A. A. - Weißer Mann, was nun?

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Die psychische Entwicklung zweier Männer, die dem Wahnsinn verfallen. Obwohl sie aus nahezu identischen Familienstrukturen und sozialen Hintergründen stammen, ziehen minimale Unterschiede in ihrem Lebenslauf charakterliche Entwicklungen nach sich, die beide Männer auf vollkommen verschiedene Pfade für ihr weiteres Leben setzen. Getrieben von Talent und Talentlosigkeit, Anspruch und Wirklichkeit, Ehrgeiz und Isolation, werden sie zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen und verfallen nach und nach ihrem eigenen, ganz privaten Wahnsinn. In einem Land, das sich im Zuge der Flüchtlingskrise geradezu lüstern in Untergangsphantasien und Extremismen steigert und ein entgrenzter Kapitalismus keinen Halt mehr gibt, jenseits des steten Konsums von Objekten und Körpern, scheint der optimale Nährboden gegeben, um ihren eigenen, privaten Radikalisierung freien Lauf zu lassen.

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Ob Felina auch in der Stadt war? Sie hatte Französisch studiert, vielleicht machte sie gerade ein Erasmus-Semester? Oder sie war mit ihrem Bachelor schon längst fertig und arbeitete dort oder machte Urlaub. Vielleicht war das der richtige Moment, um wieder Kontakt zu ihr zu suchen, obwohl eine warnende Stimme aus seinem Unterbewusstsein scharfe Einwände dagegen durch seinen Verstand brüllte. Die Plötzlichkeit, mit der die Erinnerung nun auch an sie zurückkam, überraschte ihn selbst, berauschte ihn regelrecht. Er musste an die Fotos auf seinem Laptop denken, seit Jahren verborgen, sein privater Schatz, wie ein Geschenk aus der Vergangenheit. Er öffnete die dritte Flasche Bier, aktualisierte weiter, doch das meiste schien vorbei zu sein. Über hundertdreißig Tote, keine weitere Nachricht von Sarah. Wahrscheinlich hatte sie in der Nacht Besseres zu tun als er. Erschöpfte Gedanken versuchten seine Erinnerungen zu durchforsten, ob sie bei ihrer letzten Begegnung einen Freund gehabt hatte. Aber selbst wenn er sich erinnern könnte, würde immer noch die Möglichkeit bestehen, dass sie sich mittlerweile getrennt hatten. Es war so viel Zeit vergangen.

Warum war er eigentlich so überzeugt, dass es islamistische Terroristen waren? War das irgendwo behauptet worden? Hatte ein Polizist oder ein Zeuge etwas an die Journalisten weitergegeben, über Allahu Akbar-Rufe oder die dunkle Hautfarbe der Täter? Oder gab es schon ein Bekennerschreiben? Oder war es einfach der globale Kontext, der aktuelle Zeitgeist, welcher diese Möglichkeit am wahrscheinlichsten und bekanntesten erscheinen ließ, ihn beinahe zwingend zur realistischsten Option machte? Und wer sollte es auch sonst sein? Er war so müde.

Das nächste Bier war kalt, schmeckte besser, als die voran gegangenen. Vielleicht würde er sie bald treffen. Vage Erinnerungen, in sie verliebt gewesen zu sein kamen zurück in die Gegenwart, wie die weiterhin zu warme Luft durch das leicht geöffnete Fenster. Kaum zu glauben, dass es November war. Ob es in Paris genauso warm war? Er rief sich die Bilder der fliehenden Menschen ins Gedächtnis, in T-Shirts und längeren Sommerkleidern. In Paris wehte selten Wind. Die Stimmen vor seinem Fenster waren verstummt und am nächsten Morgen würde er nicht mehr wissen, wann er eingeschlafen war, wie er sich in sein Bett gelegt, oder wie er sein viertes Bier zur Hälfte über den Boden verschüttet hatte. Nur eine Nachricht von Sarah würde auf ihn warten.

6Kein schöner Traum

In seinem Traum saß er auf einem roten Kunstlederstuhl, festgezurrt mit Gurten, unfähig sich zu bewegen. Vor ihm stand ein Mann mit einem Messer, welches er zuerst langsam ansetzte, aber bei jedem Schnitt mit größerem Elan, größerem Enthusiasmus die Haut und das Fleisch von seinem Gesicht abschabte. Er begann an der Stirn an, mit kreisförmigen Schnitten sich langsam nach innen vorarbeitend, zu Nase und Mund, wo zunehmende Feinarbeit gefragt war.

Auch wenn er sich schreien hörte, spürte er keine Schmerzen. Obwohl er wusste, dass es ein Traum war, das Entsetzen darüber echt, während ein tropfender Fleischfetzen nach dem anderen mit klatschenden Geräuschen in einen metallenen Eimer fiel. Er konnte fühlen, wie die Klinge sich zwischen Haut, Fleisch und Knochen schob, sie langsam aber stetig voneinander löste. Als der Mann endlich fertig war, nach Stunden harter körperlicher Arbeit, die ihm den Schweiß auf die Stirn getrieben hatte, ließ er ihn in einen Spiegel blicken. Das übrig gebliebene Fleisch an den Rändern seines Gesichts, mit einem letzten Rest an Haut überspannt, blieb wie ein kümmerlicher Rahmen für den nackten Knochen übrig, aus dem nur noch seine panisch herumirrenden Augen den Kontakt zu ihm suchten, den unweigerlichen Wahnsinn bereits tief in die Pupillen gegraben. Schemenhaft konnte er seine Zunge erblicken, die sich zwischen seinen Zähnen wand, durch Stellen durchblickend, die früher von seinen Wangen verdeckt wurden.

Sein Schrei war lautlos. Ein lautes Knacken fuhr durch seinen Kiefer, als wäre er gebrochen, doch außer einer leichten Taubheit war alles in Ordnung. Er musste sein Gesicht nicht,abtasten, um zu wissen, dass es unversehrt war und dennoch tat er es. Die Sonne schien durch die großen, weit aufgerissenen Fenster. Neben ihm war das Bett noch warm von einem fremden Körper, an den er sich nicht mehr erinnern konnte. Undefinierbare Schmerzen zogen träge durch seine nackte Gestalt, als er sich aus dem Bett herausbewegte, auf der Suche nach einer Uhr. Erinnerungen, Bilder von Schüssen und Explosionen kamen zurück, mischten sich mit dem Fleisch seines Gesichts, das man in Fetzen von ihm löste. Tote in Paris, die Nase voller Kokain. Er hatte versucht Julien zu erreichen, aber niemand hatte abgenommen, oder vielleicht war das Netz auch tot, oder er hatte nur vorgehabt ihn anzurufen, es aber doch unterlassen. Es fiel ihm häufig schwer sich zu erinnern, was er in den vorangegangenen Nächten getan oder nicht getan hatte.

Die Sonne brannte sich schmerzhaft durch seine halb geschlossenen Augenlider, während er zum Kühlschrank wankte. Irgendwo klingelte sein Handy, aber er versuchte gar nicht erst, es rechtzeitig zu finden. Das kalte Wasser tat gut, die Kohlensäure betäubte zumindest kurzfristig den Schmerz in

seinem Kopf, wobei er versuchte, sich an die vergangene Nacht zu erinnern. Es hatte wohl viele Tote gegeben, ein islamistischer Terroranschlag. Ein Mädchen hatte ihm einen geblasen und er war sich auch einigermaßen sicher welches. Sie hatte schon mehrmals mit ihm geschlafen, wodurch es wahrscheinlich langsam Zeit wurde, sie wieder loszuwerden. Dabei hatte er ihr schon mindestens ein blaues Auge verpasst. Aber manche brauchten einfach mehr, um abgeschreckt zu werden. Manchmal war es aber auch einfacher, wenn man eine Zeit lang dieselbe hatte. Mit etwas Glück hatte sie ihn davon abgehalten, irgendetwas Dummes zu tun. Betrunkene Twitter-Nachrichten und Instagram-Posts hatte er sich vielleicht nicht vollkommen abgewöhnen können, aber zum Selbstschutz hatte er vor einiger Zeit sämtliche administrativen Rechte in diesem Bereich an eine, extra für seinen Online-Auftritt eingestellte, Praktikantin übergeben. Mit ihr schlief er auch. Wäre sie nicht heiß gewesen, hätte er sie kaum eingestellt, denn selbst ihm war klar, dass ihr Aufgabenspektrum in keiner Weise einer Vollzeittätigkeit entsprach. Sie bekam wenig Geld – zumindest ging er davon aus – und hatte einen hübschen Hintern, wenn auch ein wenig zu kleine Brüste. Leider hatte die attraktivere Kandidatin nicht so gewirkt, als wäre sie selbst den minimalen kognitiven Anforderungen dieses Jobs gewachsen gewesen. Seitdem seine Praktikantin zum Filter zwischen ihm und der Welt wurde, hatten seine social media Aktivitäten rapide abgenommen, sodass er seine Posts weder schrieb noch las, was seine Agentin noch weiter beruhigte. Hatte er gestern mit seiner Praktikantin geschlafen? Wie war noch gleich ihr Name?

Erneut klingelte es. Erneut nahm er nur einen weiteren Schluck aus der Flasche, wovon ihm allmählich übel wurde. Die Sonne hörte nicht auf, durch die wandgroßen Fenster zu brechen. Schweiß lief seinem nackten Körper herab, über den getrockneten aus der vorangegangenen Nacht. Manchmal fragte er sich, ob seine Nachbarn ihn von ihren Fenstern aus sehen konnten. Mit der Fernbedienung ließ er die Jalousien herab, bis der Raum in Dunkelheit gehüllt war. Zitternde Finger ließen, zum Summen eines weiteren verpassten Anrufs, die Kaffeemaschine ihre Arbeit machen und erst als diese fertig war, begann er nach dem Anrufer zu sehen.

Seine Agentin.

„Was willst du so früh am morgen?“ Er hatte nicht vorgehabt, so aggressiv zu wirken.

„Es ist vier Uhr nachmittags und du hast mich vor zwölf Stunden angerufen, ich solle dich so schnell es geht zurückrufen.“

„War ich sehr betrunken?“

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