A. A. - Weißer Mann, was nun?

Здесь есть возможность читать онлайн «A. A. - Weißer Mann, was nun?» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Weißer Mann, was nun?: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Weißer Mann, was nun?»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die psychische Entwicklung zweier Männer, die dem Wahnsinn verfallen. Obwohl sie aus nahezu identischen Familienstrukturen und sozialen Hintergründen stammen, ziehen minimale Unterschiede in ihrem Lebenslauf charakterliche Entwicklungen nach sich, die beide Männer auf vollkommen verschiedene Pfade für ihr weiteres Leben setzen. Getrieben von Talent und Talentlosigkeit, Anspruch und Wirklichkeit, Ehrgeiz und Isolation, werden sie zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen und verfallen nach und nach ihrem eigenen, ganz privaten Wahnsinn. In einem Land, das sich im Zuge der Flüchtlingskrise geradezu lüstern in Untergangsphantasien und Extremismen steigert und ein entgrenzter Kapitalismus keinen Halt mehr gibt, jenseits des steten Konsums von Objekten und Körpern, scheint der optimale Nährboden gegeben, um ihren eigenen, privaten Radikalisierung freien Lauf zu lassen.

Weißer Mann, was nun? — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Weißer Mann, was nun?», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

„Was glaubst du?“

„Was habe ich denn gesagt?“

„Willst du es selbst hören?“

„Nein, bitte nicht. Gib mir einfach die Zusammenfassung.“

„Nachdem du dich lange darüber ausgelassen hast, wie schrecklich die Sache mit den Anschlägen ist und was für eine wunderbare Gelegenheit das ist, meintest du, wir sollten auf jeden Fall für heute ein Interview bei irgendeinem wichtigen Sender bekommen.“

„Bitte sag, dass du das ignoriert hast.“

„Natürlich habe ich das ignoriert. So betrunken und high wie du warst, ist es ein Wunder, dass du jetzt schon wieder sprechen kannst. Ich hoffe nur, niemand war bei dir, die das alles gehört hat.“ Es folgte ein kurzes, vielsagendes Schweigen an dessen Ende er beinahe fühlen konnte, wie sie ihre Augen verdrehte. „Aber deswegen rufe ich nicht an, sondern weil du vielleicht recht hast. Nicht unbedingt mit einem direkten Interview, zumindest sollten wir nicht versuchen, es einem Sender aufzudrängen. Aber ich kann an den richtigen Stellen durchblicken lassen, dass du etwas zu sagen hast und für einen Kommentar zur Verfügung stehen würdest. Doch wenn ich das mache, müssen wir zuerst darüber sprechen, was du sagen wirst. Zu einem derart brisanten Thema lasse ich dich nicht einfach vor der Kamera sprechen, verstanden?“

„Ja, Boss“, seufzte er. Seine Kopfschmerzen wurden stärker, die Übelkeit auch, das Sprechen, und vor allem das Zuhören, waren anstrengend. An Widerstand war in diesem Zusammenhang gar nicht zu denken. Einzelne Sonnenstrahlen stahlen sich neben den Aluminiumjalousien vorbei, den Boden mit leeren und halbleeren Flaschen der letzten Tage erleuchtend. Pizzaschachteln, Tüten in denen Koks transportiert worden war, einige ungenutzte Lines auf den Tisch. Warum war die Putzfrau die letzten Tage nicht gekommen?

Seine Agentin hatte weitergesprochen, ohne dass er zugehört hätte, nur irgendwann zurück in ihren Monolog einstieg und bestätigte, was auch immer sie sagte. Sie würde das schon machen, hatte sie ja immer. Dafür war sie da, sodass er sich um nichts mehr kümmern brauchte. Erst als er an sich herabsah, bemerkte er die Verletzung und somit den Schmerz. Eine Glasscherbe hatte sich in seinen Fuß gebohrt. Blutige Abdrücke führten zum Kühlschrank und zurück. Manchmal wunderte er sich, ob er eines morgens aufwachen würde, mit einer Toten neben sich, an die er sich nicht erinnerte. Oder ob das schon einmal geschehen war und er es nur vergessen hatte. Oder er wachte selbst nicht mehr auf. Möglicherweise war das der wahrscheinlichste Fall.

„Hast du etwas von Julien gehört?“

„Nein, noch nicht. Ich glaube, ich hab es gestern Nacht versucht, bin aber nicht durchgekommen.“

„Ihm wird sicher nichts passiert sein. Mach dir keine Sorgen.“

„Danke, du hast wahrscheinlich recht“, er fühlte sich beschissen. „Ich muss jetzt auflegen. Ruf mich an, wenn du was gehört hast. Bis bald.“

„Bis bald. Und versuch mal ein paar Tage nicht zu trinken. Du bringst mir nichts, wenn du so weiter

machst.“ Kurzes Schweigen. „Und tot erst recht nicht.“

„Tschüss.“

Wieder Stille in seiner Wohnung. Er erbrach sich in das Waschbecken neben dem Kühlschrank. Ein

dumpfes Hämmern schlug von mit wilder Kraft gegen die Innenseite seine Schädeldecke, als versuche sein Gehirn verzweifelt einem Gefängnis zu entkommen. Seine Schläfen fühlten sich an, als würde jemand langsam Nägel hinein schlagen. Dabei tat die Vorstellung gut, seiner Rolle als selbsternannten public intellectual wieder spielen zu können. In den letzten Monaten war es sehr ruhig um ihn geworden, was zunächst zwar erholsam, aber natürlich kein gutes Zeichen für seine Karriere gewesen war. Tatsächlich kamen die Anschläge wie gerufen, wenn er nur den richtigen Zeitpunkt abwartete, sowie die richtigen Worte fand, um eigene Akzente zu setzen. Aber – was noch viel wichtiger war – sagte, was die Leute bis zu einem gewissen Grad ohnehin schon annahmen, selbst, wenn sie es nicht offen zur Sprache brachten. Es gab nichts, was die Kundschaft mehr erschreckte, als eine tatsächlich provokante These oder selbst nur eine vollkommen neue Information oder Interpretation des Geschehenen. Sie wollten, wie alle anderen, vor allem Bestätigung. Und Nico würde liefern.

Vielleicht sollte er wirklich seine alte Band wieder zusammenbringen. Nicht unbedingt jetzt. Aber wenn die nächsten Wochen und Monate gut liefen, könnte er darauf aufbauen. Er erbrach sich ein vorläufig letztes Mal, dabei überlegend, was er ansonsten noch mit diesem Tag anfangen könnte. Vielleicht sollte er seine Praktikantin anrufen, doch erschien ihm dies zu anstrengend und war mit einer potentiellen Peinlichkeit verbunden, sollte er sie erst vor Kurzem aus seiner Wohnung gejagt haben. Er könnte erneut versuchen, Julien zu erreichen, aber sowohl die Aussicht ihn weiterhin nicht zu erreichen, wie auch die Gefahr tatsächlich eine längere Unterhaltung bei diesem Kater zu führen, schreckten ihn ab. Er öffnete die Jalousien. Die Sonne ging gerade unter. Vor ihm erstreckte sich eine leere Stadt, zerfließend in Beton und tote Bäume, die sich leicht im Wind bewegten. Einzelne Autos fuhren mit eingeschalteten Scheinwerfern ins Nirgendwo und er fragte sich zum wiederholten Mal, ob sie wirklich existierten. Wie viele Stockwerke es von seiner Wohnung wohl herabging? Ein privater Aufzug verband ihn direkt mit dem Foyer, ohne Zwischenstopp. Es einrichten zu lassen hatte weniger gekostet, als er angenommen hatte, wobei er sich nicht mehr sicher war, wie viel. Wahrscheinlich der neunte, oder der zehnte Stock. Wirklich große Gebäude gab es in dieser Stadt nicht, was er ein wenig peinlich für eine Hauptstadt fand. Seine Hand lag flach auf

dem kühlen Glas. Nur wenige Zentimeter, die ihn vom Abgrund abhielten. Ob sie wohl einbrechen würden, wenn er sich stark genug dagegenstemmte? Unwahrscheinlich, aber er traute sich trotzdem nicht, es zu versuchen. Es war nicht so, dass er große Angst vorm Sterben hatte, er wollte es nur noch nicht, dafür gab es noch zu viel zu sehen, zu viel zu erleben, zu tun, zu kaufen, zu ficken. Noch war er halbwegs jung. Noch konnte er es sich ohne Probleme leisten, ohne große Anstrengung. Fans und Idioten gab es überall und selbst ohne diese hätte er Grund zuversichtlich zu sein. Er sah gut aus, hatte Geld, was brauchte er schon mehr? Selbstbewusstsein war offensichtlich ebenfalls kein Problem, es kam mit dem Geld gratis mitgeliefert.

Dennoch nahm der Druck gegen das Glas zu und verwundert stellte er fest, dass sein Arm vor Anstrengung zu zittern begann, die Haut seiner flach gepressten Hand weiß angelaufen war.

Das Glas hielt.

7Wir schaffen das

„Ich hab immer gesagt, sie werden irgendwann zuschlagen. Dann hieß es immer, ich wäre rechts, oder ein Nazi. Und jetzt ist genau das passiert. Wieder in Paris, wie am Anfang des Jahres bei dieser Zeitung, nur das es diesmal nicht nur Juden erwischt hat.“

„Das hat es damals auch nicht.“

„Oder eben Leute, die für eine jüdische Zeitschrift gearbeitet haben. Es geht darum, dass jetzt auch wir es abbekommen, weil wir so viele von ihnen in unsere Länder gelassen haben, dass sie sich mittlerweile stark genug fühlen, um uns anzugreifen. Jetzt trauen sie sich was.“

„Ach Scheiße, tu doch nicht so, als hättest du Ahnung von solchen Dingen.“

„Ich behaupte ja gar nicht, Experte dafür zu sein. Aber vor ein paar Jahren hatten wir diese Probleme noch nicht, richtig? Das ging erst los, seit jedes Jahr mehr ins Land kommen. Ihr könnt mir doch nicht erzählen, dass es Zufall ist, wenn im selben Jahr Millionen Moslems zu uns kommen und es auf einmal Terroranschläge mitten in Europa gibt.“

„Da hat er schon Recht. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn es auch bei uns losgeht.“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Weißer Mann, was nun?»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Weißer Mann, was nun?» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Weißer Mann, was nun?»

Обсуждение, отзывы о книге «Weißer Mann, was nun?» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x