Die Chaoten hatten eine ganze muslimische Familie auf die Straße getrieben. Die zumeist betrunkenen Männer und Jugendlichen des Mobs verprügelten den Familienvater und dessen Söhne mit Baseballschlägern und Eisenstangen, dass das Blut nach allen Seiten spritzte. Die zerreißenden Schreie der muslimischen Jungen und Männer schallten durch die Nacht. Andere besoffene Kerle vergewaltigten die Mutter und die beiden noch minderjährigen Töchter. Sie schrien mit verzehrten Gesichtern und wehrten sich vergeblich nach Leibeskräften.
Die besoffene Masse stand johlend um dieses schreckliche Szenario herum.
Ein junger Mann, von vielleicht 18 Jahren, schlug dem jüngeren Mädchen, sie war etwa zwölf Jahre alt, mit der Faust ins Gesicht. Das Mädchen flog nach hinten und spuckte viel Blut. Bewusstlos landete sie hart auf dem nassen Asphalt. Ihr Peiniger stürzte sich auf das Mädchen und riss ihr geifernd die Kleider vom Leib. Dreckig lachend öffnete dieses Schwein seine Hose und drang brutal in sie ein. Seine schmutzigen Hände zerrten an ihren kaum vorhandenen Brüsten.
Ein anderer schnitt in diesem Moment der Mutter, nachdem er sie vergewaltigt hatte, mit einem Küchenmesser die Kehle durch. Mit weit aufgerissenen Augen und Mund starrte sie in den Nachthimmel. Ströme von Blut ergossen sich über ihren nackten und geschundenen Körper. Das andere etwa fünfzehnjährige Mädchen wurde derweil festgehalten und musste sich mit anschauen wie ihre ganze Familie, innerhalb von nur wenigen schrecklichen Sekunden, massakriert wurde. In einem tiefen Schock gefangen, starrte sie auf die Leichen ihrer Familie und auf ihre kleine Schwester, der man soeben mit einer Eisenstange den Schädel einschlug, nachdem ihr Peiniger von ihr abgelassen hatte.
Nun wurde auch die große Schwester gepackt und brachial auf die Motorhaube eines Autos geschmissen. Sie blieb vor Angst wie erstarrt bäuchlings liegen. Mit panischem von Schmerzen verzogenem Gesicht ließ sie alles über sich ergehen. Sie schien zu wissen, dass ihr Leben in diesem Augenblick für diese Männer keinen Pfifferling mehr wert war. Am ganzen Körper zitternd lag sie auf dem kalten Blech, während der besoffene Kerl hinter ihr Kleid und Slip zerriss und sie auf das brutalste vergewaltigte. Dabei presste er ihren Kopf auf das Blech des Autos. Ihre nassen schwarzen Haare klebten im Gesicht. Mit ihren flackernden dunklen Augen hatte sie Johannes erfasst.
Warum lässt Du das nur zu?! , schien sie zu fragen
„Verdammt!!! Gott vergib mir!“, fluchte Johannes den Tränen nahe. Er konnte dem armen Mädchen nicht helfen, ohne Ramira zu gefährden! Ein völlig unsinniger und unpassender Gedanke ging ihm durch den Kopf. Er hat zu Gott gebetet! Schon vor Jahren hat Johannes mit der Kirche abgeschlossen. Er schüttelte verwirrt den Kopf.
„Der kann mir jetzt auch nicht helfen. In seinem Namen passiert dieser ganze Wahnsinn!“
Ramira wimmerte panisch im Kofferraum.
„Liebling, hab keine Furcht! Dir wird nichts passieren!“
Johannes bebte selbst innerlich vor Furcht. Doch musste er seiner Frau unbedingt durch seine äußere Ruhe Kraft spenden, sonst würde sie sich mit ihrer Panik eventuell verraten!
Einige Chaoten trommelten auf die Motorhaube des Geländewagens und wischten die Seitenscheiben sauber. Instinktiv betätigte Johannes die Zentralverriegelung. Sofort schlugen die Chaoten, als sie die Schlösser klicken hörten, mit den Baseballschlägern und den Eisenstangen auf die Scheiben ein. Die Heckscheibe zersprang. Erschrocken schrie Ramira auf. Jetzt gab Johannes panisch Gas. Die Räder drehten auf dem rutschigen Asphalt durch und der Wagen schoss vor. Einer der Kerle wurde erfasst, flog auf die Motorhaube und knallte vor die Windschutzscheibe, bevor er seitlich herunter rutschte.
„Haltet ihn auf!!! Stoppt ihn!!!“, schrien die Chaoten.
Es flogen Steine aufs Dach. Doch Johannes hatte die Reihen schon durchbrochen und den Mob passiert. Jetzt bremste er nicht mehr, für niemanden! Es zählte nur noch das Leben von Ramira, das ihrer Eltern und schließlich und endlich auch das eigene Leben! Der Landrover raste durch die Nacht. In der ganzen Stadt waren die verzweifelten und qualvollen Schreie vieler Muslime in Todesangst zu hören. Fast irreal mischte sich unter diese schrecklichen Schreie das johlende Gebrüll der fanatischen Horden, von denen die Muslime und Südländer durch die Straßen von Nürnberg gehetzt wurden.
So schnell es eben ging, fuhr Johannes durch die nächtliche Stadt und war eins ums andere Mal über die maßlose Brutalität seiner Landsleute entsetzt. In diesen schrecklichen Minuten schämte er sich ein Deutscher zu sein. Diese Bilder, von verstümmelten, verkohlten, erhängten oder einfach nur getöteten Menschen auf den Straßen widersprachen allen ethischen Grundsätzen, die Johannes in seinem Leben von seinen Eltern und auch der Gesellschaft vermittelt bekommen hat.
Wie war es nur möglich, dass Menschen in ihrer Hemmschwelle so tief sinken konnten? Sie waren ja schlimmer als Raubtiere! Diese töten schließlich nur um zu fressen! Aber dieses sinnlose und brutale Gemetzel?
Endlich! Sie waren fast da! Johannes bog in die Straße seiner Schwiegereltern ein. Alles schien hier ruhig zu sein. Scheinbar war der Mob noch nicht in dieses noble Villenviertel von Nürnberg vorgedrungen, war doch der Anteil muslimischer Mitbürger in diesem Viertel verschwindend gering.
Sollte sich der Wohlstand der Kizmirs wieder einmal bezahlt gemacht haben? Vielleicht haben Ibrahim und Fadime ja doch noch ein Versteck gefunden? Auf jeden Fall war Eile geboten! Zügig fuhr Johannes zum Haus der Kizmirs. Der Wagen stand noch nicht einmal richtig, da sprang Johannes dicht gefolgt von Ramira aus dem Wagen und rannte zur Haustür. Sie klingelten Sturm, hämmerten gegen die Tür und riefen die Namen ihrer Eltern. Doch es rührte sich nichts im Haus.
Vielleicht sind sie wirklich im Keller und trauen sich nur nicht nach oben!
Hoffnung flammte in Johannes auf.
„Ramira! Lass uns versuchen vom Hof her rein zu kommen!“
Sie kletterten über das niedrige Gartenmäuerchen und liefen auf den Hof. Jedoch war auch die Hintertür verschlossen. Ohne lang zu überlegen trat Johannes die einfache Holztür mit einem schweren Tritt auf. Eine Tür war ersetzbar, ein Menschenleben nicht!
Er betätigte den Lichtschalter und betrat den hinteren Flur des Hauses, dichtgefolgt von der völlig aufgelösten Ramira.
„Papa!!! Mama!!!“, schrie sie so laut sie konnte.
Sie liefen in den Keller, doch der war menschenleer. Im Erdgeschoss trennten sich die Beiden wortlos. Ramira durchsuchte die unteren Räume und Johannes das Obergeschoss. Jedoch blieb ihre Suche eins ums andere Mal erfolglos. Wo waren nur die Beiden? Als letztes Zimmer im Obergeschoss kam Johannes in das Schlafzimmer. Da lagen seine Schwiegereltern friedlich im Ehebett. Fadime wurde von Ibrahim im Arm gehalten und beide schienen zu schlafen. Vor dem Bett lag Karim, das Maul leicht geöffnet.
„Ibrahim! Fadime!“, rief Johannes erleichtert. Doch im nächsten Moment stutzte er und hielt inne. Auf dem Nachttisch lagen zwei leere Tablettenröhrchen.
„Also, unten sind sie nicht!“, war Ramira vom Treppenflur zu hören und kam im nächsten Augenblick auch schon zur Tür herein. Johannes schloss sie geistesgegenwärtig in seine Arme.
„Liebling!“, sprach er ihr ruhig zu.
Als Ramira die Situation realisierte rang sie sich aufschreiend aus seinen Armen und stürzte sich auf ihre Eltern. Sie verfiel in einen zerreißenden Heulkrampf. Immer und immer wieder schüttelte sie die Schultern ihrer Eltern als wolle sie die beiden wieder ins Leben rütteln. Johannes setzte sich zu seiner aufgelösten Frau und umfasste ihre Schultern.
„Ramira. Bitte mein liebes…!“
„Lass mich!!!“, schrie sie mit verzehrtem Gesicht. Es war von Tränen genässt und die Haare waren zerzaust.
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