A. A. - Weißer Mann, was nun?

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Die psychische Entwicklung zweier Männer, die dem Wahnsinn verfallen. Obwohl sie aus nahezu identischen Familienstrukturen und sozialen Hintergründen stammen, ziehen minimale Unterschiede in ihrem Lebenslauf charakterliche Entwicklungen nach sich, die beide Männer auf vollkommen verschiedene Pfade für ihr weiteres Leben setzen. Getrieben von Talent und Talentlosigkeit, Anspruch und Wirklichkeit, Ehrgeiz und Isolation, werden sie zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen und verfallen nach und nach ihrem eigenen, ganz privaten Wahnsinn. In einem Land, das sich im Zuge der Flüchtlingskrise geradezu lüstern in Untergangsphantasien und Extremismen steigert und ein entgrenzter Kapitalismus keinen Halt mehr gibt, jenseits des steten Konsums von Objekten und Körpern, scheint der optimale Nährboden gegeben, um ihren eigenen, privaten Radikalisierung freien Lauf zu lassen.

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Beinahe hätte man vergessen können, dass es Winter war.

In den längeren Informationspausen, vor allem bevor sie die Disco stürmten und Berichte der vielen

Leichen an die Öffentlichkeit drangen, fuhr er fort mit der Erforschung seiner favorisierten Porno-Seiten, abgrasend nach weiteren Filmen seiner Lieblingsmodels. Doch war er auch hier nicht allzu erfolgreich. Bis er einen kurzen Film mit Goldie Rush fand, einem Mädchen, das er erst vor kurzem für sich entdeckt hatte, in dem sie sich an verschiedene Maschinen fesseln ließ, die sie bearbeiteten bis ihr Körper vor Schweiß glänzte. Doch hatte er nur Zugriff auf den etwa sechzig Sekunden langen Clip und dann kamen auch schon die ersten Berichte aus dem Bataclan, welche ihn die nächsten Minuten beschäftigt hielten, während sich das Bier seinem Ende näherte und bereits schal schmeckte. Die Vorstellung, etwas Großes zu erleben schwebte über allem, etwas Bedeutendes, an dem er teilnahm, wie seine Kindheitserinnerungen an 9/11, selbst wenn er zwischendurch immer wieder zu Pornos schaltete. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Berichte von Leichenbergen ins Netz gelangten, bis Videos von weiteren fliehenden Studenten erschienen. Noch immer hatten sie nichts von ihrem ehemaligen Kommilitonen gehört, während mehr und mehr Berichte aus dem Club kamen, sowie Videos junger Menschen, die aus Fenstern kletterten und stürzten. Zwischen dem steten Live-Ticker Strom schoben sich immer wieder Werbeanzeigen, für Versicherungen, für Autos, als ob er sich eines leisten könnte. So viel zur künstlichen Intelligenz und der Macht der Algorithmen, dachte er und holte ein weiteres Bier. Als er aufstand schwankte er leicht und stolperte über ein am Boden liegendes Buches, versuchte es aufzuheben und stolperte erneut nach vorne, entschied sich dann dagegen und beschränkte sich auf das nächste Bier. Die Kühle tat gut. Wenn er sich die Flasche an die Stirn hielt hörten für ein paar Sekunden die leichten, aber latenten Kopfschmerzen auf. Seine Augen brannten jedes Mal, wenn die Lider sich kurz schlossen. Als würden sie in seine Hornhaut schneiden. Bei jeder kleinen Zuckung, jedem Blinzeln. Unter der dünnen Haut lauerten Rasiermesser. Die Nacht war schon deutlich vorangeschritten, doch zumindest stand das Wochenende bevor.

Mittlerweile gingen alle Berichterstatter davon aus, dass am Fußballstadion – dessen Namen er schon wieder vergessen hatte und zu betrunken war, um nachzusehen – tatsächlich ein Bombenanschlag durchgeführt werden sollte und wohl auch auf jemanden geschossen worden war. Oder war das überhaupt eine neue Information? Wahrscheinlich hatten die Terroristen erfolglos versucht, in das Stadion einzudringen. Wieso sollten sie sich sonst auf einem fast leeren Parkplatz in die Luft sprengen? Er versuchte sich vorzustellen, was dann geschehen wäre. Explosionsblitze, panische Menschenmassen, die sich gegenseitig niedertrampelten, eine vollkommen neue Dynamik, welche die Nacht vor sich hergetrieben hätte. Doch war er in diesen Sekunden gedanklich zunehmend auf das Mädchen fixiert. Überlappende Geschehensstrukturen vermischten sich mit Rotwein und billigem Bier, welches nicht richtig kalt war, obwohl es den ganzen Tag im Kühlschrank gestanden hatten, und laute Stimmen vor seinem Fenster, die nicht richtig dazugehören wollten.

Mit nervösen Blicken suchte er ihren Namen. Sie hatte wieder Kontakt aufgenommen, wenn auch nicht direkt zu ihm. So suchte er den Chat ab, in dessen Verlauf sich weitere ehemalige Kommilitonen gemeldet hatten, die alle keine Ahnung hatten, was mit ihrem Bekannten in Paris sei. Er ignorierte sie alle. Sarah, nur nach ihr suchte er. Und natürlich erinnerte er sich an sie, selbst wenn es einige Sekunden dauerte, bis es ihm klar wurde. Schrecklich, was da gerade passiert... Und natürlich hatte er sie nie vergessen, nur erfolgreich vermieden, an sie zu denken, bestrebt, keine alten Geistern zu wecken, sich nicht mehr zu bestrafen, als er ohnehin schon gestraft war. So wartete er, bis Facebook anzeigte, dass seine Nachricht gelesen wurde. Lange musste er nicht warten, nur ein paar Aktualisierungen der Nachrichtenlage, die außer ein paar verschwommenen Bildern mit Blut, verwüsteten Cafés und Blaulichtern nichts ergaben. Leergefegte Straßen an einem Freitagabend in Paris. So müsste der Tod aussehen. Vor seinem Fenster hörte er Stimmen, betrunkene Männer, oder vor allem Männer, ein wenig aggressiv, keine Schritte. Sehen konnte er sie genauso wenig, wie ihre Sprache verstehen. Vielleicht lag es an der Distanz, oder am Echo, als ihre Wortfetzen von den konturlosen Wänden der Betonblockhäuser abprallte. Schallenwellenfluten brandeten an seine Fensterfront, deren Aluminiumjalousie bereits wieder hochgefahren war. Es war frustrierend.

Ja, furchtbar. Ich hoffe Stefan geht es gut. Wobei er tatsächlich kurz überlegen musste, wen sie damit meinte. Erst nachdem er geantwortet hatte, fiel es ihm wieder ein. Unklare Bilder vermischten sich vor seinem inneren Auge, mit dem Gefühl, in die falsche Richtung zu denken, verschmelzende Gesichtsstrukturen, sich auflösende Wangenknochen, herabfließendes Haar, welches mit grobem Platschen auf dem Boden aufschlug und Rauchwolken über Paris von zahlreichen Explosionen, bis er die Augen aufriss und feststellte, kurz eingeschlafen zu sein. Kurzer, verschwommener Blick auf die Uhr, in der Hoffnung, nicht zu viel verpasst, sie nicht zu lange auf eine Reaktion warten gelassen zu haben. Schweiß stand auf seiner Stirn, stank aus seinen Achseln. Angstbilder formten seinen Monitor.

Es war viel zu warm für November.

Das hoffe ich auch – hattest du in letzter Zeit etwas von ihm gehört? Vielleicht ist er gerade gar nicht in Paris. Es fällt schwer das Gespräch von einer Person wegzulenken, die sich eventuell in der Mitte eines großangelegten Terroranschlags befindet. Vor allem, wenn sein Gehirn so müde und benebelt war, wie das seine.

Nein, schon länger nichts mehr. Aber es ist mitten im Semester, ich befürchte schon, dass er in der

Stadt ist... Die Stimmen wurden lauter, auch wenn er weiterhin keine Schritte hören konnte, wobei er trotzdem überlegte, den elektrischen Rollladen zu schließen, um nicht gesehen zu werden. Wer wusste schon, was das für Männer waren. In letzter Zeit hatte er öfter von Schlägereien und Überfällen in der Nachbarschaft gehört. Vor ein paar Wochen war eine junge Frau im Park vergewaltigt worden. Ob der oder die Täter gefasst wurden, wusste er nicht, konnte sich aber nicht erinnern, irgendetwas dazu gehört zu haben. Nur ein paar Straßen von seiner Wohnung entfernt war ein Mann an seiner Haustür niedergeschossen und ein weiterer in der nahen U-Bahnstation zum Krüppel getreten worden. Seit einiger Zeit sah er sich regelmäßiger die Polizeiberichte an und fragte sich, ob es davor auch schon so schlimm gewesen war, oder die Gegend einfach gefährlicher wurde. Nichts davon hätte ihn überrascht. Eigentlich überraschte es ihn mehr, dass ein solcher Anschlag nicht bereits in Berlin stattgefunden hatte. Es schien so einfach. Und wie es aussah war es das auch.

Gerne hätte er ein Bild von ihr gesehen.

Vermisste er sie?

Wo bist du eigentlich? Bist du noch in Berlin? Das sie selbst den Gesprächsfaden aufrecht erhielt, sogar sich direkt nach ihm erkundigte, überraschte ihn noch mehr, als ihre schnelle Reaktion auf seine Antwort. Es hätte ihn nicht erstaunt, wenn sie ihn einfach ignoriert hätte.

Ja, bin ich, ein wenig an den Rand gezogen. Wie sieht's bei dir aus? Aber darauf folgte Schweigen. Der grüne Punkt war verschwunden und niemand las seine Nachricht. Mittlerweile ging man von über einhundert Toten aus, war aber noch lange nicht fertig, die Leichen zu zählen. Auch waren wohl nicht alle Attentäter erschossen, oder festgenommen. Manche waren auf der Flucht, zudem schien man sich unsicher zu sein, ob nicht in anderen Gegenden der Stadt noch geschossen wurde. Berichte über Twitter und Hashtags die Menschen anderen Menschen Unterschlupf boten, gratis Taxi-Fahrten und mehr breiteten sich aus. Doch der Großteil des Abendprogramms schien vorbei zu sein. Das Datennetz in Paris war wie erwartet zusammengebrochen.

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