A. A. - Weißer Mann, was nun?

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Die psychische Entwicklung zweier Männer, die dem Wahnsinn verfallen. Obwohl sie aus nahezu identischen Familienstrukturen und sozialen Hintergründen stammen, ziehen minimale Unterschiede in ihrem Lebenslauf charakterliche Entwicklungen nach sich, die beide Männer auf vollkommen verschiedene Pfade für ihr weiteres Leben setzen. Getrieben von Talent und Talentlosigkeit, Anspruch und Wirklichkeit, Ehrgeiz und Isolation, werden sie zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen und verfallen nach und nach ihrem eigenen, ganz privaten Wahnsinn. In einem Land, das sich im Zuge der Flüchtlingskrise geradezu lüstern in Untergangsphantasien und Extremismen steigert und ein entgrenzter Kapitalismus keinen Halt mehr gibt, jenseits des steten Konsums von Objekten und Körpern, scheint der optimale Nährboden gegeben, um ihren eigenen, privaten Radikalisierung freien Lauf zu lassen.

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Sein Blick lag auf der Gitarre, auf welcher sich bereits Staub angesammelt hatte. Sein Apartment war verwüstet, ein paar Betrunkene lagen auf dem Boden, auf seiner Couch, nackte und halbnackte Frauen, auch Männer, alle objektiv gutaussehend und er versuchte sich zu erinnern, welche er kannte und mit welchen er geschlafen hatte und auf welche beides zutreffen mochte. Er hatte nicht die geringste Ahnung, wie spät oder früh es war. Manche der Körper schienen nicht oder kaum zu atmen, teilweise übereinandergestapelt, während dem Ficken zusammengebrochen, teilweise vollgekotzt, Blut aus wunden Nasen tropfend, zerbrochenes Glas gefolgt von blutverschmierten Fußabdrücken, die sich in den Weiten seiner Räume verloren. Teilweise steckten ihre Körper noch ineinander, als würden sie selbst noch im Schlaf weiter vögeln wollen. Das Knirschen von Splittern unter seinen Hausschuhen in der Hoffnung, sie würden sich nicht durcharbeiten, zu sehr in Apathie versunken, um sicher zu gehen, oder sie auch nur abzustreifen. Vielleicht waren es seine Fußabdrücke auf dem Boden.

Er konnte nichts spüren, aber was sagte das schon?

5Winter fühlt sich anders an

Als die ersten Schüsse fielen onanierte er zu Erinnerungen an eine Minderjährige, wenn auch unkonzentriert und unstetig. Nebenbei war er zufällig bei Spiegel Online zeitnah auf die entsprechende Eilmeldung gestoßen. Von seinem Schwanz ablassend – was in dieser Nacht ohnehin ein aussichtsloses Unterfangen zu sein schien – verfolgte er nun die Geschehnisse im Live-Ticker verschiedener nationaler und internationaler Nachrichtenformate. In einer Mischung aus Interesse am Geschehen und Langeweile wandte er den Großteil der folgenden Stunden für das Aktualisieren der entsprechenden Seiten auf. Beginnend bei der BBC, über den Telegraph, den Tagesspiegel, SPON bis zu CNN. Nicht, dass die Berichte sich in irgendeiner signifikanten Weise unterschieden hätten – selbst Russia Today bewegte sich erstaunlich nahe am Mainstream der Berichterstattung – außer in den Schätzungen der Anzahl der Toten, wobei die Russen natürlich die Spitzenposition einnahm und somit sein größtes Interesse weckte. CNN folgte kurz darauf, aufgrund einer marginal höheren Frequenz an Informationen, die oft genug keine waren. Sprach RT sofort von mindestens hundert Toten im Bataclan, waren andere Schätzungen konservativer und letztlich korrekter, auf Kosten von Christians Sinn für Dramatik.

Seinem Magen ging es immer noch nicht gut, wobei er mittlerweile anfing, es auf seine Nervosität – oder Adrenalin – bezüglich der Meldungen zu schieben und dabei wieder anfing zu trinken. Es war der gleiche Wein vom Vorabend und es fiel ihm schwer sich zu erinnern, wann er diesen gekauft hatte. Blassgelbes Licht lag auf seinem leeren Schreibtisch, den Inhalt der Flasche unangenehm kränklich wirken lassend.

Eine Nachricht folgte der nächsten, immer wieder unterbrochen von Bildern, die in ihrer scheinbaren Dramatik vor allem von ihrem fehlendem Inhalt ablenken sollten. Blaulichter, Streifenwagen, bewaffnete Polizisten, bewaffnete Soldaten, Blut auf den Straßen, umgeworfene Stühle, Glasscherben auf herbstlichem Asphalt. Alles dramatisch, brutal, wie im Film, einer guten Netflixserie. Zahlen, Details, Schätzungen, die immer wieder genannt wurden, dramaturgisch gewinnbringend eingesetzt und wiederverwertet, mit Hinweisen auf Charlie Hebdo, sodass man sich unwillkürlich fragen musste, ob nicht das Ganze nur eine Medienerfindung gewesen sein könnte, die am nächsten Tage natürlich aufgeklärt werden würde, aber kurzfristig das Freitagabend Programm interessanter gestalten konnte. Es war die mit Spannung erwartete zweite Staffel. Andererseits lief zur selben Zeit ein Fußballspiel, also schien es entweder unrealistisch oder jemand hatte sich mit dem Timing vertan. Dennoch, egal was es war, Christian konnte dankbar sein, denn die Stunden verstrichen schneller und schienen eine Abart von Sinn zu entfalten, und sei es durch das schale Gefühl, zumindest passiv am Weltgeschehen teilzuhaben, an etwas schwer definierbar Bedeutendem. Eine schwarze Spinne rannte langbeinig, immer wieder stockend über die Tischplatte, ungelenkig geschickt ihre viel zu zahlreichen Beine aneinander vorbei schiebend, den kleinen Kugelkörper hinterher ziehend, nur die Andeutung eines Kokons im vergrößernden Schatten der dimmen Lichts projizierend. Wieder wurde die Zahl der Toten erhört. Kurz überlegte er ein Bier aus dem Kühlschrank zu nehmen, blieb dann aber bei Rotwein. Es schien dem Anlass mehr zu entsprechen, auch wenn er sich wünschte, besseren gekauft zu haben.

Eine Band war wohl involviert. Angels of Death Metal. Woher kannte er den Namen? Irgendwo hatte er ihn schon einmal vernommen, entweder auf irgendeiner Internetseite oder von Freunden, durch Zufall, da er sich recht sicher war, nie einen Song von ihnen gehört zu haben, zumindest nicht bewusst. Ob sie die Nacht überlebt hatten, ob sie sie überleben würden? Hatte man sie direkt als Ziel ausgewählt? Es wären immerhin prominente Opfer, was dem Ganzen einen nahezu klischeehaften Anstrich verlieh. Als würde aus einem glaubhaften Thriller ein mittelmäßiges B-Movie. Eine Geiselnahme, mit einer schwer zu schätzenden Menge an Opfern, die sich aber sicherlich im dreistelligen Bereich befinden mussten, so wurde zumindest berichtet. Noch ungezählte Opfer in verschiedenen Cafés und Bars auf einem großen Boulevard, auf dem immer noch geschossen wurde. Erste Bilder von Leichen, aus der Entfernung, Blutlachen, oder ähnliches, was schwer auszumachen war – aber was sollte es sonst sein? Im Blut der Opfer reflektierte sich das Licht der Einsatzwagen. Sondereinsatzkommandos seien vor Ort, die ersten Attentäter erschossen. Verknüpfungen zu ähnlichen Anschlägen in Russland wurden bemüht. Tschetschenen in Moskau und Beslan, als würden sie damit in Zusammenhang stehen können, oder als würde sich noch jemand daran erinnern.

Eine Facebook-Nachricht machte sich mit dem neuen Signalgeräusch bemerkbar, an welches er sich immer noch nicht gewöhnen konnte. Eine ehemalige Kommilitonin fragte in einer alten Gruppe, ob es einem anderen ehemaligen Kommilitonen gut gehe, der derzeit wohl in Paris sei. Normalerweise hätte Christian instinktiv die Nachricht weg geklickt, nicht nur weil nicht gewusst hatte, dass es diese Gruppe noch gab, geschweige denn, dass besagter Kommilitone in Paris sei. Vielleicht arbeitete dieser sogar dort, was er zu verdrängen versuchte und augenblicklich Neid aufkam. Für einen Moment wollte er ebenfalls seine Besorgnis ausdrücken, tat es dann nicht und wartete.

Wartete.

Natürlich würde keine Antwort aus Paris kommen. Wahrscheinlich waren alle Netze zusammengebrochen, weil jeder versuchen würde, irgendwen zu erreichen, sodass am Ende, wie immer, niemand jemanden erreichte. Noch einige Sekunden starrte er reglos auf die leere Zeile, ohne eine Reaktion erzwingen zu können. Was sie wohl gerade machte? Dann öffnete er doch ein Bier und versuchte mit der Aktualisierung sämtlicher Nachrichtenseiten die Gedanken an das Mädchen zu verdrängen, das sich auf so unerwartete Weise zurück in sein Leben geschoben hatte. Die Anzahl der Toten stieg, kalte Luft drang in sein Zimmer. Ein versuchter Bombenanschlag auf das Fußballspiel. Die Wiederholung der Reaktionen des Publikums auf die Detonation bereits zu einem GIF verarbeitet, da niemand in dem Moment ahnte, was es damit auf sich hatte. Und der Rotwein ließ seinen Kater langsam in Vergessenheit geraten, während das Bier ihn wieder wachrief. Der Wind wirkte wärmer, beinahe wie Frühling. Bilder aus Paris zeigten Menschen in T-Shirts und Röcken – wenn auch nicht allzu kurzen – wie sie rannten und weinten und auf die ersten Fragen der Reporter reagierten, während die Stürmung des Bataclan vorbereitet wurde und er sich fragte, ob sie das nicht lieber geheim halten wollten und wie es sein konnte, dass er im November noch so warm war.

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