Louis denkt über s,Sex nicht männlich, er denkt menschlich, er… Hey, das muss aber unter uns bleiben.
Louis hat nach unserer ersten Nacht das in sein Tagebuch geschrieben: „Über den Venushügel“ – schönes Wort – „durch das krause Haardickicht zum Eingang in die Fleischesmuschel. Befingere das feuchte, warme, zarte Innere, taste bis zu der Perle, die ich sanft poliere, bis sie rosarot schimmert und zu glühen scheint bei höchster Sinnesfreude. Ich habe nicht mehr gewusst, wie sich Haut anfühlt, konnte mich nicht mehr erinnern an die Weichheit einer Brust, habe so lange nicht Frauenduft gekostet, war glücklich, als endlich die sanfte Hand mein Männlein umschloss.“
s,So s,sieht Louis s,Sex aus und ich finde es s,so, ich weiß nicht; dass er „Männlein“ zu s,seinem Pimmel s,sagt, s,sagt doch s,so viel, nicht wahr?
Gott, war ich aufgeregt, damals, angeregt aber auch, und es begann wunderschön. Louis hat echt gezittert und dies hörte erst auf, als wir zusammen lagen, ganz lange umarmt, gerochen, gespürt… Unsere erste Nacht dauerte eine Nacht. Und am Morgen begann unser gemeinsames Leben, s,so s,selbstverständlich!
Vor einem Jahr hätte ich nie gedacht, dass ich das alles tun würde, möchte, was ich nun tue. Einmal in der Woche einen halben Tag lerne ich mit der Heimbergerin, wie Louis s,sagt, Buchhaltung, Kalkulation und so. Fotografiere für Louis s,sein neues Projekt, helfe ihm bei den grafischen Arbeiten, klebe, schneide, falze, fahre zur Europ – „Das kannst du s,schon machen“ s,sagt Louis – um Entwürfe vorzuzeigen; mit Änderungsvorschlägen komme ich zurück und mit dem Chef Danninger gut aus. Der Danninger weiß natürlich nicht, dass ich Louis s,seine Frau bin, der meint, ich bin der Lehrling und er versucht mich zu necken wegen meiner Größe und s,so, aber ich charme ihn aus.
Dann das Abi und meine Fast-Freundin s,Simone und der neue Kontakt zu Mama und Papa… Puh, ich habe fast zu wenig Zeit für Louis!
Louis hat noch mehr Arbeit. Er s,spielt mit dem Gedanken eine Halbtagskraft einzustellen, aber wir sitzen lange bis in die Nacht und reden vom Geschäft, von uns, hören s,so viel Musik, s,schlafen wie die Kinder im s,Sitzen ein. Louis s,steht aber trotzdem immer vor mir auf, macht mir den Tee und richtet mir eine kleine Mahlzeit für die s,Schule, um die mich s,Simone fast hysterisch beneidet, aber s,sie bekommt nix. Geputzte Staudenselleriestängel mit einem kleinen Döschen Quark-Dipp dazu. Karottenscheiben in Herzform geschnitten, kalten Bratapfel, das knusprige Baguette-Ende mit Käse drauf und ein Zettel. „Ich küss’ dich arg, mein Luder“ s,steht drauf und das war alles heute in meiner Brotzeitbox. S,Simone war von den s,Socken, als s,sie das zum ersten Mal s,sah. „Der macht dir eine Brotzeitbox?“ Für mich war das s,schon normal, denn Louis hat dies s,seit der ersten Woche getan. „Gibt doch nichts Vegetarisches dort zu kaufen.“
Aber durch s,Simone merke ich, wie außergewöhnlich das anscheinend ist und fühle mich dann ein wenig undankbar. Louis s,sagt darauf: „ Brauchst nur aufzählen, was du alles für mich tust, Baby, dann stimmt es schon wieder!“ Und dann fällt es mir s,schon ein und es s,stimmt echt!
In einem Monat ist Weihnachten und ich habe kein Geschenk für Louis. Louis s,sagt, dass wir diesen Konsumscheiß nicht mitmachen, aber ich habe im Laden im Kühlraum, unter dem Papierregal, ein in Weihnachtspapier eingepacktes Paket gesehen und auf dem Anhänger s,stand: „Für mein Christkind Julia von deinem Weihnachts-Romeo“. Also doch!
Ich verdiene ja jetzt achthundert Mark im Monat bei Louis, aber Weihnachtsgeld will er mir erst nächstes Jahr bezahlen. Ich könnte ihm ein Lied komponieren, mit einem weihnachtlichen Text und mich auf dem Synthesizer begleiten. Ja!
Aber das ist s,so … eben s,selbstgemacht.
Manchtags komme ich mir s,so komisch vor in der Schule. s,Sitze s,so mittendrin, überschau die ganze Klasse, komme mir wie ein Fremdkörper vor, sind die meisten doch noch ziemlich kindisch, unselbstständig, leben noch zu Hause, s,sind von den Eltern abhängig. Ich lebe mit meinem Mann, verdiene Geld, habe ein Auto und bin Geliebte, habe mein Leben fest im Griff und das macht mich ruhig. s,Seit ich mit Louis zusammen lebe, sind meine nervösen s,Störungen fast gänzlich weg. Dieses Zittern, Ängste, Magen- und Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit! Nur das „s,S“ habe ich noch und ich werde es wohl behalten müssen, da Louis es s,so liebt. Wenn’s mal weg ist werde ich es s,spielen. Vielleicht s,spiele ich es s,schon lange? s,Sag mal was, Juli… hm. s,Samstage s,sind s,sowieso, s,seit s,Sonntage s,sind! s,Scheiße! Ich muss vielleicht…
Was? Wie? Entschuldigung Frau Böttcher, ich war in Gedanken!“
Hoffentlich habe ich nicht laut gedacht, die s,sehen mich s,so komisch an. Wenn ich das Louis erzähle: „Hör auf, Juli!“
Der Eisele, Kursleiter im Leistungskurs Französisch, hat mir heute Nacharbeit aufgebrummt, in der neunten Stunde, weil ich in den letzten Wochen insgesamt dreißig Minuten Verspätungen zusammen bringe.
Louis hat gelacht: „Musst du nachsitzen, Baby?“ Aber es ist das Auto s,Schuld, es s,springt nur an, wenn es will und Louis s,sagt, es hat keinen s,Sinn es reparieren zu lassen, weil es zu alt ist. Ich hänge aber an dem Auto und ich werde es auf meine Kosten reparieren lassen.
Englisch und Französisch habe ich mir als Leistungskurse ausgesucht, Grundkurs Mathe und Deutsch.
Oh, ich muss mich jetzt konzentrieren, s,sonst s,sagt die Böttcher wieder: „Julia, du bist freiwillig hier, also bitte!“
Ich brauche aber noch ein Weihnachtsgeschenk für Louis. Juli, bitte!
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