Ulrich Dehn - Der Kameramann

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Alfons kann sehen, lebt aber als Blinder, nur durch seine Kamera will er die Welt wahrnehmen. Er wird Fotograf und erschafft sich seine eigene Welt aus Bildern. Sein Weg führt ihn aus einer Provinzstadt und weg von seiner Familie in die Großstadt Berlin kurz nach der Vereinigung. Mit viel Intuition und seiner Philosophie der mittelbaren Weltwahrnehmung wird er ein bekannter gut verdienender Fotokünstler und schafft sich Freunde, aber auch Rivalen. Die schärfste Rivalin wird ihm schließlich zum Verhängnis, aber seine Lebensgefährtin bewahrt sein Erbe auf ihre Weise. Weltwahrnehmung, direkte und mittelbare, und was sie mit unserem Leben zu tun hat, ist das Thema dieser Erzählung, bis hin zu Auseinandersetzungen auf Leben und Tod.

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Vor dem Sturm

Der Geburtstag nahte. Alfons wurde achtzehn und war nun ein stattlicher junger Mann. Zum siebzehnten Geburtstag hatte er eine bessere Kamera bekommen, mit einem zusätzlichen Objektiv mit größerer Reichweite sowohl in der Nähe als auch im Weitwinkel. Der neue Apparat mit dem langen Objektiv war schwer und machte einen neuen, stabileren und besser befestigten Helm erforderlich, denn Alfons bestand nach wie vor darauf, nur „blind“ oder mit Kamerahelm zu existieren. Dies war der dritte Helm, nachdem er schon vor einigen Jahren aufgrund des Kopfwuchses einen größeren gebraucht hatte. Seine Bilder waren gefragt, in der Schule hatte es mehrere Ausstellungen gegeben, einige seiner Pflanzen-Nahaufnahmen hatten Preise gewonnen. Im letzten Jahr hatte er den nationalen Titel „Meister des fotografischen Stilllebens“ erhalten, internationale botanische Magazine nahmen Kontakt mit ihm auf. Seine Serie „Herbstwald“ hatte einem führenden deutschen Foto-Journal die Verdoppelung der Auflage beschert und mehrere tausend Mark auf ein eigens hierfür von seinem Vater eingerichtetes Konto fließen lassen. Alfons, nunmehr der berühmteste Bewohner der kurzen und übersichtlichen Stichstraße, bestand allerdings darauf, im Hintergrund zu bleiben, nicht nur optisch. Er beschränkte sich auf den nötigsten akustischen Kontakt mit der Umwelt, gab in der Schule kurze und meistens richtige Antworten, wenn er darum gebeten wurde, mied Plaudereien und war deshalb nicht unbeliebt, aber doch einsam. Auch eine Mitschülerin, Florence, französischer Vater und deutsche Mutter, die sich charmant um ihn bemühte, wurde harten Geduldsproben und Abweisungen ausgesetzt.

Alfons sah seinem Geburtstag mit Unbehagen entgegen. Es waren zahlreiche Gäste geladen, die Familie hatte ihn als Star entdeckt, Georg, der inzwischen nach einem abgebrochenen Studium in einer Werbefirma arbeitete, konnte es nur schwer ertragen, dass sein Bruder sich mit schlummernden und nur gelegentlich präsentierten Talenten rarmachte. Auf ihm lastete die Erwartung, an diesem Tag der Mittelpunkt zu sein, möglichst, darum hatte man ihn gebeten, wenigstens nicht den Helm, sondern die Sonnenbrille zu tragen, mit den Gästen zu reden und freundlich zu sein, sich als soziales Wesen zu gebärden, adäquat seinem Ruhm. Geladen waren der Bürgermeister, der Pfarrer, sein Vertrauenslehrer, zwei Fotojournalisten sowie der Gutachter eines gerade prozessierten Fotowettbewerbs und einige Freunde aus der Umgebung und aus der Schule, die Alfons trotz seiner Zurückhaltung zugewachsen waren. Am Nachmittag des Vortages nahmen sein Vater und Georg ihn ins Gebet und erläuterten ihm, was dieses Ereignis für ihn bedeuten konnte. Die Familie hatte Pläne, nachdem das „blinde“ schwarze Schaf sich zur potentiellen Goldgrube gemausert hatte. Der Gedanke, den Ausgang dieser Sache der Tageslaune Alfons‘ zu überlassen, schien ihnen nicht ratsam. Da ohnehin der Vater sich in die Rolle eines Agenten für seinen begabten Sohn hineingelebt hatte, schlug er vor, Alfons die Rolle des schüchternen Genies spielen zu lassen, während der Rest der Familie die Gespräche führte und die Fäden spann. Sogar Vertragsvordrucke waren vorbereitet worden, die Alfons ab seinem Geburtstag selbst würde unterschreiben können. Sie lagen griffbereit in einer Schublade, Unauffälligkeit war das Gebot der Stunde. Die Familie stand unter Strom, die Talente des freiwillig blinden Fotografen konnten für die Zukunft einiges ändern.

Am Abend machte Alfons seinen letzten kleinen Spaziergang vor dem Eintritt in die Geschäftsfähigkeit. Es war ein schöner mäßig warmer Vorsommerabend mit guter Sicht in alle Richtungen. Er schritt durch Straßen, die er in den letzten Jahren häufig begangen, gesichtet, mit Zoom ausgespäht und aus vielen Perspektiven belichtet hatte. Er war ein guter Kunde des nahegelegenen Fotogeschäftes geworden, das er jetzt passierte. In regelmäßigen Abständen betrat er den Laden mit einem oder zwei Filmen in der Hand, legte die Filme auf den Ladentisch, der Ladenbesitzer sagte mit einem freundlichen Lächeln Morgen um drei, und Alfons sagte ebenfalls lächelnd Danke, Tschüss und verließ den Laden. Wenn er am Folgetag nachmittags ab drei wiederkam und die Filme samt Abzügen abholte, teilte der Ladenbesitzer ihm nach gründlicher Sichtung der Bilder bereits einen ersten Eindruck mit und erkundigte sich nach den Ausflügen, auf die er aus den Bildern hatte schließen können. Alfons machte keine Bilder, die nicht auch der Ladenbesitzer hätte sehen dürfen, auch wenn er manchmal Lust dazu verspürte. Sein Urteil war ihm wichtiger als das grenzenlos freie und vielleicht intime Fotografieren.

Alfons besuchte den kleinen Park mit dem Löwenspringbrunnen, der inzwischen aus Spargründen kein Wasser mehr spie – als kleine Kompensation dafür hing ein Bild des wasserspeienden Löwen von Alfons‘ Hand im Vorraum des Rathauses, in einer Reihe mit Bildern vom Rathausplatz im Zustande der neunzehnhundertdreißiger Jahre. Alfons sah, dass inzwischen nicht mehr nur er den Kamerahelm zur Konstruktion seiner eigenen Welt benutzte, auch andere begannen damit, ihn zu diesem Zwecke zu nutzen.

Mal weg

Der Geburtstag begann in aller Frühe. Fieberhaft und gründlich wurde seit sechs Uhr morgens das Haus in einen präsentablen Zustand versetzt, Topfblumen durch frische Schnittblumen ersetzt, ein Buffet errichtet, Getränke bereitgestellt, drei Cocktailtische, von einem der fünf Hotels der Stadt gemietet, im Wohnzimmer aufgestellt, die Gardinen frisch gewaschen, aufgehängt und drapiert.

Um elf Uhr kam der erste Gast, der Pfarrer, Ansmeyer, ungewohnt, nicht einem Senior, sondern einem Abiturienten einen Geburtstagsbesuch abzustatten, leutselig und mit besten Wünschen auf den Lippen. Alfons sei eine große Bereicherung für Gemeinde und sonstige Umgebung, aber er könne auch gut verstehen, dass es Menschen gebe, die sich ein wenig auf Abstand halten möchten. Alfons hatte den Konfirmandenunterricht besucht, eine kleine und nach seinen Wünschen eher besinnliche Konfirmationsfeier über sich ergehen lassen und es geschätzt, dass der Pfarrer sein Verhalten, „blind“, Sonnenbrille, im Wesentlichen akzeptiert hatte. Er konnte Ansmeyer leiden, auch wenn es ihm nicht gelungen war, nach der Konfirmation den Weg zur Kirche außerhalb fotografischer Interessen noch einmal zu finden. Alfons tat das Verabredete, grüßte den Pfarrer freundlich, wechselte ein paar Worte mit ihm, versicherte ihm, dass es eine gute Zeit im Konfirmandenunterricht war, und freute sich, dass dann sein Vater die Regie der Konversation übernahm.

Einer der Journalisten war der nächste Gast, er kam schnell zur Sache und wandte sich nach einer kurzen Gratulationshöflichkeit an den Vater, der jetzt den ersten Einsatz der vorbereiteten Verträge witterte.

Der Bürgermeister, Ernst Wildemann, ließ, ein Glas Sekt in der Hand, Alfons wissen, ein wie wichtiges Mitglied der Kleinstadtgemeinde er sei, wie stolz hier alle auf ihn seien, und dass man sich wünsche, ihn nicht zu verlieren, trotz gerade mit guten Noten in sehr jungem Alter bestandenen Abiturs und dem, was danach so kommen möge. Alfons lächelte freundlich und dankte. Erneut klingelte es, er nutzte die Situation, Vater das Gespräch mit Wildemann übernehmend, Georg an der Haustür, die Mutter in der Küche, und zog sich unauffällig zurück, griff nach dem vorbereiteten Rucksack, der angeblich für einen morgigen Ausflug gepackt am üblichen Ort lag, und verließ das Haus für immer durch die offene Terrassentür.

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