Ulrich Dehn - Der Kameramann

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Alfons kann sehen, lebt aber als Blinder, nur durch seine Kamera will er die Welt wahrnehmen. Er wird Fotograf und erschafft sich seine eigene Welt aus Bildern. Sein Weg führt ihn aus einer Provinzstadt und weg von seiner Familie in die Großstadt Berlin kurz nach der Vereinigung. Mit viel Intuition und seiner Philosophie der mittelbaren Weltwahrnehmung wird er ein bekannter gut verdienender Fotokünstler und schafft sich Freunde, aber auch Rivalen. Die schärfste Rivalin wird ihm schließlich zum Verhängnis, aber seine Lebensgefährtin bewahrt sein Erbe auf ihre Weise. Weltwahrnehmung, direkte und mittelbare, und was sie mit unserem Leben zu tun hat, ist das Thema dieser Erzählung, bis hin zu Auseinandersetzungen auf Leben und Tod.

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Das Hobby

Alfons wuchs heran, mit Sonnenbrille und jetzt als Schüler, als freiwillig Blinder und zugleich freundlicher Schulkamerad. Er fand Freunde, die ihm zur Hand gingen, eine Lehrerin, die ihm zusätzlichen Unterricht erteilte, einen Lehrer, der ihn an den Sportunterricht heranführte und ihn nicht nur Schwimmen lernen, sondern auch vom Sprungbrett springen ließ, indem er ihn über die Situation des Beckens informierte. Seine Freizeit verbrachte Alfons außer mit den Hausaufgaben mit dem Erforschen der Welt durch den Fotoapparat hindurch. Wann immer es möglich war, alleine oder im Beisein von Familienmitgliedern, holte er den Apparat heraus – dass damit auch offenkundig wurde, dass er für das „Verschwinden“ der zwanzig Bilder verantwortlich war, war ihm gleichgültig – und erkundete die Welt aus der Perspektive des Kameraobjektivs. Die Winkel des Hauses, alle seine Etagen, der Keller, all das, was ihm jahrelang seine freiwillige Blindheit vorenthalten hatte, machte er sich jetzt zugänglich, in einer Form, über die er selbst jederzeit Herr war. Das Haus war die Welt, die nun gründlicher Erfassung bedurfte. Alfons traute sich nicht mit dem Fotoapparat aus dem Haus hinaus, die dann zu erwartende neue Weite und Offenheit war ihm unheimlich. Auch hatte er bisher nicht mit der Kamera aus dem Fenster geschaut. Das schien ihm eine lange Vorbereitung zu erfordern. So blieb er draußen der „blinde“ Alfons und freute sich an der Welt vor dem inneren Auge.

Die Benutzung der Kamera erwies sich als zunehmend schwierig. Auch Georg hatte das „Fotografieren“ als sein Hobby entdeckt, und die Kamera stand nur noch selten zur Verfügung und war das einzige Exemplar ihrer Gattung im Haushalt. Somit wünschte Alfons sich eine eigene Kamera zum Geburtstag und erhielt sie, denn die Familie hatte wahrgenommen, dass er ein spezifisches Verhältnis zur Kamera hegte, das ihn dichter an ein der allgemeinen Normalität vergleichbares Verhalten heranführen konnte. Da allerdings Alfons die Kamera nicht als gelegentlich zu benutzenden Hobbygegenstand betrachtete, sondern als permanentes Weltbeobachtungswerkzeug, wünschte er sich eine Apparatur, die vergleichbar einer Brille den Fotoapparat permanent und stabil vor seinen Augen hielt. Sie musste für ihn angefertigt werden und war schließlich kostspieliger als die Kamera – ein Ungetüm, einem Motorradhelm vergleichbar, der an der Stelle des hochklappbaren Augenfensters eine größere Öffnung mit einer Vorrichtung zum Einschrauben für die Kamera vorsah, verstellbar, so dass gegebenenfalls in späteren Jahren auch eine neue anders gestaltete Kamera eingesetzt werden konnte. Nun stand Alfons die Sicht der Welt, die er wünschte, jederzeit zur Verfügung. Das alleine ließ den Reiz der Möglichkeiten ein wenig verblassen, aber die neue Situation ging ihm bald in Fleisch und Blut über. Alfons durchschritt die Räume der Wohnung, schaute links und rechts, genoss den Blick durch das geöffnete Auge und den Kamerasucher und hatte das Gefühl, nun Herr seiner selbst und der Welt zu sein. Er verstellte die Schärfe und den Blickwinkel und spürte, dass sich in der Modifikation der Perspektive nun ganz neue Dimensionen auftaten. Zoom und Weitwinkel waren zwei Funktionen seiner Kamera, die ihn vor Begeisterung außer Rand und Band geraten ließen. Die damit verbundene Beeinflussbarkeit der Weltsicht regte ihn zu einer Reihe von Experimenten an: Er stellte sich vor ein Bild an der Wand und zoomte es heran. Das bedeutete, dass dieses Bild den Sucherbereich komplett ausfüllte und damit die Welt war. Was er durch die Kamera sah, war sie, die Welt. Es war eine Flusslandschaft mit Bäumen, ein regional bedeutender Maler des frühen neunzehnten Jahrhunderts. Eine Flussbiegung, der Zustand einiger Bäume ließ auf einen gerade überstandenen Sturm schließen. Solange dies der durch Zoom erzeugte Gesamtzustand der Welt war, konnte Alfons sich vorstellen, diese Welt zu seiner eigenen zu machen, optisch und für sein Leben. Eine Blumenvase auf dem Estrich im Korridor bot sich ebenfalls für ein Experiment des Zoomens an, diesmal mit Hintergrund, den er aber verschwimmen lassen konnte. Die Nachbildung einer chinesischen Blumenvase, mit stilisierten Vogelabbildungen und einer Handvoll von graphischen Zeichen, die Alfons nicht lesen konnte. Er versuchte diese Vase so dicht heranzuzoomen, dass sie die Welt würde und nichts außer ihr, das jedoch, weniger als vierzig Zentimeter Abstand, ließ der Apparat nicht zu. Es blieb beim verschwommenen Hintergrund mit der gestochen scharfen Vase in der Mitte. Er schaute eine Weile darauf, ging weiter und suchte das nächste Objekt. Durch die ganze Wohnung, durch alle Räume, er hielt auf Zierteller, Wandgemälde, Holztüren von Kleiderschränken, Kopfkissen, Schuhständer und einzelne Schuhe, Treppenstufen, die Knäufe des Treppengeländers, Türklinken, Fenstergriffe, Bücherregale, der Flügel im Wohnzimmer und die Noten darauf, Menschen, die auf ihn zugingen, Menschen, die sich von ihm entfernten, Menschen, die saßen, Menschen, die standen, seinen Bruder Georg, ihn anlächelnd, seinen Vater, ihn suchend anblickend.

Alfons verspürte immer wieder das Bedürfnis, etwas noch einmal zu sehen. Er ging zurück, suchte dieselbe Perspektive, dieselbe Einstellung, dieselbe Entfernung. Und doch gelang es nicht, die exakte Rekonstruktion des schon einmal Gesehenen war an keinem Gegenstand möglich. Es gab keine Wiederholbarkeit des lebendig Optischen. Alfons musste sich damit abfinden, dass sein Verzicht auf die Konserve ein Leben aus der Erinnerung bedeutete, ein immer wieder neues Erfinden seiner Umwelt.

Die Welt

Eines Tages wagte er den Schritt aus dem Haus mit dem Kamerahelm auf dem Kopf. Das Wetter war nicht von der für subtil kontrastarme Kamerablicke vorteilhaften Sorte, nämlich leicht bedeckt und mit stark differenziertem Farbbild ausgestattet, sondern der Tag war sonnig, blendend und kontraststark, die Laune der Familie – man befand sich auf einem gemeinsamen Ausflug –, die ihm um wenige Meter vorausging, um ihn bei der kameramäßigen Erfassung der Welt nicht zu stören, war bestens. Alfons wandte den Blick nach links, nach rechts und war beglückt von den neuen Perspektiven, die sich ihm darboten. Dieser Teil der Welt war ihm bisher nur vom Ertasten im Nahbereich oder akustisch bekannt gewesen. Er bog nach rechts ab und beschritt eine ihm bisher unbekannte Straße, ebenfalls Wohngebiet, aber bereits mit zarten Anfängen von Einkaufsmöglichkeiten: eine Bäckerei, ein Kiosk, ein Friseur. Alfons blieb dem Kiosk gegenüber auf dem Gehweg stehen, richtete seine Kamera auf das Schaufenster und zoomte es heran. Die im Helm festsitzende Kamera bot den Vorteil, dass er sie einhändig bedienen konnte, mit einer Hand in der linken Hosentasche. Ein Passant wurde aufmerksam. Na Kleiner, bist du Detektiv oder jemand von einem anderen Stern? Alfons zog es vor, weiterzugehen und sich nicht auf Erklärungen einzulassen. Das Straßenbild wurde bunter und dichter, ein Lebensmittel- und ein Fahrradgeschäft säumten seinen Weg, das eine, eine Konsum-Filiale, gut frequentiert mit zahlreichen auf dem Gehweg geparkten Fahrrädern, die zugleich den Eindruck erzeugen konnten, der Nachbarladen floriere. Alfons‘ Mutter kaufte im Konsum, und Georgs Fahrrad stammte aus dem Fahrradladen. Hier waren sie, er genoss die Füllung seiner inneren Welt mit den Eindrücken der sichtbaren Welt. Die Straße mündete in eine Kreuzung mit einer größeren Straße, die mit Metallrillen versehen war, sehr gerade, insgesamt vier und je zwei mit einem Abstand von etwa einem Meter. Zur Illustration der Benutzung dieser Rillen dröhnte jetzt ein großes Gebilde heran, das einem überlangen Bus ähnelte, aber wegen seiner Höhe schwer zu besteigen schien. Das Geräusch war Alfons gut bekannt, er hatte es bisher für eine Fabrikmaschine gehalten und das Lauter- und Leiserwerden des Herannahens und Wegfahrens für das An- und Abschwellen der Maschine. Die Straßenbahn hielt ruppig quietschend und knirschend vor der Kreuzung an, Alfons richtete die Kamera auf sie und versuchte zu erkennen, was sich hinter der gewölbten Frontscheibe verbarg. Ein uniformierter Fahrer mit einem überdimensionalen Hut mit eckiger ausladender Krempe. Bei noch geöffneten Türen hörte man eine metallisch und übermenschlich laut klingende Stimme, Hinweis auf sich schließende Türen, Bitte, Platz zu nehmen oder sich beim Anfahren der Bahn festzuhalten. Da die Straßenbahn vor roter Ampel noch einige Zeit stehen musste, ging Alfons an ihr entlang und inspizierte das Innere, sofern dies durch die spiegelnden Fensterscheiben möglich war. Nicht nur vorne, auch hinten saß ein uniformierter Mann und handelte etwas aus mit Menschen, die in einer kleinen Schlange zwischen dem Eingang und ihm standen. Wegen der Höhe des Fensterrahmens konnte Alfons nicht sehen, ob der Mann frei stand oder einen Tresen vor sich hatte. Verkaufte er etwas? Bedurfte es für das Fahren mit der Straßenbahn einer Fahrkarte?

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