Helmut Lauschke - Im Zwielicht der Gleichheit

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Es war die unmittelbare Herausforderung in der Unsicherheit durch das Fehlen von Wissen und Erfahrung, was Afrika und seine Menschen betraf. Die Wellen der Existenzverlegenheit hoben und senkten sich, sie schoben sich an den Seiten des Tages entlang. In den Nächten streckten sich die Schattenarme zu Längen der Ungeheuerlichkeit. Riesenhände packten den Fragenden und zogen ihn unter ständig sich verändernden Betrachtungswinkeln auf und ab. Reflexionen über das Ungewohnte in seinen unvorstellbaren Dimensionen folgten auch beim Seitenwechsel auf dem Fuße.
Wenn Worte die Wirklichkeit der Gegenwart verlieren, dann liegen sie nutzlos neben den Gleisen des Lebens, wo sie verwittern und vom Boden vertilgt werden. Das gilt für einen Großteil des Daseins, weshalb vieles an ihm nicht stimmt. Die Wüstententakel schieben sich tiefer ins Land hinein und erschweren den Menschen das tägliche Leben. Auch in Afrika nagt der Materialismus an den Kulturen und Traditionen und ist dabei, die hohen sittlichen Werte zu zerreißen.
So zerbröselt die Blume der sittlichen Aufmerksamkeit. Ob der Sittenzerfall Ausdruck der Erschöpfung nach einer langen Zeit der Entbehrung ist, die mit dem Orientierungsverlust nach den geistigen Werten einhergeht, das ist die Frage der Zeit. Das >Verlustsyndrom< ist groß und erschreckend. Es geht mit dem erheblichen Bildungsdefizit einher. Denn grundsätzlich ist, dass Menschlichkeit im Für- und Miteinander das Mindestmaß an Bildung voraussetzt. Aber da mangelt es noch an der Unterweisung und Grundausbildung im Wissen und Halten der sittlich-moralischen Werte hin zur Ehrenhaftigkeit.
Die Verflachung im Relief von Gesicht und Sprache mit der Verstumpfung und Verstummung ist nicht zu übersehen, die mit der Unabhängigkeit und der >Freiheit und GleichheitMeißelgesichter< und der inhaltsvollen Worte jener Menschen, die mit dem Risiko des eigenen Lebens die Verantwortung im Helfenmüssen auf sich nahmen und trugen.

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Das Wissen vom Frieden war auch in Afrika vorangekommen. Global gesehen war das Wissen so immens, dass es sich in seiner Fülle kaum noch abfragen ließ. Die Erkenntnisse in den Friedenswissenschaften gab es in Büchern gedruckt, die sich in den Bibliotheken bis an die Decke stapelten, dass vom eigentlichen Frieden nichts mehr zu sehen war. Aus der Diskrepanz von Theorie und Praxis erhärtete sich der Verdacht, dass die Friedensforscher Zwillingsbrüder der Politiker waren, da beide viel über den Frieden redeten, aber solange die Erinnerung reicht, das Wort nicht hielten, wenn es um die Friedensumsetzung in die Praxis ging. Es wäre recht und billig, diese Zwillingsbrüder für die Zerstörung von Mensch, Natur und Kultur haftbar zu machen, die sie mit ihrem Wortsalat der Halbherzigkeit angerichtet hatten.

Wie die Politiker waren Friedensforscher gut gekleidete Damen und Herren, dass man ihnen irgendwelche handwerklichen Geschicklichkeiten nicht unterstellen mochte, sei es den Nagel in die Wand zu klopfen oder das Kleinhacken von Holz oder irgendwelche gärtnerischen Fähigkeiten wie das Umgraben mit dem Spaten. Kollegen versicherten sich der Übelkeit, wenn sie die Luftredner beim Wort nahmen, weil sie wussten, wie schäbig sich Großmäuler zu Hause aufführen. Worte wie >Anstand<, >Arbeit<, >Wahrheit<, >Würde< und >Gott< wurden von den Banausen in den Mund genommen, um darauf wie auf einem Kaugummi herumzukauen. Später spuckten sie das Kleingekaute aus, dass mit dem Ausgespuckten auch die Schalenstücke der großen Dinge auf dem Boden herumlagen.

Freunde äußerten beim Glas Rotwein, dass sie sich vorstellen könnten, dass die gut dotierten Stellen in den Laboratorien der Friedensforschung von diesen Typen besetzt würden, die menschlich gesehen dem feigen Pack und arbeitsscheuen Gesindel, als auch den Verrückten des Geltungswahnsinns angehörten. Sie sind aufs Geld aus und lassen sich für das Leben im Luxus gut bezahlen. Sie bedienen sich auf dem Markt der freien Meinungen und handeln unter der Hand mit den Markenzeichen der beschränkten Haftung. Ihnen schwebt die Vergrößerung des Namens vor, die in die Friedensforschung einzugehen hat. Dabei wissen sie sehr wohl, dass deshalb der Frieden auch nicht kommt. Friedensforscher und Friedensredner sind für Preise und Preisungen jeglicher Art sehr empfänglich, dass die Frage, ob sie denn immun gegen Korruption sind, durchaus berechtigt ist. Ihnen schwebt weniger oder gar nicht vor, für den Frieden mit dem Spaten oder dem Minensucher in der Hand zu arbeiten und so als Vorbild dem Frieden durch Mut, Einsatz und Fleiß zu dienen. So weit ging und geht ihre Liebe zum Frieden eben nicht.

Die Freunde blätterten in der Erinnerung und sahen die Gurus und Seher, die pharisäischen Schriftgelehrten und Künder des Friedens. Sie alle waren feige und falsch, weil sie das bessere Leben für sich im Auge haben, das sie für den Frieden nicht eintauschen wollen. Sie hörten die Gelehrten der Theologie und Philosophie und folgten den analytischen >Galbelsuchern< bei der Arbeit, wie sie Datenspeicher durchwühlen, putative Puzzles schmeißen, kodierte Detektoren und andere Filter über die >Windows< setzen und mit dem elektronischen Fummelzeug dazwischenmengten. Sie machten Striche, Kreise und Spiralen auf dem Bildschirm, drehen nach links und kurven nach rechts, rasen runter und wieder rauf, dass die >Windows< nur so zucken.

Sie kreisen ein und nennen es Ziel, als würde der Mensch als Friedensstifter im nächsten Moment mit der Festplatte in der Hand aus dem Turm steigen. Die Gabelsucher in den vollen Datenspeichern mit den eingebauten >burglar bars< geben sich da mehr Mühe, weil es ohne Mühe für sie nichts gibt. Nur bleibt auch ihnen der direkte Zugang zum Frieden verwehrt. Der Frieden ist eben nicht auffindbar. Darin sind sich die Gelehrten einig, ob Künder oder Seher des Intuitiven, ob Forscher oder Redner mit der beschränkten Haftung in den Laboretagen der organischen und anorganischen Friedensforschung oder die rumfuhrwerkenden Gabelsucher mit der aufgesteckten Suchfilter-Elektronik.

Der Absicht folgte der Zweifel, doch sollte der Absicht das Gute nicht abgesprochen werden, dafür lief die Geschichte mit dem ausbleibenden Frieden schon zu lange. Darin unterschied sich Oshakati mit dem runtergekommenen Hospital nicht vom angestrahlten Luxushotel in Vancouver oder Monte Carlo oder woanders an der Côte d’Azur. Dass hochkarätige Leute an die angolanische Grenze überhaupt angereist kamen, hatte seine Gründe. Denn an dieser Grenze musste der Krieg mit der wahnsinnigen Verminung und der Hinterhältigkeit des Tötens gestoppt werden. Es waren die afrikanischen Stellvertreter der Supermächte in der globalen Ost-West-Eskalation, die Angola so gründlich zerstört hatten. Die Waffen für die Megazerstörung wurden mit Rohöl an den Osten und mit Rohdiamanten an den Westen gezahlt. Für dieses Kriegsgeschäft wurden der leidvollen Bevölkerung unsägliche Opfer abverlangt.

Das konnten die Kundigen, die Künder und die Gelehrten bereits aus den Fenstern des fahrenden Busses auf der zweihundert Kilometer langen Strecke von Oshivelo, der bewachten Zufahrt in die Kriegszone, sehen, als sie im Konvoi der gepanzerten ‘Casspirs’ fuhren. Auf der Fahrt konnten sie die Not um den Frieden durch die Fenster betrachten, was sie auf der Fahrt nach Monte Carlo so nah vor Augen nicht sahen. Im >International Guesthouse< über den Frieden nachzudenken, war eine historische Chance für die Teilnehmer des Symposiums wie für die Menschen, die vom Straßenrand den Bus kommen, vorbeifahren und wieder verschwinden sahen. Das Friedenssymposium mit den seherisch Wissenden und den wissenschaftlich Suchenden ging nach zwei Tagen zu Ende, ohne dass Seher und Gelehrte sich in puncto Frieden nähergekommen waren und den wartenden Menschen draußen Worte der Hoffnung aus den kostspieligen Friedensbemühungen geben konnten.

Die Zusammenfassung des Zusammengefassten lautete etwa so: “Wir wissen viel, vielleicht zu viel, doch was Frieden ist, das wissen wir nicht.”

Den Gesichtern waren die Anstrengungen um den Frieden ebenso anzusehen wie die Unsicherheit, ihn zu erreichen. Es gab kein Lächeln mehr auf dem Gruppenfoto, das es auf dem ersten Foto gab. Auch gab es keinen Aufruf zum Frieden, weil keiner den Frieden kannte. Doch über alles Gerede hinaus war den Teilnehmern bekannt, dass es Männer und Frauen gab, die mit ihren Händen und Füßen für den Frieden arbeiteten. Sie trugen Wasser, Decken, Nahrung und Medikamente zu den Menschen in Not; sie bauten Unterkünfte, halfen den Hilflosen, betreuten Kranke, verbanden Verwundete, teilten Malariatabletten, Lebensmittel und sauberes Trinkwasser aus.

Diese Männer und Frauen mit den arbeitenden Händen und Füßen strengten sich an und liefen vor dem Risiko fürs eigene Leben nicht weg. Sie waren die wirklichen Friedensarbeiter, die an die Menschen in Not und nicht an die Vergrößerung des eigenen Namens dachten. Ihnen mit den >kleinen Namen< und den vielen Namenlosen, die sich durch Hingabe, Mut und Fleiß bei der Arbeit an den leidenden Menschen unter oft widrigen Umständen und Gefahren auszeichneten, gelten Dank und der höchste Respekt. Dass es solche Menschen gab, ahnen konnte man es. Aber die Welt in ihrem platten Verständnis vom Frieden versteht es nicht, begreift diese Menschen und den Wert ihrer opfervollen Arbeit nicht, und kann die tätigen Friedensbringer daher nicht als Vorbilder in ihr Leben mit der Bequemlichkeit und dem Luxus einordnen.

Die ersten Gespräche und Detonationen

Das Dienstzimmer des Superintendenten war auffallend geräumig. In ihm war ein Sammelsurium unterschiedlicher Stühle, ein riesiger Schreibtisch, alte Regale und eine große Wandtafel im Rücken des leicht erhöhten, auf fünf Rollen fahrbaren, gepolsterten Schreibtischstuhls. Eine Klimaanlage mit kastagnettenartigen Klimpergeräuschen gab dem Raum eine angenehme Temperatur. Der Superintendent ließ sich mit dem Stöhnen der Erleichterung in den gepolsterten Stuhl mit der erhöhten Rückenlehne und den abgegriffenen Armlehnen hinter dem Schreibtisch einsinken. Der Polsterbezug an der Rückenlehne war gerissen, dass der vergilbte und durchlöcherte Schaumgummi hervortrat.

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