Gerd Breitenbürger - Allgemeinbildung in der Akademischen Welt

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Die Aufgabe der Wissenschaften besteht darin, Fragen zu stellen und Antworten zu finden, die unser Wissen erweitern. Sie bedienen sich dabei je nach Fach spezieller Begriffe und Methoden, die man auch ihre Instrumente nennen kann. Manches dieser Instrumente kann aber jedoch in mehreren Fächern verwendet werden. So sprechen wir von einer kosmischen, einer biologischen, anthropologischen oder kulturellen «Evolution». Da möchte man wissen, was ist «Evolution» eigentlich und seinem Wesen nach. Kann man diesen Begriff problemlos, wie hier, von Unbelebtem auf Belebtes übertragen? Wenn ja, ist es vermutlich nicht abwegig, fundamentale Strukturen der Welt anzunehmen, die überhaupt dem Geist erlauben, von einer zusammenhängenden, von einer Welt zu sprechen.
Die naturwissenschaftlichen Hypothesen sind Vermutungen und auch erste, kurz gefasste Antworten auf unsere Fragen. Sie bewegen sich im Möglichkeitsraum, in dem sich die menschliche Phantasie frei bewegt, bis sie Halt in einer Theorie findet. Mit allen Theorien zusammen nähern wir uns einer einzigen Welt. Wir haben sie im Kopf und wir bewegen uns in ihr.

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Menschen, die sich nicht einfangen lassen von einem Habitat wie von schicksalhaften Sachzwängen hat es immer gegeben, in allen Varianten des Untergrunds bis zur Rebellion. Es ist dann immer der andere Mensch wie der letzte Held in George Orwells Schreckutopie "1984" und wie eine ganze Gruppe, die von sich behauptet hat "Wir sind das Volk". Auch im akademischen Bereich gibt es den Zwang, sich zu entscheiden, welcher Welt man angehören will, was dann besonders schmerzlich ist, wenn man nicht darauf vorbereitet war, tiefsinnige Selbsterforschung zu betreiben und akzentuiert moralisch sein zu müssen. Der Opportunismus ist ein starker Ratgeber, aber nicht einer, auf den man immer hören möchte.

1.2.1 Die Teilwelten

Sich ergänzende Teilwelten sind Wirtschaft, Recht, Religion, die Wissenschaften und die Kunst. Sie haben Ordnung, Struktur und System und das Merkmal, Bezüge zuzulassen, eine Verzahnung über sich hinaus. Sie galten schon im 19. Jahrhundert bei Karl Marx als die wesentlichen Funktionssysteme unserer Gesellschaft. Sie sind die Korsettstangen, die sie stabilisieren und, bei Defiziten, destabilisieren. Sie ermöglichen unsere persönlichen Welten, so auch die akademische, an der sie teilhaben. Schmerzlich wird es, wenn im Wirtschaftlichen nicht die passenden Regulierungen gefunden worden sind. Nach einem schwarzen Freitag und seinen katastrophalen Folgen weiß man, dass und wie reguliert werden muss. Wenn achtzig Jahre später eine Hypothekenblase platzt, weiß man, dass Selbstverständliches nicht funktioniert hat, weil Regulierungen außer Kraft gesetzt und politische Impulse über wirtschaftliche Vernunft gestellt wurden. Die Deregulierung einer ganzen Branche, der Finanzbranche, war ideologisch eingeleitet und verselbständigte sich in skrupelloser Gier. Thatcherismus und die Reagonomics der sogenannten smarten Chicagoer Boys veränderten die Regulierungen, was zu einer Betonung der sozialen Asymmetrie führte. Es war die Befürwortung eines Sozialdarwinismus auf ökonomischem Gebiet, die Sublimation des Boxkampfs zum Catchen hin, "freie Marktwirtschaft" ganz wörtlich genommen. Ein einmal erreichtes Niveau an Solidarität hingegen zwischen Kapital und Arbeit hat den Charakter einer akzeptierten Regel.

Wenn die gesetzgebende Versammlung, die Legislative, Gesetze erlässt (Bundestag und Bundesrat), deren Anwendung von der exekutiven Gewalt gewährleistet wird (z. Bp. Polizei), dann hat die Gerichtsbarkeit (Jurisdiktion) „lediglich“ die Aufgabe, das Recht zu handhaben, anzuwenden. Es ist nicht Sache eines obersten Gerichts, Entscheidungen zu treffen in der Art, wie die Finanzpolitik der EZB (Europäische Zentralbank) mit der des Bundestages abzustimmen ist. Es ist auch nicht dazu da, zu entscheiden, was von Seiten der Institutionen unter „Gerechtigkeit“ zu verstehen ist. Steuergerechtigkeit wird jeweils in den Parteiprogrammen entworfen, die Relevanz sozialer Maßnahmen entscheidet sich ebenfalls hier.

Es gibt typische Gefährdungen für diese Strukturen. Die Kirche, die ein System aufgebaut hat, erleidet Nachteile, wenn sie als System den Fehlern der Teile nicht gewachsen ist. Ein oberster Gerichtshof, der anfängt, Entscheidungen zu treffen, die Sache der Politik sind, vermischt die Instanzen. Eine Wirtschaftspolitik ist nicht zuständig für die Definition ihrer höchsten Ziele, die die Gesellschaft mit ihr verbinden möchte. Nur einer macht sich nichts aus der Frage nach Dimensionen, Zielen und Methoden. Es ist das Individuum, das sich seine Welt komplikationslos wünscht:

Richard Tauber, wenn er singt: "Du bist die Welt für mich – [egal ob mit oder ohne mittlere Reife] – Ich lebe ganz für dich."

1.2.2 Die Welt der Philosophie

Etwas philosophischer lässt sich die "Welt" bestimmen als die "bekannten Wirklichkeiten mit ihren hintergründigen Möglichkeiten". In der philosophischen Sprache Ludwig Wittgensteins ( Tractatus 2.011 ff, gest. 1951) ist die Rede davon, dass "Dinge" die Möglichkeiten, in Sachverhalte einzugehen, als "Präjudiz" enthalten können. Die Welt einer Person, die sich wissenschaftlich ausbildet und bildet, ist elastisch vorzustellen. Sie ist aber auf jeder Entwicklungsstufe total, holistisch, eben ganzheitlich. Ihre Möglichkeiten sind immer dazuzurechnen. Wenn eine Welt zusammenbricht, ist es die innere, die zählt. Sie ist aber auch mit ihren Möglichkeiten der Rettungsanker, solange es um Alternativen geht. Beide, die reale und die mögliche, haben ihre spezifischen Herausforderungen, die praktische und die theoretische. Es ist die ständige Erwartung, von der das Individuum und die Gesellschaft leben, die Erwartung, eine sinnvoll gestaltete Zukunft zu haben. Woher nehmen, wenn man nicht vorher an sie gedacht hat.

Die oben angeführten Stabilisatoren sind Teil unserer Welt, und ihre Verzahnungen geben ihr weitere Festigkeit. Wenn eine große deutsche Bank der hohen Politik mal eben sagt, nicht für Deutschlands Wirtschaft fühle sie sich verantwortlich, sie sei Global Player und 25 % Rendite seien ihr auf dem Arbitragemarkt gerade recht, dann mutet es bedenklich an, wenn es ein Jahr später über diese Teilwelt in den Medien heißt: Diese deutsche Bank "blickte lange auf die Justiz herab" ( Nicht über dem Recht, Thomas Magenheim-Hofmann, BZ 15. Dezember 2012). "Siegesgewiss und unangreifbar – das war die Haltung …". Dann kann man seine Verwunderung durchaus auf verschiedenen Stilebenen der Verblüffung zum Ausdruck bringen. Wittgenstein sagt da, die Dinge haben hintergründige Möglichkeiten, in Sachverhalte einzugehen. „Hintergründig“ soll bedeuten, dass man sie schon mal suchen muss, dass sie sich nicht immer anbieten.

Es ist schlimm für eine Bank, einem Kunden zu schaden, um an ihm ordentlich zu verdienen. Dafür gibt es ja Usancen, Konvenienzen, den Usus, und die eben aus gutem Grund. Es ist noch schlimmer für sie, dabei ertappt zu werden, wie sie es anstellt, siehe unten, Zitat. Es wird Sache für das Tollhaus, wenn es wichtig ist, sich ertappen lassen zu müssen, um dieses Ziel zu erreichen und dann damit zu rechnen, die Justiz kann mich mal, die haben alle ein Konto bei uns. Folgende Geschichte ist die Erklärung dafür, wie vier Milliarden DM verbrannt wurden. Eine Teilwelt fühlt sich unkontrolliert, das könnte zur Destabilisierung führen, wie schon oben gesagt.

Zitat: Zum Rebbben kommt ein Geschäftsmann: "Rebbe, was soll ich tun? Alle Leute sagen, ich bin pleite. Dabei habe ich doch mehr als 100 000 Kronen bar!"

Der Rebbe klärt lange und entscheidet: "Wenn alle Leute sagen, du bist pleite, dann bist du über kurz oder lang pleite."

(Salcia Landmann, Der jüdische Witz , S. 127).

In der akademischen Welt wird immer interpretiert. Auch wenn etwas fehlt, muss man es bemerken und der Lücke einen Sinn zu geben in der Lage sein. Im galizischen Shtettl gab es den Schuster, den Wagenmacher, den Krämer und andere, aber nicht das komplette Sortiment der oben genannten Gesellschaftsstrukturen. Daher endet der Witz in dunkler Trostlosigkeit, was fehlt, ist die Hoffnung auf Genugtuung oder sogar auf Schadenersatz. Die Deutsche Bank und ihr Chef-Vertreter müssen mental, wenn überhaupt, eine Shtetl-Welt angenommen haben, auf die sie ihren geistigen Horizont beschränkten, nicht die ausdifferenzierte Gesellschaft, in der wir leben, wo neben der Teilwelt "Wirtschaft" auch eine Teilwelt "Recht" für uns Recht spricht. Man nennt den, der die Dinge zu einfach sieht, einen simplificateur , weil man höflich ist und die Nähe zum Dummdreisten vermeiden möchte. Man wagt es kaum zu sagen, es ist die akademische Welt mit ihren Teilwelten, die unser Gerechtigkeitsgefühl und auch unser Bedürfnis nach stabilen Verhältnissen befriedigt. Der Optimist sagt, trotz allem. Der Pessimist sagt das aber auch. Wir haben, weil wir in den genannten tragenden Teilbereichen unserer Gesellschaft ein wissenschaftlich fundierten Sachverstand, sprich akademische Kompetenz, besitzen, einen Begriff davon, wenn sich Individuen oder Institutionen fehlerhaft oder doch schlicht moralfern benehmen. Gleich zu viert, wie Chorbrüder, behaupten sie, es treffe nicht zu, dass die Bank auf diese Weise ein gut bezahltes Mandat erringen wollte für eine Abwicklung des Riesenvermögens des Klienten und riskieren den begründeten Verdacht auf Prozessbetrug. Auch das noch. Denn Falschaussagen vor Gericht liegen ganz in der Linie des Dummdreisten, sind aber keine Korsettstangen der oben genannten Gesellschaftstruktur. Die Omi, die ihren Sparstrumpf ans Bett hängt, hat kein Vertrauen. Wer sein Erspartes trotz allem zur Bank trägt, macht alles richtig und bekommt ja noch dazu, solange Banker nichts von unserer Ordnung halten, das sensationelle Gefühl von Wagemut. In diesem Zusammenhang auch nur das Thema Boni anzufassen, ist allerdings subversiv und anarchistisch. Das müsste der Staat schon selbst machen, nachdem das Volk nervös geworden ist.

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