Schnell verschwand ich noch einmal im Bad um mich fertig zu schminken und meine Haare irgendwie fertig zu machen. Im Endeffekt ließ ich sie offen und hoffte, dass diese einigermaßen lagen. Schnell noch in die Schuhe reingeschlüpft und fertig war ich. Nun verschwand ich auch aus der Wohnung und ging in den halbdunklen Flur hinaus.
Hoffentlich hatte mich niemand von den Nachbarn gesehen…, dachte ich nur und drückte unsere alte Haustür auf. Vor dem Block wartete schon ein schwarzer BMW, aus dem ein
leiser Bass ertönte. Ich ging zu dem Auto und klopfte gegen die Beifahrerseite, die Scheibe ging nach unten und Aslan begutachtete mich.
„Was für eine Schönheit hat sich denn hier verirrt?“, fragte er frech grinsend.
„Oh Mann, ich glaube, du bist nicht ganz da, oder?“, fragte ich skeptisch.
„Doch vollkommen. Geh lieber etwas von der Tür weg“, antwortete er.
Ich ging etwas weg, die Flügeltüren öffneten sich und ich stieg ein.
„Du riechst sehr gut, ist das ein neues Parfüm?“, fragte er fasziniert.
„Ja, danke…“, antwortete ich und lächelte ihn leicht an.
Aslan erwiderte das Lächeln auf eine schelmische Art und Weise, seine Hand streifte meinen Oberschenkel. Ich sah ihn etwas skeptisch an, er grinste einfach nur zurück. Der Wagen beschleunigte schnell und wir fuhren mit 100 km/h über die Straßen. Es fühlte sich so gut an, nur fliegen musste schöner sein… Wir fuhren an den Blöcken, den Einfamilienhäusern und den Villen vorbei.
„Wo wohnt Liam?“, fragte ich interessiert.
„Am See…“, antwortet er ganz beiläufig.
„Okay…“, hauchte ich und musste mein Staunen unterdrücken, bis wir zum See einbogen… „Du hast mich verarscht. Ihr meintet den Club am See…“, stellte ich fest und kam mir auch gleichzeitig so ungeheuer dumm vor. „Gut kombiniert, Watson!“ lobte Aslan mich und parkte sein Auto. Ich sah ihn an und musterte ihn neugierig - heute hatte er ein schwarzes, etwas engeres Muskelshirt an und dazu passend eine schwarze Jeans. Er hatte etwas von einem Model an sich, jedoch auch etwas Geheimnisvolles, Gefährliches und etwas Faszinierendes. Er musterte mich und grinste, ein leicht animalisches Knurren war zu vernehmen. Ich zog eine Augenbraue nach oben, sein Gesicht kam näher und näher. Bis er seine weichen Lippen auf meine presste. Im ersten Moment wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte, doch dann lösten sich meine Lippen von seinen und ich sah errötend weg.
Aslan nahm mein Kinn und drehte meinen Kopf in seine Richtung. „Lilly, was ist los?“, fragte er verwundert. „Aslan, nein!“, brüllte ich fast. „Sorry“, antwortete er ruhig.
„Schon okay…“, antwortete ich und wurde noch röter. Schnell versuchte ich, irgendwohin zu schauen, nur nicht zu ihm. Auch wenn das gerade aussichtslos war. Aslan schien es auch unangenehm zu sein, denn er ließ mein Kinn los und schaute umher wie ein kleines Kind auf der Suche nach etwas Interessantem.
„Hey, schau mal, da steht Phils Wagen“, durchbrach Aslan die unangenehme Stille.
„Wir können ja hingehen…“, schlug ich vor.
„Klar!“, antwortete er und zusammen stiegen wir aus. Mit schnellen Schritten ging ich auf das Auto zu, Aslan legte mir einen Arm um den Körper während meine Beine mich
schnell zum anderen Wagen brachten. Ich klopfte fest an Phils Scheibe, welche sich langsam nach unten schob und die Musik schallte uns entgegen.
„Hi, ihr Beiden…“, rief Phil und stieg aus dem Auto.
Er umarmte mich freundlich und begrüßte Aslan mit einem brüderlichen Handschlag.
„Na, mit wem bist du da?“, fragte ich ihn amüsiert.
„Ich hab Zasou mitgenommen, sie ist kurz im Wald verschwunden für „kleine Mädchen“ halt“, antwortete er belustigt. „Ach so…“, antwortete ich.
„Aber Lilly, für wen hast du dich so hübsch gemacht?“, bewunderte Phil mein Outfit.
„Ach, naja, für keinen…“, antwortete ich lächelnd.
„Lilly, Schatz, du siehst so toll aus!“, quietschte Zasou.
„Danke, Maus. Du aber auch. Woher hast du den Rock und das Oberteil?“, staunte ich. „Selbst genäht!“, protzte sie. „Wow, du bist heute die sündhafte Schokolade!“,grinste ich.
„Danke, aber du bist das Chili mit der Skinny-Jeans und dem Top, Alter, damit bist du
chilischarf!“, lachte sie. Wir beide mussten anfangen lauthals zu lachen und konnten auch nicht so schnell wieder damit aufhören. „Könntet ihr aufhören euch mit Essen zu vergleichen?“, protestierte Phil.
„Wieso? Stört es dich etwa?“, fragte Zasou provozierend.
„Ja, denn ihr Beiden werdet dem eh nicht gerecht, denn ihr seid viel besser!“, antwortete Phil grinsend. „Oh, wie süß von dir!“, antwortet Zasou und lächelte ihn breit an, mit ihren hübsch geschminkten Lippen. Phil zog sie nur zu sich ran und küsste sie leidenschaftlich. Man sah ihnen das Jahr nicht an, das sie schon zusammen waren. Langsam kamen auch schon andere Gäste und die Musik wurde lauter. „Wo bleiben nur die Anderen?“, fragte ich ihn unruhig. „Liam, Cira, Lena und Jojo haben sich verfahren!“, antwortete Aslan feixend.
„Ach so…“, antwortete ich lachend und schon etwas ruhiger. „Und Paula und Marc kommen dort!“, sagte Zasou und zeigte auf ein Auto, das gerade den Weg an uns vorbeifuhr. Wir brauchten auch nicht mehr allzu lange warten, bis die anderen auch ankamen und wir uns ins Getümmel stürzen konnten. Das Erste, was anstand an dem Abend, war anstoßen auf eine gemütliche Party. Zasou zog mich zur Seite und fragte mich: „Was hast du Danny gesagt?“.
Ich verdrehte die Augen und antwortete: „Der war schon voll…“. Entsetzt sah sie mich an und sagte: „Oh mein Gott!“, „Ja…“, antwortete ich ärgerlich. „Hey, ihr zwei Süßen, lasst uns tanzen!“, schlug Aslan vor und zog mich zu sich heran. Aus den Boxen schallte ein Rhythmus der uns allen in die Knochen fuhr. Der ganze Club geriet in Bewegung, niemand blieb sitzen. Meine Hüften wirbelten vor Aslan hin und her, passend zum Beat der Musik. Phil und Zasou grinsten nur schelmisch, während sie selbst sehr eng zusammen tanzten. „Aslan, vergiss nicht, Lilly ist vergeben…“, erinnerte Phil ihn grinsend.
„Ich weiß…“, antwortete er und sein Griff wurde enger um meine Hüften. Sanfte Küsse schlichen sich über meinen Hals und Nacken, die Gänsehaut raste meinen Körper entlang und überflutete meinen gesamten Körper. Ich atmete tief ein und aus und versuchte, mir nichts anmerken zu lassen. Dieser Typ war einfach nur der Hammer und unwiderstehlich. Ich konnte nicht anders als die Tanzfläche zu verlassen und kurz zu verschnaufen. Dabei warf ich auch schnell einen Blick auf mein Handy - es war schon um eins. Wie schnell doch die Zeit verflog wenn man Spaß hatte. Auf einmal sah ich Zasou mit einem Typen. Sie diskutierten erst heftig, bis er die Hand erhob und Zasou schlug. Geschockt starrte ich in ihre Richtung und quetschte mich durch die Menschenmassen um zu ihr zu gelangen.
„Zasou, alles okay!?“, platze es aus mir heraus.
„Ich denke schon…“, beschwichtigte sie mich. „Du Schlampe, fahr zur Hölle!“,
brüllte er und holte wieder aus. „Wenn du sie schlägst, schwöre ich dir, wirst du nicht mehr aufstehen!“, drohte ich dem grimmigen Kerl. Dieser starrte mir in die Augen und ich erkannte ihn. Es war Aaron, der beste Kumpel von Danny und Ex-Freund von Zasou. Er war genauso wie Danny, ein versoffener Idiot.
„Lilly, was machst du hier? Danny ist wohl auch da?“, fragte er neugierig mit einem bösen Unterton. „Nein, er ist daheim…“, antwortete ich trotzig. „Gut zu wissen, dass du dich mit Schlampen abgibst!“, höhnte er. „Sie ist keine Schlampe, du verdammtes Arschloch!“, brüllte ich in sein Gesicht. Auf einmal traf mich etwas und mein Gesicht fühlte sich taub an. Aslan und Phil kamen aus der Menge geprescht.
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