide wehrten sich wie Tiger und schützten uns mit aller Kraft. Auf einmal zerbrach eine Flasche und Aaron fuchtelte mit dem abgebrochenen Flaschenhals herum… Alle traten geschockt einen Schritt zurück. Aslan und Phil brüllten aus Leibeskräften nach Hilfe. Zasou und ich wurden bleich im Gesicht. Was passiert nun? Sticht er wirklich zu? Hoffentlich verfehlt er die Beiden, schoss es durch meinen Kopf. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam die Security und überwältigte ihn. Ich war noch nie so froh die Security zu sehen wie an diesem Abend. „Alles okay Leute, ihr könnt weiterfeiern!“, beruhigte einer der Sicherheitsbeamten die Leute und die Boxen dröhnten wieder. Aslan und Phil mussten erstmal eine Aussage machen damit sie nicht aus dem Club flogen. Ich sah Zasou in der Zeit an und fragte leise: „Seit wann verfolgt er dich wieder?“. Sie sah mich ängstlich an und flüsterte: „Seit drei Wochen wieder. Ich will eine Bannmeile erwirken gegen ihn. Meine Sorge gilt nicht nur mir, sondern auch Phil und dir…“. Ich nickte und nahm sie in den Arm, Aaron hatte sie so lange schon terrorisiert.
Es wurde Zeit für Maßnahmen. Das war so typisch für sie, sie sorgte sich erst um die anderen und dann um sich. Wenn ich gewusst hätte, was noch passieren würde, hätte ich sie niemals wieder aus meinen Armen gelassen… Phil und Aslan kamen zu uns und ich musterte beide.
„Ihr seht schrecklich aus, tut es doll weh?“, fragte ich leise und besorgt. Aslan sah mich leicht lächelnd an und antwortete: „Nö, jeder Kerl sollte sich mal geprügelt haben… Aber danke für das Kompliment, Kleine.“, „Bitte schön…“, antwortete ich trotzig.
Zu viert gingen wir zu unserem Tisch, der Rest sah uns geschockt an.
„Was war da los?“, fragte Paula. „Aaron ist komplett durchgedreht. Er hat mich geschlagen, beschimpft, er hat Lilly geschlagenund beschimpft und der hat die Jungs mit einer kaputten
Flasche bedroht…“, berichtete Zasou.
„Oh man, warum das?“, fragte Paula neugierig.
„Weil er es nicht versteht, dass ich jetzt schon ein Jahr mit Phil zusammen bin“, antwortete Zasou leicht genervt. Auch Phil schien leicht genervt zu sein. Warum nur? Wegen Aaron selbst oderwegen Paulas Fragen?, fragte ich mich innerlich. Ich wurde aus Phil noch nie schlau, noch nicht mal aus mir wurde ich schlau…
„Woher kennst du den Freak?“, fragte Paula wieder.
„Er ist mein Ex. Den meine Eltern ausgesucht haben… für mich…“, antwortete Zasou geduldig. „Oh man, Süße…“, antwortete Paula und tätschelte sie aufmunternd.
„So Leute, ich hab uns was zu trinken geholt!“, rief Marc in die Runde. Wir alle nahmen uns etwas vom Tablett, alle, außer Zasou. Sie verzichtete den ganzen Abend schon auf alkoholhaltige Getränke und Phil holte ihr bereitwillig das, was sie wollte. Das schien wahre Liebe zu sein… Was hätte ich dafür getan, auch mal so behandelt zu werden… doch von Danny hatte ich sowas nicht zu erwarten, ich hatte schon Glück, wenn er sich an meinen Namen erinnern konnte. Er würde niemals so sein wie vielleicht Aslan… Aber nein, ich durfte nicht immer nur an ihn denken, ich musste auch einmal daran denken, dass ich doch Danny liebte und ihn nicht verlassen konnte. Es war eine aussichtslose Situation für mich…
Die Musik schallte in den Ohren und ich nickte zum Takt. Viele von uns waren wieder auf der Tanzfläche, doch mir war gerade nicht nach tanzen zu Mute. Ich genoss es, einfach mal der Musik zu lauschen und die Menschen, die meine zweite Familie waren, zu beobachten.
Zwei starke Arme legten sich von hinten um mich herum, der Geruch eines süßlichen Parfüms durchdrang meine Nase.
„Ach, keinen Bock mehr zu tanzen?“, fragte ich interessiert.
„Naja, im Moment wollte ich mit dir die Massen beobachten“, hauchte Aslan mit seiner tiefen Stimme. „Ach so… und wieso gerade mit mir?“, fragte ich frech hinterher.
„Weil, du so allein bist, und weil dieses wunderschöne Mädchen nach Aufmerksamkeit schreit“, erwiderte er lachend. Ich musste mit dem Kopf schütteln, während ich lachte. Er tat mir gut, da er mich von meinen Gedanken ablenkte. Dieser Abend tat mir richtig gut, endlich einmal abschalten, keine Gedanken an Danny und meine Mutter verschwenden. Einfach einmal ich selber zu sein war das Schönste - das dachte ich jedenfalls… Auf einmal nahm Aslan seine Hände von mir und ging auf die Tanzfläche.
„Ach, willst nun doch tanzen?“, fragte ich grinsend.
„Jap, machst du mit?“, antwortete er grinsend mit einer Gegenfrage.
„Ich komm nach, okay?“, fragte ich lächelnd.
Aslan nickte nur und verschwand in der Masse. Lange blieb er nicht allein, die Erste schmiss sich schon an seinen Hals wie Blutegel. Was hatten wir Frauen denn davon, uns wildfremden Männern an den Hals zu werfen? Eigentlich nichts, außer einen Ruf als Schlampe und etwas mehr Sex als andere. Aber mehr auch nicht… daher brachte es uns echt wenig, zu wenig um diese „Strategie“ anzuwenden, fand ich. Einige Minuten beobachtete ich dieses Treiben, ein Mädchen tanzte ihn so nah an als wäre er ein Stück rohes Fleisch. Ich konnte es nicht mehr
ertragen zu sehen, wie sich dieses Mädchen an Aslan ranmachte und ihn antanzte. Sie wusste nicht, wie man mit ihm umzugehen hatte. Sollte er einem Mädchen nachschauen
und sabbern, dann hatte man sein Ziel erreicht. Nun betrat ich die Tanzfläche und fing an mit meiner Hüfte zu kreisen. Ein, zwei Männer am Rand musterten mich und lächelten mich an, es ließ mich eiskalt. Mein Körper bewegte sich graziös und passend zum Beat. Ein Mann legte seine Hände auf meine Hüfte und meinte, mit mir zu tanzen. Ich spielte dieses Spiel zu gerne, einen Mann zu reizen und ihm zu zeigen, dass er da nicht ran durfte. Mein Hintern bewegte sich von rechts nach links, von oben nach unten. Der Typ fing an zu schwitzen und ich wusste, lange hielt er dies nicht mehr aus. Meine Augen sahen zu Aslan, der nun wieder saß, mit dem Weib auf dem Schoß. Ein vielsagender Blick erhaschte mir seine Aufmerksamkeit, nun fing ich richtig an. Der Beat erfasste meinen kompletten Körper und ließ ihn sich bewegen, meine Hüften, mein Oberkörper bewegte sich reizend erotisch, vielversprechend und doch nicht billig. „Hey Baby, kommst du mit mir nach Hause?“, schlug der Fremde vor. Ich drehte mich um, sah ihn an und lächelte kokett.
„Nein, ich steh nicht so auf Player…“, antwortete ich und bewegte mich weiter.
Der Typ sah mich an, als würde er mich auffressen wollen. Ja, ich liebte dieses Spiel, es war immer wieder amüsant, wie sie reagierten. Meine Blicke schlichen sich wieder zu Aslan, auf dessen Schoß immer noch die Andere saß. Krampfhaft versuchte sie, ihn zu halten indem sich ihr Körper räkelte und sich dicht an ihn drückte. Fast auffordernd sah ich sie an und fing an mit Zasou zu tanzen. Aslan sah mich gebannt an, während die Andere mit allen Mitteln versuchte, wieder bei ihm zu landen. Ich schloss die Augen und ließ meine Hüften kreisen. „Süße, wir zeigen den Weibern hier, wie wir tanzen…“, sagte Zasou zu mir. Meine Lippen formten sich zu einem Lächeln. Auf einmal gingen wir ganz langsam in die Knie, unsere Oberkörper bewegten sich synchron und einladend. Ein weiterer Kerl legte seine Hände auf meine Hüften und versuchte, mit uns mitzuhalten. Jedoch ließ dieser schnell wieder los, Zasou und ich waren wie Benzin und ein Streichholz, ein Feuer, an dem man sich schnell die Finger verbrannte und ein Gemisch, was schnell explodierte… Zusammen bewegten wir uns, als würden wir in einem Käfig tanzen. Kokett, elegant, erotisch und mit Stil. Phil zog sie wieder zu sich heran, man konnte sehen, wie er sie am Liebsten verschlungen hätte, sie hatte ihr Temperament, und das lebte sie bei der richtigen Musik aus. Seine Hände drehten sie zu ihm um und griffen unter ihren Mini. Beide fingen an, ihren Körper synchron zur Musik zu bewegen, während ihr Lippen sich nicht mehr voneinander lösten. Am liebsten hätte er sie gleich hier flachgelegt. Mein Blick schlich zu Aslans Platz, doch da saß nur noch das Mädchen. Irritiert flitzten meine Augen über die Menschenmenge, zwei Hände legten sich auf meine Hüften. Ich drehte mich um und erblickte Aslan, ich lächelte ihn an und machte da weiter wo ich und Zasou aufgehört hatten. „Ich hatte ja keine Ahnung, dass du so tanzen kannst…“, sagte er in mein Ohr.
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