Hans-Hermann Beirich - Totenschuhe

Здесь есть возможность читать онлайн «Hans-Hermann Beirich - Totenschuhe» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Totenschuhe: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Totenschuhe»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Auf dem Schreibtisch lagen drei Fotos. Drei unaufgeklärte Frauenmorde, die niemanden mehr interessierten. Hauptkommissar Akkermann drückte die Ellenbogen in die Schreibtischunterlage und legte das Kinn auf die Fäuste. Die Frauen schauten alle ähnlich. Ein wenig überrascht, bevor die nackte Angst sie für den Rest ihres Lebens packte.
Viel Zeit hatte er nicht mehr. Er war jetzt 58 Jahre alt. Drei davon hatte er verbraucht, um den Mann zu fassen, der ihm jährlich eine erdrosselte Frau präsentierte. Jetzt saß die Nächste mit einer Drahtschlinge um den Hals in der Waschküche eines Stuttgarter Mehrfamilienhauses. Als Akkermann zum Tatort fährt, liegt ein schmutzig grauer Himmel wie ein bleierner Deckel auf den umliegenden Weinbergen. Und drei Etagen über der Toten steht eine Frau am Fenster und baut aus den Scherben ihres Lebens ein tödliches Alibi für ihren Mann.

Totenschuhe — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Totenschuhe», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Kaluza drückte die knöchernen Schultern durch das verschwitzte Hemd. »Frau Lindner?«

Akkermann nickte.

»Sie suchen ihren Mörder?« Kaluza drehte sich um und schloss die Schlafzimmertür. »Wenn ich helfen kann?« Er setzte sich auf die Couch, dort, wo die Decke lag.

»Das können Sie sicher.« Akkermann senkte die Stimme. »Sie heißen Kaluza.«

»Kurt Kaluza, ja.«

»Geboren?«

»1938. In Königsberg.

Kerzengerade, die Hände auf das Polster gestützt, beobachtet er Akkermann. Die dünnen, feuchten Lippen schienen zu einem spöttischen Grinsen gespitzt. Akkermann sah, wie dahinter die Zähne mahlten.

»Sie beziehen Rente?«

»Ja.«

»Vorher waren Sie –.«

Kaluza zeigte sein ganzes Gebiss. Der rechte obere Schneidezahn fehlte. »Beim Amerikaner!«

Akkermann hob die Augenbrauen. Kaluza lächelte. Kleine, spitze, braungelbe Zähne stachen zwischen den Lippen hervor. »Zivilangestellter«, sagte Kaluza, »ich habe im Kartenraum gearbeitet. Wie in der Schule, wissen Sie?«

Akkermann hatte das Gefühl, das es vermehrt nach Urin roch. Er versuchte, so wenig Platz auf dem Sessel einzunehmen, wie möglich. Plötzlich sprang Kaluza auf.

»Darf ich Ihnen was zu trinken anbieten? Vielleicht einen Kaffee oder ein Wasser?«

»Ein Wasser wäre gut. Es ist doch immer noch sehr schwül.«

»Ja, der Regen bringt kaum Abkühlung.« Er stand auf und ging zur Tür. »Ein Wasser, wäre das Recht?«

»Gerne.«

Kaluza war ins Bad gegangen. Kurz darauf rauschte die Toilettenspülung. Als er Kaluza in der Küche lärmen hörte, griff er unter den Tisch und zog die Aktentasche hervor. Sie enthielt eine Vielzahl pornografischer Hefte und Briefe.

»Mit Zitrone?«, rief Kaluza.

»Gerne!«

Bevor Kaluza mit einem Tablett und zwei Gläsern hereinkam, war die Aktentasche wieder an ihrem Platz. Akkermann ging ihm entgegen.

»Behalten Sie doch Platz«, bat ihn Kaluza.

Er nahm ein Glas von dem Tablett und stellte es auf den Tisch. »Wann haben Sie Regina Lindner zuletzt gesehen?«

»Regina?« Kaluza stellte das Tablett ab. »Ich wusste nicht, dass sie Regina hieß. Sehen Sie, Herr Kommissar, so wenig kannte man sich.«

Akkermann setze ein geschäftsmäßiges Lächeln auf. »Regina Lindner«, sagte er, »wann haben Sie sie zuletzt gesehen?«

»Gestern Abend.«

»Wann genau?«

»So gegen halb elf. Ich wollte gerade in den Keller gehen.«

»Um halb elf?«

»Ich wollte eine Flasche Wein holen. Wissen Sie, wann trinkt man schon mal ein Glas Wein. Den hat man nicht oben. Außerdem ist es ein spezieller Diabetikerwein.«

»Wo ist die Flasche jetzt?«

»In der Küche, glaube ich. Warten Sie, ich kann sie holen.« Er ging, sich immer wieder umschauend, zur Tür. »Interessiert Sie die Marke? Ich meine, er ist schon süß. Nicht, dass sie denken, man könnte ihn nicht trinken. Man bekommt ihn aber nicht überall. Ich lasse ihn mir schicken.«

Akkermann starrte das Wasserglas an. Es sah aus, als hätte jemand jahrelang Tee daraus getrunken.

Kaluza war schnell wieder zurück. Er lächelte verlegen und stellte eine gelbe Plastikzitrone auf das Tablett. »Die Zitrone«, sagte er, »ich hätte sie beinahe vergessen. Nehmen Sie sich selbst?«

»Danke, danke. Ist das die Flasche? Sie ist leer.«

»Ja, tatsächlich. Es ist ein französischer Wein, wissen Sie?«

»Haben Sie die Flasche alleine ausgetrunken?«

Kaluza zögerte. »Ja.«

»Bevor oder nachdem Sie Frau Lindner gesehen hatten?«

»Hinterher, ich sagte es schon. Ich habe sie auch nur ganz kurz gesehen. Sie war gerade nach Hause gekommen. Es regnete, wissen Sie. Sie war ganz nass. Sie hatte es eilig. Sie war ja auch ganz nass.«

»Sonst ist ihnen nichts aufgefallen?«

»Nein. Sie ist dann die Treppe hinaufgegangen. Nein, aufgefallen ist mir nichts. Das Kleid, das klebte richtig an ihr, wissen Sie?« Er zeigte seine spitzen Zähne und stellte die Plastikzitrone neben Akkermanns Glas. »Nehmen Sie!«

»Dann haben Sie den Wein geholt. Das dauerte nicht lange.«

Kaluza nickte. »Ich habe nur die eine Sorte.«

»Und die steht griffbereit.«

Kaluza runzelte die Stirn. »In einem Regal, ja.«

»Sie sind dann wieder in Ihre Wohnung und haben den Wein getrunken. Die ganze Flasche. Wie lange hat das gedauert?«

»Das muss gegen halb zwei gewesen sein. Ich habe noch einen Film gesehen. Aber die genaue Zeit?« Er hob entschuldigend die Schultern.

»Welchen Film haben Sie gesehen?«

»Da muss ich schauen.« Er blätterte in der Fernsehzeitschrift und schob sie dann Akkermann rüber. Mit einem scharfkantigen, schmutzigen Fingernagel tippte er auf eine Programmspalte. »Hier.«

Akkermann nickte.

»Natürlich, ich bin dabei eingeschlafen.«

»Haben Sie sonst noch etwas gesehen oder gehört?«

»Außer dem Film?«

»Nicht den Film. Irgendwelche Personen.«

»Nein, nur die Frau Pezic, aber die wohnt ja hier. Sie kam gerade in den Keller, als ich wieder hinauf wollte. Sie hatte einen Wäschekorb in der Hand. Ja, und dann habe ich noch Herrn Straub gesehen.« Er rieb sich die Stirn. »Der war wohl auch gerade nach Hause gekommen. Sein Anzug war ganz fleckig.«

»Vom Regen.«

Er nickte. »Wir sind zusammen hochgegangen.«

»Woher wissen Sie, dass er gerade nach Hause gekommen war?«

»Ich hörte, wie er mit Frau Pezic sprach.«

Akkermann erhob sich. »Frau Lindner haben Sie dann nicht mehr gesehen?«

»Nein, ich bin gar nicht mehr raus.«

»Sonst ist Ihnen nichts aufgefallen? Denken Sie nach.«

»Nein, das heißt doch. Warten Sie. Sie hatte keine Schuhe an. Ja, Frau Lindner war barfuß.«

»Keine Schuhe? Das fanden Sie nicht merkwürdig?«

»Nun, jetzt, wo Sie das sagen?« Er lächelte ihn hilflos an. »Vielleicht waren sie in dem Rucksack. Sie hatte so einen kleinen Rucksack dabei. Einen für die Stadt, nicht zum Wandern. Vielleicht waren die Schuhe dort drin. Dass sie nicht nass werden.«

Mit einer flüchtigen Handbewegung hieß er Akkermann endlich auszutrinken. Er selbst knabberte gedankenverloren an dem Rand seines Glases.

Hinter den vergrauten Gardinen hing ein regennasser Himmel, der jegliche Farbe aus den gegenüberliegenden Häuserreihen gewaschen hatte. Hier drinnen war es nicht viel freundlicher. Akkermann kratzte mit dem Handrücken über das unrasierte Kinn. Diesem Mann mit der lächerlichen Frisur, den Pornoheften und einem Sexfilm als Alibi wären zehn Morde zuzutrauen. Halb Stuttgart dann aber auch.

Kaluza schien sein Schweigen als das Ende des Verhörs zu begreifen. Er stützte sich mit beiden Händen auf dem Couchtisch ab und erhob sich.

»Sehen Sie, jetzt konnte ich Ihnen doch noch helfen.« Er klopfte mit dem Zeigefinger gegen die Stirn. »Die Schuhe, wer hätte das gedacht. Darauf muss man erst einmal kommen.« Er schüttelte den Kopf. »Die Schuhe! Achtet man auf so was?«

Akkermann hob die Schultern. Langsam ging er zur Wohnungstür. Zwischen Bad- und WC-Tür stand ein schmaler Schrank mit dem Telefon. Auch bei Regina Lindner war an der gleichen Stelle ein ähnlicher Schrank. Helle Kiefer mit auffälligen Astlöchern. Dieser war aus Buchenfurnier. Er war sich jetzt sicher, dass sich in jeder Wohnung an dieser Stelle ein solcher Schrank befand. An den Wänden hingen in loser Reihenfolge verstaubte Wechselrahmen mit Gesichtern von asiatischen Mädchen, dazwischen waren zwei Vulkanbilder und eine knallbunte Zeichnung mit einem rot-weißen Ballon und pummeligen Menschen in einer Fantasielandschaft — alles Titelbilder einer TV-Beilage der Stuttgarter Zeitung. Er hatte die Reisereportagen immer gerne angeschaut. Irgendwann gab es die Zeitschrift nicht mehr. Er hatte nie gefragt, warum.

Als er vor dem Arbeitszimmer stand, hatte Kaluza ihn eingeholt. Akkermann drehte sich um und verschob dabei einen ausgeblichenen Fleckerlteppich. Darunter verlief ein Telefonkabel, von dem kleinen Schrank bis zur gegenüberliegenden Wand, wo es mit Krampen oberhalb der Fußbodenleiste befestigt war. Das Kabel führte in das Arbeitszimmer.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Totenschuhe»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Totenschuhe» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Hans Herrmann - Teufelskraut
Hans Herrmann
Hans Herrmann - Drachenjagd
Hans Herrmann
Hans Herrmann - Das magische Quadrat
Hans Herrmann
Hermann Broch - Der Tod des Vergil
Hermann Broch
Hermann Broch - Die Schlafwandler
Hermann Broch
Hans Hermann Cordes - Beter as de Dood
Hans Hermann Cordes
Hans-Hermann Diestel - Kapitän in zwei Welten
Hans-Hermann Diestel
Hans-Hermann Diestel - Weiberröcke und Leichen
Hans-Hermann Diestel
Hermann Broch und Der Brenner
Неизвестный Автор
Отзывы о книге «Totenschuhe»

Обсуждение, отзывы о книге «Totenschuhe» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.