A. A. - Weißer Mann, was nun?

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Die psychische Entwicklung zweier Männer, die dem Wahnsinn verfallen. Obwohl sie aus nahezu identischen Familienstrukturen und sozialen Hintergründen stammen, ziehen minimale Unterschiede in ihrem Lebenslauf charakterliche Entwicklungen nach sich, die beide Männer auf vollkommen verschiedene Pfade für ihr weiteres Leben setzen. Getrieben von Talent und Talentlosigkeit, Anspruch und Wirklichkeit, Ehrgeiz und Isolation, werden sie zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen und verfallen nach und nach ihrem eigenen, ganz privaten Wahnsinn. In einem Land, das sich im Zuge der Flüchtlingskrise geradezu lüstern in Untergangsphantasien und Extremismen steigert und ein entgrenzter Kapitalismus keinen Halt mehr gibt, jenseits des steten Konsums von Objekten und Körpern, scheint der optimale Nährboden gegeben, um ihren eigenen, privaten Radikalisierung freien Lauf zu lassen.

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Vom dritte Stock aus konnte er vorbei wehende Menschengestalten verfolgen, wie sie sich über einen großen Platz schoben, der vor vielen Jahren, oder eher Jahrzehnten, einmal ein Marktplatz gewesen sein mochte, nur mittlerweile jede Bedeutung verloren hatte. Ihm gefiel diesen Ausblick, auch weil er ihre Gesichter nicht erkannte, sie mehr wie Schemen denn Menschen wahrnahm. Es war leichter, sie auf diese Distanz zu ertragen. Weitere Zahlen wanderten in die Excel-Tabelle, Wasser in den Topf seiner Pflanze, der einzigen, die er sich traute zur Arbeit zu nehmen. Gerne hätte er mehr gehabt, auch weil in seiner Wohnung nicht ausreichend Platz war für mehr als zwei oder drei. Mehr würden seltsam wirken, wenn er doch einmal Besuch haben sollte, so unwahrscheinlich es auch sein mochte. Widerwillig musste er an die beiden Frauen – oder vielleicht noch Mädchen? - der gestrigen Nacht denken, worauf sein Kater wieder etwas zunahm, bei dem Gedanke an den doch eher schlechten Wein und dem Bier, welches er zuvor mit Arbeitskollegen getrunken hatte und vielleicht diese Nacht erneut auf ihn wartete. Ob sich ihm aber wieder diese Chance mit den Mädchen bieten würde, war eine andere Frage. Sein Kopf schmerzte leicht und sein Blickfeld verzog sich, wann immer er ihn zu fokussieren suchte. Vielleicht sollte er diese Nacht nicht trinken, was um neun Uhr morgens realistisch genug schien, doch wusste er, in den Stunden vor dem Feierabend würde er mit jeder verschwindenden Minute die Aussicht weniger ertragen können, alleine und nüchtern in seiner Wohnung zu sitzen und zu warten, bis er einschlief, nur um einen weiteren Tag von vorne zu beginnen.

Er holte sich eine neue Tasse Kaffee, surfte im Internet, facebook, Mails, nichts Neues, ging zurück zu den Fällen und bearbeitete sie weiter, schneller, als es erwartet wurde oder angebracht war. Es ihn keineswegs überrascht, überqualifiziert für diesen Job zu sein. Er hatte immerhin einen Master-Abschluss, selbst wenn ihm dieser keine bessere Anstellung eingebracht hatte. Und irgendwie musste er Geld verdienen.

Unterbewusst hatte er wieder seine kleine Liste an Namen auf einen Notizzettel geschrieben, fein säuberlich, einem heiligen Ritual nicht unähnlich.

Der Blick auf die Uhr ließ die Mittagspause in unwägbare Ferne rücken, was zumindest der Appetitlosigkeit und dem Kater entgegenkam. Es folgte die dritte Tasse Kaffee. Irgendwo hatte er gelesen, dass die Gefahr einer Leberzierrose um ungefähr fünfzig Prozent sank, wenn man vier Tassen am Tag trank. Auch eine vierte Tasse würde er im Laufe des Nachmittags auf sich nehmen, selbst wenn sein Magen rebellieren würde. Manchmal fragte er sich, warum er überhaupt so alt werden wollte. Dabei kannte er die Antwort eigentlich, sprach sie nur nicht aus, nicht einmal in Gedanken, zu groß war seine Angst.

Schemen streiften durch die Gänge, um die Eckbüros herum, getrennt durch Styropor und billiges Aluminium in welches sie sich viel zu schmerzlos einfügten, mit ihren wenigen privaten Habseligkeiten, den Fotos ihrer Kinder, oder Neffen, von Ehepartner und Müttern und Vätern, ein paar Pflanzen, meist gut gegossen, das Foto eines Hundes, manche so leer, als ob sie bereits darauf warteten, ersetzt zu werden und spurlos zu verschwinden. Ein Kalender war das einzige, halbwegs als privat durchgehende Gegenstand neben seiner Topfpflanze, und die vielen kleinen zerknüllten Zettel in seiner Schreibtischschublade, die er weder wegschmeißen, noch sie offen liegen lassen konnte, aus Furcht, man könnte sie lesen.

Zeit verfließt in immer gleichen Strömen, sie kommen einem nur manchmal schneller vor. Doch im Endeffekt sind sie nur Prozesse, wie die seines Büros, die man absitzt und auf das Ende wartet, bevor ein neuer Zyklus des immer Gleichen beginnt und tatsächlich konnte er gegen dreizehn Uhr schon nicht mehr sagen, was er getan hatte, außer vielleicht drei immer gleichen Handbewegungen, die sich weiter wiederholten. Das kalte Klackern der Tastatur unter gefühllosen Fingerspitzen, die schon nicht mehr zu seiner Hand passen wollten. Als würden ihre eigenen Bewegungen sie von ihm wegtragen. Zeit ist nicht relativ. Sie ist eine konstante Größe, die einen unaufhörlich zum Ende treibt.

Irgendwann mussten Mittagspausen auch Pausen gewesen sein. Anscheinend war es früher üblich gewesen, gemeinsam in ein Restaurant zu gehen, anstatt nur in die Cafeteria des Gebäudes, in welchem man arbeitete, um Wegzeit zu sparen. So saßen sie wieder zusammen, einige von ihnen, in ihren Business Anzügen, die alle irgendwie zu klein oder zu groß oder sonst wie falsch wirkten.

„Und, wie lang ging es noch bei euch?“

„Nicht mehr so lange. Wann bist du denn gegangen?“

„Bin mir nicht sicher. Ich denke, so gegen eins. Halb zwei war ich daheim.“

„Dann waren wir noch bis zwei, halb drei dort. Oder?“

„Ja, ich denke schon.“

„Irgendwas Besonderes verpasst?“

„Was meinst du?“

„Keine Ahnung. Irgendwas.“

„Nein, ich glaube nicht. Noch ein oder zwei Runden. Simon hat sich übergeben.“

„Einen Scheiß hab ich.“

„Ja, du bist zur Toilette gerannt, weil du dein Workout nachholen wolltest.“

„Du kannst mich mal.“ Und bald war die Pause vorbei und sie waren zurück an ihren Arbeitsplätzen, eingegliedert in das stete Hintergrundrauschen verschwommener Stimmen, Tastaturklappern, dem wütenden Rauschen der Kaffeemaschine und gelegentlichem Klingeln von Telefonen.

4Goldene Tage

Wenn er versuchte zurückzurechnen, hatte er mit mehr als einhundert Mädchen geschlafen, bevor er fünfundzwanzig Jahre alt wurde und bisher hatte sich Grund abgezeichnet, den Verbrauch zu verringern, selbst wenn seine frühere Quelle mit dem Ende seiner glückreichen, aber talentlosen Band ein Ende gefunden hatte. Doch er war ein kreativer Mensch und seine Umorientierung zum Schriftsteller hatte dies nicht nur halbwegs kompensiert, sondern ihn mit Anfang dreißig zu einer gut aussehenden Version dessen verwandelt, was manche gerne einen public intellectual nannten. Selbst wenn er sich in stillen Stunden, nach mehreren Flaschen Wein eingestehen musste, selbst nicht zu verstehen, wie es dazu gekommen war oder wie jemand so naiv sein konnte, seinen Kommentaren diesen Wert zuzugestehen. Oft genug war es ihm nicht mehr nachvollziehbar, woher eigentlich das Geld auf seinem Konto kam, mit welcher Handlung und welcher Rechtfertigung er es eigentlich verdient hatte. Reich würde er sich vielleicht nicht nennen, jedoch war immer mehr als genug Geld vorhanden, um seinen gehobenen Lebensstil finanzieren zu können.

Vor kurzem hatte er wieder einen Artikel für eine Zeitung geschrieben, in welchem er sich über die fehlende Bedeutsamkeit des öffentlichen Intellektuellen ausgelassen hatte, den mittlerweile so viele forderten, aber niemand gewillt war, zuzuhören. Was er damit sagen wollte, war ihm selbst nur vage einsichtig. Dennoch schrieb er den Artikel, kassierte das Geld, gab es aus für teuren Rotwein und noch teureres Koks, von dem er das meiste noch am selben Abend und der darauffolgenden Nacht verschnupfte, mit seiner Freundin im Bett und einer Prostituierten, die er zu Handlungen überzeugte, welche erstere dazu brachte, nicht mehr seine Freundin zu sein und die zweite zu einer größeren Bezahlung, weil sie ihm mit einem ominösen Jim drohte, auf dessen Aufmerksamkeit er verzichten konnte. Also kaufte er sich aus dem Problem heraus. Es war so einfach, wie so vieles im Leben.

Seine letzte Flasche Rotwein hatte weit über fünfhundert Euro gekostet, was in Anbetracht ihres Geschmacks vollkommen vernünftig gewesen war, hätte er nicht die Hälfte aus Versehen in seinen Teppich sickern lassen, als er auf dem Glastisch eingeschlafen war. Der Stuhl neben seinem Kopf war von David Lynch entworfen und angeblich, zumindest erzählte man es sich, handgefertigt. Gerne hätte er ihn kennengelernt. Doch in Amerika kannte ihn niemand und David hatte sich dagegen entschieden, den Teufelsberg als Euro-Zentrale für seine Meditationssekte zu kaufen. Eines seiner ersten Konzerte hatte Nico auf diesem Hügel aufgeführt, bevor auch dieser zu einem Konsumort geworden war, und es gab Gespräche, dass sich die Band dort wieder einfinden sollte, für ein letztes Konzert. Doch darüber wurde schon lange diskutiert und nichts geschah.

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