Hans-Hermann Beirich - Totenschuhe

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Auf dem Schreibtisch lagen drei Fotos. Drei unaufgeklärte Frauenmorde, die niemanden mehr interessierten. Hauptkommissar Akkermann drückte die Ellenbogen in die Schreibtischunterlage und legte das Kinn auf die Fäuste. Die Frauen schauten alle ähnlich. Ein wenig überrascht, bevor die nackte Angst sie für den Rest ihres Lebens packte.
Viel Zeit hatte er nicht mehr. Er war jetzt 58 Jahre alt. Drei davon hatte er verbraucht, um den Mann zu fassen, der ihm jährlich eine erdrosselte Frau präsentierte. Jetzt saß die Nächste mit einer Drahtschlinge um den Hals in der Waschküche eines Stuttgarter Mehrfamilienhauses. Als Akkermann zum Tatort fährt, liegt ein schmutzig grauer Himmel wie ein bleierner Deckel auf den umliegenden Weinbergen. Und drei Etagen über der Toten steht eine Frau am Fenster und baut aus den Scherben ihres Lebens ein tödliches Alibi für ihren Mann.

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Ein plötzlicher Luftzug ließ den weißen Keramikbolzen, der an einer Metallkette von dem Fenster über der Haustür herunterhing, gegen den Türrahmen schlagen. Mit einem kurzen Ruck riss sie die Kette herunter. Das Fenster fiel knallend zu. Die Schritte auf dem Trottoir verstummten. Zittrig rutschte ihre Hand über die Fliesen, bis sich der Schalter für die Treppenhausbeleuchtung zwischen die Finger drängte. Der grelle Lichtschein goss einen dünnen Schatten über die Wand.

Der Mann war ungefähr sechzig. Knöcherne Schultern stachen durch das verschwitzte Hemd. Hinter dicken Brillengläsern suchten wässrige Augen angestrengt die nächste Treppenstufe. Sie hob den Rucksack auf und ging zur Treppe. Kurt Kaluza stand jetzt direkt vor ihr. Er schien zu lächeln.

Dass er Kaluza hieß und im ersten Stock wohnte, war alles, was sie von ihm wusste. Als sie an ihm vorbeiging, drang ein säuerlicher Geruch in ihre Nase.

Mit großen Schritten stieg sie die Treppe empor. Jeweils zwei Türen teilten sich eine Etage. Die rechte Tür im ersten Stock war nur angelehnt. Die linke wurde geöffnet, als sie schon fast vorbei war.

Die Frau, die sich neugierig umblickte, war Anfang sechzig, fast quadratisch und hatte einen kleinen, runden Kopf mit kurzen, roten Haaren. Sie trug Flipflops und ein grünes, bis knapp zu den Knien reichendes T-Shirt, unter dem ein üppiger Busen wogte.

»Ich muss die Wäsche raufholen, sonst wird über Nacht alles wieder feucht«, sagte sie und zog eine Klappbox hinter der Wohnungstür hervor. »Regen, Regen, Regen. Ist das fürchterlich? Na, Sie haben ja auch gehörig was abbekommen.« Sie schloss die Tür ab.

»Es reicht.«

»Ja, man weiß nie mit dem Wetterbericht. Mal sagen sie so, mal sagen sie so.«

»Ja, das stimmt, Frau Pezic.«

»Sehen Sie, es ist Sommer. Was glauben die Leute, dass es nie regnet?« Sie klemmte die Klappbox unter den Arm. »Sie waren ausgegangen?«

»Ich war im Kino.«

»Im Kino. Wann war ich im Kino? Ist gar nicht mehr wahr. War schön, das Kino?« Sie war fast am Ende der Treppe angelangt. Beiläufig fügte sie noch ein »Schönen Abend« hinzu.

Regina Lindner konzentrierte sich darauf, unter ihren Schlüsseln den für ihre Wohnung zu finden. Sie hörte, wie die Haustür aufgeschlossen wurde und kurz darauf Frau Pezic’ Stimme.

»Nein, Herr Straub, was haben Sie gemacht? Der schöne Anzug, ganz nass und dreckig. Sie müssen Ihrer Frau sagen, sie muss Hose gleich aufbügeln.«

Straub öffnete mit beiden Händen das Sakko und lenkte ihren Blick auf das Innenfutter. »Geht schon, Frau Pezic, ist ja nur Wasser.«

»Ist aber auch Fleck auf Kragen.«

Er schloss die Tür wieder ab. »Ich war im Kino. Irgendwann muss es angefangen haben zu regnen.«

»Oh, ganz allein, ohne Frau?«

»Meine Frau macht sich nichts draus.«

»Frau Lindner von dritte Etage war auch im Kino. Ist gerade gekommen. Ganz nass.«

»Ach ja?« Seine Stimme zitterte.

»Sie haben Frau Lindner nicht gesehen?«

»Es gibt viele Kinos in Stuttgart, Frau Pezic.«

»Und ich muss Wäsche holen. Wird doch nicht trocken bei diesem Wetter. Regnet noch?« Sie schaute in den erleuchteten Keller. »Hat wieder jemand Licht angelassen. Als wenn kein Geld kostet.« Er hörte sie die Stufen hinunterächzen: »Oh, Herr Kaluza, und ich dachte, hat jemand vergessen Licht zu löschen.«

Straub war gerade drei Schritte gegangen, als es dunkel wurde. Angespannt suchte er nach dem Treppengeländer. Er sah hinunter. Das Kellerlicht brannte noch. Als er überlegte, ob er sich in die erste Etage vortasten sollte, klackte ein Lichtschalter. Unwillkürlich hob er den Kopf, dann ging die Treppenhausbeleuchtung wieder an.

Kaluza stand mitten auf dem grauen Steinboden. Genau unter der Deckenlampe. Er hielt eine Weinflasche in der Hand. Die spärlichen Haare waren sorgfältig von einem tief sitzenden Seitenscheitel aus über den Kopf gekämmt. Er starrte herauf und Straub konnte sich nicht entscheiden, ob er ein freundliches Lächeln oder ein spöttisches Grinsen zu sehen bekam. Er glaubte, es läge an den Augen. Angeblich war Kaluza zuckerkrank. Sicher war nur, dass er einen großen Vorrat an Diabetikerwein im Keller hatte.

Straub deutete auf seinen Anzug. »Da hat es mich gut erwischt.«

Kaluza nickte. Er zog sich am Handlauf die Treppe hinauf. Es schien nicht die erste Flasche gewesen zu sein, die er heute getrunken hatte.

Straub hob die Stimme: »Sauwetter!«

Kaluza sah ihn erwartungsvoll an. Er lächelte. Die dicken Brillengläser vergrößerten seine Augen ins Groteske.

Kaluza war vielleicht dreißig Jahre älter als er. Aber wenn er, Martin Straub, 42, Versicherungsmathematiker, verheiratet, kein Kind, und wenn es nach ihm ginge, auch nie ein Kind, nicht bald einen Job bekäme, würde er nach zehn Jahren Hartz IV so aussehen, wie Kaluza jetzt.

Schweigend gingen die beiden die Treppe hinauf. Im ersten Stock steuerte Kaluza auf die angelehnte Tür zu. Er wartete, bis Straub an ihm vorbeigegangen war, murmelte »Guten Abend« und schloss die Tür hinter sich zu.

Straub wünschte, er könnte rauchen. Einfach hier, jetzt. Dazu eine Dose Bier, aber die hatte er ja schon gehabt. Außerdem wurde oben gerade das Treppenhausfenster geöffnet. Er war also nicht allein. Vielleicht hatte es aufgehört zu regnen. Er lauschte auf Schritte. Regina Lindner wohnte oben. Dann wurde eine Tür geschlossen.

Er war im zweiten Stock angelangt. Vor der rechten Tür blieb er stehen und holte seinen Schlüsselbund aus der Hosentasche. Die einzelnen Schlüssel waren farblich markiert. Eine Idee von Karin. Der grüne war der Wohnungsschlüssel. Er hatte die Tür fast erreicht, als er die Schlüssel wieder in die Tasche gleiten ließ und ins Dachgeschoss schlich.

Über Regina Lindners Klingel klebte ein blaues, aus Salzteig geknetetes Namensschild. Er drückte vorsichtig auf den Klingelknopf, der mit einem heiseren Schnarren antwortete. Es dauerte etwas, dann bemerkte er, dass ihn jemand durch den Türspion beobachtete. Im gleichen Moment öffnete Regina Lindner die Tür. Ihre Haare waren in ein Handtuch gewickelt.

»Was wollen Sie?«

Straub lächelte sie unbeholfen an. »Ich wollte nur wissen, ob sie gut nach Hause gekommen sind.«

»Ich sage mal so: Meine Schuhe sind weg.«

»Tatsächlich?«

»Ja! Und jetzt entschuldigen Sie mich, ich muss meine Haare trocknen.«

»Ich gehe gleich. Es ist nur, weil wir uns doch nicht mehr gesehen haben.«

Sie antwortete nicht. Er konnte jetzt unmöglich so stehen bleiben. Wenn das Licht gleich ausginge, würde er hineingehen. Er versuchte zu lächeln. »Sie waren auf einmal weg.«

»Das war ja wohl eher umgekehrt.«

Mit einem Klacken erlosch die Treppenhausbeleuchtung.

In seinem Kopf ratterte es. Er musste wissen, was geschehen war, und wie sie die Typen losgeworden war. Vor allem, ob sein Verschwinden glaubwürdig war. Morgen könnte sie jemanden aus dem Haus treffen. Es könnten Gerüchte entstehen. Letztlich könnte er ihr auch alles erklären, wenn sie ihn nur ließe. Er schaltete das Licht wieder ein.

Sie wischte sich mit dem Handtuch durchs Gesicht und sah ihn entschlossen an: »Ich will jetzt ins Bett. Ich kann jetzt auch nicht mehr.« Sie nahm einen braunen Jackenknopf von dem kleinen Schrank, der neben dem Badezimmer stand. »Der gehört Ihnen.«

Unten fiel die Haustür ins Schloss. Er konnte nicht mehr warten. Er packt sie an den Armen, drängte sie in die Wohnung und schloss die Tür. »Es muss uns nicht jeder hören.«

Sie verbarg den Knopf in der geballten Faust. »Warum denn nicht?«

»Weil das einige in den falschen Hals bekommen würden, wenn sie mich um diese Zeit hier mit ihnen sähen. Bitte!«

Sie lehnte sich an den Türpfosten und warf das Handtuch auf den Boden. »Was könnten die denn in den falschen Hals bekommen?«

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